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Dienstag, 10. Juli 2018

Bilddokumentation von Wiesen mit Problemunkräutern in NÖ

Bilddokumentation von Wiesen mit Problemunkräutern in NÖ
herbstzeitlose wienerwald.jpg

Herbstzeitlose, die verbreiteste Giftpflanze in Niederösterreich

DSC00740,Herbzeitlose,Riegler.Waldviertel.JPG

Ausbreitung der giftigen Herbstzeitlose im Wienerwald und im Waldviertel auf Wiesen ohne Düngung, Foto: Riegler, LK NÖ
Herbstzeitlose-Vergiftungsfälle dem Autor in NÖ bekannt



Bilder unterhalb: Flächenhafte Ausbreitung von giftigem Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticuas) seit 2003 im Waldviertel infolge massivem Düngeverzicht,
Folge: 2 Pferde, 10 Rinder tödlich vergiftet
wkk-wultschau,classic,DSCN6326.JPG
WKK,heinreichs,detail,DSCN8048.JPG
WWK,Wultschau,2007,IMGP5230.JPG

WKK,frischgemäht,friedreichs,DSCN5556.JPG
Solches Futter von Futterballen dieser Fläche verfüttert führte zum Tod von 6 Rindern




Germer auf Alm,IMG_5438,.JPG

Häufig sichtbare extreme Ausbreitung von giftigem Weißem Germer auf nö. Almen infolge Verzicht auf Düngung, Pflanzenschutz und geringem Tierbesatz
Germer-Vergiftungsfälle in NÖ bekannt





löwenzahn,Gumpenstein,raygrasversuch,R0017633.JPG

Löwenzahn als Hauptunkraut in Zuchtgräserbeständen. 

Das Bild zeigt deutlich, dass auch bei besten Zuchtgräsern, der Löwenzahn in die Gräserbestände eindringt. Nach 3 bis 5 Jahren sind auch Zuchtgräser nach Ablauf ihrer Hochleistungsperiode erschöpft. Genauso ist das bei allen andern Gräsern ähnlich. Wer dauerhaft gute Ertragsleistungen will, muss daher dementsprechend die Wiesen regelmäßig mit neuem leistungsfähigem Saatgut versorgen.

Foto von Raygrassortenversuch des LFZ Gumpenstein,
eine österreichische Grünlandversuchsanstalt, Seehöhe: ca 700 m, 1000 mm Niederschlag








Typische Verunkrautungsbilder aus dem niederösterreichischen Voralpenland.

Sie zeigen Wiesen wie weit die Verunkrautung gehen kann und von guten Futterwiesen entfernt sind. Statt einem Flächenanteil von 90 % besten Futtergräsern findet man nicht selten Wiesen wo das Unkraut 90 % erreicht.
DSCN3068,schönes Unkraut,Löwenzahn,Schafgarbe,Giersch.JPG

Löwenzahn, Schafgarbe, Giersch




DSCN3071,schönes Unkraut,Kriechender Hahnenfuss,Frauenmantel.JPG

Kriechender Hahnenfuss, Frauenmantel


DSCN0811,schönes Unkraut,Labkraut,Hahnenfuss.JPG

Labkraut, Hahnenfuss


giftpflanzenmix,Herbstzeitlose,Klappertopf,Hahenefuss,1024,IMG_4523.jpg

Besonders problematischer Giftpflanzenmix aus Herbstzeitlose, Klappertopf und Hahnenfuss.
Wirkt zwar für das menschliche Auge ästhetisch, hat aber keine Futterqualität
Schwerbachgegend, NÖ, 22.5.2012

Ampfer,Putzweide,RIMG0138.JPG
Stumpfblättiger Ampfer, das klassische Wiesenunkraut

HIER: typische übernutzte ertragsschache Wiese trotz ausreichendem Weißkleeanteil. 
Hier fehlt der hohe Anteil guter und qualitativ wertvoller Zuchtgräser wie Knaulgras, Raygras, Glatthafer und Goldhafer durch wiederholte Einsaat bis zum Erfolg
Die wichtigen Gräser sind hiere durch intensive Nutzung verschwunden.

Ampfer sollte immer laufend bekämpft werden. Der Herbst eignet sich besonders für die Flächenspritzung, da dabei die wenigsten Futterverluste entstehen. Flächenspritzungen haben eine anhaltende Wirkung von 3 bis 5 Jahren, sind also nicht jährlich notwendig.

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Bessere Futterwiesen Ratgeber





Artikelauszug mit Beispielen
Der Beitrag ist wegen regen Interesses in Bearbeitung und Weiterentwicklung



besserefutterwiesen-p1.png


idealbestndHUMEr.jpg




Ertragsmischungen 2013

Ertragsmischungen enthalten seit 2013 aufgrund eigener Beobachtungen auch Glatthafer .
Begründung: 
  1. Gutes Durchsetzungsvermögen selbst bei geringen Saatmengen in Neuanlagen
  2. Besonders gute Entwicklung auch als Feldfuttergras, selbst bei geringer Saatmenge in den ersten Jahren nach der Ansaat.

PÖTSCH (LFZ Gumpenstein) bestätigt in seiner Seminarunterlage 2012, dass
  • Zuchtsorten vom Glatthafer durchaus auch 4 Schnitte je Jahr vertragen und betonte das auch beim LFZ Weiterbildungsseminar 2012
  • Glatthafer eine rasche Anfangsentwicklung hat
  • Glatthafer konkurrenzstark ist
  • ein unentbehrliches Obergras auf trockenen wie warmen Standorten bis ca 800 m Seehöhe ist und
  • den hohen Futterwert von 7 hat, wobei die Skala von -1 (giftig) über 0 (ohne Futterwert) bis 8 (sehr hoher Futterwert) reicht..

PÖTSCH lehnt dennoch Glatthafer zur breiteren Wiesenverbesserung für mittlere Lagen bisher vehement ab. Trotz seines breit ausgelobten Nutzens mit guter Durchsetzungskraft und Ertragsleistungen auch in mittleren Lagen und im Feldfutterbau. 

Da Glatthafer naturgemäß warme Lagen bevorzugt, begünstigt ihn auch das immer wärmere Klima der letzten Jahre spürbar aus verständlichen Gründen.

Glatthafer wird deshalb in den Ertragsmischungen von HUMER ab 2013 auch für mittlere Lagen für die Praxis als Experimentalpartner NEU vorgeschlagen. Die Idee basiert auf den guten Erfahrungen auch bei 4 Schnitten und die gute Anfangsentwickung wie Durchsetzungsfähigkeit. Leider sind diese positiven Effekte nur bei Neuanlagen bekannt und untersucht. Für Nachsaat-Mischungen gibt es aber noch keine Erfahrungen mit GLATTHAFER. Daher ist die Verwendung von GLATTHAFER in Nachsaatmischungen vorerst ein Experiment, dass jeder in Gebieten mit warmen Lagen im kleinen Maßstab durchaus versuchen sollte. Ich habe dazu eine zuversichtlichen Erwartung aber das breite Gelingen ist noch offen.


Im übrigen ist es auch das gleiche offene Experiment 
die folgenden ÖAG - NAchsaat Mischungen zu verwenden, da es dazu ebensfalls bislang keine veröffentlichten Versuche von BUCHGRABER , PÖTSCH oder LFZ Gumpenstein gibt.
  • NIK
  • NaWei
  • KWei
  • NaTro


Futterarten und Kampfkraft von Nachsaat-Mischungen.jpg
Futterarten und Kampfkraft von Nachsaat-Mischungen.jpg








EMI2013-ertragsmischungen-2013-emi.jpg

EMI2013 EMI 2013




Ertragsmischungen 2012
EMI 2012 vor 2013:
EMMISCH2012.jpg









EMMISCH2012-spezial.jpg

Aus der Sicht der Erfahrungen der Jahre 2012 und 2013 würde ich Glatthafer bei Hochertragsmischungen hineinnehmen und das Bastardraygras in rauhen Lagen reduzieren und zwar auf diese Mengen:

Glatthafer: 4 kg/ha
Bastardraygras: 3 kg/ha



stritzloedteinsaatvergleich3.jpg


Deutliche Einsaatwirkung 4 Jahre nach der Anlage. Extensiver Biobetrieb in windiger Lage.
http://goo.gl/maps/BYYvw




IMGP2905 feistritz knaulgras wiese nach 3 einsaaten.JPG

Erfolgreiche Bestandesumwandlung mit Knaulgras nach 3maliger Einsaat. Zuviel derbes Knaulgras ist aber unerwünscht, daher bringt die Ergänzung mit Englischem Raygras, Glatthaferr und Goldhafer erst den richtigen Qualitätsschub.

Aufnahme: Hinterberg, Feistritz am Wechsel






































STARZ, Wirksamkeit Graeserarten 1x 10kg Einsaat Gumpenstein 2005-2009.jpg
Hinweis: Ausschnitt aus dem Abschlussbericht, Orginaltext in blauer Schrift

ESA= Eingsäte Grasart bei Dauerweidemischung G

Link zum Original in Abbildung 4:
Abbildung 4: Unterschiede im Pflanzenbestand in Flächenprozent für Varianten und Nutzung
Abschlussbericht: von Starz: Auswirkungen der Grünlandnachsaat in einer Kurzrasenweide bei Biologischer Bewirtschaftung
https://www.dafne.at/prod/dafne_plus_common/attachment_download/629618b9ae8ab563d2915522b1135ec8/Abschlussbericht_Kuwei.pdf

Bild zum obigen Versuch:
http://www.raumberg-gumpenstein.at/c/images/stories/forschung/institut4/abteilung41/41_nachsaat.jpg

Diese Untersuchungen belegen die von dem LFZ-Grünlandexperten Pötsch an mich mehrfach gestellte Forderung wissenschaftliche Belege zu erbringen, dass es Einsaaten gibt, das gewisse Arten in Nachsaatmischungen nicht erfolgreich wären und es zu keinem besserem Gräserbestand mit mehr wertvolleren Arten kommt. 

In dem Fall dieses Gumpensteiner Versuches mit Schnitt und Weidenutzung führte keine einzige der gesäte Gräserart zu einer Bestandesverbesserung. Dabei betrug die Hälte der Saatgutmenge, also der Gräseranteil von Wiesenrispe 25%, Timohe 10% und Wiesenschwingel 15% insgesamt also 50% . Damit werden meine breiten empirischen Erfahrungen bestens bestätigt, dass Timothe (Phleum prasense) und Wiesenschwingel (Festuca pratensis) sich dort in Gumpenstein und damit auch außerhalb Niederösterreichs nur in verschwindend geringen Anteilen in heutigen Futterwiesen halten können. Nur die zusätzliche Weidenutzung gegüngstigt in der Regel immer die Weidegräser Engl. Raygras und Wiesenripse. Dagen sind Timothe und Wiesenslieschras auch in Weiden in nur verschwindenden Mengen ohne Bedetung - mit oder ohne Einsaat, wie folgende Grafik zeigt

STARZ, Wirksamkeit Graeserarten 1x 10kg Einsaat Dauerweide G Gumpenstein 2005-2009,b.jpg
Walter Starz, LFZ Raumberg/Gumpenstein: Gräserboniturauszug der eingesäten Grasarten eines Weide- und Schnittversuches im Versuchsbetrieb Moarhof mit Kurzrasenweidebewirtschaftung. Vortragsveranstaltung der BBK Waidhofen/Ybbs Einstieg in die Weidehaltung,11.04.2013 in Windhag,NÖ


Die LFZ-Wiesenexperten Pötsch und Buchgraber meinen dagegen, das diese unproduktive 2 Arten Timothe und Wiesenschwingel auch aus nicht produktiven Gründen unter anderem zB als Biodiversitätsgründen eingesät werden sollen. Dem Landwirt muß damit klar sein, dass dann ca ein Drittel der Saatmenge solcher Nachsaatmischungen von vorherein und wissentlich eine höchst ineffizente, da wirkschwache Saat und Geldausgabe ist. Timothe und Wiesenschwingel können sich nach eigenen Erfahrungen aber aufgrund ihrer Biologie als extensive Heuwiesengräser mit 1 oder 2 Schnítten überraschend gut bewähren. Sie sind daher primär als Heugräser und zusätzlich in Kombination mit Glatthafer für zB für Pferdeheu wertvolle Futtergräser.

Wieseneinsaaten haben nur mit Arten wo ein hoher Anteil der Saat zu Futter wird einen wirklichen Sinn. Dem stehen aber die seit Jahren behaupteten Aussagen von Buchgraber (LFZ Gumpenstein) entgegen. Demzufolge könnten schon mit einer einmaligen Einsaat nahezu ein Jahrzehnt lang der Pflanzenbestand und die Narbendichte wirkungsvoll verbessert werden könnten, wie seine unten gezeigte Vortragsfolie aus 2007 zeigt.

Siehe Tabelle zu Timothe oben und die Grafik untenKampfmischung Nachsaatmischungen Ausdauer.jpg




Nach eigenen Erfahrungen und nach Starz (LFZ Gumpenstein) - aus pers. Miteilung vom 11.4.2013 - können am ehesten erst bei dreimaliger oder noch öfterer Nachsaat zb bei Wiesenrispe in Weiden oder Knaulgras in Schnittwiesen spürbare Bestandesverbesserungen erreicht werden. Konkurrenzschwache Arten mit nur geringem natürlichen Auftreten und schwachem Durchsetzungsvermögen - wie ich das sowohl im obigen Versuch von Starz als auch in breiter Praxis gesehen habe - ist das gelegentliche Säen konkurrenzschwacher Arten wie Timothegras und Wiesenschwingel in der Regel falsch investiertes und damit verlorenes Geld.
Timothegras und Wiesenschwingel sollten aber jene Landwirte zurecht dann säen, wenn diese 2 Arten standörtlich den anderen Arten überlegen sind. Standortgerechter Wiesenbau ist dazu der fachliche Terminus.

Viel wirksamer und viel betriebs- wie volkwirtschaftlich sinnvoller ist es bei Nachsaaten nur auf durchsetzungsfähige Arten zu setzen wie das Konzept der Ertragsmischungen nach HUMER zeigt. Dabei sät man möglichst öfter im Jahr nach, etwa 1-3x im Jahr - und zwar immer sofort nach der Ernte bei noch offenem Boden. Erst dann, wenn ein bestmöglicher Gräserbestand in den Futterwiesen erreicht ist, kann eine zeitlang mit Nachssaaten ausgesetzt werden - nämlich solange der Bestand in Ordnung ist. Gleichzeitig beugt ein gutwüchsiger und ertragreicher Gräserbestand der Ausbreitung von Unkraut als auch Giftpflanzen und Wiesenvernässung auf natürliche Art vor. Allerdings erschöpfen sich ohne natürlichen Samenausfall vor allem die hochwüchsigen Horstgräser nach ca 3 - 6 Jahren. Dauerhaft höchstqualitative Futtererträge, sind daher nur bei junger Nutzung mit hohen Energiegehalten möglich. Damit kann mittels möglichst viel eigenem "Wiesenkraftfutter" möglichst viel Zukaufgetreidekraftfutter oder Sojakraftfutter ersparen. Das ist aber nur mehr mit einer FAST ständigen Wiesennachsaat möglich. In Deutschland versuchen daher die besten Betriebe bereits, jeden Aufwuchs nach der Ernte sofort wieder mit jungem Saatgut ständig aufzufrischen um aus den Futterwiesen auf eigenen Flächen und mit eigenen Managementmitteln die bestmöglichen Erträge wie Qualitäten zu gewinnen.


Als Ergebnis dieser Erfahrung und Betrachtungen geht hervor, dass Timothe und Wiesenschwingei in vielen heutigen 3- und Mehr-Schnittwiesen keine quantitative wie keine wirtschaftliche Bedeutung hat und ihre Einsaat in der Regel verlorenes Geld ist. Nur in 1- oder 2 Schnittwiesen haben sie heute in der Regel Chancen für gute Erträge. Das bedeutet, dass sie heute vor allem in Heuwiesen als Heugräser ihre wertvollen Nutzen bringen können.

Wiesenrispe hat ist aber in Weiden von grossen Bedeutung, weil sie durch den dauernden Betritt gefördert sind. In Schnittwiesen dürfte sie sich nur bei dauernder Einsaat halten, wobei in den ersten Jahren durch ihre geringe Ausbreitung noch keine wirtschaftiche Bedeutung erreicht. Eigene Praxiserfahrungen zeigen, dass die Wiesenrispe erst bei jährlicher und 5 Jahre lang wiederholter Einsaat und bei intensiver Nutzung mit 4-6 Schnitten in Gunstlagen ein ertraglich spürbares Futtergras wird. Da sie in der Regel kein sicheres massenwüchsiges Futtergras ist kann man mit geringen Anteilen auch keine guten Erträge erwarten. Ihren höchsten Wert hat sie als extrem dichten Narbenbildner in Weiden. Ihr Vorteil liegt damit primär als dichtes Weidegras, wo besonders dichte Narben wie bei Steilflächenweiden und der Nutzung bei der Steilflähenmahd von besonders hoher Bedeutung sind.




Bei Nachsaaten wird häufig eine wirkungslose Übersaat vorgenommen

sagt der bekannteste deutsche Grünlandexperte PD Dr. Martin Elsäßer 
vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg in seinen Vorträgen zB hier im WEB:

Grünlandverbesserung in Baden-Württemberg unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinen Rispe

ELSÄSSER meint zur Nachsaat als Übersaat:(in Deutschland)
Nur wenn Lücken vorhanden sind, dann mehrmals im Jahr
5 kg/ha Samen von Deutschem Weidelgras oder Knaulgras säen.


Prof. SPATZ bestätigt meine Meinung:
Es fehlen Versuche zum Einsaaerfolg von Grünland Ansaaten / Einsaaten.

im Bericht

Strategien zur standortspezifischen Grünlandansaat - Retrospektive Analyse von Selektionskriterien

von

SPATZ, Günter; FRICKE, Thomas; GOTTARDI, Sara. Strategien zur standortspezifischen Grünlandansaat-Retrospektive Analyse von Selektionskriterien. 2003.
http://www.orgprints.org/4757/
http://orgprints.org/4757/1/4757-02OE442-spatz-g-et-al-uni-kassel-2003-gruenlandansaat.pdf

Prof. SPATZ schreibt 2003:

Die Literatur weist keine Arbeiten auf, bei denen Ansaaterfolg, Ausdauer oder Produktivität der Grünlandnarbe ... verglichen worden wären.
Die Literatur weist keine Arbeiten auf, bei denen Anssaaterfolg, Ausdauer oder Produktivität der Grünlandnarbe verglichen werden.jpg

Originatext von SPATZ 2003:

Die Literatur weist keine Arbeiten auf, bei denen Ansaaterfolg, Ausdauer, Produktivität oder Qualität der Grünlandnarbe in einem Standortvergleich bei ansonsten gleichen Ansaatvoraussetzungen und gleicher Bewirtschaftung verglichen werden. In der Regel lagen Wirkungskomplexe als Einflussgrößen vor, so dass eine Kausalanalyse auf die Wirkung von ausschließlich den Standortfaktoren allein aus den vorliegenden Arbeiten nicht möglich war. Nachfolgend werden einzelne Quellen genannt, die sich im weiteren Sinne mit Standortvergleichen und der Entwicklung von Ansaatmischungen befassen.


Wer diesen Beitrag oder andere meine Beiträge hier bestätigen, kritisieren oder falsizieren will ist gerne eingeladen, seine Meinungen und Erfahrungen als WIKI-Mitglied oder per email an johann.humer(et)gmail.com in dieser Lehrplattform zum Nutzen aller Interessierten möglich gut anschaulich illustriert und gut verständlich zu verbreitern.

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Sonntag, 24. Juni 2018

Mehr Futter mit weniger Hahnenfuß und Löwenzahn in Futterwiesen

Mehr Futter mit weniger Hahnenfuß und Löwenzahn in Futterwiesen



Die Giftpflanze Hahnenfuß und der Platzräuber Löwenzahnals Leistungsbremse in Weiden und Dauerwiesen und ihre Bekämpfung
Bremsklotz für gute Wiesenerträge und Futterqualitäten:Hahnenfuß und Löwenzahn
Hahnenfuß, Moos und Löwenzahn in Futterwiesen:Hauptbremsklötze bei ersten/wichstigen Wiesenaufwuchs
Hauptbremsklötze für guten ersten Wiesenaufwuchs

Bremsklotz und Futterverpester für gute Tierleistungen

Scharfer Hahnenfuß gehört zur Gruppe der absoluten Unkräuter. Diese sind Platzräuber, Nährstoffkonkurrenten und Giftpflanzen. Hahnenfußarten sind weit verbreitet und bevorzugen frische wie bodenverdichtete Futterwiesen. Löwenzahn ist eine wichtige Zeigerpflanze für den Rückgang wertvoller Futtergräser. Nachdem Hahnenfuß und Löwenzahn in viele Futterwiesen dominieren sind hohe Futterverluste die Folgen. Dazu kommt, dass Giftpflanzen auch die Tierleistung und Tiergesundheit beeinträchtigen. Daher ist ihre Zurückdrängung eine besonders häufig gestellte Frage. Das beweist auch die Webseiten-Statistik dieses Fachartikels da dieser Beitrag am stärksten aufgesucht wird.

Aufgrund der grossen Ausbreitung dieser Kardinalunkräuter auf Kosten der Erträge und Futterqualität hat ihre Zurückdrängung eine besonders hohe Priorität in der Senkung der Futterkosten. Ihr tolerierbarer Anteil in einer guten Futterwiese sollte unter 5 % liegen. 


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Giftiger Scharfer Hahnenfuß in Futterwiese in Schliefau, NÖ.Schade um das gute Futter das hier wachsen könnte !
Wer solch giftiges Futter füttert, kann leistungsfähiges Milchvieh oder Mastvieh nicht füttern. Jedes giftige Futter schwächt den tierischen Organismus und ist damit eine klassische Leistungsbremse für die Tiere und den Betrieb. Geschädigt wird dabei nicht nur die Gesundheit der Rinder, sondern der Betrieb erleidet folgende mehrfache Einkommensverluste:

  1. Enorme Futterverluste, durch den Ausfall guter Gräser,
  2. Leistungseinbuße bei der Tieren
  3. unproduktive Ausgaben für Steuern und Abgaben wie:diverse Hebesätze für Grundsteuer,Sozialversicherungsabhabe, Kammerumlage, usw.
  4. Also ist es schade um jeden Fleck, wo Hahnenfuß statt guten Futtergräser wächst.


_ Hahnenfuß leicht, rasch und wirksam bekämpfbar! _



Es dürfte vielen Landwirten völlig unbekannt oder in Vergessenheit geraten sein, dass Hahnenfuß mit relativ billigen Herbiziden als völlig legale hoch wirksame Betriebsmittel leicht und rasch ausgeschaltet werden kann und durch gute Futtergräser ersetzbar ist. Mit DICOPUR M steht ein alt bekanntes gut wirksames Mittel zur Verfügung, das zudem recht kostengünstig ist und somit immer in die Überlegungen zur deutlichen Verbesserung der Futterqualität genutzt werden sollte. 
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Hahnenfuß - eine Giftpflanze, die wertvollen Futtergräsern den Platz raubt 

Speziell der Scharfe Hahnenfuß und der kleinere Knollige Hahnenfuß, der mehr in Halbtrockenrasen, und auch in Berglagen wächst sind wegen der Giftgehalte vor allem bei der Grünfütterung, aber auch noch bei der Silagefütterung giftig. Nur bei der Heutrocknung verliert Hahnenfuß infolge UV-Einstrahlung seine Giftigkeit. Bei der Beweidung wird er vom Tier verschmäht, wodurch er jedoch wiederum verstärkt zum Aussamen kommt. Weniger giftig ist der Kriechende Hahnenfuß. Er verdrängt aber das gute Futter oft besonders stark. 

Hinzu kommt dass diese häufige Giftpflanze deb wertvollen Futtergräser den wertvollen Lebenraum stiehlt. Wenn man die Fotos hier betrachtet, sieht man, dass statt gutem Wiesengräsern 50% bis 70% der Futterfläche mit Hahenfuß bedeckt ist. Solche Flächen sind im Voralpengbeit keine Seltenheit. Die Ertragsverluste und Futterverdrängung erreichen damit leicht die Hälfte des Aufwuchs. 


Hahnenfuß Vorbeugung 

Wichtig ist daher das Vermeiden von Narbenverletzungen, was aber bei feuchten Ernte- oder Weidebedingungen nicht immer möglich ist. Offener Boden durch Narbenverletzungen infolge der Ernte oder lückige Bestände sollten generell durch eheste Nachsaat rasch geschlossen werden. 

Dazu verwendet man für Mähwiesen Einsaatmischungen mit einem Teil aus Englischem Raygras als sehr raschwüchsige Grasart und einem Teil länger ausdauernder Gräserarten wie Knaulgras und Glatthafer

In Weiden kann man die Trittfestigkeit des Rasens immer durch Etablierung extrem trittfester Weidepflanzen wie Englisches Raygras, Wiesenripse und Weißklee unterstützen, in dem man offenen Boden mit diesen Arten etwa eine Woche vor Weideende besät und von den Tieren eintreten läßt, wodurch sich das Anwalzen ersparen läßt. Beim Weidebetrieb ist nach jeder Beweidung eine Nachmahd besonders wichtig, wenn man die Unkrautausbreitung stoppen will. Ansonst vermehren sich die reifen, samentragenden ungefressenen Hahnenfußpflanzen, genauso wie das auf Weiden nicht zu viel erwünschte Knaulgras wie eine Saat.

Hahnenfuß rasch bekämpft mit hoch wirksamen und gesetzlich ausdrücklich zugelassenen Pflanzenschutzmittel

Am raschesten und am wenigsten umständlich bekämpft man Hahnenfuss mit Herbiziden. Am sinnvollsten greift man zu Herbiziden mit der besten Bekämpfungswirkung, also mit nahezu 100%iger Wirkung. Das sind folgende Mittel nach RWA-Angaben:


HERBIZIDE mit bester Bekämpfungswirkung gegen Hahnenfuß und Löwenzahn




Nur Dicopur 500 FL hat eine auffallend mäßige Wirkung und ist daher nicht empfehlenswert.

Besonders vor Nachsaaten wirkt eine chemische Bekämpfung unterstützend. Chemisch können Hahnenfußgewächse ganzjährig bekämpft werden, solange genügend grüne Blattmasse vorhanden ist. Der optimale Anwendungszeitpunkt ist ab 10 cm Wuchshöhe bis hin vor Beginn der Blüte. Spätere Behandlungen transportieren den Wirkstoff nicht mehr ausreichend in den Wurzelraum und beeinträchtigen dadurch den Erfolg. Außerdem stellt eine Bekämpfung während der Blüte eine Gefahr für die Bienen dar. Scharfer Hahnenfuß läßt sich auch durch Einzelpflanzenbehandlung mittels Harmony und eines Netzmittels mit dem Rotowiper einem speziellen Abstreifgerät bekämpfen, wenn ein ausreichender Höhenunterschied zur Grasnarbe vorhanden ist, was nach einer Weide ideal der Fall ist. Der Rotowiper hat zudem eine wirtschaftlich ansprechende Flächenleistung von 1 bis 1,5 ha je Stunde. 

Für eine sanktionslose Herbizidanwendung sind immer die betreffenden gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und eventuelle Auflagen von Umweltprogrammen wie ÖPUL oder Ökopunkte zu beachten. 

psm Hahenfuiss+löwenzahn_2012_1.jpg

Tabelle: Zulässige Herbizide gegen Hahnenfuß im Jahr 2012, Quelle: RWA
Hinweis: Alle im Jahr 2012 zulässigen Herbizide gegen Grünlandunkräuter sind in einer hochauflösenden gut lesbaren zweiten PDF-Datei HIER im Beitrag downloadbar. 

Die chemische Bekämpfung allein ist nicht erfolgversprechend, wenn die entstehenden Lücken nach der Karenzzeit nicht sofort durch Einsaaten wüchsiger Gräser wieder rasch gefüllt werden. Dazu ist das Anwalzen des Saatgutes wichtig und ein frührer Reinigungsschritt hilfreich damit das verbleibende Grasgerüst keine zu starke Lichtkonkurrenz für die Nachsaat wird.

Vorbeugung und mechanische Bekämpfung von Scharfem Hahnenfuß

ScharferHahnenfuß Vorbeugung und mechanische Bekämpfung.jpg
aus: Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden, PRAXISRATGEBER 2012, LFL, LFI

Wichtige Überlegungen: Nachsaaten oder Wieseneuanlagen ?

Vor der Überlegung zum Einsatz verschiedener Nachsaat- oder Einsaattechniken wie Schlitzdrillsaat oder Einsaatstriegel sollte immer berücksichtigt werden, daß bei stark verunkrauteten Futterwiesen eigentlich nur eine Wiesenneuanlage den größten Erfolg versprichtNeuanlagen von Futterwiesen können den Ertrag nahezu verdoppeln, während Nachsaaten erfahrungsgemäß oft nur einen provisorischen Charakter mit geringer Wirkung haben (siehe Grafik unten).



Nachsaaten haben bei niederschlagsarmen Bedingungen in NÖ von oft nur 600 – 800 mm Jahresniederschlag nur mit Erfolgsraten von etwa 50 %. Bei ungünstigen Bedingungen sind wiederholte Nachsaaten, meist ab erst der dritten Einsaat erfolgversprechend. Dann erst liefern die eingesäten Arten eine wirklich signifikante Ertragsverbesserung. Für erfolgreiche Einsaaten ist daher oft eine geduldige Wiederholung erforderlich. 



Ertragsverluste durch Gräserrückgang mit Ausbreitung von Unkräutern, oft hauptsächlich mit Hahnenfuss, Löwenzahn und Spitzwegerich
die durch Einsaaten wieder rückgängig gemacht werden können, zeigt nachfolgende Grafik.

Ertragsrückgang,in26jahren,Gräserverlust,Unkrautausbreitung.jpg

Was sagen andere zur Bekämpfung von Hahnenfuß:


Interessanter Hahnenfussbekämpfungsversuch aus der Schweiz (2010)
Quelle: www.swissmilk.ch 

hahnenfussbekaempungsvers_schweiz.jpg





Unerwünschten Hahnenfuß wirkungsvoll bekämpfen portal.bauernzeitung-online.ch (inzwischen gelöscht)
Quelle: Stutz, C. J. (2011).Unerwünschten Hahnenfuss wirkungsvoll bekämpfen. Aktuelles aus dem Futterbau. Bauernzeitung, 27.5.2011, 31.



Artikel BEITRAG Humer: "Bekämpfung der Giftpflanze Hahnenfuß" aus 2010 in PDF






RIMG0035,,KriechenderHahnenfuss,Göstling.JPG
Kriechender Hahnenfuß in Steinbachgraben, Göstling
Extreme Ausbreitung durch eine Beweidung bei nasser Witterung mit fast kompletten Verlust der wertvollen Gräser

P5240019,Knollenhahnenfuss,sehr giftig.JPG
Knolliger Hahnenfuss
kann auf nassen Wiesen ohne Wiesenpflege dominant werden

Fotos oben: HUMER

hahnenfussfoto_Frank,ALM_Tirol.jpg

Scharfer Hahenfuß flächenhaft in Tirol auf einer Alm. Foto: Frank Peter, LK Tirol
Schade um das gute Futter das hier wachsen könnte !Wie man hier an den weidenen Kühen schön sieht, fressen Rinder dieses giftige Hahnenfussfutter ja wirklich im grüner giftigen Zustand !

Es ist mir völlig unverständlich. dass ein so umweltbewußter Staat wie Österreich und die EU mit ihren tausenden studierten Fachkräften zu soches gifthältigem Futter, dass es hierzulande mit tausenden Hektaren gibt:

  • dazu schweigt
  • das möglicherweise sogar gefällt
  • Flächenprämien für derartige giftige Futterwiesen zahlt
  • möglicherweise hier aus Umweltprogrammen wie ÖPUL und Bioförderungen neben den Flächenprämien sogar extra Umweltprämien zahlt
  • solch produziertes Fleisch und Milch als als umweltgerecht zB durch EU geförderte AMA Werbeprämien zusätzlich unterstützt wird
  • solche Landwirten nicht durch Fachberatung für optimales und giftfrei produziertes Futter unterstützt wird
  • solche Flächen als NATURA 2000 als wertvoll einstuft werden, aber kein Ersatz geboten wird, wenn man sie nicht der Produktion haben will
  • das als Naturschutz schlechthin dar gestellt wird,

Beim Internationalen Grünlandtag in Sankt Johann in Tirol (http://www.gruenlandtag.at/2015/) 2015 sah ich dort großflächig in diesem Tal, dass dort allein offenbar auf tausenden Hektar solches Gift-Kräuter Futter produziert wird. Nicht einmal vom Veranstalter wurde dieses vor Ort erkennbare Problem deutlich angesprochen und auch die Grünlandreferenten der Bundesländer war das kein haarstreubendes Thema. Zum Problematik von giftigem Hahnenfuß wird auch von den Gumpensteinern Wiesenexperten noch nie deutlich auf das himmelschreiende Problem aufmerksam gemacht. Man schweigt dazu lieber und erfreut sich still als Naturschützer das die giftig gelbe Blütentracht an dieser agromonisch bedeutenden Fettwiesen-Flora, weil durch Fördergeld das Problem mit Geld gut zugedeckt wird und man diesm Pseudo-Naturschutz schmeicheln und den Bart kratzen will und dem Ministerium mit schöne Biodiversitätsberichten eine heile Welt suggerieren will.

Habe das geschrieben, weil immer auch häufiger EU-Leute diese Seite aufrufen und ihnen damit die Augen für eine grössere hollistische Sicht öffnen möchte.

Wie soll damit eine solche Berg-Grünlandwirtschaft konkurrenzfähig bleiben können, wenn man woanders mit wüchisgen Gräsern oder Feldfutter wie in IRLAND oder den MILLIONEN ungenutzten Grünlandhektaren allein in RUMÄNIEN es wer verstehen wird diese Produktionsmaschiene anzuwerden?

Schreiben Sie dazu ruhig Ihre Meinnungen und Kommentare an: johann.humer@gmail.com
Werde sie dann hier auf diese Seite veröffentlichen.
J HUMER

Fotos unter





Weitere Artikel zu dem Thema:

Gelber Hahnenfuß wird zum „gelben Gift“ , Bauernzeitung, Josef Galler, Landwirtschaftskammer Salzburg vom 26.12.2012



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