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Samstag, 25. August 2018

Mehr Schaden als Nutzen durch ÖPUL Düngeverzicht


Viele Anrufer gratulierten mir zu diesem Fachartikel im 
BLICK INS LAND
2018 August
Unten auf dieser Seite können sie auch einen Kommentar schreiben
und völlig widersprüchliche Emails lesen, die ich wegen des Beitrages dazu erhielt ...


Mehr Schaden als Nutzen durch ÖPUL Düngeverzicht.pdf

 2018 BIL Mehr Schaden als Nutzen durch ÖPUL Düngeverzicht p1

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Es gab auch ein recht positives Email zum Beweis:

Sehr geehrter Herr Humer!
Ich habe gerade ihren Bericht in "Blick ins Land" zum Thema "Düngerverzicht durch ÖPUL" mit großem Interesse gelesen. Inhaltlich teile ich zu 100% ihre Meinung, besonders den Abschnitt "Heu-/Sojaimporte vermeiden" kann ich nur bestätigen. Sowohl als Landwirt als auch in meinem Zweitberuf erlebe ich in der Praxis diese Vorgangsweisen, wo vermehrt das Geld vom Bauern zum Landesproduktenhandel bzw. dem Transportgewerbe wandert.Sicher ist, dass durch (vielleicht gezielte) Fehlberatung, Lobbyismus und praxisfremde ÖPUL-Auflagen immer mehr der Hausverstand der heimischen Landwirte umgangen wird. Deshalb ist auch für mich eine umweltverträgliche, aber doch effiziente Grünlandbewirtschaftung ein Teil von Regionalität und Unabhängigkeit von Eiweißimporten aus Übersee.Kurz gesagt: Dauerwiesen und Feldfutteranbau haben riesen Potenzial, nur verdienen anscheinend zuwenig Leute (Firmen, Handel,...) daran!
DANKE für ihre offene Berichterstattung und diese Denkanstöße - hoffentlich haben möglichst viele Bauern Ihren Artikel bis zum Ende gelesen!
Mit freundlichen Grüßen,MM, Von meinem iPad gesendet


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Aber auch eine negative Emailmeldung:von der BIO Austria,


S.g. Herr Humer


Ihr Grünland-Artikel im letzten Blick i. L. soll nicht unkommentiert bleiben.
Selten so gelacht.
Der Beitrag ist ein Sammelsurium von Vermutungen, Schätzungen, haarsträubenden „Berechnungen“, die jedem Milchmädchen die Grausbirnen aufsteigen lassen würden, möchtegern-wissenschaftlichen Behauptungen und viel weiterem populistischem Unsinn.
Damit wird einem ernsthaften und objektiv beobachtbarem Qualitätsproblem zahlreicher Grünlandflächen bzw. deren Verbesserung ein Bärendienst erwiesen.
Ich empfehle Ihnen den Besuch eines Grünland-Bodenpraktikerlehrgangs in Salzburg, der Steiermark oder Oberösterreich, dort können Sie die fachlichen Kompetenzen, die Ihnen trotz Ausbildung zum Diplom Ingenieur ganz offensichtlich fehlen, sicher ergänzen.

LG
M D


Montag, 2. Juli 2018

Wiesenpflege im Herbst bringt mehr und besseres Futter im Fruehjahr


Wiesenpflege im Herbst bringt mehr und besseres Futter im Fruehjahr
Zur guten Wintervorbereitung von Grünland und Feldfutterflächen sind im Herbst gezielte Pflegemaßnahmen notwendig. Das Ende der Vegetationsperiode kann und soll für einen guten Start im Frühjahr genutzt werden. Die hohe Leistungsfähigkeit einer Grünlandnarbe im Folgejahr hängt von der guten Überwinterung ab. Dazu zählt eine möglichst unkrautarme und dichte Grasnarbe mit hochwertigen Futtergräsern, eine optimale Nährstoffversorgung und das Kurzhalten der Narbe vor dem Winter. Lesen Sie hier die Tipps zu optimalen Pflegemaßnahmen vom Futterwiesenexperten Dipl.-Ing. Johann HUMER.
DSCN1577 gepflegte schwierig zu bewirtschaftende Wiesen im Berggebiet.JPG
Gepflegtes Grünland in Ertl am Freithofberg

Eindämmen von Unkraut
Der Herbst ist die ideale Zeit zur Bekämpfung unerwünschter, wertloser oder giftiger Pflanzenarten. Überhandnehmende Unkräuter wie 20100418_047 Ampferausbreitung mangels Wiesenpflege mit Bekämpfung u Einsaat im Wienerwald.jpgAmpfer,
DSCN1519 ohne Wiesenpflege breiten sich auf Bergwiesen oft stinkende ungefressene Minzen wie hier aus.JPG
Ohne Wiesenpflege breiten sich auf Bergwiesen oft stinkende ungefressene Minzen und Kriechender Hahnenfuss wie hier aus

Mehr dazu in meinen Beiträgen unter
1.
Wichtige Wiesenunkräuter die man im Herbst bekämpft oder Futterwiesen mittels Unkrautbekämpfung im Herbst verbessern

2.
Mehr Futter mit weniger Hahnenfuß und Löwenzahn in Futterwiesen

RIMG0260,giftiger,ScharferHahenfuss,Schliefau.JPG
RIMG0260,giftiger,ScharferHahenfuss,Schliefau.JPG

Hahnenfuß wie hier oben im Bild
und Doldenblütler sind mit geeigneten Mitteln einzudämmen.

20170629_200120 Jakobskreuzkraut Rosette .jpg
Die Rosettenstadien der besonders giftigen Kreuzkräuter (wie hier von Jakobskreuzkraut),

20170713_170609r1024JKK Jakobskreuzkraut in Nähe von Pferdeweiden.jpg
Jakobskreuzkraut in Nähe von Pferdeweiden und Koppeln im Waldviertel

die sich in den letzten Jahren immer mehr ausbreiteten, sind nach der letzten Nutzung gut sichtbar und durch Ausstechen oder Punktbekämpfung gut bekämpfbar. Auf die regelmäßige Eindämmung von Ampfer, Hahnenfuß und die mit der Extensivierung immer mehr aufkommenden Giftpflanzen ist besonders Augenmerk zu legen, da diese Arten Qualität und Ertrag von Futterwiesen zunehmend mindern. Von Vorteil bei der Herbstbekämpfung ist auch, dass die Pflegetätigkeit nicht in den Arbeitsspitzenzeiten anfällt. Durch den geringen Futternachwuchs und die längeren Einwirkzeiten im Herbst wird der Bekämpfungserfolg erhöht. Auch die Wartefrist nach einem Wirkstoffeinsatz ist leicht einzuhalten, da die nächste Futternutzung erst im Frühjahr erfolgt. Entstehende Bestandeslücken sind nach erfolgreicher Unkrautbekämpfung immer rasch durch Einsaat zu schließen, damit keine auflaufenden Unkräuter aufkommen.

Einsaat von Gräsern in lückigen Narben
Offene Bodenstellen in Futterwiesen bilden ständig Ausgangspunkte für unerwünschte Unkrautarten.

Nach der Unkrautbekämpfung sind alle lückigen, handtellergroßen Flächen mit den standörtlich bestwüchsigen Grasarten noch im Herbst - als Schlafsaat - mit 10 kg/ha zu begrünen, damit möglichst nur wertvolle Gräser aufkommen. Knaulgras, Englisches Raygras, Glatthafer und Goldhafer bilden dabei die Schlüsselarten für gute Futtererträge von Mähwiesen unter den aktuellen österreichischen Klimabedingungen. Bei Weiden führen nur trittfeste, ausläuferbildende Weidepflanzen zum Erfolg. Kleearten wie Weißklee, Hornklee oder Rotklee können nur im Frühjahr eingesät werden, weil sie bei späten Herbstsaaten kaum mehr aufkommen. Grundsätzlich sind größere Lücken in der Narbe im Frühjahr erneut einzusäen.

Mehr dazu unter
http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Wie+man+Wiesenunkr%C3%A4uter+im+Herbst+bek%C3%A4mpft

Kurzhalten verbessert das Überwintern
Das Kurzhalten der Wiesenaufwüchse im Spätherbst ist eine wichtige Maßnahme um Auswinterungsschäden vorzubeugen. Futterwiesen sollen nicht zu üppig und hochwüchsig in den Winter gehen. Vor allem lagernde Matten befällt der Schneeschimmel bevorzugt. Diese Flächen wintern nachfolgend aus. Hohe Restfuttermassen bilden auch für Mäuse eine gute Deckung und ideale Überwinterungs- und Vermehrungsbedingungen. Die Narbe stirbt auf den befallenen Flächen ab und Unkräuter besiedeln diese Stellen. Die Aufwuchshöhe zu Vegetationsende soll etwa zehn Zentimeter nicht überschreiten. Bei der Luzerne ist speziell zu beachten, dass die letzte Nutzung nicht zu spät und zu tief erfolgt. Die Schnitthöhe von zehn Zentimeter darf bei Luzerne nicht unterschritten werden, da ansonsten die bodennahen Erneuerungsknospen am Stängel vernichtet werden. Ohne Erneuerungsknospen bildet die Luzerne keinen Nachtrieb und verliert die Ertragsfähigkeit.


Schadnager fangen
Mit dem zunehmenden Temperaturanstieg nehmen auch narbenzerstörende und wurzelfressende Schädlinge in Wiesen zu. Dazu zählen: Schwarzwild, Dachs, Krähen, Wühlmäuse, Maulwurf, Engerlinge und Wiesenschnaken. Bewährt hat sich in der Abwehr von Nagern das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel und das konsequente Fangen der Schädlinge mit Fallen sowie die Beobachtung von Neueinwanderungen. Auch die Eindämmung von Narbenschäden durch Schwarzwild und Krähen muss erfolgen.

Trittschäden und Fahrspuren vermeiden
Schäden an der Wiesenarbe entstehen bei nassen Bodenverhältnissen durch Bodenbelastungen durch
weiderinder-hockaat.jpg
Herbstweide oder beim letzten Schnitt. Die Herbstnutzung ist daher an den Niederschlagsverlauf und die Bodenfeuchte anzupassen. Die Beweidung soll nie bei nassen Bodenbedingungen erfolgen, damit durch Trittschäden keine Narbenzerstörung erfolgt. Trittschäden, Fahrspuren und häufiges Befahren verstopfen Grobporen im Boden und verursachen stauende Nässe. Das begünstigt die Ausbreitung schwer bekämpfbarer Ungräser IMG_421o,ItalRaygras,2013sep25nach4Wochen,Fahrspuren-PreisderErnte.jpgwie hier oben im Bild mit Gemeiner Rispe und


hier unten im Bild mit Weicher Trespe.
Ungras Weiche Trespe infolge falscher Herbstweide.jpg
Beispiel einer extremen Förderung von Weicher Trespe durch Beweidung bei Nässe im Herbst in Waidhofen an der Ybbs im nächsten Frühjahr.

Herbstdüngung braucht Spitzenfingergefühl
Die moderate Düngung mit Wirtschaftsdüngern im Herbst, räumt die Düngerlager und sichert die Speicherung der Nährstoffe in den Wurzeln. Das führt zu einem früheren und besseren Wiederaustrieb im Frühjahr. Kalium schützt den Pflanzenbestand vor Auswinterung und erhöht die Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten. Um tiefe Fahrspuren und die Ausbreitung von Gemeiner Rispe zu vermeiden, darf nur bei Trockenheit und guter Befahrbarkeit der Flächen – unter Bedachtnahme der erlaubten Ausbringungsmengen und Zeiträume - gedüngt werden. Auch eine zu frühe Herbstdüngung soll wegen zu üppigem Futternachwuchs nicht erfolgen. Angemessene Ausbringungsmengen sind für Gülle 15 m³/ha, bei Stallmist 20 t/ha und bei reifem Kompost oder Rottemist 10 bis 15 t/ha. Beweidetes Grünland braucht keine Herbstdüngung, soll aber durch Mahd der überständigen Futterreste gepflegt und sauber gehalten werden, damit sich die ungefressenen, verschmähten minderwertigen Weidepflanzen oder Giftpflanzen nicht ausbreiten.
external image humer-johann-grnlandverbesserung-im-gehege-fr-damwild-81-638.jpg?cb=1395710235

Was tun, mit dem letzten Aufwuchs?
Beim letzten Aufwuchs stellt sich immer häufiger die Frage einer geeigneten Nutzung. Für Klein- und Mittelbetriebe ist die Herbstweide ein arbeitswirtschaftlich kostengünstiges Verfahren. Auch bei Futternot ist es von Vorteil Wiesen bis zum letzten Grasbüschel nutzen zu können. Bei Vielschnittwiesen ist aber das letzte Mähfutter im Jahr von zweifelhaftem Wert. Dieses Futter hat zwar höhere Eiweißgehalte, aber wenig wertvolle Struktur, eine geringe Silierfähigkeit, niedrige Megajoulegehalte und meist auch höhere Erdanteile. Die mitunter sogar anhaftenden Erdpatzen bei mitgeernteten Wurzelresten von Gemeiner Rispe führen zu Futterbelastung durch Bodenkeime wie Listerien und Clostridien. Solches Futter erhöht den Stress und führt zu Mastitisausbrüchen und Leistungsabfall bei Milchvieh und wird mitunter gar nicht mehr gefressen und kann bei hoher Keimbelastung bei empfindlichen Tieren zum Tod durch Keimtoxine führen. Auch bei Futter überschwemmter Wiesen besteht dieses Risiko.
Die Verwertung des letzten Aufwuchses als natürliche Gründüngung für den ersten Aufwuchs im nächsten Jahr sollte künftig stärker überlegt werden. Der Aufwuchs muss aber geschnitten werden. Das kann durch Mulchen, Schlägeln oder Mahd erfolgen.
DSCN1532 Vorführung Wiesenpflege mit Traktormulcher im Herbst in Buchau 2003.JPG

Dicke Schwaden sind durch Zetten zu verteilen, damit die Narbe nicht durch Lichtmangel und Grünmassezersetzungsprodukten abstirbt. Diese Art der Rezyklierung der Nährstoffe des letzten Aufwuchses kommt dem nächsten ersten Aufwuchs sichtbar durch einen früheren und höheren Ertrag zugute.

Kalk und Phosphor Düngung im Herbst
Kalk und Phosphor sind unverzichtbare, langsam wirkende Pflanzennährstoffe. Ein Mindestversorgungsgrad ist für ertragreiche Wirtschaftswiesen erforderlich. Beim ph-Wert des Bodens sollten je nach Bodenschwere die Werte über dem pH-Bereich von 5 bis 6 liegen. Mit ein bis zwei Tonnen kohlensaurer Kalk ist der Mindestbedarf vieler Wiesen für mehrere Jahre gedeckt. Ein Großteil der Wiesen hat eine Phosphor-Unterversorgung. Der Phosphorbedarf richtet sich vor allem nach dem Ertrag, der Nutzungsintensität und der rückzuführenden Wirtschaftsdüngermenge. Düngepläne ermitteln die exakten Bedarfswerte. Nur mit offiziellen Bodenuntersuchungsergebnissen (um 20 € / Probe) sind die exakten Bedarfswerte für NPK und Kalk feststellbar. Kalk und langsam wirkende Phosphatdünger sollen aufgrund geringerer Arbeitsspitzen im Spätherbst, bei guter Befahrbarkeit der Böden, ausgebracht werden.

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Conclusio
Für den Erhalt des hohen Kultur- und Wirtschaftswertes der Futterwiesen sind im Spätherbst Pflegemaßnahmen notwendig. Für hochwertiges Wiesenfutter ist Voraussetzung, daß nur wertvolle Futterpflanzen wachsen. Viele Unkräuter und Giftpflanzen lassen sich bereits im Herbst eindämmen. Der Aufbau dichter Grasnarben in Unkrautlücken mit hochwertigen Futtergräsern durch Einsaaten erfordert einen ständigen Einsaatprozess, da immer wiederum Lücken durch Auswinterung, Wildschäden, Unkräuter, Trittschäden und Fahrspuren entstehen. Für die Überwinterung der wertvollen Futtergräser bedarf es eine optimale Nährstoffversorgung und das Kurzhalten der Narbe vor dem Winter. Das stärkt die Grasnarbe und hemmt die Auswinterung durch Schneeschimmel und auch den Unterschlupf von Wühlmäusen. Die Herbstweide hat bei kleinen und extensiv geführten Betrieben und bei Futternot Vorteile.

Zukunftsorientierte Betriebe mit Vielschnittwiesen legen hohes Augenmerk auf viel hochwertiges Futter beim ersten Aufwuchs und nutzen die zweifelhafte Qualität des letzten Aufwuchses als Gründüngung um nach dem Winter noch früher hochwertiges Wiesenfutter zu gewinnen.
Nicht Unkraut und Giftpflanzen, sondern hochwertige Grünlandfutterpflanzen sind die Überlebensvoraussetzungen der regionalen Nutztierhaltung. Die vorbildliche, umweltfreundliche und nachhaltige österreichische Futter- und Resourcennutzung im Grünland trägt dazu bei, weltweit das Renommee dieser Regionen und die Marktposition unserer Veredelung von Grünland wirtschaftlich zu sichern. Die hochwertige und dynamische Vielfalt der österreichischen Futterwiesen mit ökologischen und ökonomischen Spitzenleistungen sind wertzuschätzen und ein Verdienst innovativer bäuerlicher Veredelungskultur.
Autor: Johann HUMER, 29.9.2017

DSCN1653 ohne Wiesenpflege verwildern schwierig zu pflegende Bergwiesen besonders leicht.JPG
Ohne Wiesenpflege verwildern schwierig zu pflegende Bergwiesen besonders leicht


Wissenschaftliche Ergebnisse von LOBSINGER und LÜSCHER et al belegen den Vorteil für den besseren Ertrag im Frühjahr
Grafik-Einfluss der Herbstnutzung auf Frühlingsertrag,Martin Lobsiger,Späte Herbstnutzung von Weiden,Profi-Lait,AGFF,Zürich,UFA-Revue,9-2006.jpg

Quelle: Martin Lobsiger,Späte Herbstnutzung von Weiden,Profi-Lait,AGFF,Zürich,UFA-Revue,9-2006

GewinnimHerbst,Lüscher,ART.jpg

Von BUCHGRABER und PÖTSCH in Gumpenstein fehlen derart geführte oder publizierte Versuche unter den Bedingungen in Österreich.

Lesen Sie auch
Beiträge anderer Autoren zum Thema Grünlandpflege im Herbst unter:

Ratgeber: Tipps für die Grünlandpflege im Herbst

von Externer Autor, am Mittwoch, 08.10.2014 - 10:00 Uhr
https://www.agrarheute.com/pflanze/gruenland/ratgeber-tipps-fuer-gruenlandpflege-herbst-450162

Grünlandpflege im Herbst – was ist zu beachten?

Author: Kay PhilipperDatum: Oktober 01, 2013
http://agrar-cockpit.de/pflanzenproduktion/grunland/gruenlandpflege-im-herbst-was-ist-zu-beachten/


Grünlandpflege im Herbst

http://www.mg-freckenhorst.de/cms/index.php/gruenlandpflege
http://www.mg-freckenhorst.de/cms/index.php/akteulles/140-gruenlandpflege-im-herbst

Herbst ist auch Grünlandpflege-Zeit

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/2/nav/278/article/31336.html



Grünlandpflege Merkblaetter Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
http://www.tll.de/www/daten/publikationen/merkblaetter/mb_grunlandpflege.pdf


Erfolgreiche Herbstweide

https://www.lko.at/erfolgreiche-herbstweide+2500+2606001
ist nur befristet lesbar, LK-Beiträge werden nach einer Zeit gelöscht, Warum, ist mir unverständlich


Sonntag, 24. Juni 2018

Mehr Futter mit weniger Hahnenfuß und Löwenzahn in Futterwiesen

Mehr Futter mit weniger Hahnenfuß und Löwenzahn in Futterwiesen



Die Giftpflanze Hahnenfuß und der Platzräuber Löwenzahnals Leistungsbremse in Weiden und Dauerwiesen und ihre Bekämpfung
Bremsklotz für gute Wiesenerträge und Futterqualitäten:Hahnenfuß und Löwenzahn
Hahnenfuß, Moos und Löwenzahn in Futterwiesen:Hauptbremsklötze bei ersten/wichstigen Wiesenaufwuchs
Hauptbremsklötze für guten ersten Wiesenaufwuchs

Bremsklotz und Futterverpester für gute Tierleistungen

Scharfer Hahnenfuß gehört zur Gruppe der absoluten Unkräuter. Diese sind Platzräuber, Nährstoffkonkurrenten und Giftpflanzen. Hahnenfußarten sind weit verbreitet und bevorzugen frische wie bodenverdichtete Futterwiesen. Löwenzahn ist eine wichtige Zeigerpflanze für den Rückgang wertvoller Futtergräser. Nachdem Hahnenfuß und Löwenzahn in viele Futterwiesen dominieren sind hohe Futterverluste die Folgen. Dazu kommt, dass Giftpflanzen auch die Tierleistung und Tiergesundheit beeinträchtigen. Daher ist ihre Zurückdrängung eine besonders häufig gestellte Frage. Das beweist auch die Webseiten-Statistik dieses Fachartikels da dieser Beitrag am stärksten aufgesucht wird.

Aufgrund der grossen Ausbreitung dieser Kardinalunkräuter auf Kosten der Erträge und Futterqualität hat ihre Zurückdrängung eine besonders hohe Priorität in der Senkung der Futterkosten. Ihr tolerierbarer Anteil in einer guten Futterwiese sollte unter 5 % liegen. 


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Giftiger Scharfer Hahnenfuß in Futterwiese in Schliefau, NÖ.Schade um das gute Futter das hier wachsen könnte !
Wer solch giftiges Futter füttert, kann leistungsfähiges Milchvieh oder Mastvieh nicht füttern. Jedes giftige Futter schwächt den tierischen Organismus und ist damit eine klassische Leistungsbremse für die Tiere und den Betrieb. Geschädigt wird dabei nicht nur die Gesundheit der Rinder, sondern der Betrieb erleidet folgende mehrfache Einkommensverluste:

  1. Enorme Futterverluste, durch den Ausfall guter Gräser,
  2. Leistungseinbuße bei der Tieren
  3. unproduktive Ausgaben für Steuern und Abgaben wie:diverse Hebesätze für Grundsteuer,Sozialversicherungsabhabe, Kammerumlage, usw.
  4. Also ist es schade um jeden Fleck, wo Hahnenfuß statt guten Futtergräser wächst.


_ Hahnenfuß leicht, rasch und wirksam bekämpfbar! _



Es dürfte vielen Landwirten völlig unbekannt oder in Vergessenheit geraten sein, dass Hahnenfuß mit relativ billigen Herbiziden als völlig legale hoch wirksame Betriebsmittel leicht und rasch ausgeschaltet werden kann und durch gute Futtergräser ersetzbar ist. Mit DICOPUR M steht ein alt bekanntes gut wirksames Mittel zur Verfügung, das zudem recht kostengünstig ist und somit immer in die Überlegungen zur deutlichen Verbesserung der Futterqualität genutzt werden sollte. 
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Hahnenfuß - eine Giftpflanze, die wertvollen Futtergräsern den Platz raubt 

Speziell der Scharfe Hahnenfuß und der kleinere Knollige Hahnenfuß, der mehr in Halbtrockenrasen, und auch in Berglagen wächst sind wegen der Giftgehalte vor allem bei der Grünfütterung, aber auch noch bei der Silagefütterung giftig. Nur bei der Heutrocknung verliert Hahnenfuß infolge UV-Einstrahlung seine Giftigkeit. Bei der Beweidung wird er vom Tier verschmäht, wodurch er jedoch wiederum verstärkt zum Aussamen kommt. Weniger giftig ist der Kriechende Hahnenfuß. Er verdrängt aber das gute Futter oft besonders stark. 

Hinzu kommt dass diese häufige Giftpflanze deb wertvollen Futtergräser den wertvollen Lebenraum stiehlt. Wenn man die Fotos hier betrachtet, sieht man, dass statt gutem Wiesengräsern 50% bis 70% der Futterfläche mit Hahenfuß bedeckt ist. Solche Flächen sind im Voralpengbeit keine Seltenheit. Die Ertragsverluste und Futterverdrängung erreichen damit leicht die Hälfte des Aufwuchs. 


Hahnenfuß Vorbeugung 

Wichtig ist daher das Vermeiden von Narbenverletzungen, was aber bei feuchten Ernte- oder Weidebedingungen nicht immer möglich ist. Offener Boden durch Narbenverletzungen infolge der Ernte oder lückige Bestände sollten generell durch eheste Nachsaat rasch geschlossen werden. 

Dazu verwendet man für Mähwiesen Einsaatmischungen mit einem Teil aus Englischem Raygras als sehr raschwüchsige Grasart und einem Teil länger ausdauernder Gräserarten wie Knaulgras und Glatthafer

In Weiden kann man die Trittfestigkeit des Rasens immer durch Etablierung extrem trittfester Weidepflanzen wie Englisches Raygras, Wiesenripse und Weißklee unterstützen, in dem man offenen Boden mit diesen Arten etwa eine Woche vor Weideende besät und von den Tieren eintreten läßt, wodurch sich das Anwalzen ersparen läßt. Beim Weidebetrieb ist nach jeder Beweidung eine Nachmahd besonders wichtig, wenn man die Unkrautausbreitung stoppen will. Ansonst vermehren sich die reifen, samentragenden ungefressenen Hahnenfußpflanzen, genauso wie das auf Weiden nicht zu viel erwünschte Knaulgras wie eine Saat.

Hahnenfuß rasch bekämpft mit hoch wirksamen und gesetzlich ausdrücklich zugelassenen Pflanzenschutzmittel

Am raschesten und am wenigsten umständlich bekämpft man Hahnenfuss mit Herbiziden. Am sinnvollsten greift man zu Herbiziden mit der besten Bekämpfungswirkung, also mit nahezu 100%iger Wirkung. Das sind folgende Mittel nach RWA-Angaben:


HERBIZIDE mit bester Bekämpfungswirkung gegen Hahnenfuß und Löwenzahn




Nur Dicopur 500 FL hat eine auffallend mäßige Wirkung und ist daher nicht empfehlenswert.

Besonders vor Nachsaaten wirkt eine chemische Bekämpfung unterstützend. Chemisch können Hahnenfußgewächse ganzjährig bekämpft werden, solange genügend grüne Blattmasse vorhanden ist. Der optimale Anwendungszeitpunkt ist ab 10 cm Wuchshöhe bis hin vor Beginn der Blüte. Spätere Behandlungen transportieren den Wirkstoff nicht mehr ausreichend in den Wurzelraum und beeinträchtigen dadurch den Erfolg. Außerdem stellt eine Bekämpfung während der Blüte eine Gefahr für die Bienen dar. Scharfer Hahnenfuß läßt sich auch durch Einzelpflanzenbehandlung mittels Harmony und eines Netzmittels mit dem Rotowiper einem speziellen Abstreifgerät bekämpfen, wenn ein ausreichender Höhenunterschied zur Grasnarbe vorhanden ist, was nach einer Weide ideal der Fall ist. Der Rotowiper hat zudem eine wirtschaftlich ansprechende Flächenleistung von 1 bis 1,5 ha je Stunde. 

Für eine sanktionslose Herbizidanwendung sind immer die betreffenden gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und eventuelle Auflagen von Umweltprogrammen wie ÖPUL oder Ökopunkte zu beachten. 

psm Hahenfuiss+löwenzahn_2012_1.jpg

Tabelle: Zulässige Herbizide gegen Hahnenfuß im Jahr 2012, Quelle: RWA
Hinweis: Alle im Jahr 2012 zulässigen Herbizide gegen Grünlandunkräuter sind in einer hochauflösenden gut lesbaren zweiten PDF-Datei HIER im Beitrag downloadbar. 

Die chemische Bekämpfung allein ist nicht erfolgversprechend, wenn die entstehenden Lücken nach der Karenzzeit nicht sofort durch Einsaaten wüchsiger Gräser wieder rasch gefüllt werden. Dazu ist das Anwalzen des Saatgutes wichtig und ein frührer Reinigungsschritt hilfreich damit das verbleibende Grasgerüst keine zu starke Lichtkonkurrenz für die Nachsaat wird.

Vorbeugung und mechanische Bekämpfung von Scharfem Hahnenfuß

ScharferHahnenfuß Vorbeugung und mechanische Bekämpfung.jpg
aus: Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden, PRAXISRATGEBER 2012, LFL, LFI

Wichtige Überlegungen: Nachsaaten oder Wieseneuanlagen ?

Vor der Überlegung zum Einsatz verschiedener Nachsaat- oder Einsaattechniken wie Schlitzdrillsaat oder Einsaatstriegel sollte immer berücksichtigt werden, daß bei stark verunkrauteten Futterwiesen eigentlich nur eine Wiesenneuanlage den größten Erfolg versprichtNeuanlagen von Futterwiesen können den Ertrag nahezu verdoppeln, während Nachsaaten erfahrungsgemäß oft nur einen provisorischen Charakter mit geringer Wirkung haben (siehe Grafik unten).



Nachsaaten haben bei niederschlagsarmen Bedingungen in NÖ von oft nur 600 – 800 mm Jahresniederschlag nur mit Erfolgsraten von etwa 50 %. Bei ungünstigen Bedingungen sind wiederholte Nachsaaten, meist ab erst der dritten Einsaat erfolgversprechend. Dann erst liefern die eingesäten Arten eine wirklich signifikante Ertragsverbesserung. Für erfolgreiche Einsaaten ist daher oft eine geduldige Wiederholung erforderlich. 



Ertragsverluste durch Gräserrückgang mit Ausbreitung von Unkräutern, oft hauptsächlich mit Hahnenfuss, Löwenzahn und Spitzwegerich
die durch Einsaaten wieder rückgängig gemacht werden können, zeigt nachfolgende Grafik.

Ertragsrückgang,in26jahren,Gräserverlust,Unkrautausbreitung.jpg

Was sagen andere zur Bekämpfung von Hahnenfuß:


Interessanter Hahnenfussbekämpfungsversuch aus der Schweiz (2010)
Quelle: www.swissmilk.ch 

hahnenfussbekaempungsvers_schweiz.jpg





Unerwünschten Hahnenfuß wirkungsvoll bekämpfen portal.bauernzeitung-online.ch (inzwischen gelöscht)
Quelle: Stutz, C. J. (2011).Unerwünschten Hahnenfuss wirkungsvoll bekämpfen. Aktuelles aus dem Futterbau. Bauernzeitung, 27.5.2011, 31.



Artikel BEITRAG Humer: "Bekämpfung der Giftpflanze Hahnenfuß" aus 2010 in PDF






RIMG0035,,KriechenderHahnenfuss,Göstling.JPG
Kriechender Hahnenfuß in Steinbachgraben, Göstling
Extreme Ausbreitung durch eine Beweidung bei nasser Witterung mit fast kompletten Verlust der wertvollen Gräser

P5240019,Knollenhahnenfuss,sehr giftig.JPG
Knolliger Hahnenfuss
kann auf nassen Wiesen ohne Wiesenpflege dominant werden

Fotos oben: HUMER

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Scharfer Hahenfuß flächenhaft in Tirol auf einer Alm. Foto: Frank Peter, LK Tirol
Schade um das gute Futter das hier wachsen könnte !Wie man hier an den weidenen Kühen schön sieht, fressen Rinder dieses giftige Hahnenfussfutter ja wirklich im grüner giftigen Zustand !

Es ist mir völlig unverständlich. dass ein so umweltbewußter Staat wie Österreich und die EU mit ihren tausenden studierten Fachkräften zu soches gifthältigem Futter, dass es hierzulande mit tausenden Hektaren gibt:

  • dazu schweigt
  • das möglicherweise sogar gefällt
  • Flächenprämien für derartige giftige Futterwiesen zahlt
  • möglicherweise hier aus Umweltprogrammen wie ÖPUL und Bioförderungen neben den Flächenprämien sogar extra Umweltprämien zahlt
  • solch produziertes Fleisch und Milch als als umweltgerecht zB durch EU geförderte AMA Werbeprämien zusätzlich unterstützt wird
  • solche Landwirten nicht durch Fachberatung für optimales und giftfrei produziertes Futter unterstützt wird
  • solche Flächen als NATURA 2000 als wertvoll einstuft werden, aber kein Ersatz geboten wird, wenn man sie nicht der Produktion haben will
  • das als Naturschutz schlechthin dar gestellt wird,

Beim Internationalen Grünlandtag in Sankt Johann in Tirol (http://www.gruenlandtag.at/2015/) 2015 sah ich dort großflächig in diesem Tal, dass dort allein offenbar auf tausenden Hektar solches Gift-Kräuter Futter produziert wird. Nicht einmal vom Veranstalter wurde dieses vor Ort erkennbare Problem deutlich angesprochen und auch die Grünlandreferenten der Bundesländer war das kein haarstreubendes Thema. Zum Problematik von giftigem Hahnenfuß wird auch von den Gumpensteinern Wiesenexperten noch nie deutlich auf das himmelschreiende Problem aufmerksam gemacht. Man schweigt dazu lieber und erfreut sich still als Naturschützer das die giftig gelbe Blütentracht an dieser agromonisch bedeutenden Fettwiesen-Flora, weil durch Fördergeld das Problem mit Geld gut zugedeckt wird und man diesm Pseudo-Naturschutz schmeicheln und den Bart kratzen will und dem Ministerium mit schöne Biodiversitätsberichten eine heile Welt suggerieren will.

Habe das geschrieben, weil immer auch häufiger EU-Leute diese Seite aufrufen und ihnen damit die Augen für eine grössere hollistische Sicht öffnen möchte.

Wie soll damit eine solche Berg-Grünlandwirtschaft konkurrenzfähig bleiben können, wenn man woanders mit wüchisgen Gräsern oder Feldfutter wie in IRLAND oder den MILLIONEN ungenutzten Grünlandhektaren allein in RUMÄNIEN es wer verstehen wird diese Produktionsmaschiene anzuwerden?

Schreiben Sie dazu ruhig Ihre Meinnungen und Kommentare an: johann.humer@gmail.com
Werde sie dann hier auf diese Seite veröffentlichen.
J HUMER

Fotos unter





Weitere Artikel zu dem Thema:

Gelber Hahnenfuß wird zum „gelben Gift“ , Bauernzeitung, Josef Galler, Landwirtschaftskammer Salzburg vom 26.12.2012



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