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Montag, 24. September 2018


Notmassnahmen bei Engerlingsschäden auf Futterwiesen


Ein Landwirt aus Götzweiß bei Waidhofen stellt die Frage, was er OHNE WIESENUMBRUCH tun kann, die heuer immer mehr werdenden Schäden an der absterbenden Wiesennarbe tun kann.
Es ist ein zeitbegrenzter Pachtacker und zudem wegen Steinen schwer umzubrechen. Es ist klar, dass hier der Einsatz der sehr teuren Bekämpfung mit Pilzgerste, wegen ihren länger notwendigen Einwirkzeit und unsicherer Pachtdauer keine langfristigen Massnahem setzen kann.
Da der Einsatz von Kreiselegge oder Rototiller oder Pflug ebenso wenig in Frage kommt, wurde ein alternatives Konzept von mir vorgeschlagen.


Alternative Engerlingsbekämpfung durch Einsaat und Düngung

Offene Narben sind ohnedies immer zu begrünen um produktive Flächen zu sein.
Bevor im nächsten noch weniger wächst, ist es sinnvoll bei Herbstmassnahmen gegen den Engerling Ende September die Wiesen möglichst wieder rasch zu begrünen.
Das kann zu dieser späten Saatzeit erfolgen:
A -> mit einer Grasnarbe oder
B -> mit anspruchslosem Wintergetreide wie TRITICALE oder GRÜNROGGEN.
Für die Herbsteinsaat einer Grasnarbe kommt das recht triebige ENGLISCHE RAYGRAS am aller ehesten in Frage.
Auch KNAULGRAS und ROTSCHWINGEL -sofern verfügbar -  würde ich dazu säen. Beide sind auch trockenheitsrobuste Futtergräser und Tiefwurzler unter den Gräsern. KNAULGRAS ist das massenwüchsige Obergras und ein Horstgras. ROTSCHWINGEL ist trockenheitsverträgliches Untergras mit dicht bodenbedeckender Narbenbildung, das bei Trockenheit nicht ganz abstirbt.

Eingesät können die Gräser mit einer normalen Sämaschine werden. Am besten mit halber Saatmenge und 2 mal, kreuz und quer, um möglichst eine gute flächendecke Saat zu erreichen. Die Säschare können und sollen so eingestellt werden, dass sie die Samen leicht einschlitzen, jedenfalls aber niemals unter 1 cm Sätiefe. Zu tiefe Saat hemmt den Aufgang und ist zu vermeiden.
Möglichst vor Regen zu säen soll angestrebt werden, um der Aufgang zu sichern. Sofort nach der Saat kann auch Gülle gespritzt werden, die die Bodenfeuchte einwenig besser hält. Nach 3 Tagen sollte aber keine Gülle mehr gegeben werden, da sonst die Keimung behindert werden könnte. Auch ein dünner Stallmistschleier hat eine gewisse Schutzwirkung und Wasserpufferwirkung. In den Herbsttagen hilft auch der Tau zur Keimung.

Erfahrungsgemäß fördert jede moderate Stickstoffdüngung das Pflanzenwachstum. Zur Stärkung der geschwächten Altnarbe und raschen Entwicklung der jungen Saat, haben moderate 30 bis 40 kg N/ha narbenfördernde, wuchsfördernde und heilende Wirkung auf eine nicht völlig abgestorbenen Grasnarbe. Die Stickstoffdüngung geht nicht verloren, denn der Herbstaufwuchs ist ein wunderbarer wasserspeichender und bodenkrümelbildender Naturdünger für den wichtigen ersten Aufwuchs im nächsten Jahr.


Gutau – Schäden durch Engerling, Dachs und Wildschweine

Ein Anrufer aus Gutau, OÖ,  ist bereit die steile, sonnige schwer engerlingsgeschädigte Wiese mit einer Kreiselegge jetzt (24.9.2018) noch umzubrechen. Erst jetzt diese Tage nach dem Engerlingsschäden hat der DACHS die Wiese zudem vielen trichterförmigen Löcher in die Narbe gebohrt. Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Engerlinge – jetzt noch Ende September 2018 - knapp unter der Erdoberfläche mit ihrem wiesenschädigenden Wurzelfrass noch am Werk sind.
Bei einem Nachbarn in Gutau haben WILDSCHWEINE die Wiese noch intensiver mechanisch auf der Engerlingssuche haufenweise aufgewühlt und aufgeschoben, sodass hier noch mehr Arbeit und Aufwand für das Angleichen des Saatbettes notwendig ist.


Geringste Futterverluste bei Zwischenfruchtnutzung mit TRITICALE oder GRÜNROGGEN

Bei Wiesenumbrüchen so spät im Herbst verliert man am wenigsten Futter, wenn nach der mechanischen Engerlingsbekämfung ein anspruchsloses
 Wintergetreide wie TRITICALE oder GRÜNROGGEN noch diesjährig angebaut wird.
Im Mai kann es als Grünfutter oder Silage geerntet werden. Zeitig im Frühjahr sät man auf solchen Flächen eine trockenheitsverträgliche Dauerwiesenmischung (Dauerwiese A, für trocken Lagen) ein. Auf besonders trockenen Standorten kann man diese Dauerwiesenmischung mit folgenden besser trockenheitsverträglichen Arten verstärken:
KNAULGRAS, GLATTHAFER, ROTSCHWINGEL, WIESENSCHWINGEL, ROHRSCHWINGEL, FESTULOLIUM, HORNKLEE und ROTKLEE.

Ab dem Sommer, im Juli bis August sollte die Frühjahreseinsaat wieder als nutzbare Dauerwiese zur Verfügung stehen. Auf eine AMA-Meldung zum Wiesenumbruch für eine Wiesenreparatur und Neuanlage wird extra hingewiesen, um finanzielle Sanktionen zu vermeiden.


Experiment mit TRITICALE oder GRÜNROGGEN

Ein Experiment ist, wenn man versucht TRITICALE oder GRÜNROGGEN direkt in eine narbengeschädigte Wiese durch Direktsaat einzubauen. Ein Vorteil kann sein, dass diese Arten sich schneller entwickeln als alle Gräser. Zudem liefern diese Arten bereits im Mai Futter. Ein Mitsaat von Englischem Raygras im Herbst  beschleunigt den Wiesenaufbau und die Futtermenge in nächsten Jahr. Allerdings müssen die anderen Wiesengräser im Frühjahr dennoch eingesät werden, da Englisches Raygras bei Schnittnutzung nur 2-3 Jahre durchhält.


Rechtzeitige Saatgut-Bestellung bei ungewöhnlichen Anbauzeiten

Auf die rechtzeitige Bestellung der Saatgutmischungen und der Einzelkomponenten verweise ich extra. Es ist zu bedenken, dass es bei ungewöhnlichen Anbauzeiten immer wieder zur Knappheit von Wiesensaatgut oder Einzelkomponenten von Gräsern und Klee kommt.


Nutzung des letzten Wiesenaufwuchses

Wie üblich sollte ein zu üppiger Graswuchs im Herbst nicht in den Winter gehen, um sicher zu überwintern.
Siehe dazu meinen Beitrag:
Letzten Wiesenaufwuchs als Naturdünger nutzen
unter


Dachsschaden nach Engelingsschaden. Foto TWITTER

Wurzel fressender Engerling , Q: Zeichnung Assadallah Mrkarim

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Dezimierende Wirkung von den Branntkalk und Kalkstickstoff

Bei der Bodenbearbeitung von engerlingsgeschädigten Futterwiesen kann auch Branntkalk und Kalkstickstoff eingesetzt werden.
Beide Dünger haben  stark ätzende Wirkung in der Anfangszeit und sind bei Kontakt  schädigend für Engerlinge.




Mittwoch, 11. Juli 2018

Wiesen clever verbessern Nur saeen was fehlt und Ertrag bringt

  • Dipl. - Ing. Johann HUMER
  • 29. November 2013
  • Wiesen clever verbessern: Nur säen was fehlt und Ertrag bringt!







  • Die gute Bodenfeuchte im Frühjahr und der oft offene Boden im Frühjahr durch Schädlinge oder Verletzungen der Wiesennarbe vieler Wiesen ist eine gute Chance zur Wiesenverbesserung durch Einsaaten. Praktiker die ihre Futterwiesen wieder auf Schwung bringen wollen sollten dieses Zeitfenster als günstige Gelegenheit nutzen um die Lücken mit den besten und ertragreichen Wiesenfutterpflanzen zu füllen, bevor Unkräuter die Lücken ausnutzen. Das wichtigste Merkmal ertragsreicher Wiesen ist ein hoher Gräseranteil mit wertvollen Zuchtgräsern. Zumindest 80% an wertvollen Futtergräsern solllte man im Bestand anstreben. Mit der gezielten Auswahl der wirklich wüchsigen Futtergräsern wird auch das Saatgut effizienter eingesetzt. Man will ja nur den Ergänzungsbedarf fehlender Grasarten säen. Damit vermeidet man auch die verlorenen Kosten für kaum, langsam oder nie wüchsige Arten fertiger Einsaatmischen. Mit dem Wissen über Eigenschaften und Ansprüche der ertragreichsten Edelgräser kann man die Futterwiesen gezielt in Richtung beste Qualität und Ertrag trimmen. Letztlich hat jeder Grünlandwirt sicher seien Freude daran, wenn jene gesäten Arten zielgenau heranwachsen, die er mit Mühe gesät hat. Edelgräser und Klee im Überblick Alle Futtergräser haben bestimmte Vorteile wie Nachteile. Auskunft über die wichtigsten Eigenschaften und Ansprüche gibt folgender Überblick. Knaulgras ist das am breitesten einsetzbare und ertragsreichste Edelgras – selbst bis in Lagen von 1000 m Seehöhe. Junge Saaten bilden dabei besonders auffällig extrem lange und breite Blätter in den ersten Jahren nach der Saat. Jung angewachsenes Knaulgras sticht im Bestand immer durch die viltalen, kräftig grünen Blattfarbe besonders leicht in Auge. Der enorme Blattanteil jung gesäter Bestände ist die Energiefabrik dieser Grasart. Wird diese Blattmasse vor dem Erscheinen der verholzten Samentriebe siliert, bringt Knaulgras die höchsten Blattmasse und Energiegehalte. Die sehr breiten und bis zu ½ Meter langen jungen Knaulgrasblätter haben infolge ihrer grosse zusammenhängenden Masse auch kaum Bröckelverluste. Solche Jungpflanzen mit höchster Energiekonzentration gelangen daher nur mit minimalen Futterverlusten bis zum Futterbarren. Knaulgras wächst auf allen Futterwiesen gut, wenn es ausreichend mit Wirtschaftsdünger oder NPK-Dünger und Kalk versorgt wird. Es ist sehr winterhart, dauerhaft und auch bei Trockenheit zuverlässig. Auch bei intensiver und früherer Nutzung ist es rund gut 5 Jahre lang ausdauernd. Sein einziger Nachteil ist die grobe Struktur der rohfaserreichen Stängel nach dem Ährenschieben. Daher ist die Mahd vor dem Ährenschieben wichtig. Rotklee ist die ertragreichste Kleeart der Futterwiesen. Seine Menge ist in Wiesen mit der Saatmenge gut steuerbar und entwickelt sich im Gegensatz zur Luzerneinsaaten höchst zuverlässig. Es stellt wenig Ansprüche an den Boden braucht nur eine mittlere PK-Nährstoffversorgung (60 kgPhosphat und 200 Kali kg/ha/Jahr).

  • Im Gegensatz zum Weißklee ist Rotklee wesentlich ertragreicher und seine Bröckelverluste sind viel geringer. Für Wieseneinsaaten ist ein Anteil von 10-20 % optimal. Zu hohe Anteile sollen aus Schutz vor Kleemüdigkeit nicht angestrebt werden. Bei erstmaliger Einsaaten hat sich 5 kg Rotklee/ha bewährt. Wenn er sich gut entwickelt, kann er bei weiteren Einsaaten weggelassen oder auf 1 kg/ha reduziert werden. Durch seine Pfahlwurzel ist er dem Weißklee und Hornklee in Trockenzeiten ertraglich klar überlegen. Weißklee ist in Wiesen oft genug vorhanden, sodass er nur selten und daher bei Bedarf einzusäen ist. Er ist ein sehr guter Bodenbedecker und Eiweißlieferant. 2013 habe ich entdeckt, dass Weißklee als starker Bodenbedecker die natürliche Kampfpflanze gegen die Gemeine Rispe ist. In schwachen niedrigwüchsigen Beständen breitet er gern zu stark aus. Ab Anteilen von 20% unterdrückt er sogar den Wuchs guter Gräser und mindert damit den Futterertrag. In Vielschnittwiesen (4-7 Schnitte) in warmen Lagen in Niederösterreich wird in letzten Jahren das natürliche Einjährige Raygras oft völlig bestandesbeherrschend. Solche Horstgraswiesen mit ihrem oft offenen Boden sind durch das viele Befahren zusätzlich sehr anfällig für das Eindringen von unerwünschter Gemeine Rispe. Haben aber Einjährige Raygraswiesen eine gute bodennahe Bodenbedeckung mit Weißklee kann keine Gemeine Rispe eindringen. Sind Wiesen mit durch Gemeine Rispe verseucht kann Weißklee leicht als natürliche Kampfpflanze zur Bekämpfung der Gemeine Rispe eingesetzt werden. Das von BUCHGRABER propagierte Herausreissen der Gemeinen Rispe durch Herausstriegeln mit Starkzinken mit Fahrten in kreuz und querer Richtung, wurde aber gar nicht auf dauerhafte Effizienz wissenschaftlich fundiert untersucht. Bedenklich ist dabei gar der dann notwendige Abtransport von massenhaft Sodmassen von leicht über 50 t / ha ist aus meiner Sicht vielmehr kontraproduktiv, weil die Bodenstruktur durch das weiter intensivierte Überfahren weiter zerstört wird und damit den Wuchs von Gemeiner Rispe sogar noch fördert. Fördern wird auch der schon inzwischen stattgefundene riesige Samenausfall von Gemeiner Rispe ihre weitere Ausbreitung und Keimung durch diese intensive Striegel-Bodenbearbeitung. Englisches Raygras ist das energiereichste Wiesengras. Im unserem Klimaraum ist es nur in Dauerweiden infolge seines Betrittbedarfes dauerhaft. Bei der Schnittnutzung verliert es diese ausdauernde Eigenschaft. Englisches Raygras liefert so wie Rotklee nur im ersten Jahr Höchsterträge. Nach 2 Jahren wird der Ertrag bei Englischem Raygras wie bei Rotklee unbedeutend. Wer die hohen Energieerträge von Englischem Raygras dauerhaft ernten will, muss es mindestens alle 1-2 Jahre einsäen. Profis säen es sogar 2-3 Mal im Jahr ein und walzen es nach der Ernte um laufend Spitzenerträge und Topfutterqualitäten für leistungsstarkes Milchvieh parat zu haben. Englisches Raygras ist nur im ersten und letzten Aufwuchs sehr blattreich und rohfaserarm. In den heißen Monaten entwickelt es rasch Ähren mit verholzten, drahtigen, energiearmen Halmen. Raygräser sind zudem sehr verschieden rostanfällig, sodass es empfehlenswert ist, immer mehrere und unterschiedlich anfällige Sorten zu wählen, um der Verrostung vorzubeugen. Gute Erträge bei Raygras wie Knaulgras erfordern langfristig auch eine ausreichende Nährstoffzufuhr mit NPK (ca 100-200 kg N, 50-80 kg Phosphat und 200-300 Kali/ha/Jahr). Die Konsequez dieser Nachteile ist, dass Engl. Raygras unter unseren Verhältnissen entweder nur in mäßigen Anteilen sinnvoll ist oder nur eine intensive jährlich wiederholte Dauereinsaat erfolgreich sein kann. Für Mutterkuhbetriebe ist zu beachten, dass sich Englisches Raygras sich selbst in den recht trockenen Lagen in Ostösterreich in Weiden wesentlich besser als die Wiesenrispe entwickelt. wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 2/6
  • 3. Goldhafer ist ein sehr wertvolles , feinhalmiges und feinblättriges Futtergras, das besonders in Mittelgebirgslagen bei 2-4 Schnitten oft überhand nimmt, weil es durch das raue Klima dort sehr begünstigt wird. Als konkurrenzstarke Art ist Goldhafer in Einsaaten eine ideale Bereicherung der Bestände in Ergänzung zum gröberen Knaulgras. Goldhafer hat aber einen schwerwiegenden Nachteil. Er führt bei dauerhaft zu hohen Anteilen von mehr als etwa 50% (Spannbreite 40-70%) in der Ration zur Calzinose. Calzinose kann infolge überhöhter Vitamin D Gehalte des Grases bis zu Vergiftungen mit Todesfolge führen. In NÖ trat zuletzt bei einem Goldhaferanteil von 70% die nahezu verschwundene tödliche Erkrankung bei Rindern und Schafen 2009 wieder mehrfach auf. Goldhafer ist daher bei Einsaaten jedenfalls wegzulassen, wenn er bereits 10-20% Anteil im Bestand hat! Nutzt man Goldhafer als optimale Ergänzung zum Knaulgras als Einsaat muss man den Goldhaferanteil seiner Wiesen kennen. Weitere Nachteile sind die schlechte Fließfähigkeit in Sägeräten infolge der zarten 3 Grannen je Samen und der hohe Preis mit über 20€/ha. Wiesenrispe ist ein ertragschwaches Untergras mit der Kraft sehr dichte Narben zu bilden. Sie ist extrem trittverträglich wie Weißklee und Englisches Raygras und gedeiht nur wirklich gut in höheren Lagen mit genug Niederschlag. Ihr Schwachpunkt ist der niedrige Ertrag und die extrem langsame Anfangsentwicklung. Deswegen setzt sie sich in den Grünlandgebieten Niederösterreichs mit unter 900 mm Niederschlag bei Einsaaten nicht wirklich durch. Ihre Stärke hat sie aber in Weiden höherer Lagen und eignet sich ideal zur Einsaat offener, stark betretener Weidestellen da sie dort dichte Narben bildet. Timothe ist das spätestreifste Futtergras im nö. Grünland. Seine früher so bedeutende Rolle wie in der Buckligen Welt hat es völlig verloren. Timothe kann wegen seiner extrem späten Samenreife infolge der heute immer früheren Wiesenutzung zwecks hoher Energiegehalte überhaupt nicht mehr aussamen. Nur bei 1- und 2-Schnittwiesen und höheren Lagen wie Almen zeigt es seine Stärke. Timothe hat heute seine Bedeutung nur in extensiven Heuwiesen und auf Almen infolge seiner guten Frostresistenz. Wiesenschwingel ist ein gutes mittelzartes Obergras. Leider ist es so konkurrenzschwach, dass es meist von wüchsigen Arten verdrängt wird. In Einsaaten setzt es sich deshalb kaum durch. Nur bei optimalen Verhältnissen hinsichtlich Klima, Boden und Düngung hat es bessere Chancen zur Entwicklung. Er verlangt eine gute Düngung, warme Lagen, frische und schwere Böden und versagt auf trockenem Sand, sauren Böden und bei Nässe. Rotschwingel und Rotstraußgras wachsen bevorzugt auf sauren, mageren und kaum gedüngten Böden. Rotschwingel ist wegen seiner steifen, harten nadelartigen Blätter schwer mähbar und zudem ertragsschwach. Die zähen Blätter liefern zudem nur geringe Futterqualität. Rotschwingel und Rotstraußgras haben nur in höheren, rauen Lagen eine Bedeutung wo bessere Arten nicht mehr gedeihen. Besonders der Ausläufer-Rotschwingel kann Lücken gut schließen. Rotstraußgras findet man meist nur auf sehr saueren Böden, wo gute Futtergräser kaum mehr gedeihen. wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 3/6
  • 4. Glatthafer ist ein sehr hoch- und massenwüchsiges Obergras. Bestwüchsig ist es in gedüngten warmen hängigen Südlagen der Berggebiete und auch in rauen Lagen. Vom Wuchstyp ist es ein mittelbis feinstängeliges Horstgras mit hochwertiger Futterqualität. Bislang galt es als klassisches Heugras. Beobachtungen seit 2000 zeigen, dass es neuerdings sogar auch 4-Schnittwiesen beständig ist. Es ist kampfkräfig und zeigt bei Ansaat entgegen den meisten Gräsern eine zunehmende Anteilstendenz, was positiv ist. Entgegen bisherigen Lehrmeinungen ist es aber im Fall vom sogar Mutterkuhweiden im Weinviertel bei Ansaat beständig. Glatthafer stellt keine hohen Bodenanforderungen und ist in der Natur häufig auf mageren und trockenen Standorten verbreitet. Glatthafer braucht für gute Erträge ein mittleres Düngungsniveau. Ungeignet sind flachgründige und nasse Böden sowie Beschattung. Zur Auswahl der besten Zuchtsorten sollten die Ergebnisse der österreichischen Zuchtsortenprüfung bei Gräsern und Kleearten intensiv genutzt werden. Informieren Sie sich dazu kostenfrei (!) unter: www.ages.at wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 4/6
  • 5. Kompakter Sortenüberblick aus der österr. Sortenwertprüfung 2009 der besprochenen Arten (Quelle: AGES,2009). Knaulgras Englisches Raygras Goldhafer Timothe Glatthafer Wiesenrispe Wiesenschwingel Auslaeuferrotschwingel Rotes Straussgras Luzerne Rotklee Amba, Ambassador, Baraula, Barexcel, Intensiv, Lidacta, Lidaglo, Tandem Aberavon, Aberdart, Abersilo, Alligator, Aubisque, Barnauta, Calibra, Cavia, Ernesto, Foxtrot, Guru, Heraut, Kimber, Lihersa, Lipresso, Liprovence, Montando, Option, Pimpernel, Prana, Premium, Respect, Sponsor, Telstar, Tivoli, Tornado, Trani, Turandot Gunther, Gusto, Trisett 51 Comer, Kampe II, Licora, Liglory, Lirocco, Lischka, Tiller Arone, Median Adam 1, Balin, Compact, Lato, Limagie, Monopoly, Oxford Cosima , Cosmolit, Darimo, Laura, Leopard, Lifara, Limosa, Pradel, Premil, Stella Condor, Echo, Gondolin Gudrun, Red Mountain Amelia, Alpha, Daphne, Derby, Europe, Franken Neu, Maya, Mercedes, Palava, Planet, Sitel, SW Nexus, Symphonie, Vlasta Amos , Gumpensteiner, Astur, Beskyd, Diplomat, GKT Tetra, Global, Kvarta, Larus, Lemmon, Mercury, Merula, Milvus , Pavo, Reichersberger Neu, Start, Taifun, Tedi, Temara, Tempus, Titus, Vesna, Vulkan, Renova, Vanessa Gute Kenner der Futtergräser können bei der gezielten Wahl ihr Geld für das Saatgut damit viel gezielter und effizienter einsetzen als bei fertigen Wiesensaatgutmischungen. Fertige Wiesensaatgutmischungen mit ihren vielen Arten, haben ihren Nutzen, dass man testen kann, welche Gräser- und Kleearten jeweils auf einem Wiesenboden wirklich spürbar was zum Ertrag beitragen. Voraussetzung ist nur die gesäten Arten im Bestand zu erkennen. Man kann sich dadurch Kosten für das Saatgut von Arten ersparen, die sich nicht durchsetzen. Fertige Wiesensaatgutmischungen mit ihrem breiten Gießkannenprinzip - möglichst viele Arten zu säen damit sie bei möglichst vielen Wiesenstandorten in Österreich einige passende Arten dabei sind – widerspricht dem Prinzip einer standortspezifischen Artenauswahl. Wer daher nur jenes sät was fehlt und Ertrag bringt, hat den Vorteil der Kostenersparnis für Saatgutarten, die nichts bringen und zudem den Ertragsvorsprung infolge standortspezifischer besser wüchsiger Futterarten. wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 5/6
  • 6. Fazit Der Beitrag zeigt dass alle Gräser und Kleearten standortspezifische Vor- und Nachteile haben. Mit der Kenntnis dieser Futterarten hat jeder Grünlandwirt das Steuer in der Hand jene Arten zu wählen und säen, die für jede Futterwiese die geeignetsten Arten sind. Gleichzeitig wird damit das Saatgut so effizient wie möglich eingesetzt. Knaulgras , Englisches Raygras und Rotklee die besten und schnellsten Ertragslieferanten auf Futterwiesen
  • 7. Fazit Der Beitrag zeigt dass alle Gräser und Kleearten standortspezifische Vor- und Nachteile haben. Mit der Kenntnis dieser Futterarten hat jeder Grünlandwirt das Steuer in der Hand jene Arten zu wählen und säen, die für jede Futterwiese die geeignetsten Arten sind. Gleichzeitig wird damit das Saatgut so effizient wie möglich eingesetzt. Knaulgras , Englisches Raygras und Rotklee die besten und schnellsten Ertragslieferanten auf Futterwiesen

Glatthafer Goldhafer wichtige Bergwiesengräser in Österreich

Glatthafer und Goldhafer
stärkste Gräser guter Futterwiesen
für den fortschrittlichen extensiveren Grünlandbetrieb auch in Ungunstlagen mit Spitzenfutterqualität ohne Intensivierungsbedarfund gleichzeitig heimisch, konkurrenzstark, langlebig undmäßigem Düngebedarf
Überlegene Glatthafer Ertragswirkung im Feldfutter ab dem 2. Ertragsjahr !

Überlegene ROTKLEE Ertragswirkung im Feldfutter NUR IM ERSTEN Ertragsjahr !

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Glatthafer und Goldhafer sind LANGFRISTIG die kampfkräftigsten und durchsetzungsfägigsten heimischen Gräser vieler unserer Futterwiesen.
Noch dazu sind diese 2 Gräser ohne Zweifel stark in den Jugendentwicklung und das langfristig. Das kann man von meisten anderen Futtergräsern nicht behaupten. Warum wird dann GLATTHAFER nicht so breit wie möglich eingesetzt und bestmöglich genutzt? - Weil unser SYSTEM dazu viel zu 

wenig flexibel ist. Gerade was GLATTHAFER und zT GOLDHAFER betrifft ist das SYSTEM: übersteigert orthodox und betont dogmatisch lehrhaft, unbeweglich, einseitig, festgefahren, wenig verbesserlich, engstirnig, rechthaberisch und starrköpfig - einfach ziemlich blind und einäugig. Schuld ist, dass nur eine viel zu kleine offizielle monistische Forscher - und Vordenkerschule den Ton angibt - und damit fehlt einfach eine beflügelnde Konkurrenz in der Futterwiesenforschung. Darin sehen freie Vordenker wie Roman SCHAFFER , Norbert ECKER und eloquente EM- und Steinmehlpropagandisten ihre gewerbliche Chance. Das ist meine überzeugende und freie Meinung.

Der breite nützliche Einsatz beider Arten als gute Gräser für viele Wiesensaatgutmischungen und vor allem Nachsaatmischungen wird in Österreich von gewissen Experten geradezu hysterisch gemieden und totgeschwiegen. Erklärbar ist das durch starre scholastisch tradierte kaum überprüfte und veraltete, verstaubte Lehrbuchmeinungen zu Wiesenmischungen und eine neue grünorientierte Scheu der zuständigen Forscher zur Ertragsforschung.

Es scheint, es herrscht bei ihnen eine blinde wie viel stärkere Liebe zur Blumenwiesenliebhaberei. Man hängt sich mit den ÖPUL-Beschränkungen viel lieber das grüne Röckchen der modisch gewordenen Biodiversitäts - Liebhaberei um, statt nach den bestmöglichen Erträgen für Futterwiesen für die Praxis zu forschen. Von der Universität bis zu den Anstalten des Ministeriums vernachlässigt man zusehends mehr die einkommensbildende Produktionsforschung zugunsten produktionshemmender Umweltforschung - und das in einer vergleichsweisen zu anderen Ländern recht problemarmen Agrarumwelt. Deshalb verlangen die Bundesländer zunehmend praxis-, ertrags- und betriebsorientierte Fachhochschulen, wo was wirklich produktives für die Betriebe gelehrt und gelernt wird. Die heutigen Argraruniversitäten scheinen mehr Lehrwissen zur Kontrolle der Bauern auszubilden durch: Schadstoffhysterie bis letzten auffindbaren Schadstoffmolokül und für die Brüsseler Agrarbürokratie mit immer mehr fehlendem Praxisbezug und bürokrativer Gängelung der Bauern. Dazu hat auch PÖTSCH von Gumpenstein einen erheblichen Beitrag geleistet - durch seine für fortschrittliche Bauern nachteilhaften N-AnfallsBerechnungen je Kuh und seine sehr zweifelhaften und von Praxiserfahrungen weit abweicheneden problematischen Berechnungen der Wirtschaftsdüngerwirkung (vermutlich durch fehlende Repräsenativität und BIAS) geleistet, mit der er samt seiner überscharfen Wasserrechtsgesetzauslegung seine Studenten löchert und impft.


Dabei übersehen die Agrarwiesenforscher in ihrem Elfenbeinturm vermutlich aus bestimmtem Umweltfanatismus die wunderbaren Ertragskräfte von den zwei urheimischen Futtergräsern GLATTHAFER und GOLDHAFER.
Ihre gewaltige Rasselpropaganda allein für die ÖAG-Mischungen, die zumeist ohnedies nur am Papier und per Kommission konstruiert wurden

-ich nenne das ab nun SCHREIBTISCHMISCHUNGEN -

und deren langfristige dauerwiesengemäße Ausdauer der einzelnen Arten dabei aber sie bis heute scheinbar nicht überprüft haben - weil bislang undokumentiert - dürfte ihnen den Blick für das praktische Gedeihen und Vorkommen der einzelnen Gräserarten in der heutigen Futterwiesenbetrien ziemlich verstellen.


Würde die heimischen Forscher die wahren Naturpotentiale dieser zwei guten und lange bekannten Futtergräser genauer beobachten und studieren, würde es ihnen wie die Schuppen von den Augen fallen, welche breiten ertraglichen und ökologischen Nutzeneffekte sich damit verbinden. 

So ist es mir vorbehalten, Bauern die wirklich von Futterwiesen leben und ihr Einkommen daraus generieren müssen von dem überragenden polyvalenten Mehrfachnutzen dieser zwei Futtergräser zu informieren.

Seitdem ich mich immer stärker mit den einzelenen Pflanzen von Futterwiesen beschäftige, ist mir immer stärker im Bewußtsein klar geworden, dass ja diese zwei besonders ohnedies als edel eingestufte Futtergräser (Futterwertzahl: 7) auch noch dazu gepaart sind: mit einer ganz besonders aufälligen Wuchskraft und einem starken Durchsetzungsvermögen. Also alles was man sich für alle Wiesenmischungen schon längst wünscht und wonach man schon lange sucht. Aber weil diese Arten sowenig in den derzeitigen Mischungen vorkommen, sieht man den wunderbaren "HAFER-Effekt nach HUMER" kaum.

Ich frage mich daher seit Jahren immer mehr, warum man diese wunderbaren und weitaus beständigeren und nachhaltigeren Nutzkräfte nicht viel mehr in die Hand den Bauern geben will
  • als Dauerwiesenmischungen
  • als Nachsaatmischungen
  • als Feldfuttermischungen.

Wer die Naturkräfte dieser zwei wunderbaren heimischen Naturgräser einmal kennt, dem fällt sofort auf:

Glatthafer und Goldhafer entwickeln von Natur aus gewaltige Futtermatten und noch dazu mit einem bescheidenem Düngeaufwand wie er ohnedies von vielen Betrieben betrieben wird und noch weit und den österr. offiziellen SGD-Dünge-Empfehlungen für optimale Höchsterträge liegen.


Die Natur hat diese Gräser noch dazu so intrinsisch günstig ausgestattet, dass sie bei mittler und mäßiger Düngung ihre optimale Entfaltung haben und keine intensive Bewirtschaftung brauchen und auch nicht wollen.

Dazu kommen noch folgende weitere Vorteile:
  • weil sie hohe und dichte Bestände bilden, unterdrücken sie leicht unerwünschte bodenkriechende Unkräuter als natürliche Kampfmischung gegen Unkräuter.
  • weil sie keine immer frühere und intensivere Vielschnittnutzung wollen und brauchen.


Intensivwiesen verlangen dagegen mit den heute propagierten Massenertragsgräsern wie Raygräsern und Knaulgras dagegen immer frühere und öftere Nutzungen und eine höhere Nährstoffversorgung. Dazu kommt nochfür bessere Futterqualitäten immer mehr bodenschädliche Überfahrten mit immer schwerem Gerät. 

Es ist noch viel zu wenig bekannt und vor allem zuwenig bewußt, dass es beiimmer mehr Überfahrten zur problematischenGatschbodenbildung kommt. Das ist erst recht der Hauptgrund für die Förderung der die Gemeine Rispe, die allein auch auf zerfahreneGatschböden gut wachsen kann, nicht aber die Kulturgräser.
gefördert. Und zwar infolge der immer mehr Nutzungen infolge oberflächennaher Bodenstrukturzerstörung durch häufiges Zerfahren bei zu feuchtem Boden. 

Heute sind ja bei fortschrittlichen Betrieben inzwischen 5 Nutzungen selbst in Bergregionen in NÖ durchaus üblich. In Gunstlagen des Voralpengebietes sind mir in NÖ sogar schon 7-Schnittnutzungen bekannt. Früher galt diese extreme Nutzungsintensität in Österreich nur für das Bodenseegebiet.

Was ist nun so überzeugend, dass Glatthafer und Goldhafer so ideale Futtergräser sind?
1.
Meine letzten Recherchen ergaben zu GLATTHAFER folgendes unerwartetes erfreuliches Bild:


In Nationalparks der USA, in Tschechischen und in Wien wird
Glatthafer von den Naturschützern nicht als wertvolles Futtergras, vielmehr neuerdings sogar als unerwünschter invasiver Neophyt eingestuft, weil er sich ohne Zutun allein so stark ausbreiten kann. Da muß doch jeder Futterbauer aufhorchen! Glatthafer ist ja bei uns ein wertvolles Futtergras im Spitzenbereich mit Futterwertzahl 7 !


Zur 
Den sich in Wiesen- oder NATIONALPARKS immer mehr ausbreitenden Glatthafer haben daher mit verschiedener Beweidungszeiten mit der bekannten Weideempfindlichkeit zurückdrängen wollen. Folgende Grafik zeigt andererseits die Straße zum Erfolg für Futterwiesenbauern wie dagegen mit Weide GLATTHAFER vielmehr vermehren kann - wahrscheinlich durch Herbstweide! 

Glatthafer bei Beiweidung dt PRAG 2012.jpg


In Tschechien wollte man wissen wie man den Glatthafer durch Weide bekämpfen kann! Weil er immer mehr zunahm - was ja für Futterwiesen geradezu optimal ist. Es stellte sich heraus, daß Glatthafer selbst bei Weide mit Ziegen und Schafen zwar dann einwenig weniger wird, aber

  • NUR an 2 von 7 Standorten ( a large decline of Arrhenatherum elatius in the localities Podbabske skaly and Baba, siehe Tabelle 4 unten, Q: Dostalek Frantik)
  • und dennoch immerhin ca 5 - 10% Glatthafer im Bestand bleiben von den anfänglichen ca 15% im Bestand.
Glatthafer PRAG nur an 2 Orten durch Beweidung weniger 2006 GLH markiert.jpg

Man sieht, dem Glatthafer schadet eigentlich nur die Frühjahresweide spürbar, wenn die jungen Triebe zertreten werden. Weide im Herbst fördert vielmehr zusätzlich den Glatthafer auffällig. Das kommt sicher vielen Betrieben mit ihrer häufigen Herbstweide sehr entgegen und sollten sie daher ohne besonderen Kostenaufwand nutzen.



Das einzige was dazu nötig ist:

Man braucht die Wiesen also einfach nur mit Glattfhafer Saatgut auffrischen.Und schon hat genau jenes SUPER Gras im Bestand, das von allen von Natur aus am durchsetzungskräftigsten ist, sehr beständig ist und am längsten hält.Leider fehlt Glatthafer in den heutigen allermeisten Wiesenmischungen. 

Diese Erkenntnis und meine Erfahrungen mit verschiedenen Mischungen bei intensiver Mutterkuhweide in Kreuzstetten im nö. Weinviertel sowie die eigenen Feldfuttermischungsveruchen in Amstetten bestätigten mir seit Jahren den Erfolg mit Glatthafer.


Glatthafer bei 11Jahre Beiweidung dt PRAG 2012.jpg

Leider wird in der Lehre das vielfach bloß verstaubt gelehrte aber nicht überprüfte Lehrbuchwissen gelehrt, dass der Glatthafer so gut wie nicht weidetauglich sei und verschwinden würde.

Wenn man sich den Kurvenverlauf der Entwicklung von Glatthafer unter Weide als Maßstab hernimmt und mit der Entwicklung von Timothe, Wiesenschwingel etc vergleicht, müßte man analog bei diesem Prinzip noch viel, viel deutlicher sagen, daß wegen ihrer vielen massiveren Abnahme im Vergleich zu Glatthafer und innerhalb weniger Jahre sogar - dass vielmehr 
Timothe, Wiesenschwingel für Dauerwiesen langfristig völlig tauglich wären.


Glatthafer bei Beiweidung fullengl PRAG 2012.jpg

Quelle:
The Impact of Different Grazing Periods in Dry Grasslands on the Expansive Grass Arrhenatherum elatius L. and on Woody Species
Jirı Dostalek • Tomas Frantık
Environmental Management (2012) 49:855–861
DOI 10.1007/s00267-012-9819-4

Dry grassland plant diversity conservation using low-intensity sheep and goat grazing management Prague -Dostalek Frantik
http://www.parkpruhonice.cz/mykosym/download/articles/Dostalek%20and%20Frantik_2008__Biodivers%20Conserv.pdf
Biodivers Conserv (2008) 17:1439–1454
DOI 10.1007/s10531-008-9352-1

Glatthafer besitzt nämlich alleine und ohne Zutun auf Wiesen und Rainen die stärkste natürliche Massenausbreitungkraft von allen unseren guten Futtergräsern, gefolgt vom Goldhafer und Knaulgras. Clevere Futterbauern werden dieses neue Wissen um diese Ausbreitungskraft sofort nützen.

Damit GLATTHAFER in Futterwiesen und genau sogut wie in Feldfuttermischungen wächst, muß er klarerweise wie alle Futtergräser erst einmal durch Anbau ausgesät werden. Mehrere eigene mehrjährige Versuchserfahrungen an der Lw. Fachschule Gießhübl zeigten mir folgendes Bild:

Glatthafer zeigte in meinen Versuchen schon mit bloß 1 kg Saatgut je ha bei mehreren Neuanlagen und Mischungszusammensetzungen einen unerwartet sicheren Aufgang und Anwuchs. Trotz 4 Schnitte je Jahr lieferten die Bestände einen beachtlichen Glatthaferanteil von sogar 5-10% der Aufwuchsmasse mehrjährig über alle Jahre und Schnitte - und das bei mäßiger Düngung. Deshalb werden ca 5 - 8 kg/ha eine optimale Saatgutmenge sein. 

Meine guten Erfahrungen mit Glatthafer fanden bei den österr. staatlichen Grünlandsaatgutexperten in Gumpenstein trotz wiederholten Hinweisen bei mehreren Besprechungen und Seminaren zum Erkennen von Grünlandpflanzen kein Gehör und stießen vielmehr geradezu auf empörte Ablehnung weil sie meine unverhüllten, unerwarteten Erfahrungen und Ideen als Vordenker noch ziemlich überfordern. So hat man die schon bestehende Vielzahl an Mischungen als Ausrede, als wenn das schon ein wissenschaftliches Argument. 

Auch die Narbendichte hält man bei GLATTHAFER für bedenklich. Dabei gibt es meinen Erfahrungen nach nicht nicht einmal einen sauberen wissenschaftlich definierten und klar beschriebenen Standard und noch weniger eine BIAS freie und sauber reproduzierbare Methode zur Bestimmung der Narbendichte samt der vermeintlich erwiesenen wirtschaftlichen Nützlichkeit. Hoffentlich meint da nicht jeder was anderes unter Narbendichte.

Die Gumpensteiner Grünlandsaatgutexperten PÖTSCH und BUCHGRABER dürften nämlich sogar ihren eigenen Versuchsergebnisse nicht trauen, nicht kennen oder entweder nicht wirklich ernst nehmen. PÖTSCH und BUCHGRABER haben nämlich selbst folgendes Wissen in ihren Schriften so zusammen gefaßt, wie es hier von mir so auf folgenden Nenner gebracht wird:

Sogut wie immer, wenn Glatthafer in einer vielen Versuchs - Wiesen- oder Feldfuttermischung angbaut wurde entwickelte er sich nahezu am besten aller gesäten Gräser. Glatthafer und teils auch Goldhafer und Knaulgraswurde mit den Jahren nicht wie die meisten Gräser weniger sondern nahmen fast immer auffällig und sogar beträchtlich zu. Die meisten anderen anbauten Gräser und von den Gumpensteinern heute noch unverständlich hochgelobten Zuchtgräsern wie vor allem WiesenschwingelTimothe, Englisches Raygras und teils Wiesenrispe werden dagegen in der Regel in wenigen Jahren nach dem Anbau immer weniger und sind dann teils extrem ausgedünnt, bis auf eher seltenere Sonderstandorte abgesehen- also schnell verlorenes Kapital bei Dauerwiesen, die JAHRZEHNTE halten sollen wie der HINWEIS mit "DAUER" wohl bedeuten soll.

Zusammengefaßt bedeutet das, dass die Gumpensteiner Superwiesen - Saatgutexperten bis heute Wiesensaatgutmischungen über die ÖAG und das Saatgutgestz propagieren von denen teils über die Hälfte der gesäten Saatgutgräser in der Entwicklung schon ab dem zweiten bis vierten Jahr stark abnehmende Tendenz hat in den Wiesen ja nahezu verschwinden. Sie täuschendamit viele unerfahrene Landwirte auf diese Weise: bei den vielen Grünlandtagen zeigen sie nämlich nur die einjährigen TOP-Bestände dem Publikum. Da sind noch die meisten gesäten Arten noch täuschend mächtig enthalten und auffallend dichter als in späteren Jahren. Sie vorführen und zeigen damit fast immer nur Saatgutmischungen her, wo man in der Regel die angesäten Arten nur in ihrem ersten und besten Jahr und Lebenswuchsstadien sieht. Sie täuschen das Publikum mit einem beliebten und klassichen wissenschaftlichen Fehler der Täuschung durch den schon lange bekannten BIAS Effekt. Also verwendet man die Methode der Potemkinschen Dörfer - also nur das Herzeigen was schön und optimal aussieht, aber in der Realität später selten der Fall ist. Eine Schwalbe im Sommer macht eben noch keinen Sommer, sagt der Volksmund dazu. Dieses Sprichwort entspricht damit genau der Schönung und Täuschung durch BIAS. Es fehlt damit die entscheidende Repräsentativität, weil die wichtige Nachhaltigkeit von Dauerwiesen im Dunkeln bleibt.

Ein vergnügliches wie lehrreiches Buch zu verschiedensten BIAS Fehlern kann ich dazu allen Interessierten und Managern empfehlen:

Rolf Dobelli

DIE KUNST DES KLAREN DENKENS

52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
http://ebooks.pintube.at/die-kunst-des-klaren-denkens-52-denkfehler-die-sie-besser-anderen-uberlassen-epub-mobi-download/




So gut wie nichts habe ich bisher bei den vielen Tagungen oder Vorträgen von den Gumpensteinern gehört, wie sich die Bestände mit den propagierten TOP-ÖAG-Sorten und Gräserarten aus den Gumpensteiner Erfahrungen langfristig entwickeln. Dass sich langfristig nur ganz bestimmte und wenige Gräserarten wie Glatthafer, Goldhafer und zum Teil wenige andere dauerhaft halten, steht nämlich wie gut versteckt nur in den ohnedies von Bauern kaum gelesenenVersuchsberichten wie diesem:

BUCHGRABER DAFNE Goldhafer und Glatthafer gut durchsetzten.jpg

von GERL und BUCHGRABER.


Ein Beleg Beispiel dafür ist:
Beispiel mit 4jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (GERL S. M., 2000)
GERL200,DWBGumpblaueArten.jpg
GERL200,DWBGumpblaueArten.jpg
GERL200,DWBGumpblaueArten.jpg


Quelle: GERL Sigrid M,2000: Entwicklung des Pflanzenbestandes, Ertrag und Futterwert von Qualitätssaatgutmischungen für Feldfutterbau und Dauergrünland.Herausgeber Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein,A-8952 Irdning, Druck, Verlag und 2001, Bundesanstalt für alpenländische

Glatthafer und Goldhafer - 
die starken Gräser, die nach dem Anbau mehr werden und nicht weniger werden wie Wiesenschwingel und Timothe 

2.Beispiel mit 3jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (HIETZ, 2009)

Hietz,Diss,ÖAG-DieSaat,DauerwieseB,3Schnitt.jpg
Hietz,Diss,ÖAG-DieSaat,DauerwieseB,3Schnitt.jpg
Hietz,Diss,ÖAG-DieSaat,DauerwieseB,3Schnitt.jpg

Abbildung 22: 
Zusammensetzung der Saatgutmischung und Entwicklung der Pflanzenarten (Mittelwert der Fl%) bei der „ÖAG DIE SAAT Dauerwiesenmischung B“ für mittelintensive Bewirtschaftung (bis zu 3 Nutzungen je Jahr) für mittlere (und trockene) Lagen - an den Standorten mit Dreischnittnutzung (Winklhof, Freistadt, Litzlhof und Rotholz) Quelle: LFZ Raumberg-Gumpenstein 2004.

Im ersten Hauptnutzungsjahr dominierten Glatthafer (Arrhenatherum elatius),Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Englisches Raygras (Lolium perenne) und Weißklee(Trifolium repens) den Bestand.

Kommentar von Dr. Marianne HIETZ:

Glatthafer konnte sich 3 Jahre nach der Ansaat mehr als verdreifachen und im Verleich zum Anlagejahr fast verzehnfachen !!!
Damit wurde Glatthafer mit Knaulgras (Dactylis glomerata) und Goldhafer (Trisetum flavescens) zu den Hauptbestandesbildnern des Grasgerüstes.

WiesenschwingelTimothe (Phleum pratense) und Englisches Raygras konnten sich im Anlagejahr und im ersten Hauptnutzungsjahr gut im Bestand etablieren und wurden in den beiden darauf folgenden Jahren von den konkurrenzkräftigeren Arten zurückgedrängt. Der Rotschwingel (Festuca rubra), eine Kulturart mit langsamer Anfangsentwicklung, konnte sich nicht durchsetzen und blieb über alle Versuchsjahre in konstant geringen Anteilen im Bestand erhalten.

Q: HIETZ M. Auswirkungen der Saatgutqualitäten sowie der Arten- und Sortenauswahl von Gräser- und Kleearten bei internationalen Dauergrünlandmischungen auf den Pflanzenbestand im Österreichischen Alpenraum, , Dissertation Dipl.-Ing. Marianne Anita HIETZ, Wien Oktober 2009

Entwicklung eines Grünlandbestands nach Neuansaat, bei wenig intensiver Be­wirtschaftung nach Hans EGGER, LK Kärnten:

EGGER Glatthafer optcolor.jpg 
Man beachte auch hier wieder die klare Überlegenheit von Glatthafer in der Nachhaltigkeit von Ausdauer und Stabilität in diesem 2013 neu publizierten Versuch! 
Timothe und Wiesenschwingel erweisen sich wiederum als die großen Verlierer und hier mit einem 25% Anteil im Saatgut völlig überzogen.
Die vielgerühmte und immer wieder gefordertete Nachhaltigkeit und Standortgerechtheit bei der Saatgutwahl von Timothe und Wiesenschwingel wird hier wieder einmal ignoriert. 
Also sind Timothe und Wiesenschwingel auch hier hinausgeworfenes und verlorenes Geld und verlorene Investition in die Zukunft für Bauern mit Futterwiesen - LandWIRTSCHAFT.

Q: EGGER H: 13.03.2014 Grünland – Achtung, fertig, Start
http://www.bauernzeitung.at/?id=2500,1041306,,


Ich mache hier damit wiederholt aufmerksam, dass man also mit den vielfach propagierten ÖAG-Wiesen-Saatgutmischungen, aber auch anderen ähnlichen Mischungen man nur erwarten kann, dass leider nur grob rund die Hälfte der gesäten Arten langfristig nach 4 Jahren nur mehr als Futter bei neuangelegten Dauerwiesen über bleibt.

Bei Wieseneinsaaten oder Nachsaaten mit ÖAG-Mischungen zur Wiesenverbesserung steht es um den Erfolg von Aufgang und Anwuchs der gesägten Arten noch viel schlechter. Es können sich nämlich nur ganz wenige und nur die konkurrenzstärksten und durchsetzungsfähigsten Gräser etablieren.
Eine völlige Niete ist zB Timothe bei Nachsaaten wie folgende Abbildung von dem einzigen Mähwiesen-Nachsaatversuch von Pötsch hervorgeht:

Timothe Wirkung null bei ÖAG Nachsaatmischungen,pötsch dafne 2012,b.jpg
Timothe Wirkung null bei ÖAG Nachsaatmischungen,pötsch dafne 2012.jpg

Folgedessen sind sie konkurrenzbedingt selten wirklich erfolgreich. Erfolgen Wieseneinsaaten nur gelegentlich und ohne guter Unkrautbekämpfung ist ein Erfolg eher selten.

Erfahrungsgemäß breiten sich durch Bodenverletzungen und zu intensives Befahren in den letzten Jahren inzwischen sogar vermehrt Löwenzahn, Spitzwegerich, Ampfer und neuerdings stark Gemeine Rispe und verschiedene lästige Unkrauthirsen durch Zukaufstroh oder Fremdbodenaufbringung aus.
Die eigenen Erfahrungen zeigen, dass erst ständige Übersaaten in geduldiger Wiederholgung mit den wirklich wüchsigen Gräsern auf offenen Bodenstellen, ja inzwischen sogar jährlich mehrmalige Einsaaten die besten Chancen für bestmögliche Futterwiesenertäge bringen.



Wie lange sind solche Wiesenverbessungen notwendig? 


Sicher werden sich viele das zu Recht fragen. Die Antwort ist relativ einfach aber sehr variabel. Die Wiesen muss man nämlich solange durch regelmäßige Einsaaten verbessern, bis man den vollen Erfolg der Saaten sieht. Nach eigenen Erfahrungen sieht man den Erfolg nach 3 Jahren dauernder Einsaat. In eher seltenen Fällen habe ich auch schon im Folgejahr sehr schöne Erfolge erlebt.
Da bei intensiverer Nutzung die Horstgräser nach 5 - 10 Jahren unweigerlich absterben ist bei intensiverer Nutzung dementsprechend eine häufigere Nachsaat notwendig. Erfolgt sie dennoch nicht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass dann sogar das Knaulgras schon nach 5 Jahren völlig verschwindet. Beständig sind dann nur mehr wertlose Arten die zudem ungern gefressen werden wie: Gemeine Rispe, Einjährige Rispe, Hirsen und viel Ampfer.

Der einzige gravierenden Nachteil von Glatthafer ist der, dass er nicht für feuchtere Wiesen geeigent ist. Da kann man aber auf den Wiesenfuchsschwanz setzen. Er hat nämlich in etwas feuchteren Wiesen wie Glatthafer die intrinsiche Tendenz zur Selbstausbreitung.



Die bemerkenswerte Nützlichkeit - der Effekt der natürlichen Selbstausbreitung von Wiesenfuchsschwanz in der Praxis, fehlt unerklärlich ebenso in der Gumpensteiner Wiesenforschung. Dabei ist derWiesenfuchsschwanz überhaupt das häufigste Wiesengras vieler Wiesen, nicht nur von besonderen Feuchtwiesen.
Leider haben das nur die Bayern genauer untersucht. Nach meinen vielen Wiesenbegehungen und Beratungen gilt die hohe Statigkeit und Frequenz von Wiesenfuchsschwanz sogar in NÖ mit meist nur 600 - 800 mm Jahresniederschlag in den Futterwiesengebieten.