Posts mit dem Label invasiv werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label invasiv werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 11. Juli 2018
Glatthafer Goldhafer wichtige Bergwiesengräser in Österreich
Labels:
BIAS,
Biodiversität,
Buchgraber,
Einsaat,
Ertrag,
expansiv,
feuchtere,
Futtergräser,
futterwertzahl,
Gerl,
Glatthafer,
Goldhafer,
invasiv,
Kaulgras,
Naturschutz,
Neophyt,
ÖAG,
ÖPUL,
Pötsch
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Samstag, 7. Juli 2018
GEMEINE RISPE – gefährlich invasives Ungras in Futterwiesen, Hintergründe und Eindämmung
Vom Futterwiesenexperten Johann HUMER
Teil 1GEMEINE RISPE in Futterwiesen - Bremsklotz bei Ertrag und Futterverschmutzer von Silagen
Teil 2GEMEINE RISPE - Eindämmung mit WEISSKLEE, Pflugumbruch oder Kalkstickstoff
Haben Ihre Wiesen im Frühjahr hellgrün-gelbliche Grasflecken? Verlieren Sie keine Zeit, sich mit dem derzeit gefährlichsten Ertragsschädling in Futterwiesen der GEMEINEN RISPE auseinanderzusetzen. Die Massenausbreitung dieses Ungrases senkt die Erträge, führt zur Erdverschmutzung des Futters, bis hin zur Futterverweigerung bei Tieren. Vom Futterwiesenexperten HUMER erfahren Sie hier warum sich dieses Ungras so rasch ausbreitet und wie es einzudämmen ist.

Bild: In Frühjahr vom weiten erkennbare Nester der Gemeiner Rispe mit typisch hellgrün-gelblichen Grasflecken
Die GEMEINE RISPE galt bislang in Österreich in Wiesen als unauffälliges (all)gemein verbreitetes Gras. Wegen seines allgemeinen Auftretens nennt man sie auch GEWÖHNLICHES RISPENGRAS (Poa trivialis). Bis vor 10 Jahren war sie kaum auffällig und kein Stein des Anstoßes. Sie breitet sich seither - vor allem in produktiven Vielschnittwiesen - wie ein Lauffeuer immer mehr aus. Das früher sogar als wertvoll eingestufte Futtergras - mit der Klappschen Wertzahl 7 von 8 möglichen Punkten - wird mit ständig zunehmenden Anteilen in Vielschnittwiesen ein gefährliches Ungras und Bremsklotz in Ertrag und Futterqualität.
Biologie und Ökologie
Um die invasive Ausbreitungstendenz und Bekämpfungsmöglichkeit von Gemeiner Rispe zu verstehen, muss man die ökologischen Besonderheiten dieses Grases kennen. Als ökologische Nische nutzt sie die oberste Bodenkrume mit der guten Bodenfeuchte im Frühjahr da sie auf viel Feuchte angewiesen ist. Ihre Überlegenheit liegt in der frühen Nutzung des bodenoberflächennahen Lebensraumes dank hoher Bodenfeuchte im Frühjahr mit optimalen Wuchsbedingungen. So ist sie weit weniger auf Wasser und Nährstoffe tieferer Bodenschichten wie gute Futtergräser angewiesen. Ihre vielen ganz bodenoberflächennahen und daher gut mit Sauerstoff versorgten Feinwurzeln befähigen sie auch auf zeitweilig stark durchnässten Böden, Quellaustritten und auf völlig zertretenen oder zerfahrenen, morastigen Gatschböden und verdichteten Böden zu wachsen.
Kulturgräser sind dagegen bei Bodenverdichtungen viel empfindlicher und brauchen für gute Erträge zirka 1/3 Luftporenraum im Boden zur Wurzelatmung und für die ständige Nährstoffbereitstellung durch das Bodenleben. Zuchtgräser bringen daher auf vernässten und verdichteten Böden keine befriedigende Leistungen. Vielschnittwiesen, die bei zu feuchtem Boden befahren oder beweidet werden, begünstigen die Umweltbedingungen für die Gemeine Rispe durch Bodenverdichtungen. Wertvolle Futtergräser werden dabei geschädigt. Nach dem ersten Schnitt entstehen große Futterlücken in den Wiesen wo sich die GEMEINE RISPE im Frühjahr breit gemacht hat. Ihr früh einsetzendes Wachstum im Frühjahr begünstigt sie lückige Wiesenstellen rascher als andere Gräser zu besiedeln.
Der Wuchs der Gemeinen Rispe
Im Frühjahr ist die GEMEINE RISPE ein sehr zart und dicht sprossendes Gras und täuscht bei oberflächlicher Betrachtung eine saftige Grasnarbe vor. Noch üppiger wächst sie an Feldrainen und am Rand von Getreidefeldern. Beispielsweise erreicht sie zwischen Steyr und Amstetten beachtliche Wuchshöhen von sogar über einen Meter. Die GEMEINE RISPE habe ich in den letzten Jahren sogar bereits bei der Feldanerkennung in leicht feuchten Äckern mit Knaulgrasvermehrungen in der Buckligen Welt angetroffen. Daher muss ihr mehr Augenmerk geschenkt werden. Bis zur ersten Mahd wächst ein kräftig früh schossendes, sehr hoch wüchsiges und ertragreiches Obergras dank der frühzeitigen Ausnutzung der Frühjahresbodenfeuchte und der höheren Nährstoffgehalte der oberen Bodenkrume heran. Nach dem ersten Schnitt und den weiteren Folgeschnitten bleibt dieses Wildgras ohne weiteren Nachtrieb als unscheinbares Untergras rasenartig sitzen. Der Nachtrieb im Sommer und Herbst besteht nur mehr aus glänzenden zwirndünnen, flaumartigen, meist unter 10 cm hohen Grastrieben mit ganz lockerem Wurzelsitz. Ihr erster Aufwuchs ist der einzig nutzbare Jahresaufwuchs. Wo immer GEMEINE RISPE in Futterwiesen wächst, liegt der Ertragsausfall somit weit über 50%.
Foto: GEMEINE RISPE als sehr zart und dicht sprossendes Gras täuscht bei oberflächlicher Betrachtung eine saftige Grasnarbe vor.

Im Schossen erkennt man sie leicht am extrem langen Blatthäutchen (Pfeil am Foto). Ihre relativ dünnen Halme sind glatt. Die Blätter sind unbehaart, während der Halm unterhalb der Rispe meist rau ist. Das ausdauernde Gras verbreitet sich mit flach wachsenden Wurzeln. Es entwickelt bodenoberflächennah kriechende Ausläufer, die auch als Stolone (1) oder Rhizome (1) genannt werden. An den Knoten der Stolonen und auch an den unteren Stängelknoten (2) bilden sich neue zarte Wurzelausläufer, die sie befähigen, in lückige Grasbestände hineinzukriechen. Ausläuferbildung und frühe Samenreife garantieren ihr eine hohe Konkurrenzkraft, auch bei frühem Futterschnitt. Bei Trockenheit stellt dieses auf viel Bodenfeuchte angewiesene, sonst saftig grüne Gras das Wachstum ein und die oberirdischen Masse verkümmert. Je massenhafter dieses Gras in Wiesen auftritt umso dürreanfälliger wird eine Wiese und umso höher sind die Ertragsverluste. Steigende Temperaturen mit langen Dürreperioden verschärfen daher bei Trockenheit den Futterausfall von Wiesen mit hohen Anteilen Gemeiner Rispe.
Typische chlorotisch hellgrün-gelbliche Farbe
Die GEMEINE RISPE ist im Frühjahr von weitem leicht an der chlorotisch, gelblich grünen Blattfarbe zu erkennen. Da über den Winter hin bis zum Frühjahr mangels N- Mineralisation kaum Stickstoff im Oberboden verfügbar ist, färben sich die jungen ersten zarten Blätter zuerst chlorotisch. Diese typisch hellgrün-gelbliche Farbe ist das Zeichen eines Stickstoffdefizites bei kühlen Frühjahrestemperaturen. Sind Wiesen mit Gemeiner Rispe durchsetzt sind sie im Frühjahr beim Ergrünen, zumeist im April, leicht an der Intensität ihrer Gelbfleckigkeit zu erkennen. Wird es wärmer und die natürliche Stickstofffreisetzung zunimmt, färbt sie auf ein saftiges Grün um.

Foto: Typisch zarte hellgrün gelbliche wasserreiche Grastriebe von Gemeiner Rispe im Frühjahr
50% Ertragsausfall - wo Gemeine Rispe steht !
Sehen Sie hier selbst.
Denken Sie immer daran.
![]() |
Sehen Sie auch hier.
50% Ertragsausfall - wo Gemeine Rispe steht !
![]() |
Gemeine Rispe Luecken ohne Nachwuchs.jpg |
Schwacher Wurzelsitz, muffiger Wurzelgeruch
Durch den seichten Wurzelsitz lässt sich die GEMEINE RISPE infolge ihrer oberflächennahen Wurzeln leicht aus dem Boden ziehen. Diese Wurzeln haben einen typisch sumpfig muffigen Geruch, der an kresolartige Substanzen erinnert. Gelangen Wurzeln der Gemeinen Rispe mit Erde ins Futter dann wird auch gutes Futter durch den Geruch, in Mitleidenschaft gezogen - vor allem durch Keime, die zum Verderb des Futters führen. Daher ist es wichtig dass ihre Graswurzeln nicht ins Futter gelangen.
Futterverschmutzung bis Futterverweigerung
Die seichte Durchwurzelung und damit schwache Wurzelverankerung der GEMEINE RISPE bewirkt, dass bei tiefem Mähen und Schwaden sogar die gesamte Pflanze samt der Erde an den Wurzelstöcken in das Futter gelangt. Je mehr Erde das Futter verschmutzt, umso mehr Bodenkeime, Buttersäurebildner, Klostridien, Listerien, Hefen und Pilze hemmen die wichtige Milchsäurebildung bei der Silierung. Verschmutzte Silagen werden vom Vieh verweigert, wie Bauern berichten. Mit steigender Erdverschmutzung wirkt sich der Futterverderb bis hin zur Tiergesundheit, Tierleistung, Milchverarbeitung und Käsereifung negativ aus. Auch Silagen aus überschwemmtem Futter sind problematisch wie Klagen über Tierverluste im letzten Jahr zeigen. Silagen ohne GEMEINE RISPE und Erdverschmutzung sind grundlegende Voraussetzungen für hochwertiges Wiesenfutter.
.
Futterverschmutzung vermeiden

Grafik: Höhere Schnitthöhe verringert den Anteil der Gemeinen Rispe und damit die Futterverschmutzung. BECKHOFF & THIELMANN (1982)
Der erste Schlüssel für eine geringere Futterverschmutzung ist eine Mindestschnitthöhe. BECKHOFF & THIELMANN (1982) stellten fest, dass die GEMEINE RISPE langjährig weniger wird, wenn die Schnitthöhe von 3 cm auf 7 cm angehoben wird. Auch ELSÄSSER (2004) zeigt eindrucksvoll die Förderung hochwertiger Gräserarten durch höhere Schnitthöhen, während niedrige Schnitthöhen die Verunkrautung fördern. Wenn die Schnitthöhe von 3 cm auf 9 cm angehoben wird steigt der Anteil hochwertiger Gräser von 32% auf 69%. Auch geringeres Befahren steigert den Anteil wertvoller Gräser. Die Vermeidung von Rasierschnitt erhöht – ohne weiterer Maßnahmen - den Anteil hochwertiger Futtergräser. Der zweite Schlüssel zur Eindämmung der Gemeinen Rispe ist, dass die Bildung von Gatschböden durch Weidetritt oder Befahren bei zu nassem Boden vermieden wird. Grundsätzlich befährt oder beweidet man Wiesen NICHT mit Lücken oder geringer Narbendichte bei zu feuchtem Boden, wenn man einsinkt, es morastig ist, schmierig oder rutschig ist. Ich habe erlebt, dass auf zerschundenen Wiesen enorme Verunkrautungen von Gemeiner Rispe, Hahnenfuß, Weiche Trespe und Wiesenkerbel für Jahre ausbrachen.

Grafik: Höhere Schnitthöhe verbessert den Anteil wertvoller Gräser und verringert dementsprechend die Futterverschmutzung mit Erde. ELSÄSSER (2004)
Was GEMEINE RISPE begünstigt und schwächt
GEMEINE RISPE wächst bevorzugt auf feuchtem, zertretenem, verdichtetem Grünland und zerstampften Gatschböden. Sie wird begünstigt durch: reichliche und regelmäßige Regenfälle, Berghangwasser, Wiesenquellen, Staunässe oder Feuchtmulden, Bodenverdichtung und Bildung von Bodengatsch. Die Förderung eines gut üppigen Futterwuchses durch Düngung, gute Wuchsbedingungen mittels mehrmals jährlicher Nachsaat wüchsiger Futtergräser schwächt die GEMEINE RISPE. Die Ursachen dafür sind: Der Verbrauch der Bodenfeuchte, stärkere Bodenbeschattung durch guten Futterwuchs und geringes Lichtangebot. Ein höherer Wasserentzug schwächt auch Wiesenpflanzen ohne Futterwert wie Binsen, Sauergräser, stinkende Minzen, giftiges Wasserkreuzkraut und Hahnenfußarten.

Bild: Das Befahren bei zu feuchtem Boden begünstigt die GEMEINE RISPE und Futterverschmutzung und schadet den Futtergräsern.
Kasten:
Ursache für die massive, landesweite Ausbreitung der Gemeinen Rispe
- Zunahme der Bodenvernässung durch Bodenverdichtung
- Zunahme der Vielschnittwiesen mit Zunahme der Befahrungshäufigkeit mit schwerem Gerät
- Häufigeres Befahren bei zu feuchtem Boden bei Vielschnittwiesen
- Zunahme der Lückigkeit von Wiesen durch Rückgang wertvoller Futterarten mit tieferer Bodendurchwurzelung bei intensiverer Nutzung ohne Ausgleich durch Nachsaat
- Zunahme der Gülleausbringung mit Samenverschleppung
- Verfrühung des Frühjahres mit Begünstigung frühreifer Arten, die die Winterbodenfeuchte besser nutzen
- Rückgang der Heuwiesen mit wenigen Nutzungen
- Immer seltenerer Wiesenumbruch und Wiesenneuanlage
Teil 2
Gemeine Rispe - Eindämmung mit WEISSKLEE, Pflugumbruch oder Kalkstickstoff
Wer Futterwiesen näher beurteilt, merkt dass um Horstgräser keine Lücken entstehen, wenn genug WEISSKLEE da ist. WEISSKLEE sucht ständig Lücken in der Narbe, wo er sich mit seinen Wurzelausläufern und Kriechtrieben ausbreiten kann. Als stark mit Gräserwurzeln verdrahteter Bodenbedecker bildet WEISSKLEE eine außergewöhnliche scher- und reißfeste Wiesennarbe. Dieses hilfreiche Spezifikum muss zum natürlichen Lückenschluß genutzt werden. WEISSKLEE wirkt damit als natürliche Kampfpflanze gegen das Aufkommen von Gemeiner Rispe. WEISSKLEE vermag sich besonders in lückigen, stark beweideten, niedrigwüchsigen oder sogar in ausgewinterten Wiesen spontan und üppig auszubreiten – vorausgesetzt er ist im Bestand in ausreichender dichte vorhanden. Die Wildform des Einjährigen Raygrases tritt in niederösterreichischen Vielschnittwiesen mit 4 bis 7 Schnitten besonders in warmen Wiesenlagen auf. Beim Ernten und Güllen wird dieses stark horstbildende Gras unweigerlich stark befahren. Damit wäre es für das Eindringen der unerwünschten GEMEINEN RISPE leicht anfällig, da es ein typisches Horstgras ist, das in der Regel viel offenen Boden um die Grashorste entwickelt. Füllte aber der WEISSKLEE diese Lücken, hatte die GEMEINE RISPE in Horstgraswiesen keine Chance sich auszubreiten.
Bild: Einsaat von 2 kg/ha WEISSKLEE in Lücken mit Gemeiner Rispe. Hier würden 5 kg WEISSKLEE eine noch bessere Lücken-Abdeckung bringen.
Sind Wiesen mit GEMEINER RISPE durchwuchert, soll der WEISSKLEE als bewährter Bodenbedecker von Lücken und als natürliche Kampfpflanze zur Eindämmung der GEMEINEN RISPE und als guter Eiweißlieferant genutzt werden. WEISSKLEE, braucht viel Licht und wird in Grünland durch Wiesenlücken sogar angeregt, Wurzelausläufer zu bilden. Das lässt der Gemeinen Rispe kaum Wuchschancen. Durch guten Weißkleewuchs wird auch mehr Bodenwasser verbraucht. Dadurch wird der Gemeinen Rispe als bodenfeuchteliebende Art zusätzlich Ausbreitungskraft genommen. Auf trockenen Standorten kann sie nicht gedeihen. Damit wird mit WEISSKLEE die GEMEINE RISPE auf biologische Art nach dem Sukzessions-Prinzip zurückgedrängt.
Wie wird WEISSKLEE gefördert?
Damit Kleearten kräftig gedeihen und die Lücken vor dem Aufkommen der Gemeinen Rispe schützen, ist eine harmonische und regelmäßige Nährstoffversorgung mit Phosphor und Kali notwendig. Günstig für WEISSKLEE ist ein humoser und nicht verdichteter Boden. Durch regelmäßige Stallmistdüngung mit 20 t/ha im Herbst kann dies am besten erreicht werden. Dadurch wird der Boden ausreichend für die wichtige Mikroorganismentätigkeit durchlüftet. Wo kein Stallmist verfügbar ist, sollen zirka 20 m3/ha Gülle zum letzten Aufwuchs gegeben werden. Entstehen zu dicke überwinternde Grasmatten sollen sie durch Zetter, Eggen oder Striegeln am besten bei Frost, wenn die Biomasse gut zersplittert und der Boden gut befahrbar ist, gelockert, geknickt oder zerrissen werden. Gut wachsender WEISSKLEE entzieht dem Oberboden viel Wasser und verschlechtert durch den Wasserentzug die Lebensbedingungen der Gemeinen Rispe und verbessert gleichzeitig die Befahrbarkeit von Wiesen und Weiden durch seine zähen, drahtigen oberflächlichen Wurzelausläufer. Mit der organischen Düngung in Form von Stallmist oder Vegetationsresten haben die Regenwürmer über den Winter eine gute Versorgung als Nahrungsquelle. Regenwürmer sind zum Aufbau der wichtigen bodendurchlüftenden Röhren notwendig. Dieses Luftversorgungssystem ist besonders für tief wurzelnde Kulturgräser wichtig. Stabile Bodenporen und Regenwurmröhren sind wichtige Voraussetzungen für eine gute gleichmäßige Nährstofffreisetzung während der Vegetationszeit. Regenwürmer spielen bei der Bodenentwässerung, Bildung erosionsstabiler Bodenkrümel, Aufbau von Tonhumuskomlpexen zur kontinuierlichen Nährstoffreisetzung eine wichtige Rolle. Da sich WEISSKLEE in Vielschnittwiesen durch Samenbildung nicht vermehren kann, ist eine regelmäßige Übersaat wichtig, wenn der Anteil durch Alterung und Erschöpfung zurückgeht.
Foto: Gut entwickelter WEISSKLEE – als stark mit Gräserwurzeln verdrahteter Bodenbedecker in Lücken unterdrückt GEMEINE RISPE und bildet eine außergewöhnliche scher- und reißfeste Wiesennarbe.
Nässe verträgliche Futterpflanzen für Feuchtwiesen
Tritt in Wiesenarealen regelmäßig Hangwasser oder Staunässe auf, dann müssen zusätzlich gut Nässe verträgliche Pflanzenarten gesät werden. In den sehr stauwasserreichen Gebieten Niederösterreichs sind das:
Schwedenklee – er hält sogar wochenlange Staunässe aus, interessanterweise auch der trockenheitstolerante Hornklee und der gut Feuchte verträgliche Wiesenfuchsschwanz.
Die zu säende Weißkleemenge richtet sich nach der Lückigkeit und dem Besatz der Wiese mit Gemeiner Rispe. Als Orientierungsmenge für den Start zur Eindämmung der Gemeinen Rispe wird etwa 5 kg Saatgut je Hektar benötigt. Die Saat ist mit jeder Sätechnik bis hin mit Kleegeige, Handsaat oder Güllesaat von Frühjahr bis Ende August möglich. Neue Narbenlücken empfehle ich jederzeit sofort zu begrünen. Bei Wiesen, in denen gute Futtergräser fehlen, sollen jährlich regelmäßig - bei höchsten Ertrags- und Qualitätsansprüchen sogar nach jeder Ernte bei lückigen Beständen - eingesät werden. Zur Sanierung der Wiesen mit zu hohem Anteil von Gemeiner Rispe wird empfohlen den Anteil von WEISSKLEE schrittweise bis etwa auf 50% WEISSKLEE anzuheben. Zuerst wiederholt man einmal jährlich die Einsaaten. Später richtet sich die Kleeeinsaat nach den Anteilen von WEISSKLEE und Gemeiner Rispe.
Gießkannenprinzip durchbrechen spart Kosten und ist effizienter
Saatgutmischungen im Handel enthalten nach dem Gießkannenprinzip gesetzlich meist deutlich viel mehr Grasarten um sicherheitshalber möglichst für das ganze Land tauglich zu sein. In den meisten Fällen setzen sich nach meiner und bäuerlicher Erfahrung aber oft viel weniger Grasarten im mehrjährigen Bestand durch. Erfahrungsgemäß bringt nur die Hälfte der gesäten Grasarten in Mischungen einen erntefähigen Bestand. Dieses ansehnliche Einsparungspotential kann viel besser für kontinuierliche Verbesserungssaaten genutzt werden, da bei allen Wiesensaaten die anfänglichen Spitzenerträge nach ein paar Jahren rasch abfallen, häufig sogar schon im Folgejahr.
Verbrennend hemmende Wirkung von Kalkstickstoff
Ein Landwirt aus Hüfingen in Bodenseenähe, der in der Saatgutvermehrung tätig ist, berichtete mir in einer Emailanfrage von seinem kleinen Bekämpfungsversuch mit Kalkstickstoff. Die Wirkung von 400 kg/ha, im September 2015 ausgebracht, sieht so aus, als würde die Gemeine Rispe stärker geschädigt werden als die anderen Gräser, schreibt er. Das liegt vermutlich daran, dass die feinen wasserreichen Blätter und Wurzeln von der Gemeinen Rispe in der obersten Bodenschicht vom aggressiven Cyanamid des Kalkstickstoffes mehr Angriffsfläche bietet als die anderen Gräser mit Ihren tieferen Wurzeln und gröberen Blättern. Ursachen für die spürbare Wirkung von Kalkstickstoff liegen möglicherweise die an der obersten Bodenoberfläche gebildete zarte Feinwurzelstruktur mit ihrer Abhängigkeit von hohen Wassergehalten. Wenn aber die Faktoren anhalten, die zur Förderung der Gemeiner Rispe führen, kann auch Kalkstickstoff nicht lange wirken. Dieser Landwirt berichtet auch von seinen Erfahrungen, dass Striegeln und Nachsäen, was die Beseitigung der Gemeinen Rispe angeht – erfolglos blieb.
Starkstriegeln verschleppt und fördert die GEMEINE RISPE
Das von BUCHGRABER (2007) vom Gumpensteiner LFZ
unter
BUCHGRABER, K. 2007: Gemeine Rispe - das heimliche Ungras. Der Fortschrittliche Landwirt, 85 (11), 16-17.
ORIGINALTEXT:
So sollte eine Sanierung durchgeführt werden: Dabei fährt man mit den neu entwickelten Striegel-Zinkengeräten mit ihren starken Striegeln - in den anwachsenden (Frühjahr) oder gemähten Bestand und holt die Gemeine Rispe heraus. Bei hohen Anteilen an Gemeiner Rispe muss die Arbeit kreuzweise oder gegen die Richtung ausgedehnt werden. Der Boden wird dabei aufgekratzt und die Grasnarbe „brutal" entfilzt. Die aus der Grasnarbe herausgeholte Gemeine Rispe - sie wurzelt sehr seicht - macht in der Regel einegewaltige Biomasse aus, die danach geschwadet und mit dem Ladewagen auf die Mistlagerstätte gebracht werden kann. Danach kann der offene Boden mit dem gleichen Striegelnachsaatgerät mit der geeigneten ÖAG-Nachsaatmischung versorgt werden.
Die Gemeine Rispe hat am Stängelgrund einen muffigen Geruch und wird von den Tieren bei höheren Anteilen gemieden, läuft in offene Grasnarben und nutzt die Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, für ihre Ausbreitung, vermehrt sich aber nicht nur vegetativ, sondern bildet auch über die Rispe, insbesondere im ersten Aufwuchs, relativ frühreif die Samen aus.
und
BUCHGRABER, K. (2007): Gemeine Rispe – wenig beachtetes Ungras mit großen Folgen in der Fütterung. Maschinenring Aktuell Vöcklabruck, Ausgabe 2, 2 S
http://www.raumberg-gumpenstein.at/cm4/index.php/de/forschung/publikationen/downloadsveranstaltungen/finish/1733-2338-gruenlandverbesserung/14837-gemeine-rispe-wenig-beachtetes-ungras-mit-grossen-folgen-in-der-fuetterung.html
beschriebene viel propagierte Striegeln mit Starkzinken, dass die GEMEINE RISPE durch mit Fahrten in kreuz und querer Richtung „auskämmen“ bzw. herausreißen soll, halte ich für kontraproduktiv. Die GEMEINE RISPE ist ein ausläuferbildendes Gras und bildet bei Wurzelverletzungen viele, feine neue Wurzelausläufer aus Wurzelknoten. GEMEINE RISPE ist daher ein ähnlich gefährliches Wurzelungras wie die Quecke. Beim Starkstriegeln werden weder alle Pflanzen und Wurzeln erfasst, noch herausgerissen. Beim Herausreißen brechen Wurzelstücke ab, die in der Erde verbleiben. Nicht ganz herausgerissene und abgerissene Wurzelausläufer wachsen bei ausläuferbildenden Wurzelungräsern neu an. Sehr bedenklich ist bei diesem System auch, dass der herausgerissene Pflanzen- und Wurzelsod eine enorm unterschätzte schwergewichtige Entsorgungsmasse von 50 bis 100 t je ha bildet. Das ist leicht das 2- bis 3-fache Gewicht eines Ernteschnittes. Striegel und Ladewagen sind für solche Mengen und schwere Massen nicht wirklich konzipiert. Große herausgestriegelte Sodmassen behindern das Striegeln ohnedies, weil sich zwischen den Striegelzinken eine Sodmasse verfängt und immer mehr den Striegel blockiert. Das Striegeln verschleppt großflächig die GEMEINE RISPE samt Ausläufern. Danach wachsen Ausläufer und Wurzelreste erst wieder neu an und verbreiten zusätzlich die GEMEINE RISPE. Außerdem bleiben beim Abtransport immer gewisse Wurzelreste zwischen den Grashorsten liegen und wachsen ebenso wieder an und vermehren sich kontraproduktiv. Intensives Striegeln fördert zudem die Keimung der jahrelang ausgefallenen Samen der Gemeinen Ripse. Jeder Bauer weiß, dass das Durchwühlen von Grünlandböden die schlafenden Samen besonders stark zum Keimen anregt. Wer Wiesenstücke planiert und humusiert, kennt dieses Phänomen. Unkraut, wie vorher nie gesehener Ampfer, läuft wie gesät auf, wer im Boden wühlt und ohne Deckfrucht Wiesen ansät. Wo GEMEINE RISPE wuchert, warten von ihr im Boden viele keimfähige Samen. In Wiesen schlummert eine unermessliche Biodiversität mit Samenvorräten von bis zu 100.000 Samen je Quadratmeter (FENNER,1995), die auf das Ankeimen warten, was unterschätzt wird. Mit Starkzinken-Striegeln wird eine ADHOC-Kosmetik betrieben. Das GEMEINE RISPE Problem wird dabei nur für kurze Zeit vermindert. Der wühlende Striegel heizt vielmehr die Samenkeimung und den Rhizomaustrieb der Gemeinen Rispe an. Striegeleinsaaten vermehren zusätzlic-h den Unkrautwuchs, weil sie ohne Deckfrucht erfolgen. Wegen mangelnder Saattiefe würde eine Deckfrucht wie Hafer oder Gerste auch nicht gelingen.

Foto: Nutzloser Sodhaufen aus Gemeiner Rispe, typisch am Waldrand abgelagert, mit ungenutzten besten Nährstoffen vom Oberboden, die der Wiese fehlen. Das sind die traurigen Konsequenzen von BUCHGRABERS Propaganda zur Gemeinen Rispe.
Kein Bauer ist vorbereitet wohin man plötzlich die Berge riesiger Sodmassen bringt und wie man damit umgeht. Wo immer man die Berge an Sod in der Natur lagert, entstehen Umweltprobleme. Den Wiesen wird ein Berg an Nährstoffen entzogen, denen diese Nährstoffe anderseits fehlen. Dabei hat Grünland bekanntlich meist sogar eine beachtliche Nährstoff-Unterversorgung. Andererseits vermodert diese Grünmasse mit Sickersaftbildung ohne Nährstoffnutzung meist entlang naheliegender Feld-, Wald- oder Gewässerränder oder irgendwo. Dort werden die Nährstoffe nicht gebraucht und vergammeln ungenützt in der Umwelt, da meist kein geeigneter Lagerplatz vorhanden ist und niemand die Sodberge weit weg transportieren will. Die Sickersäfte von Grünsodmassen sind so schädlich, dass sogar größere Bäume absterben, habe ich als Berater gesehen.
Alle diese Unberechenbarkeiten, was die weitere Ausbreitung der Verunkrautung und Sodverwertung betrifft, können mit Wiesenneuanlagen vermieden werden. Dabei wird die wertvolle Wiesenbiomasse als organischer Dünger an Ort und Stelle sofort wieder verwertet. Der übliche Wiesenumbruch nutzt und aktiviert und verwertet nämlich die Nährstoffe an Ort und Stelle mit einer Wiesenneuanlage am besten. Statt Entsorgung erfolgt eine Nutzung wertvoller Nährstoffe. Der Wiesenumbruch kontrolliert unerwünschte Unkräuter und Ungräser durch mechanische Unkrautbekämpfung effektiv und liefert am raschesten wieder mehr und bestes Futter durch genetische Auffrischung mit neuen Zuchtsorten. Bei Nutzung der Sommer- und Herbstperiode entsteht nur geringer Futterausfall. All das ist auch für Biobetriebe zulässig. OFFEN BLEIBT, warum diese hoch effiziente Möglichkeit nicht so deutlich wie das Starkstriegeln propagiert wird, obwohl dieses Verfahren in Gumpenstein erprobt und dokumentiert wurde. Hat man heute in Gumpenstein das eigene „Gumpensteiner Regerationsverfahren“ von SCHECHTNER schon vergessen?
Nach BUCHGRABER (2016) hat sich der Starkstriegel durchgesetzt. Sein Resümee basiert hauptsächlich auf Schauflächen bei Feldtagen, wo Bauern bei den Vorführungen den Erfolg selbst erkannt hätten. Eine vergleichende langjährige wissenschaftlich erhobene Daten-Auswertung sowie Publikation der Ergebnisse von Schauflächen fehlt seit 1988, dem Beginn von Buchgrabers Einsaat-Schauversuchen und den seit ca 2005 begonnenen Starkstriegelversuchen zur Bekämpfung der Gemeine Rispe. Nach 28 Jahren Versuchen müßten eigentlich riesige Versuchsdatenberge vorhanden sein. Das ist aber nicht der Fall. Was kann denn schon von Demonstratitonsversuchen für die Nachwelt übrig bleiben, die die Schauflächen nicht gesehen haben? - Das frage offentlich nicht nur ich !
Vielleicht ein paar Fotos für die die dabei waren.
Aber keine wissenschaftlichen nutzbaren Erkenntnisse auf Papier oder für öffentlich zugänglichen Medien und Bibliotheken.
Die Behauptungen bezüglich der Starkstriegelwirkung bezweife ich wegen der mangelnden Wissenschaftlichkeit von Schauflächen und dem Mangel jeglicher Daten über Umfang, Beobachtungsdauer einzelner Flächen und mangelnder Datenerhebung und ihrer sauberen Auswertbarkeit und mangelnden Publikation trotz 28 Jahren von "bloß" Schauflächenversuchen.
Bilder zur Ausbreitung der Gemeine Rispe durch ihr zahlreichen Wurzelausläufer an den Knoten von Halm und Wurzel der Pflanze.
![]() |
| IMG_4068 GemRispe Auslaueferwurzeln alt u neu.jpg |
![]() |
| IMG_4079 GemRispe 3 Auslaueferwurzeln neu u fein am Ende glasiger Stengelhuelle.jpg |
| external image c79a2fd1-d0f7-4d2d-9851-315274392be5 |
Detailierte Bilder von den Wurzelausläufern der Gemeiner Rispe - HIER.Man beachte wie viele feine bodennahe Wurzelausläufer (Rhizome) im Herbst gebildet werden (Scheibbs, 2015okt26)
![]() |
| external image mytumbs.jpg |
Grünlandberatung – welche Gräser haben Sie, welche brauchen Sie mehr?
Ratsam ist eine erste Grünlandberatung für den a) der noch wenige oder schlechte Erfahrungen mit Einsaaten gemacht hat und b) für den der die wichtigen Futtergräser von den Schadgräsern noch nicht unterscheiden kann. Durch die Beratung lernen Sie auch jene Zuchtgräser vor Ort kennen, die je nach örtlicher Lage, Niederschlägen, Böden, Düngung und Nutzung effizient sind. Geben Sie dann künftig nur mehr Geld für Saatgut für jene Gräser und Kleearten aus, die auf Ihren Wiesen am besten wachsen. Weidebetriebe - insbesondere Biobetriebe mit Weideverpflichtung – sind jetzt besonders gefordert. Sie müssen einen optimalen Mix aus strapazfähigen weidefesten Weidegräsern und Kleearten finden, um dichte wie hangtaugliche Weidegrasnarben zu erreichen. Die Bildung offener, zertretener Weidegatschböden muss auf jeden Fall verhindert werden. Meine Erfahrungen mit Mutterkuhbetrieben zeigen, dass sich die GEMEINE RISPE auch auf Weiden stark verbreitet, wenn anstatt Weidegräser Horstgräser vorherrschen. Die Gefahr der Ausbreitung von Weideparasiten verschärft zusätzlich das Problem. Der Futterwiesenexperte HUMER berät Sie dazu rasch und ohne Bürokratie. Anmeldung: johann.humer@gmail.com
Fazit
Die GEMEINE RISPE verbreitete sich im letzten Jahrzehnt zu einem invasivem Ungras in Futterwiesen. Mangels weiterer Aufwüchse nach dem ersten Schnitt muss man mit 50% Futterverlust rechnen wo GEMEINE RISPE wächst. Da das Gras keinen festen Bodensitz durch die seichte bodenoberflächennahe Durchwurzelung hat, gelangen bei tiefem Schnitt leicht die Pflanze samt Wurzeln mit feuchten Erdpatzen in das Futter. Das führt zur Futterverschmutzung und -verderb von Silagen bis hin zur Futterverweigerung bei den Tieren. Begünstigt wird GEMEINE RISPE topologisch durch reichliche Bodenfeuchte, wie Hangquellen oder Staunässe und anthropogen durch Gatschbodenbildung durch Beweiden oder immer häufigeres Befahren von Vielschnittwiesen bei zu hoher Bodenfeuchte. Die weitere Ausbreitung kann eingedämmt werden, wenn lückige Wiesennarben gezielt mit WEISSKLEE eingesät werden. WEISSKLEE kriecht bevorzugt in lichte und lückige Grasnarben. Im Gegensatz zur Gemeinen Rispe bildet er sehr dichte, trag- und strapazfähige Futternarben mit hochwertigem und nutzungselastischem Eiweißfutter und ist zudem eine gute Bienenweide. Wer Wiesenreparaturen überlegt, sollte nie vergessen, dass eine Wiesenneuanlage die zuverlässlichste Wiesenverbesserung bringt. Produktive Wiesen entwässern nasse Wiesen viel besser und entziehen der Gemeinen Rispe ihre wichtigste Basis. Unter FUTTERWIESENEXPERTEHUMER finden Sie im Web noch viele weitere Hinweise zur Gemeinen Rispe und Grünlandverbesserung.
Alle Fotos und Grafiken: HUMER
Labels:
Eindämmung,
Gemeine Rispe,
invasiv,
Ungras,
Weissklee
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Abonnieren
Posts (Atom)













stärkste Gräser guter Futterwiesen
für den fortschrittlichen extensiveren Grünlandbetrieb auch in Ungunstlagen mit Spitzenfutterqualität ohne Intensivierungsbedarfund gleichzeitig heimisch, konkurrenzstark, langlebig undmäßigem Düngebedarf
Überlegene Glatthafer Ertragswirkung im Feldfutter ab dem 2. Ertragsjahr !
Überlegene ROTKLEE Ertragswirkung im Feldfutter NUR IM ERSTEN Ertragsjahr !
Glatthafer und Goldhafer sind LANGFRISTIG die kampfkräftigsten und durchsetzungsfägigsten heimischen Gräser vieler unserer Futterwiesen.
Noch dazu sind diese 2 Gräser ohne Zweifel stark in den Jugendentwicklung und das langfristig. Das kann man von meisten anderen Futtergräsern nicht behaupten. Warum wird dann GLATTHAFER nicht so breit wie möglich eingesetzt und bestmöglich genutzt? - Weil unser SYSTEM dazu viel zu
wenig flexibel ist. Gerade was GLATTHAFER und zT GOLDHAFER betrifft ist das SYSTEM: übersteigert orthodox und betont dogmatisch lehrhaft, unbeweglich, einseitig, festgefahren, wenig verbesserlich, engstirnig, rechthaberisch und starrköpfig - einfach ziemlich blind und einäugig. Schuld ist, dass nur eine viel zu kleine offizielle monistische Forscher - und Vordenkerschule den Ton angibt - und damit fehlt einfach eine beflügelnde Konkurrenz in der Futterwiesenforschung. Darin sehen freie Vordenker wie Roman SCHAFFER , Norbert ECKER und eloquente EM- und Steinmehlpropagandisten ihre gewerbliche Chance. Das ist meine überzeugende und freie Meinung.
Der breite nützliche Einsatz beider Arten als gute Gräser für viele Wiesensaatgutmischungen und vor allem Nachsaatmischungen wird in Österreich von gewissen Experten geradezu hysterisch gemieden und totgeschwiegen. Erklärbar ist das durch starre scholastisch tradierte kaum überprüfte und veraltete, verstaubte Lehrbuchmeinungen zu Wiesenmischungen und eine neue grünorientierte Scheu der zuständigen Forscher zur Ertragsforschung.
Es scheint, es herrscht bei ihnen eine blinde wie viel stärkere Liebe zur Blumenwiesenliebhaberei. Man hängt sich mit den ÖPUL-Beschränkungen viel lieber das grüne Röckchen der modisch gewordenen Biodiversitäts - Liebhaberei um, statt nach den bestmöglichen Erträgen für Futterwiesen für die Praxis zu forschen. Von der Universität bis zu den Anstalten des Ministeriums vernachlässigt man zusehends mehr die einkommensbildende Produktionsforschung zugunsten produktionshemmender Umweltforschung - und das in einer vergleichsweisen zu anderen Ländern recht problemarmen Agrarumwelt. Deshalb verlangen die Bundesländer zunehmend praxis-, ertrags- und betriebsorientierte Fachhochschulen, wo was wirklich produktives für die Betriebe gelehrt und gelernt wird. Die heutigen Argraruniversitäten scheinen mehr Lehrwissen zur Kontrolle der Bauern auszubilden durch: Schadstoffhysterie bis letzten auffindbaren Schadstoffmolokül und für die Brüsseler Agrarbürokratie mit immer mehr fehlendem Praxisbezug und bürokrativer Gängelung der Bauern. Dazu hat auch PÖTSCH von Gumpenstein einen erheblichen Beitrag geleistet - durch seine für fortschrittliche Bauern nachteilhaften N-AnfallsBerechnungen je Kuh und seine sehr zweifelhaften und von Praxiserfahrungen weit abweicheneden problematischen Berechnungen der Wirtschaftsdüngerwirkung (vermutlich durch fehlende Repräsenativität und BIAS) geleistet, mit der er samt seiner überscharfen Wasserrechtsgesetzauslegung seine Studenten löchert und impft.
Dabei übersehen die Agrarwiesenforscher in ihrem Elfenbeinturm vermutlich aus bestimmtem Umweltfanatismus die wunderbaren Ertragskräfte von den zwei urheimischen Futtergräsern GLATTHAFER und GOLDHAFER.
Ihre gewaltige Rasselpropaganda allein für die ÖAG-Mischungen, die zumeist ohnedies nur am Papier und per Kommission konstruiert wurden
-ich nenne das ab nun SCHREIBTISCHMISCHUNGEN -
und deren langfristige dauerwiesengemäße Ausdauer der einzelnen Arten dabei aber sie bis heute scheinbar nicht überprüft haben - weil bislang undokumentiert - dürfte ihnen den Blick für das praktische Gedeihen und Vorkommen der einzelnen Gräserarten in der heutigen Futterwiesenbetrien ziemlich verstellen.
Würde die heimischen Forscher die wahren Naturpotentiale dieser zwei guten und lange bekannten Futtergräser genauer beobachten und studieren, würde es ihnen wie die Schuppen von den Augen fallen, welche breiten ertraglichen und ökologischen Nutzeneffekte sich damit verbinden.
So ist es mir vorbehalten, Bauern die wirklich von Futterwiesen leben und ihr Einkommen daraus generieren müssen von dem überragenden polyvalenten Mehrfachnutzen dieser zwei Futtergräser zu informieren.
Seitdem ich mich immer stärker mit den einzelenen Pflanzen von Futterwiesen beschäftige, ist mir immer stärker im Bewußtsein klar geworden, dass ja diese zwei besonders ohnedies als edel eingestufte Futtergräser (Futterwertzahl: 7) auch noch dazu gepaart sind: mit einer ganz besonders aufälligen Wuchskraft und einem starken Durchsetzungsvermögen. Also alles was man sich für alle Wiesenmischungen schon längst wünscht und wonach man schon lange sucht. Aber weil diese Arten sowenig in den derzeitigen Mischungen vorkommen, sieht man den wunderbaren "HAFER-Effekt nach HUMER" kaum.
Ich frage mich daher seit Jahren immer mehr, warum man diese wunderbaren und weitaus beständigeren und nachhaltigeren Nutzkräfte nicht viel mehr in die Hand den Bauern geben will
Wer die Naturkräfte dieser zwei wunderbaren heimischen Naturgräser einmal kennt, dem fällt sofort auf:
Glatthafer und Goldhafer entwickeln von Natur aus gewaltige Futtermatten und noch dazu mit einem bescheidenem Düngeaufwand wie er ohnedies von vielen Betrieben betrieben wird und noch weit und den österr. offiziellen SGD-Dünge-Empfehlungen für optimale Höchsterträge liegen.
Die Natur hat diese Gräser noch dazu so intrinsisch günstig ausgestattet, dass sie bei mittler und mäßiger Düngung ihre optimale Entfaltung haben und keine intensive Bewirtschaftung brauchen und auch nicht wollen.
Dazu kommen noch folgende weitere Vorteile:
Intensivwiesen verlangen dagegen mit den heute propagierten Massenertragsgräsern wie Raygräsern und Knaulgras dagegen immer frühere und öftere Nutzungen und eine höhere Nährstoffversorgung. Dazu kommt nochfür bessere Futterqualitäten immer mehr bodenschädliche Überfahrten mit immer schwerem Gerät.
Es ist noch viel zu wenig bekannt und vor allem zuwenig bewußt, dass es beiimmer mehr Überfahrten zur problematischenGatschbodenbildung kommt. Das ist erst recht der Hauptgrund für die Förderung der die Gemeine Rispe, die allein auch auf zerfahreneGatschböden gut wachsen kann, nicht aber die Kulturgräser.
gefördert. Und zwar infolge der immer mehr Nutzungen infolge oberflächennaher Bodenstrukturzerstörung durch häufiges Zerfahren bei zu feuchtem Boden.
Heute sind ja bei fortschrittlichen Betrieben inzwischen 5 Nutzungen selbst in Bergregionen in NÖ durchaus üblich. In Gunstlagen des Voralpengebietes sind mir in NÖ sogar schon 7-Schnittnutzungen bekannt. Früher galt diese extreme Nutzungsintensität in Österreich nur für das Bodenseegebiet.
Was ist nun so überzeugend, dass Glatthafer und Goldhafer so ideale Futtergräser sind?
1.
Meine letzten Recherchen ergaben zu GLATTHAFER folgendes unerwartetes erfreuliches Bild:
In Nationalparks der USA, in Tschechischen und in Wien wird
Glatthafer von den Naturschützern nicht als wertvolles Futtergras, vielmehr neuerdings sogar als unerwünschter invasiver Neophyt eingestuft, weil er sich ohne Zutun allein so stark ausbreiten kann. Da muß doch jeder Futterbauer aufhorchen! Glatthafer ist ja bei uns ein wertvolles Futtergras im Spitzenbereich mit Futterwertzahl 7 !
Zur
Den sich in Wiesen- oder NATIONALPARKS immer mehr ausbreitenden Glatthafer haben daher mit verschiedener Beweidungszeiten mit der bekannten Weideempfindlichkeit zurückdrängen wollen. Folgende Grafik zeigt andererseits die Straße zum Erfolg für Futterwiesenbauern wie dagegen mit Weide GLATTHAFER vielmehr vermehren kann - wahrscheinlich durch Herbstweide!
In Tschechien wollte man wissen wie man den Glatthafer durch Weide bekämpfen kann! Weil er immer mehr zunahm - was ja für Futterwiesen geradezu optimal ist. Es stellte sich heraus, daß Glatthafer selbst bei Weide mit Ziegen und Schafen zwar dann einwenig weniger wird, aber
Man sieht, dem Glatthafer schadet eigentlich nur die Frühjahresweide spürbar, wenn die jungen Triebe zertreten werden. Weide im Herbst fördert vielmehr zusätzlich den Glatthafer auffällig. Das kommt sicher vielen Betrieben mit ihrer häufigen Herbstweide sehr entgegen und sollten sie daher ohne besonderen Kostenaufwand nutzen.
Das einzige was dazu nötig ist:
Man braucht die Wiesen also einfach nur mit Glattfhafer Saatgut auffrischen.Und schon hat genau jenes SUPER Gras im Bestand, das von allen von Natur aus am durchsetzungskräftigsten ist, sehr beständig ist und am längsten hält.Leider fehlt Glatthafer in den heutigen allermeisten Wiesenmischungen.
Diese Erkenntnis und meine Erfahrungen mit verschiedenen Mischungen bei intensiver Mutterkuhweide in Kreuzstetten im nö. Weinviertel sowie die eigenen Feldfuttermischungsveruchen in Amstetten bestätigten mir seit Jahren den Erfolg mit Glatthafer.
Leider wird in der Lehre das vielfach bloß verstaubt gelehrte aber nicht überprüfte Lehrbuchwissen gelehrt, dass der Glatthafer so gut wie nicht weidetauglich sei und verschwinden würde.
Wenn man sich den Kurvenverlauf der Entwicklung von Glatthafer unter Weide als Maßstab hernimmt und mit der Entwicklung von Timothe, Wiesenschwingel etc vergleicht, müßte man analog bei diesem Prinzip noch viel, viel deutlicher sagen, daß wegen ihrer vielen massiveren Abnahme im Vergleich zu Glatthafer und innerhalb weniger Jahre sogar - dass vielmehr
Timothe, Wiesenschwingel für Dauerwiesen langfristig völlig tauglich wären.
Quelle:
The Impact of Different Grazing Periods in Dry Grasslands on the Expansive Grass Arrhenatherum elatius L. and on Woody Species
Jirı Dostalek • Tomas Frantık
Environmental Management (2012) 49:855–861
DOI 10.1007/s00267-012-9819-4
Dry grassland plant diversity conservation using low-intensity sheep and goat grazing management Prague -Dostalek Frantik
http://www.parkpruhonice.cz/mykosym/download/articles/Dostalek%20and%20Frantik_2008__Biodivers%20Conserv.pdf
Biodivers Conserv (2008) 17:1439–1454
DOI 10.1007/s10531-008-9352-1
Glatthafer besitzt nämlich alleine und ohne Zutun auf Wiesen und Rainen die stärkste natürliche Massenausbreitungkraft von allen unseren guten Futtergräsern, gefolgt vom Goldhafer und Knaulgras. Clevere Futterbauern werden dieses neue Wissen um diese Ausbreitungskraft sofort nützen.
Damit GLATTHAFER in Futterwiesen und genau sogut wie in Feldfuttermischungen wächst, muß er klarerweise wie alle Futtergräser erst einmal durch Anbau ausgesät werden. Mehrere eigene mehrjährige Versuchserfahrungen an der Lw. Fachschule Gießhübl zeigten mir folgendes Bild:
Glatthafer zeigte in meinen Versuchen schon mit bloß 1 kg Saatgut je ha bei mehreren Neuanlagen und Mischungszusammensetzungen einen unerwartet sicheren Aufgang und Anwuchs. Trotz 4 Schnitte je Jahr lieferten die Bestände einen beachtlichen Glatthaferanteil von sogar 5-10% der Aufwuchsmasse mehrjährig über alle Jahre und Schnitte - und das bei mäßiger Düngung. Deshalb werden ca 5 - 8 kg/ha eine optimale Saatgutmenge sein.
Meine guten Erfahrungen mit Glatthafer fanden bei den österr. staatlichen Grünlandsaatgutexperten in Gumpenstein trotz wiederholten Hinweisen bei mehreren Besprechungen und Seminaren zum Erkennen von Grünlandpflanzen kein Gehör und stießen vielmehr geradezu auf empörte Ablehnung weil sie meine unverhüllten, unerwarteten Erfahrungen und Ideen als Vordenker noch ziemlich überfordern. So hat man die schon bestehende Vielzahl an Mischungen als Ausrede, als wenn das schon ein wissenschaftliches Argument.
Auch die Narbendichte hält man bei GLATTHAFER für bedenklich. Dabei gibt es meinen Erfahrungen nach nicht nicht einmal einen sauberen wissenschaftlich definierten und klar beschriebenen Standard und noch weniger eine BIAS freie und sauber reproduzierbare Methode zur Bestimmung der Narbendichte samt der vermeintlich erwiesenen wirtschaftlichen Nützlichkeit. Hoffentlich meint da nicht jeder was anderes unter Narbendichte.
Die Gumpensteiner Grünlandsaatgutexperten PÖTSCH und BUCHGRABER dürften nämlich sogar ihren eigenen Versuchsergebnisse nicht trauen, nicht kennen oder entweder nicht wirklich ernst nehmen. PÖTSCH und BUCHGRABER haben nämlich selbst folgendes Wissen in ihren Schriften so zusammen gefaßt, wie es hier von mir so auf folgenden Nenner gebracht wird:
Sogut wie immer, wenn Glatthafer in einer vielen Versuchs - Wiesen- oder Feldfuttermischung angbaut wurde entwickelte er sich nahezu am besten aller gesäten Gräser. Glatthafer und teils auch Goldhafer und Knaulgraswurde mit den Jahren nicht wie die meisten Gräser weniger sondern nahmen fast immer auffällig und sogar beträchtlich zu. Die meisten anderen anbauten Gräser und von den Gumpensteinern heute noch unverständlich hochgelobten Zuchtgräsern wie vor allem Wiesenschwingel, Timothe, Englisches Raygras und teils Wiesenrispe werden dagegen in der Regel in wenigen Jahren nach dem Anbau immer weniger und sind dann teils extrem ausgedünnt, bis auf eher seltenere Sonderstandorte abgesehen- also schnell verlorenes Kapital bei Dauerwiesen, die JAHRZEHNTE halten sollen wie der HINWEIS mit "DAUER" wohl bedeuten soll.
Zusammengefaßt bedeutet das, dass die Gumpensteiner Superwiesen - Saatgutexperten bis heute Wiesensaatgutmischungen über die ÖAG und das Saatgutgestz propagieren von denen teils über die Hälfte der gesäten Saatgutgräser in der Entwicklung schon ab dem zweiten bis vierten Jahr stark abnehmende Tendenz hat in den Wiesen ja nahezu verschwinden. Sie täuschendamit viele unerfahrene Landwirte auf diese Weise: bei den vielen Grünlandtagen zeigen sie nämlich nur die einjährigen TOP-Bestände dem Publikum. Da sind noch die meisten gesäten Arten noch täuschend mächtig enthalten und auffallend dichter als in späteren Jahren. Sie vorführen und zeigen damit fast immer nur Saatgutmischungen her, wo man in der Regel die angesäten Arten nur in ihrem ersten und besten Jahr und Lebenswuchsstadien sieht. Sie täuschen das Publikum mit einem beliebten und klassichen wissenschaftlichen Fehler der Täuschung durch den schon lange bekannten BIAS Effekt. Also verwendet man die Methode der Potemkinschen Dörfer - also nur das Herzeigen was schön und optimal aussieht, aber in der Realität später selten der Fall ist. Eine Schwalbe im Sommer macht eben noch keinen Sommer, sagt der Volksmund dazu. Dieses Sprichwort entspricht damit genau der Schönung und Täuschung durch BIAS. Es fehlt damit die entscheidende Repräsentativität, weil die wichtige Nachhaltigkeit von Dauerwiesen im Dunkeln bleibt.
Ein vergnügliches wie lehrreiches Buch zu verschiedensten BIAS Fehlern kann ich dazu allen Interessierten und Managern empfehlen:
Rolf Dobelli
DIE KUNST DES KLAREN DENKENS
52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
http://ebooks.pintube.at/die-kunst-des-klaren-denkens-52-denkfehler-die-sie-besser-anderen-uberlassen-epub-mobi-download/
So gut wie nichts habe ich bisher bei den vielen Tagungen oder Vorträgen von den Gumpensteinern gehört, wie sich die Bestände mit den propagierten TOP-ÖAG-Sorten und Gräserarten aus den Gumpensteiner Erfahrungen langfristig entwickeln. Dass sich langfristig nur ganz bestimmte und wenige Gräserarten wie Glatthafer, Goldhafer und zum Teil wenige andere dauerhaft halten, steht nämlich wie gut versteckt nur in den ohnedies von Bauern kaum gelesenenVersuchsberichten wie diesem:
von GERL und BUCHGRABER.
Ein Beleg Beispiel dafür ist:
Beispiel mit 4jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (GERL S. M., 2000)
Quelle: GERL Sigrid M,2000: Entwicklung des Pflanzenbestandes, Ertrag und Futterwert von Qualitätssaatgutmischungen für Feldfutterbau und Dauergrünland.Herausgeber Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein,A-8952 Irdning, Druck, Verlag und 2001, Bundesanstalt für alpenländische
Glatthafer und Goldhafer -
die starken Gräser, die nach dem Anbau mehr werden und nicht weniger werden wie Wiesenschwingel und Timothe
2.Beispiel mit 3jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (HIETZ, 2009)
Abbildung 22:
Zusammensetzung der Saatgutmischung und Entwicklung der Pflanzenarten (Mittelwert der Fl%) bei der „ÖAG DIE SAAT Dauerwiesenmischung B“ für mittelintensive Bewirtschaftung (bis zu 3 Nutzungen je Jahr) für mittlere (und trockene) Lagen - an den Standorten mit Dreischnittnutzung (Winklhof, Freistadt, Litzlhof und Rotholz) Quelle: LFZ Raumberg-Gumpenstein 2004.
Im ersten Hauptnutzungsjahr dominierten Glatthafer (Arrhenatherum elatius),Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Englisches Raygras (Lolium perenne) und Weißklee(Trifolium repens) den Bestand.
Kommentar von Dr. Marianne HIETZ:
Glatthafer konnte sich 3 Jahre nach der Ansaat mehr als verdreifachen und im Verleich zum Anlagejahr fast verzehnfachen !!!.
Damit wurde Glatthafer mit Knaulgras (Dactylis glomerata) und Goldhafer (Trisetum flavescens) zu den Hauptbestandesbildnern des Grasgerüstes.
Wiesenschwingel, Timothe (Phleum pratense) und Englisches Raygras konnten sich im Anlagejahr und im ersten Hauptnutzungsjahr gut im Bestand etablieren und wurden in den beiden darauf folgenden Jahren von den konkurrenzkräftigeren Arten zurückgedrängt. Der Rotschwingel (Festuca rubra), eine Kulturart mit langsamer Anfangsentwicklung, konnte sich nicht durchsetzen und blieb über alle Versuchsjahre in konstant geringen Anteilen im Bestand erhalten.
Q: HIETZ M. Auswirkungen der Saatgutqualitäten sowie der Arten- und Sortenauswahl von Gräser- und Kleearten bei internationalen Dauergrünlandmischungen auf den Pflanzenbestand im Österreichischen Alpenraum, , Dissertation Dipl.-Ing. Marianne Anita HIETZ, Wien Oktober 2009
Entwicklung eines Grünlandbestands nach Neuansaat, bei wenig intensiver Bewirtschaftung nach Hans EGGER, LK Kärnten:
Man beachte auch hier wieder die klare Überlegenheit von Glatthafer in der Nachhaltigkeit von Ausdauer und Stabilität in diesem 2013 neu publizierten Versuch!
Timothe und Wiesenschwingel erweisen sich wiederum als die großen Verlierer und hier mit einem 25% Anteil im Saatgut völlig überzogen.
Die vielgerühmte und immer wieder gefordertete Nachhaltigkeit und Standortgerechtheit bei der Saatgutwahl von Timothe und Wiesenschwingel wird hier wieder einmal ignoriert.
Also sind Timothe und Wiesenschwingel auch hier hinausgeworfenes und verlorenes Geld und verlorene Investition in die Zukunft für Bauern mit Futterwiesen - LandWIRTSCHAFT.
Q: EGGER H: 13.03.2014 Grünland – Achtung, fertig, Start
http://www.bauernzeitung.at/?id=2500,1041306,,
Ich mache hier damit wiederholt aufmerksam, dass man also mit den vielfach propagierten ÖAG-Wiesen-Saatgutmischungen, aber auch anderen ähnlichen Mischungen man nur erwarten kann, dass leider nur grob rund die Hälfte der gesäten Arten langfristig nach 4 Jahren nur mehr als Futter bei neuangelegten Dauerwiesen über bleibt.
Bei Wieseneinsaaten oder Nachsaaten mit ÖAG-Mischungen zur Wiesenverbesserung steht es um den Erfolg von Aufgang und Anwuchs der gesägten Arten noch viel schlechter. Es können sich nämlich nur ganz wenige und nur die konkurrenzstärksten und durchsetzungsfähigsten Gräser etablieren.
Eine völlige Niete ist zB Timothe bei Nachsaaten wie folgende Abbildung von dem einzigen Mähwiesen-Nachsaatversuch von Pötsch hervorgeht:
Folgedessen sind sie konkurrenzbedingt selten wirklich erfolgreich. Erfolgen Wieseneinsaaten nur gelegentlich und ohne guter Unkrautbekämpfung ist ein Erfolg eher selten.
Erfahrungsgemäß breiten sich durch Bodenverletzungen und zu intensives Befahren in den letzten Jahren inzwischen sogar vermehrt Löwenzahn, Spitzwegerich, Ampfer und neuerdings stark Gemeine Rispe und verschiedene lästige Unkrauthirsen durch Zukaufstroh oder Fremdbodenaufbringung aus.
Die eigenen Erfahrungen zeigen, dass erst ständige Übersaaten in geduldiger Wiederholgung mit den wirklich wüchsigen Gräsern auf offenen Bodenstellen, ja inzwischen sogar jährlich mehrmalige Einsaaten die besten Chancen für bestmögliche Futterwiesenertäge bringen.
Wie lange sind solche Wiesenverbessungen notwendig?
Sicher werden sich viele das zu Recht fragen. Die Antwort ist relativ einfach aber sehr variabel. Die Wiesen muss man nämlich solange durch regelmäßige Einsaaten verbessern, bis man den vollen Erfolg der Saaten sieht. Nach eigenen Erfahrungen sieht man den Erfolg nach 3 Jahren dauernder Einsaat. In eher seltenen Fällen habe ich auch schon im Folgejahr sehr schöne Erfolge erlebt.
Da bei intensiverer Nutzung die Horstgräser nach 5 - 10 Jahren unweigerlich absterben ist bei intensiverer Nutzung dementsprechend eine häufigere Nachsaat notwendig. Erfolgt sie dennoch nicht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass dann sogar das Knaulgras schon nach 5 Jahren völlig verschwindet. Beständig sind dann nur mehr wertlose Arten die zudem ungern gefressen werden wie: Gemeine Rispe, Einjährige Rispe, Hirsen und viel Ampfer.
Der einzige gravierenden Nachteil von Glatthafer ist der, dass er nicht für feuchtere Wiesen geeigent ist. Da kann man aber auf den Wiesenfuchsschwanz setzen. Er hat nämlich in etwas feuchteren Wiesen wie Glatthafer die intrinsiche Tendenz zur Selbstausbreitung.
Die bemerkenswerte Nützlichkeit - der Effekt der natürlichen Selbstausbreitung von Wiesenfuchsschwanz in der Praxis, fehlt unerklärlich ebenso in der Gumpensteiner Wiesenforschung. Dabei ist derWiesenfuchsschwanz überhaupt das häufigste Wiesengras vieler Wiesen, nicht nur von besonderen Feuchtwiesen.
Leider haben das nur die Bayern genauer untersucht. Nach meinen vielen Wiesenbegehungen und Beratungen gilt die hohe Statigkeit und Frequenz von Wiesenfuchsschwanz sogar in NÖ mit meist nur 600 - 800 mm Jahresniederschlag in den Futterwiesengebieten.