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Mittwoch, 11. Juli 2018

Glatthafer Goldhafer wichtige Bergwiesengräser in Österreich

Glatthafer und Goldhafer
stärkste Gräser guter Futterwiesen
für den fortschrittlichen extensiveren Grünlandbetrieb auch in Ungunstlagen mit Spitzenfutterqualität ohne Intensivierungsbedarfund gleichzeitig heimisch, konkurrenzstark, langlebig undmäßigem Düngebedarf
Überlegene Glatthafer Ertragswirkung im Feldfutter ab dem 2. Ertragsjahr !

Überlegene ROTKLEE Ertragswirkung im Feldfutter NUR IM ERSTEN Ertragsjahr !

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Glatthafer und Goldhafer sind LANGFRISTIG die kampfkräftigsten und durchsetzungsfägigsten heimischen Gräser vieler unserer Futterwiesen.
Noch dazu sind diese 2 Gräser ohne Zweifel stark in den Jugendentwicklung und das langfristig. Das kann man von meisten anderen Futtergräsern nicht behaupten. Warum wird dann GLATTHAFER nicht so breit wie möglich eingesetzt und bestmöglich genutzt? - Weil unser SYSTEM dazu viel zu 

wenig flexibel ist. Gerade was GLATTHAFER und zT GOLDHAFER betrifft ist das SYSTEM: übersteigert orthodox und betont dogmatisch lehrhaft, unbeweglich, einseitig, festgefahren, wenig verbesserlich, engstirnig, rechthaberisch und starrköpfig - einfach ziemlich blind und einäugig. Schuld ist, dass nur eine viel zu kleine offizielle monistische Forscher - und Vordenkerschule den Ton angibt - und damit fehlt einfach eine beflügelnde Konkurrenz in der Futterwiesenforschung. Darin sehen freie Vordenker wie Roman SCHAFFER , Norbert ECKER und eloquente EM- und Steinmehlpropagandisten ihre gewerbliche Chance. Das ist meine überzeugende und freie Meinung.

Der breite nützliche Einsatz beider Arten als gute Gräser für viele Wiesensaatgutmischungen und vor allem Nachsaatmischungen wird in Österreich von gewissen Experten geradezu hysterisch gemieden und totgeschwiegen. Erklärbar ist das durch starre scholastisch tradierte kaum überprüfte und veraltete, verstaubte Lehrbuchmeinungen zu Wiesenmischungen und eine neue grünorientierte Scheu der zuständigen Forscher zur Ertragsforschung.

Es scheint, es herrscht bei ihnen eine blinde wie viel stärkere Liebe zur Blumenwiesenliebhaberei. Man hängt sich mit den ÖPUL-Beschränkungen viel lieber das grüne Röckchen der modisch gewordenen Biodiversitäts - Liebhaberei um, statt nach den bestmöglichen Erträgen für Futterwiesen für die Praxis zu forschen. Von der Universität bis zu den Anstalten des Ministeriums vernachlässigt man zusehends mehr die einkommensbildende Produktionsforschung zugunsten produktionshemmender Umweltforschung - und das in einer vergleichsweisen zu anderen Ländern recht problemarmen Agrarumwelt. Deshalb verlangen die Bundesländer zunehmend praxis-, ertrags- und betriebsorientierte Fachhochschulen, wo was wirklich produktives für die Betriebe gelehrt und gelernt wird. Die heutigen Argraruniversitäten scheinen mehr Lehrwissen zur Kontrolle der Bauern auszubilden durch: Schadstoffhysterie bis letzten auffindbaren Schadstoffmolokül und für die Brüsseler Agrarbürokratie mit immer mehr fehlendem Praxisbezug und bürokrativer Gängelung der Bauern. Dazu hat auch PÖTSCH von Gumpenstein einen erheblichen Beitrag geleistet - durch seine für fortschrittliche Bauern nachteilhaften N-AnfallsBerechnungen je Kuh und seine sehr zweifelhaften und von Praxiserfahrungen weit abweicheneden problematischen Berechnungen der Wirtschaftsdüngerwirkung (vermutlich durch fehlende Repräsenativität und BIAS) geleistet, mit der er samt seiner überscharfen Wasserrechtsgesetzauslegung seine Studenten löchert und impft.


Dabei übersehen die Agrarwiesenforscher in ihrem Elfenbeinturm vermutlich aus bestimmtem Umweltfanatismus die wunderbaren Ertragskräfte von den zwei urheimischen Futtergräsern GLATTHAFER und GOLDHAFER.
Ihre gewaltige Rasselpropaganda allein für die ÖAG-Mischungen, die zumeist ohnedies nur am Papier und per Kommission konstruiert wurden

-ich nenne das ab nun SCHREIBTISCHMISCHUNGEN -

und deren langfristige dauerwiesengemäße Ausdauer der einzelnen Arten dabei aber sie bis heute scheinbar nicht überprüft haben - weil bislang undokumentiert - dürfte ihnen den Blick für das praktische Gedeihen und Vorkommen der einzelnen Gräserarten in der heutigen Futterwiesenbetrien ziemlich verstellen.


Würde die heimischen Forscher die wahren Naturpotentiale dieser zwei guten und lange bekannten Futtergräser genauer beobachten und studieren, würde es ihnen wie die Schuppen von den Augen fallen, welche breiten ertraglichen und ökologischen Nutzeneffekte sich damit verbinden. 

So ist es mir vorbehalten, Bauern die wirklich von Futterwiesen leben und ihr Einkommen daraus generieren müssen von dem überragenden polyvalenten Mehrfachnutzen dieser zwei Futtergräser zu informieren.

Seitdem ich mich immer stärker mit den einzelenen Pflanzen von Futterwiesen beschäftige, ist mir immer stärker im Bewußtsein klar geworden, dass ja diese zwei besonders ohnedies als edel eingestufte Futtergräser (Futterwertzahl: 7) auch noch dazu gepaart sind: mit einer ganz besonders aufälligen Wuchskraft und einem starken Durchsetzungsvermögen. Also alles was man sich für alle Wiesenmischungen schon längst wünscht und wonach man schon lange sucht. Aber weil diese Arten sowenig in den derzeitigen Mischungen vorkommen, sieht man den wunderbaren "HAFER-Effekt nach HUMER" kaum.

Ich frage mich daher seit Jahren immer mehr, warum man diese wunderbaren und weitaus beständigeren und nachhaltigeren Nutzkräfte nicht viel mehr in die Hand den Bauern geben will
  • als Dauerwiesenmischungen
  • als Nachsaatmischungen
  • als Feldfuttermischungen.

Wer die Naturkräfte dieser zwei wunderbaren heimischen Naturgräser einmal kennt, dem fällt sofort auf:

Glatthafer und Goldhafer entwickeln von Natur aus gewaltige Futtermatten und noch dazu mit einem bescheidenem Düngeaufwand wie er ohnedies von vielen Betrieben betrieben wird und noch weit und den österr. offiziellen SGD-Dünge-Empfehlungen für optimale Höchsterträge liegen.


Die Natur hat diese Gräser noch dazu so intrinsisch günstig ausgestattet, dass sie bei mittler und mäßiger Düngung ihre optimale Entfaltung haben und keine intensive Bewirtschaftung brauchen und auch nicht wollen.

Dazu kommen noch folgende weitere Vorteile:
  • weil sie hohe und dichte Bestände bilden, unterdrücken sie leicht unerwünschte bodenkriechende Unkräuter als natürliche Kampfmischung gegen Unkräuter.
  • weil sie keine immer frühere und intensivere Vielschnittnutzung wollen und brauchen.


Intensivwiesen verlangen dagegen mit den heute propagierten Massenertragsgräsern wie Raygräsern und Knaulgras dagegen immer frühere und öftere Nutzungen und eine höhere Nährstoffversorgung. Dazu kommt nochfür bessere Futterqualitäten immer mehr bodenschädliche Überfahrten mit immer schwerem Gerät. 

Es ist noch viel zu wenig bekannt und vor allem zuwenig bewußt, dass es beiimmer mehr Überfahrten zur problematischenGatschbodenbildung kommt. Das ist erst recht der Hauptgrund für die Förderung der die Gemeine Rispe, die allein auch auf zerfahreneGatschböden gut wachsen kann, nicht aber die Kulturgräser.
gefördert. Und zwar infolge der immer mehr Nutzungen infolge oberflächennaher Bodenstrukturzerstörung durch häufiges Zerfahren bei zu feuchtem Boden. 

Heute sind ja bei fortschrittlichen Betrieben inzwischen 5 Nutzungen selbst in Bergregionen in NÖ durchaus üblich. In Gunstlagen des Voralpengebietes sind mir in NÖ sogar schon 7-Schnittnutzungen bekannt. Früher galt diese extreme Nutzungsintensität in Österreich nur für das Bodenseegebiet.

Was ist nun so überzeugend, dass Glatthafer und Goldhafer so ideale Futtergräser sind?
1.
Meine letzten Recherchen ergaben zu GLATTHAFER folgendes unerwartetes erfreuliches Bild:


In Nationalparks der USA, in Tschechischen und in Wien wird
Glatthafer von den Naturschützern nicht als wertvolles Futtergras, vielmehr neuerdings sogar als unerwünschter invasiver Neophyt eingestuft, weil er sich ohne Zutun allein so stark ausbreiten kann. Da muß doch jeder Futterbauer aufhorchen! Glatthafer ist ja bei uns ein wertvolles Futtergras im Spitzenbereich mit Futterwertzahl 7 !


Zur 
Den sich in Wiesen- oder NATIONALPARKS immer mehr ausbreitenden Glatthafer haben daher mit verschiedener Beweidungszeiten mit der bekannten Weideempfindlichkeit zurückdrängen wollen. Folgende Grafik zeigt andererseits die Straße zum Erfolg für Futterwiesenbauern wie dagegen mit Weide GLATTHAFER vielmehr vermehren kann - wahrscheinlich durch Herbstweide! 

Glatthafer bei Beiweidung dt PRAG 2012.jpg


In Tschechien wollte man wissen wie man den Glatthafer durch Weide bekämpfen kann! Weil er immer mehr zunahm - was ja für Futterwiesen geradezu optimal ist. Es stellte sich heraus, daß Glatthafer selbst bei Weide mit Ziegen und Schafen zwar dann einwenig weniger wird, aber

  • NUR an 2 von 7 Standorten ( a large decline of Arrhenatherum elatius in the localities Podbabske skaly and Baba, siehe Tabelle 4 unten, Q: Dostalek Frantik)
  • und dennoch immerhin ca 5 - 10% Glatthafer im Bestand bleiben von den anfänglichen ca 15% im Bestand.
Glatthafer PRAG nur an 2 Orten durch Beweidung weniger 2006 GLH markiert.jpg

Man sieht, dem Glatthafer schadet eigentlich nur die Frühjahresweide spürbar, wenn die jungen Triebe zertreten werden. Weide im Herbst fördert vielmehr zusätzlich den Glatthafer auffällig. Das kommt sicher vielen Betrieben mit ihrer häufigen Herbstweide sehr entgegen und sollten sie daher ohne besonderen Kostenaufwand nutzen.



Das einzige was dazu nötig ist:

Man braucht die Wiesen also einfach nur mit Glattfhafer Saatgut auffrischen.Und schon hat genau jenes SUPER Gras im Bestand, das von allen von Natur aus am durchsetzungskräftigsten ist, sehr beständig ist und am längsten hält.Leider fehlt Glatthafer in den heutigen allermeisten Wiesenmischungen. 

Diese Erkenntnis und meine Erfahrungen mit verschiedenen Mischungen bei intensiver Mutterkuhweide in Kreuzstetten im nö. Weinviertel sowie die eigenen Feldfuttermischungsveruchen in Amstetten bestätigten mir seit Jahren den Erfolg mit Glatthafer.


Glatthafer bei 11Jahre Beiweidung dt PRAG 2012.jpg

Leider wird in der Lehre das vielfach bloß verstaubt gelehrte aber nicht überprüfte Lehrbuchwissen gelehrt, dass der Glatthafer so gut wie nicht weidetauglich sei und verschwinden würde.

Wenn man sich den Kurvenverlauf der Entwicklung von Glatthafer unter Weide als Maßstab hernimmt und mit der Entwicklung von Timothe, Wiesenschwingel etc vergleicht, müßte man analog bei diesem Prinzip noch viel, viel deutlicher sagen, daß wegen ihrer vielen massiveren Abnahme im Vergleich zu Glatthafer und innerhalb weniger Jahre sogar - dass vielmehr 
Timothe, Wiesenschwingel für Dauerwiesen langfristig völlig tauglich wären.


Glatthafer bei Beiweidung fullengl PRAG 2012.jpg

Quelle:
The Impact of Different Grazing Periods in Dry Grasslands on the Expansive Grass Arrhenatherum elatius L. and on Woody Species
Jirı Dostalek • Tomas Frantık
Environmental Management (2012) 49:855–861
DOI 10.1007/s00267-012-9819-4

Dry grassland plant diversity conservation using low-intensity sheep and goat grazing management Prague -Dostalek Frantik
http://www.parkpruhonice.cz/mykosym/download/articles/Dostalek%20and%20Frantik_2008__Biodivers%20Conserv.pdf
Biodivers Conserv (2008) 17:1439–1454
DOI 10.1007/s10531-008-9352-1

Glatthafer besitzt nämlich alleine und ohne Zutun auf Wiesen und Rainen die stärkste natürliche Massenausbreitungkraft von allen unseren guten Futtergräsern, gefolgt vom Goldhafer und Knaulgras. Clevere Futterbauern werden dieses neue Wissen um diese Ausbreitungskraft sofort nützen.

Damit GLATTHAFER in Futterwiesen und genau sogut wie in Feldfuttermischungen wächst, muß er klarerweise wie alle Futtergräser erst einmal durch Anbau ausgesät werden. Mehrere eigene mehrjährige Versuchserfahrungen an der Lw. Fachschule Gießhübl zeigten mir folgendes Bild:

Glatthafer zeigte in meinen Versuchen schon mit bloß 1 kg Saatgut je ha bei mehreren Neuanlagen und Mischungszusammensetzungen einen unerwartet sicheren Aufgang und Anwuchs. Trotz 4 Schnitte je Jahr lieferten die Bestände einen beachtlichen Glatthaferanteil von sogar 5-10% der Aufwuchsmasse mehrjährig über alle Jahre und Schnitte - und das bei mäßiger Düngung. Deshalb werden ca 5 - 8 kg/ha eine optimale Saatgutmenge sein. 

Meine guten Erfahrungen mit Glatthafer fanden bei den österr. staatlichen Grünlandsaatgutexperten in Gumpenstein trotz wiederholten Hinweisen bei mehreren Besprechungen und Seminaren zum Erkennen von Grünlandpflanzen kein Gehör und stießen vielmehr geradezu auf empörte Ablehnung weil sie meine unverhüllten, unerwarteten Erfahrungen und Ideen als Vordenker noch ziemlich überfordern. So hat man die schon bestehende Vielzahl an Mischungen als Ausrede, als wenn das schon ein wissenschaftliches Argument. 

Auch die Narbendichte hält man bei GLATTHAFER für bedenklich. Dabei gibt es meinen Erfahrungen nach nicht nicht einmal einen sauberen wissenschaftlich definierten und klar beschriebenen Standard und noch weniger eine BIAS freie und sauber reproduzierbare Methode zur Bestimmung der Narbendichte samt der vermeintlich erwiesenen wirtschaftlichen Nützlichkeit. Hoffentlich meint da nicht jeder was anderes unter Narbendichte.

Die Gumpensteiner Grünlandsaatgutexperten PÖTSCH und BUCHGRABER dürften nämlich sogar ihren eigenen Versuchsergebnisse nicht trauen, nicht kennen oder entweder nicht wirklich ernst nehmen. PÖTSCH und BUCHGRABER haben nämlich selbst folgendes Wissen in ihren Schriften so zusammen gefaßt, wie es hier von mir so auf folgenden Nenner gebracht wird:

Sogut wie immer, wenn Glatthafer in einer vielen Versuchs - Wiesen- oder Feldfuttermischung angbaut wurde entwickelte er sich nahezu am besten aller gesäten Gräser. Glatthafer und teils auch Goldhafer und Knaulgraswurde mit den Jahren nicht wie die meisten Gräser weniger sondern nahmen fast immer auffällig und sogar beträchtlich zu. Die meisten anderen anbauten Gräser und von den Gumpensteinern heute noch unverständlich hochgelobten Zuchtgräsern wie vor allem WiesenschwingelTimothe, Englisches Raygras und teils Wiesenrispe werden dagegen in der Regel in wenigen Jahren nach dem Anbau immer weniger und sind dann teils extrem ausgedünnt, bis auf eher seltenere Sonderstandorte abgesehen- also schnell verlorenes Kapital bei Dauerwiesen, die JAHRZEHNTE halten sollen wie der HINWEIS mit "DAUER" wohl bedeuten soll.

Zusammengefaßt bedeutet das, dass die Gumpensteiner Superwiesen - Saatgutexperten bis heute Wiesensaatgutmischungen über die ÖAG und das Saatgutgestz propagieren von denen teils über die Hälfte der gesäten Saatgutgräser in der Entwicklung schon ab dem zweiten bis vierten Jahr stark abnehmende Tendenz hat in den Wiesen ja nahezu verschwinden. Sie täuschendamit viele unerfahrene Landwirte auf diese Weise: bei den vielen Grünlandtagen zeigen sie nämlich nur die einjährigen TOP-Bestände dem Publikum. Da sind noch die meisten gesäten Arten noch täuschend mächtig enthalten und auffallend dichter als in späteren Jahren. Sie vorführen und zeigen damit fast immer nur Saatgutmischungen her, wo man in der Regel die angesäten Arten nur in ihrem ersten und besten Jahr und Lebenswuchsstadien sieht. Sie täuschen das Publikum mit einem beliebten und klassichen wissenschaftlichen Fehler der Täuschung durch den schon lange bekannten BIAS Effekt. Also verwendet man die Methode der Potemkinschen Dörfer - also nur das Herzeigen was schön und optimal aussieht, aber in der Realität später selten der Fall ist. Eine Schwalbe im Sommer macht eben noch keinen Sommer, sagt der Volksmund dazu. Dieses Sprichwort entspricht damit genau der Schönung und Täuschung durch BIAS. Es fehlt damit die entscheidende Repräsentativität, weil die wichtige Nachhaltigkeit von Dauerwiesen im Dunkeln bleibt.

Ein vergnügliches wie lehrreiches Buch zu verschiedensten BIAS Fehlern kann ich dazu allen Interessierten und Managern empfehlen:

Rolf Dobelli

DIE KUNST DES KLAREN DENKENS

52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
http://ebooks.pintube.at/die-kunst-des-klaren-denkens-52-denkfehler-die-sie-besser-anderen-uberlassen-epub-mobi-download/




So gut wie nichts habe ich bisher bei den vielen Tagungen oder Vorträgen von den Gumpensteinern gehört, wie sich die Bestände mit den propagierten TOP-ÖAG-Sorten und Gräserarten aus den Gumpensteiner Erfahrungen langfristig entwickeln. Dass sich langfristig nur ganz bestimmte und wenige Gräserarten wie Glatthafer, Goldhafer und zum Teil wenige andere dauerhaft halten, steht nämlich wie gut versteckt nur in den ohnedies von Bauern kaum gelesenenVersuchsberichten wie diesem:

BUCHGRABER DAFNE Goldhafer und Glatthafer gut durchsetzten.jpg

von GERL und BUCHGRABER.


Ein Beleg Beispiel dafür ist:
Beispiel mit 4jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (GERL S. M., 2000)
GERL200,DWBGumpblaueArten.jpg
GERL200,DWBGumpblaueArten.jpg
GERL200,DWBGumpblaueArten.jpg


Quelle: GERL Sigrid M,2000: Entwicklung des Pflanzenbestandes, Ertrag und Futterwert von Qualitätssaatgutmischungen für Feldfutterbau und Dauergrünland.Herausgeber Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein,A-8952 Irdning, Druck, Verlag und 2001, Bundesanstalt für alpenländische

Glatthafer und Goldhafer - 
die starken Gräser, die nach dem Anbau mehr werden und nicht weniger werden wie Wiesenschwingel und Timothe 

2.Beispiel mit 3jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (HIETZ, 2009)

Hietz,Diss,ÖAG-DieSaat,DauerwieseB,3Schnitt.jpg
Hietz,Diss,ÖAG-DieSaat,DauerwieseB,3Schnitt.jpg
Hietz,Diss,ÖAG-DieSaat,DauerwieseB,3Schnitt.jpg

Abbildung 22: 
Zusammensetzung der Saatgutmischung und Entwicklung der Pflanzenarten (Mittelwert der Fl%) bei der „ÖAG DIE SAAT Dauerwiesenmischung B“ für mittelintensive Bewirtschaftung (bis zu 3 Nutzungen je Jahr) für mittlere (und trockene) Lagen - an den Standorten mit Dreischnittnutzung (Winklhof, Freistadt, Litzlhof und Rotholz) Quelle: LFZ Raumberg-Gumpenstein 2004.

Im ersten Hauptnutzungsjahr dominierten Glatthafer (Arrhenatherum elatius),Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Englisches Raygras (Lolium perenne) und Weißklee(Trifolium repens) den Bestand.

Kommentar von Dr. Marianne HIETZ:

Glatthafer konnte sich 3 Jahre nach der Ansaat mehr als verdreifachen und im Verleich zum Anlagejahr fast verzehnfachen !!!
Damit wurde Glatthafer mit Knaulgras (Dactylis glomerata) und Goldhafer (Trisetum flavescens) zu den Hauptbestandesbildnern des Grasgerüstes.

WiesenschwingelTimothe (Phleum pratense) und Englisches Raygras konnten sich im Anlagejahr und im ersten Hauptnutzungsjahr gut im Bestand etablieren und wurden in den beiden darauf folgenden Jahren von den konkurrenzkräftigeren Arten zurückgedrängt. Der Rotschwingel (Festuca rubra), eine Kulturart mit langsamer Anfangsentwicklung, konnte sich nicht durchsetzen und blieb über alle Versuchsjahre in konstant geringen Anteilen im Bestand erhalten.

Q: HIETZ M. Auswirkungen der Saatgutqualitäten sowie der Arten- und Sortenauswahl von Gräser- und Kleearten bei internationalen Dauergrünlandmischungen auf den Pflanzenbestand im Österreichischen Alpenraum, , Dissertation Dipl.-Ing. Marianne Anita HIETZ, Wien Oktober 2009

Entwicklung eines Grünlandbestands nach Neuansaat, bei wenig intensiver Be­wirtschaftung nach Hans EGGER, LK Kärnten:

EGGER Glatthafer optcolor.jpg 
Man beachte auch hier wieder die klare Überlegenheit von Glatthafer in der Nachhaltigkeit von Ausdauer und Stabilität in diesem 2013 neu publizierten Versuch! 
Timothe und Wiesenschwingel erweisen sich wiederum als die großen Verlierer und hier mit einem 25% Anteil im Saatgut völlig überzogen.
Die vielgerühmte und immer wieder gefordertete Nachhaltigkeit und Standortgerechtheit bei der Saatgutwahl von Timothe und Wiesenschwingel wird hier wieder einmal ignoriert. 
Also sind Timothe und Wiesenschwingel auch hier hinausgeworfenes und verlorenes Geld und verlorene Investition in die Zukunft für Bauern mit Futterwiesen - LandWIRTSCHAFT.

Q: EGGER H: 13.03.2014 Grünland – Achtung, fertig, Start
http://www.bauernzeitung.at/?id=2500,1041306,,


Ich mache hier damit wiederholt aufmerksam, dass man also mit den vielfach propagierten ÖAG-Wiesen-Saatgutmischungen, aber auch anderen ähnlichen Mischungen man nur erwarten kann, dass leider nur grob rund die Hälfte der gesäten Arten langfristig nach 4 Jahren nur mehr als Futter bei neuangelegten Dauerwiesen über bleibt.

Bei Wieseneinsaaten oder Nachsaaten mit ÖAG-Mischungen zur Wiesenverbesserung steht es um den Erfolg von Aufgang und Anwuchs der gesägten Arten noch viel schlechter. Es können sich nämlich nur ganz wenige und nur die konkurrenzstärksten und durchsetzungsfähigsten Gräser etablieren.
Eine völlige Niete ist zB Timothe bei Nachsaaten wie folgende Abbildung von dem einzigen Mähwiesen-Nachsaatversuch von Pötsch hervorgeht:

Timothe Wirkung null bei ÖAG Nachsaatmischungen,pötsch dafne 2012,b.jpg
Timothe Wirkung null bei ÖAG Nachsaatmischungen,pötsch dafne 2012.jpg

Folgedessen sind sie konkurrenzbedingt selten wirklich erfolgreich. Erfolgen Wieseneinsaaten nur gelegentlich und ohne guter Unkrautbekämpfung ist ein Erfolg eher selten.

Erfahrungsgemäß breiten sich durch Bodenverletzungen und zu intensives Befahren in den letzten Jahren inzwischen sogar vermehrt Löwenzahn, Spitzwegerich, Ampfer und neuerdings stark Gemeine Rispe und verschiedene lästige Unkrauthirsen durch Zukaufstroh oder Fremdbodenaufbringung aus.
Die eigenen Erfahrungen zeigen, dass erst ständige Übersaaten in geduldiger Wiederholgung mit den wirklich wüchsigen Gräsern auf offenen Bodenstellen, ja inzwischen sogar jährlich mehrmalige Einsaaten die besten Chancen für bestmögliche Futterwiesenertäge bringen.



Wie lange sind solche Wiesenverbessungen notwendig? 


Sicher werden sich viele das zu Recht fragen. Die Antwort ist relativ einfach aber sehr variabel. Die Wiesen muss man nämlich solange durch regelmäßige Einsaaten verbessern, bis man den vollen Erfolg der Saaten sieht. Nach eigenen Erfahrungen sieht man den Erfolg nach 3 Jahren dauernder Einsaat. In eher seltenen Fällen habe ich auch schon im Folgejahr sehr schöne Erfolge erlebt.
Da bei intensiverer Nutzung die Horstgräser nach 5 - 10 Jahren unweigerlich absterben ist bei intensiverer Nutzung dementsprechend eine häufigere Nachsaat notwendig. Erfolgt sie dennoch nicht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass dann sogar das Knaulgras schon nach 5 Jahren völlig verschwindet. Beständig sind dann nur mehr wertlose Arten die zudem ungern gefressen werden wie: Gemeine Rispe, Einjährige Rispe, Hirsen und viel Ampfer.

Der einzige gravierenden Nachteil von Glatthafer ist der, dass er nicht für feuchtere Wiesen geeigent ist. Da kann man aber auf den Wiesenfuchsschwanz setzen. Er hat nämlich in etwas feuchteren Wiesen wie Glatthafer die intrinsiche Tendenz zur Selbstausbreitung.



Die bemerkenswerte Nützlichkeit - der Effekt der natürlichen Selbstausbreitung von Wiesenfuchsschwanz in der Praxis, fehlt unerklärlich ebenso in der Gumpensteiner Wiesenforschung. Dabei ist derWiesenfuchsschwanz überhaupt das häufigste Wiesengras vieler Wiesen, nicht nur von besonderen Feuchtwiesen.
Leider haben das nur die Bayern genauer untersucht. Nach meinen vielen Wiesenbegehungen und Beratungen gilt die hohe Statigkeit und Frequenz von Wiesenfuchsschwanz sogar in NÖ mit meist nur 600 - 800 mm Jahresniederschlag in den Futterwiesengebieten. 

Samstag, 30. Juni 2018

Jakobskreuzkraut ruiniert Wiesen Vieh und Honig

Stand: 4. September 2017

Vom Futterwiesenexperten HUMER mit 14 Jahren Erfahrung mit Kreuzkräutern auf Grünland

Zur Gefahr der Massenausbreitung von giftigem Jakobskreuzkraut auf Wiesen
Warum Jakobskreuzkraut Wiesen, Vieh, Milchwirtschaft und Imkerei schädigt
Jakobskreuzkraut – Gefährliche Massenausbreitung erkennen und eindämmen 
Jakobskreuzkraut – Gefährliche Massenverunkrautung nicht zulassen


Jakobskreuzkraut gefährdet Wiesen, Vieh, Milchwirtschaft und Imkerei

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobae) wurde in letzten Jahren zum gefährlichsten Unkraut im extensivem Grünland. Die lange und schwere Dürre von Mai bis August 2017 begünstigte die Ausbreitung dieser Giftpflanze in Niederösterreich. Im Juli schoss das Jakobskreuzkraut trotz größter Trockenheit mit besenbuschigem, goldgelbem Blütenflor - oft unbemerkt - meterhoch auf ungemähten Rainen und Wegrändern.
In Deutschland überwuchert das Jakobskreuzkraut Wiesen bereits in einem nie erwarteten Ausmaß (Pfeil, 2017). Ökologisch motivierte Bekämpfungsverbote verhindern die Eindämmung mit effektiv wirksamen Mitteln. Die massenhafte Ausbreitung der goldgelben Giftpflanze ist eine Bedrohung für das Wirtschaftsgrünland. Ausgangspunkte sind vernachlässigte Weiden, Pferdekoppeln, Brachflächen, Straßenböschungen und verwildernde Naturschutzwiesen. In Österreich breitet sich das Wasserkreuzkraut und Alpenkreuzkraut zunehmend aus. Erst mit der eindeutigen Identifizierung der Kreuzkräuter ist die gefährliche Ausbreitung zu erkennen. So können künftig Futtervergiftungen, Tierverluste und Leistungseinbußen vermieden werden.

Gefahr für Wiesen, Vieh und Imkerei
Alle drei genannten Kreuzkrautarten sind heimisch vorkommende Arten und verbreiten sich zunehmend invasiv. Keine andere Pflanzenart hat ein so großes Gefährdungspotential wie Jakobskreuzkraut, weil es Wiesen, Vieh, Milchwirtschaft und Imkerei bedroht. In Österreich und auch in dem Nachbarländern waren bis vor wenigen Jahren Kreuzkräuter in Futterwiesen bedeutungslos. Seit der Umsetzung von biodiversitätsfördernden Extensivierungsprogrammen kommt es zu einer auffälligen Zunahme von Kreuzkrautarten sowie einiger anderer Giftpflanzen. Bevor sich das Jakobskreuzkraut auch in Österreich noch stärker ausbreitet, soll dieser Beitrag die Ausbreitungsgefahren aufzeigen und über Eindämmungsmöglichkeiten informieren.

Die hohe Giftigkeit aller Kreuzkrautarten
Alle Kreuzkrautarten sind hochgradig giftig und für Mensch und Tier lebensbedrohend. Von Jakobskreuzkraut sind tödliche Vergiftungen von Weidevieh aus Deutschland, England, Kalifornien und Tasmanien bekannt. Auch In Niederösterreich und Vorarlberg verendeten bereits Rinder, Pferde und Schafe durch Wasserkreuzkraut und Alpenkreuzkraut (Gerhold, 2000). Auch bei Wildtieren sind tödliche Jakobskreuzkrautvergiftungen bekannt. Das Auftreten tödlicher Vergiftungen durch Kreuzkräuter ist unwiderlegbar, sie wird aber von Naturschützern als zu duldende Gegebenheit verharmlost. Zunächst ist es wichtig, dass Landwirte die giftigen Kreuzkräuter von anderen harmlosen gelbblühenden Wiesenpflanzen klar unterscheiden können.

PA-Toxine verursachen Seneziose
Bei allen Kreuzkräutern geht die tödliche Gefahr von mehreren, stark leberschädigenden Toxinen aus (Pyrrolizidinalkaloide, kurz: PA). Die komplexen Abläufe bei der Erkrankung erschweren das Erkennen von Kreuzkraut-Vergiftungen. Dazu kommen mentale Hürden in der Aufklärung bei Vergiftungen. Alle Pflanzenteile der Kreuzkräuter sind giftig. Die Blüten haben die höchsten PA-Gehalte. Vergiftungsursache ist die Überforderung der Leber bei der Entgiftung. Erst im Stadium schweren Leberversagens werden Vergiftungssymptome sichtbar. In diesem Stadium ist es für eine Behandlung bereits zu spät und die Tiere sterben. Landwirte in Niederösterreich und Vorarlberg beschreiben, dass der Tod der Tiere in wenigen Tagen eintritt oder es kommt zum wochenlangen Dahinsiechen. Verantwortlich in allen tödlichen Vergiftungen war in Niederösterreich die Alleinfütterung von Wiesenfutter mit hohem Kreuzkrautanteil. Die Diagnose wird durch unterschiedliche Symptome erschwert. Nach dem Fressen von Kreuzkräutern können Vergiftungserscheinungen aber noch nach drei Monaten auftreten. Verendet Vieh in Gebieten mit Vorkommen von Kreuzkräutern unerklärlich, muss eine Vergiftung mit Kreuzkraut in Betracht gezogen werden. Die Erkrankung tritt bei Rind, Pferd, Schwein, Geflügel stark und bei Schafen und Ziegen abgeschwächt auf, sie wird als Seneciose oder Schweinsberger Krankheit bezeichnet.

Die vielfältigen Symptome von Kreuzkraut-Vergiftungen
Festliegen, Appetitlosigkeit, Milchleistungsabfall, überfüllter Pansen durch gelähmte Pansenmotorik, struppiges Fell, Trägheit, Krämpfe, Konditionsverlust, Abmagerung, Müdigkeit, Apathie, Gangstörung, zielloses Umherwandern, Orientierungsstörung und dadurch gehäufter Absturz auf Almen, blutiger Durchfall, Verwerfen, Lichtempfindlichkeit und Neigung zu Sonnenbränden.

Auswirkungen auf die Milchwirtschaft
Problematisch ist auch der Übertritt von PA-Toxinen in die Milch (Jungmann, 2014), die aus Heu oder Silagen als Alleinfutter von stark verseuchten Kreuzkrautwiesen produziert wird. Schwierig zu diagnostizierende Vergiftungssymptome durch Milchvergiftungen wurden bei Almpersonal infolge beweidetem Alpenkreuzkraut bekannt (Gerhold, 2000). Die massive Kreuzkrautausbreitung hat unabsehbare Auswirkungen auf Mensch und Milchwirtschaft. Es sind vor allem die extensiv und schwierig bewirtschafteten Grünlandregionen betroffen. Die Verhinderung der Ausbreitung aller Wiesen-Kreuzkräuter, darf nicht nur ein agrarwirtschaftliches Anliegen, sondern muss auch ein volkwirtschaftliches sein.

Wird Kreuzkraut gefressen oder gemieden?
In Silagen und Heu steckt das größte Risiko für Vergiftungen, weil die Tiere bei konserviertem Futter nur eine verminderte Möglichkeit zur Futterselektion haben. Im grünen Zustand meiden die Tiere Kreuzkräuter wegen des bitteren Geschmackes, aber bei Heu und Silage geht die Fresshemmung verloren, nicht aber die giftigen Inhaltsstoffe. Faktum ist, dass mehrere tödliche Rindervergiftungen bei Verfütterung von Ballensilagen und Heu von stark mit Wasserkreuzkraut befallenen Wiesen auftraten. Zu tödlichen Pferdevergiftungen kam es im Dürrejahr 2003 durch extrem kurzrasige Beweidung der bodennahen Kreuzkrautrosetten als Folge großen Wiesenfuttermangels. Mit eigenen Augen habe ich weidende Kühe beobachtet, die ein Kleegrasfeld samt Wasserkreuzkraut ohne Selektion abweideten. Auch Jungrinder auf Weiden fressen die höchst giftigen Blütenstände von Jakobskreuzkraut. Wird ausreichend zugefüttert, fressen Pferde auf Weiden kein Jakobskreuzkraut.

Jakobskreuzkraut-Standorte
Es wächst auf sonnig warmen, trockenen, ungedüngten Standorten, wo sich der Boden leicht erwärmt und auch andere wärmeliebende Arten wie Glatthafer und Labkräuter auftreten. Als Verwilderungszeiger gedeiht es meist auf gestörten Sand- aber auch auf Lehmböden und in allen Niederschlagslagen zwischen 500 bis 2000 mm. Jakobskreuzkraut entwickelte 2017 im Waldviertel dichte und wüchsige Bestände mit über einem Meter Höhe auf steilen meist nur schwierig zu mähenden Böschungen neben Strassen, Feld- und Wiesenwegen sowie am Rand von Pferdekoppeln. Auch im Alpenvorland und in der Buckeligen Welt wächst es vereinzelt auf zertretenen Hutweiden. Alle angeführten Jakobskreuzkraut-Standorte in NÖ werden wegen ihrer schwierigen örtlichen Unzugänglichkeit und Unproduktivität nicht gedüngt und immer weniger gemäht, dies begünstigt diese gefährliche Ruderalpflanze. Jakobskreuzkraut breitet sich selbst auf Pferdekoppeln im trockenen, grünlandarmen Marchfeld in Massen aus. Dies zeigt, dass es selbst auf grünlandfernen, warmen Ackerbaustandorten auftreten kann. Jakobskreuzkraut ist eine Ruderalpflanze, da es auch in Industriebrachen auf kärglichen Boden zur Massenausbreitung und Verwilderung neigt. Auf gemähten Straßenböschungen ist Jakobskreuzkraut nur halb so wüchsig und bildet viel weniger Blüten. Mähen mindert die Vitalität, dies soll gegen die weitere Ausbreitung genutzt werden. Bodengestörte, ungemähte, ungedüngte, sonnige Säume von Wegen, Feldern, Wiesen, Wäldern, Pferdekoppeln und Christbaumkulturen bilden die Ausgangspunkte zur Ausbreitung auf extensivem Grünland. Die etwa hundertausend flugfähigen Samen einer einzigen Pflanze werden in der Umgebung von hundert Metern zerstreut. Auf brachen, mageren, lückigen und wenig gemähten Wiesen haben sie die besten Voraussetzungen zur Ausbreitung.

Gefahr für Pferdekoppeln und Standweiden
Trockene, lückige, magere Standweiden ohne Weidepflege mit Verwilderung aussämender Unkräuter weisen das größte Risiko einer Massenausbreitung mit Jakobskreuzkraut auf. Finden Tiere genug gutes Futter, ist Jakobskreuzkraut als Weidefutter nicht attraktiv. Bei Futterknappheit ist immer zu rechnen, dass Jakobskreuzkraut auch als Notfutter gefressen wird. Ohne ordnungsgemäße Nachmahd der Weidereste können durch die Futterselektion der Tiere immer mehr Jakobskreuzkrautpflanzen zur Blüte kommen und ausreifen. Ungepflegte Weiden fördern die Biodiversität – sie ist aber futterschädlich besonders durch die Ausbreitung von Jakobskreuzkraut und anderen Unkräuter.
Die zunehmende Flächenverseuchung von Jakobskreuzkraut in Pferdeweiden und Koppeln ist höchst alarmierend. Die dauernden Verletzungen der Grasnarbe mit Bodenöffnung infolge scharfen Huftritts bei Fluchtreaktionen der Pferde bieten dem Jakobskreuzkraut fortwährend Möglichkeiten zum Keimen und sich auszubreiten. Wird die Verunkrautung von Jakobskreuzkraut auf Weiden und Koppeln nicht erkannt und entfernt, wird auch das angrenzendes Wirtschaftsgrünland gefährdet.

Ursachen der Massenausbreitung
Der rote Faden für das invasive Massenauftretens von Jakobskreuzkraut ist nach vielen Quellen die Extensivierung von Grünland. Verstärkt wird die massive Verbreitung durch das Zusammenwirken weiterer Begleitumstände. Am Anfang der Massenausbreitung steht immer die Verringerung der langjährig bewährten sorgfältigen Grünlandbewirtschaftung. Die EU-weiten Cross-Compliance-Verpflichtungen mit landesweiten Dünge-, Umbruch- und Unkrautbekämpfungsverboten und Nutzungseinschränkungen auf Grünland und Acker begünstigen die Ansiedelung von Jakobskreuzkraut im höchst möglichen Flächenausmaß. Diese naturschutzfachlich gewollte Biodiversitätsförderung verursacht bei bestimmten, zumeist extensiven Wiesen die Rückkehr von vielen, schon lang vergessen geglaubten Giftpflanzen. Dazu zählen alle Kreuzkrautarten, besonders das Jakobskreuzkraut mit seiner Ruderal-Strategie: Verdrängung anderer Arten durch Rosettenbildung mit Nährstoffspeicherung, schnelles Wachstum, hohe Samenproduktion, rasche und frühe Samenreife, Störungstoleranz. Giftpflanzen und gefährliche Unkräuter sind für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft unakzeptabel, denn sie gefährden die Existenz von Grünlandbetrieben. Trotz Naturliebhaberei will niemand vergiftete Produkte!

Die Jakobkreuzkraut fördernden Faktoren
Treffen folgende Faktoren zusammen, wird Jakobskreuzkraut zum Massenunkraut auf Wiesen:
1.
Eine verminderte Wiesennutzung und Düngereduktion verursacht zunächst das allmähliche Aushungern und Absterben hochwertiger Futtergräser wie Raygras und Knaulgras. Je größer und abrupter die Nährstoffreduktion ist, desto schneller sterben die wertvollen Futtergräser ab und in der Wiesennarbe entstehen lückige Ruderalstellen (SUTER et al, 2010).
2.
In diesen Lücken breiten sich die nährstoffzwischenspeichernden Rosettenstadien von Kreuzkraut aus. So überwindet Kreuzkraut die Nährstoffarmut und Trockenheit der Standorte. Auch symbiotische Mykorrhiza-Pilze unterstützen Kreuzkräuter in nährstoffarmen Böden. Fördernd für das gute Wachstum von Jakobskreuzkraut wirkt eine vernächlässigte oder zu geringe Nutzung durch Mahd oder Weide. Auf diese Weise gelangt es leicht zur Samenreife.
3.
Bei der verpflichtenden Grünlandextensivierung samt Brachflächen und verwildernden Naturschutzwiesen haben Kreuzkräuter die besten Voraussetzungen zur landesweiten Ausbreitung erhalten.
4.
Die verminderte Bewirtschaftung und Erntearbeiten auf Extensivierungsflächen führt dazu, dass grabende Schädlinge wie Engerlinge, Ameisen, Mäuse, Maulwurf und Wildschweine zusätzlich die Grasnarbe vernichten. Das verschafft den Kreuzkräutern zusätzliche Keimreize sich anzusiedeln und kräftige Pflanzen mit starker Samenbildung zu bilden.
5.
Der durch den Klimawandel bedingte Temperaturanstieg begünstigt ganz besonders das wärmeliebende Jakobskreuzkraut und schwächt die nährstoff- und wasserbedürftigen Futtergräser.
6.
Die Verdrängung der existenzsichdernden Viehwirtschaft aus extensiven Grünlandgebieten bei gleichzeitiger Zunahme von Pferdebetrieben mit Weiden und Koppeln ohne Unkrautkontrolle und Düngung bietet Kreuzkräutern günstige Voraussetzungen zur Ausbreitung. Pferdewiesen werden aus Naturliebhaberei kaum gedüngt. Die schon vorhandene Nährstoffarmut dieser Böden, die Narbenverletzungen durch den Huftritt, hohe Pferdebesatzstärken und das Nicht-Erkennen der Gefahr von Jakobskreuzkraut wirken beschleunigend für die Ausbreitung.
7.
Derzeit besteht die Gefahr, dass Jakobskreuzkraut und Wasserkreuzkaut durch Massenpräsenz in Wirtschaftsgrünland eindringt. Damit werden großflächig Grünlandgebiete gefährdet und entwertet. Massiver Unkrautbefall durch bestimmte Dünge- und Bekämpfungsverbote entwerten Futterwiesen und Almen. Wildpflanzen sind oft Giftpflanzen und entwerten das Futter für die Veredelungswirtschaft. Nutzlos gewordene Wiesen führen zum Wertschöpfungsverlust und in der Folge zur Aufgabe der Tierhaltung und beschleunigen die Verwaldung und Abwanderung.

Giftpflanzen-Eindämmung mit Mahd und Chemie
Vor einer Bekämpfung ist zu klären, ob im Pflanzenbestand eindeutig Kreuzkräuter vorliegen. In Österreich wächst Jakobskreuzkraut auf Straßenböschungen, Pferdekoppeln, Hutweiden, Weg-, Wald- und Wiesenrändern. In Österreich bilden Wasserkreuzkraut im Waldviertel und Alpenkreuzkraut - oft unerkannt- sich gefährlich ausbreitende Massenbestände. Mit regulären Mitteln sie nicht mehr eindämmbar, da sie Bekämpfungsverboten infolge Bewirtschaftungseinschränkungen unterliegen. Das Jakobskreuzkraut kann bei geringem Besatz anfangs noch mit mehrmaliger Mahd und höhere Düngung zurückgedrängt werden. Bei Wasserkreuzkraut zeigt die häufigere Mahd dagegen keine eindämmende Wirkung. Bereits die N-Düngung um 100 kg N/ha wirkt hemmend für die Ansiedelung und Ausbreitung (SUTER und LÜSCHER, 2007). Der beste und einfachste Schutz bei noch geringer Ausbreitung von Jakobskreuzkraut ist die mindestens dreimalige und nicht zu späte erste Wiesenmahd, spätestens knapp vor der ersten Blütenbildung im Juni/Juli. Auch Straßenränder mit Jakobskreuzkraut sind mehrmals im Jahr zu mähen. Hat sich Jakobskreuzkraut bereits stark ausgebreitet, hilft die mehrmalige Mahd nicht mehr. Es bildet dann zwar keine oder nur kleine Blütenstängel, es überlebt aber jahrelang unbemerkt als bodennahe Blattrosette. Einen optimalen Schnittzeitpunkt gibt es nicht. Der Schnitt muss so früh genug erfolgen, damit die volle Blütenbildung und jegliches Aussamen unterbunden wird. Das schwächt aber die Pflanze dennoch zu wenig, weil sie dann neue kleinwüchsige Blütentriebe bis in den Herbst treibt. Ein verspäteter Schnitt mitten in der Blütezeit mindert die Samenbildung nicht, da die Samen bis zu 80 % nachreifen und keimfähig sind.
Händisches Ausstechen oder Ausreißen stark befallener Flächen ist zu mühsam, ja sogar kontraproduktiv. Es können nie alle Wurzeltriebe erfasst werden und ein aufgerissener Boden verursacht den Aufgang von früher ausgefallenem Samen. Nur die sofortige Nachsaat von Futtergräsern im Bereich der Bodenverletzung vermindert den neuerlichen Aufgang von Jakobskreuzkraut. Ausgerissenes, blühendes Jakobskreuzkraut verursacht zudem ein Entsorgungsproblem. Wegen der Gefahr der Samennachreifung und zusätzlichen Verschleppung der Samen können diese Problemmassen nirgends sicher gelagert werden.
Eine chemische Bekämpfung ist mit „Simplex“ in allen Rosettenstadien möglich. Simplex ist gut wirksam und schadet den Gräsern nicht. Wegen der Nachwirkung sind alle Auflagen sorgfältig zu beachten. Die Spritzung wirkt nur auf benetzte Pflanzen gut. Es werden zu einem Zeitpunkt aber nie alle Pflanzen erreicht. Ein nachfolgender Wiesenumbruch samt Neuanlage - sofern erlaubt und möglich – verbessert erfahrungsgemäß die Flächenwirkung, ist aber auch nicht vollkommen wirksam. Neue Jungpflanzen können nachfolgen, diese sind aber durch Ausreißen oder Punktbekämpfung mit Nachsaat beherrschbar. Bei Teilnahme an Umweltprogrammen sind die Auflagen zu berücksichtigen, die aber großteils die Eindämmung behindern oder verbieten und damit die Ausbreitung begünstigen. Nach Erfahrungen in Deutschland sind Einzelmaßnahmen in der Bekämpfung wirkungslos, weil nie alle Individuen erfasst werden (Gehring, 2012). In Neuseeland, Oregon und Kalifornien, wo tausende Hektar vollflächig mit Jakobskreuzkraut befallen waren, konnten sie nur mehr biologisch mit speziellen Insektenarten bekämpft werden (Frick, 1970).
Für eine dauerhafte Zurückdrängung und Vorbeugung müssen vorerst Bedingungen hergestellt werden, welche die Ausbreitung hemmen. Solange zu spät gemäht wird, im Boden ein Nährstoffmangel herrscht und lückige Narben vegetationslos bleiben wird das Jakobskreuzkraut durch den Samenvorrat im Boden die bereits bekämpften Flächen in Kürze wieder besiedeln. Die beste Vorbeugung ist daher die Etablierung dichter Wiesennarben mit an den Standort angepassten Futtergräsern und regelmäßige Ausbesserungssaaten, wenn Lücken auftreten. Kenntnisse und Ansprüche von standortsngepassten Futtergräsern sind dazu notwendig. Bei extensivierten, ertragsarmen Wiesen lohnt sich der Aufwand für die Wiesenregenration mit hochwertigen Futtergräsern nicht. Folgedessen droht dort die Gefahr der Rückkehr und Ausbreitung durch futterschädigende Arten wie KlappertopfDorniger Hauhechel, Farne, Herbstzeitlose und Hahnenfußarten. Das entwertet diese Wiesen, weil das anfallende Futter unbrauchbar und auch nicht verkehrsfähig ist.

Hohe Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Pflanzen
Wenn Kreuzkräuter nicht eindeutig erkannt werden, besteht eine Gefährdung wegen Verwechslung mit ähnlich aussehenden Arten. Es gibt mehrere Pflanzenarten, die in Wuchs, bei den Blättern und in der Blütenfarbe dem Jakobskreuzkraut ähneln. Auch Menschen sind gefährdet, wenn beim Kräutersammeln Jakobskreuzkraut mit der ähnlich farbigen Arnika verwechselt und Tee daraus gemacht wird. Problematisch ist, da beide Arten auf derselben Wiese wegen der ähnlichen Standortansprüche nebeneinander wachsen können. Auch der oft am Wegesrand blühende Rainfarn sowie die Färberkamille weist eine große Ähnlichkeit mit Jakobskreuzkraut auf. Im Waldviertel wachsen beide Arten in nächster Nähe. Auch die anspruchslosen und wärmeliebenden Arten wie Wiesenpippau, Wiesen-Bocksbart, Johanniskraut und Habichtskräuter ähneln teils in Höhe, Form und den Standortansprüchen dem Jakobskreuzkraut. Alle diese Arten sind Magerkeitszeiger und wachsen auf wenig oder nicht gedüngtem Grünland.

Erkennungsmerkmale: Rosetten, Stängel und Blüten
Eine sichere und eindeutige Identifizierung von Kreuzkraut ist ohne Einschulung schwierig. Jakobskreuzkraut bildet im ersten Jahr nur bodennahe Blattrosetten mit spitzen, distelartig zerfurcht gefiederten arttypischen Rosettenblättern. Das typische „Rosettenbild“ im Kopf ermöglicht die Kreuzkräuter auch im blütenlosen Zustand schnell zu identifizieren. Auch die kamillenartige Fiederung der Blätter zur Blütezeit ist typisch; sie verkümmern nach obenhin stark. Die Stängel haben zur Blütezeit einen typisch schwärzlich roten Farbton. Die wunderschön, ästhetischen 15-20 mm großen, satt goldgelben Blüten bilden meist 13 Zungenblüten und etwa 80 Röhrenblüten in aufrechten Doldentrauben. Blütezeit ist Juni bis August, bei abgemähten Pflanzen dauert sie bis in den Oktober. Die Hauptblütezeit, um den Jakobitag am 25. Juli, gab der Pflanze den Namen. Die Pflanze blüht erst ab dem zweiten Vegetationsjahr und dauert mehrere Jahre aus. Bei Unsicherheit in der Pflanzenbestimmung ist es erforderlich, einen Experten oder Pflanzenkundigen heranzuziehen. Die schnellste Art problematische Kreuzkräuter in Wiesen zu identifizieren, ist sich die Pflanzen mit fünf guten Handyfotos von Blüten, Blättern und Rosetten samt Umgebung per E-Mail von einem Grünlandexperten identifizieren zu lassen. Mit Zusatzinformationen über Standort, Bodennutzung und Düngung bekommen Sie Informationen und Erfahrungen zur Eindämmung. Inzwischen stehen wegen dem Massenauftreten bereits zahlreiche Informationen zur Identifizierung, Giftigkeit, Standortbedingungen und Zurückdrängung im Internet zur Verfügung.

Kreuzkrauttoxine auch im Honig
Imker aus Norddeutschland berichten, dass innerhalb weniger Jahre das Jakobskreuzkraut überraschend die Massentrachtpflanze auf ihren Trachtplätzen in der Nähe von Naturschutzwiesen und Brachen wurde. Das bestätigt die explosiv invasive Zunahme des pollen- und nektarspendenden Jakobskreuzkrautes. Die Verseuchung von Honig mit PA ist dort inzwischen so groß, dass der Honig wegen dem hohen Risiko nicht mehr konsumfähig ist und vernichtet wird. Zudem belasten auch heimische Pflanzenarten wie Natternkopf und Beinwell den Honig mit PA. Honige aus anderen Ländern können ebenso Belastungen mit PA infolge mehrerer PA-hältiger Trachtpflanzen auf weisen (Frühwirth, 2017).

„Biodiversitäts-fanatischer Naturschutz“ fördert die Kreuzkraut-Ausbreitung
Naturschutzstiftungen kauften in Deutschland zehntausende Hektar Wiesen auf, mit der Absicht, um die Biodiversität zu fördern. Die klassische Futternutzung mit Mahd und Weide wird absichtlich vermieden, um der Pflanzenvielfalt eine freie Entwicklung zu lassen. Ohne ständiger landwirtschaftlichen Nutzung und Pflege verwildern, verbuschen und versumpfen die Flächen in kurzer Zeit. Dadurch können sie nicht mehr befahren, gemäht oder bekämpft werden (BauernTV, 2015). In wenigen Jahren führt bzw. führte dies zur flächenbeherrschenden, monokulturartigen Ausbreitung von Jakobskreuzkraut auf tausenden Hektaren Naturschutzwiesen. Eindämmende Maßnahmen wie das Mulchen verbietet der Naturschützer und Chemiker Aike Huckauf, Leiter der Stiftung Naturschutz, weil „die Flächen inzwischen ungemein artenreich sind“. Die Stiftung Naturschutz erhob sich selbst zum Jakobskreuzkraut-Kompetenzzentrum mit dem ab 2017 die Behörden in Schleswig-Holstein trotz fehlender Unabhängigkeit zusammenarbeiten wollen und sich für Forschungsergebnisse trotz höchster Dringlichkeit noch fünf Jahre Zeit nehmen (ARD, 2017).
Die Schweiz hat im Jahre 1993 für alle Landwirte verpflichtende „Ökologischen Ausgleichsflächen“ mit Verboten für chemische Dünger und Unkrautbekämpfungsmittel eingeführt. Nach 8-10 Jahren ist dort das Wasserkreuzkraut und Jakobskreuzkraut grassierend im Vormarsch und nicht mehr regulär kontrollierbar. Auch in Bayern hat sich das Wasserkreuzkraut und Jakobskreuzkraut auf Flächen mit Verzicht auf Dünge und wirksamer Unkrautbekämpfung ausgebreitet. Das Wasserkreuzkraut ist so invasiv, dass es nun auch auf gutem Wirtschaftsgrünland wächst. Immer mehr giftiges Kreuzkraut macht das Futter unbrauchbar und entwertet zunehmend das Grünland in Österreich, Deutschland und der Schweiz; ausgelöst durch die Extensivierung von Wiesen und gut gemeinten Verzicht auf Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Neue invasive Kreuzkrautarten auf Wiesen
Seit wenigen Jahren treten zwei weitere problematische Kreuzkrautarten auf Wiesen auf. Das Raukenblättrige Kreuzkraut wandert in Niederösterreich von Waldlichtungen und lichten Waldwegen in Wiesen ein, die nach eigener Beobachtung nicht gedüngt und wenig gemäht werden. Zusätzlich breitet sich das von Baumwollspinnereien eingeschleppte südafrikanische Schmalblättrige Kreuzkraut als Neophyt in Europa, vom Westen nach Osten an Wiesensäumen aus. Auffällig ist die invasive Ausbreitung entlang von Hauptverkehrsstraßen. Auch hier zeigt sich, dass das Erkennen der Arten höchst wichtig ist, um ihre Ausbreitung frühzeitig feststellen zu können.

Ein Beobachtungssystem für Giftpflanzen ist notwendig
Die gefährliche Ausbreitungstendenz bei den Kreuzkräutern und den anderen Giftpflanzen in und um Österreich zeigen, dass auf Wiesen dringend ein Beobachtungssystem notwendig wird, um die schädliche Ausbreitung rechtzeitig zu erkennen. Zum Schutz der heimischen Ressource Grünland sind dann wirksame naturnahe Eindämmungsmaßnahmen mit konkurrenzstarken Futtergräsern zu entwickeln. Nur eine nachhaltige Grünlandwirtschaft mit einwandfreien und hochwertigen standörtlichen Futterpflanzen mit geringer Kostenbelastung sichert die bäuerliche Wertschöpfung aus dem Wirtschaftsgrünland. Das unterstützt auch den Erhalt der ländlichen Besiedelung und kommt der Wirtschaft und Beschäftigten zugute, vermindert lange Pendlerarbeitswege und die klimarelevante CO2 Belastung durch den Pendlerverkehr.

Conclusio
Der Beitrag zeigt die aufkommende Gefahr durch die rasche Ausbreitung von Jakobskreuzkraut.
Gefährdet werden dabei Futterwiesen, Vieh, Milchwirtschaft, Imkerei und der Mensch.
Die regional rasche Zunahme wird durch die landesweite Wiesenextensivierung, die Aushungerung der Fettwiesengräser mit sukzessiver Lückenbildung, die zunehmend höheren Temperaturen und der Entwertung der Wiesen durch Rückzug aus der produktiven Viehwirtschaft erklärt. Bei geringem Befall mit Jakobskreuzkraut kann ein häufigerer Futterschnitt die Ausbreitung eindämmen, während bei flächenhaftem Befall die Bekämpfung zunehmend schwieriger wird. Die Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzenarten werden aufgezeigt. Das sichere Erkennen der Pflanze ist ein Schlüsselpunkt für die rechtzeitige Bekämpfung. Für die Reparatur befallener Flächen ist nach der Bekämpfung die Auswahl geeigneter Futtergräser und Leguminosen in der Saatgutmischung in Abstimmung mit Nutzung und Düngung entscheidend. In Österreich hat Wasserkreuzkraut und Alpenkreuzkraut regional bereits Massenbestände entwickelt. In der Schweiz und in Bayern gefährden Kreuzkräuter bereits auch das hochwertige Wirtschaftsgrünland. Mit Fragen zur Eindämmung und sicheren Identifizierung von Kreuzkräutern im Rosetten- und Blütenstadium und zur Auswahl standörtlich geeigneter Gräser zur Wiesenreparatur und Ertragsverbesserung von Futterwiesen wenden Sie sich unter johann.humer@gmail.com, Autor der vorliegenden Expertise.