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Mittwoch, 11. Juli 2018
Glatthafer Goldhafer wichtige Bergwiesengräser in Österreich
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Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Freitag, 29. Juni 2018
Grünlanderneuerung alle FÜR u WIDER
Grünlanderneuerung - alle Für und Wider
Idee, Text und bilder: Dipl.-Ing. Johann HUMER
Grünlandverbesserung, Grünlanderneuerung oder Grünlandregeneration sind synonyme (gleich bedeutende) Verfahren wobei mit Einsaat, Nachsaat oder Übersaat die volle Ertragsfähigkeit von Futterwiesen herstellt werden soll. Absicht dabei ist den spürbaren Ertragsrückgang bei Futterwiesen infolge Ausbreitung minderwertiger Pflanzenarten und zunehmender Lückigkeit der Narbe zu stoppen und umzukehren. Angestrebt werden dichte, ertragreiche und qualitativ hochwertige Futterbestände um hochleistende Rauhfutter verzehrende Wiederkäuer artgerecht ernähren zu können. Die eigenen langjährigen Erfahrungen zeigen aber, dass die oben angeführten Säverfahren und verwendeten eingesäten Gräserarten in der Regel leider keinen garantierten Erfolg bringen. In der überwiegenden Praxis werden in NÖ meist nur Teilerfolge bei Einsaaten beobachtet. Deshalb ist es gut alle Für und Wider vor einer geplanten Grünlanderneuerung zu kennen.
Viele Futterwiesen haben einen unbefriedigenden Mix an Futterpflanzenarten. Oft dominiert minderwertiges Wiesenfutter aus Ungräsern wie Gemeiner Rispe, Wolligem Honiggras, Flechtstraußgras und Weicher Trespe. Auch ein einseitiger Kräutermix aus Doldenblütern, Hahnenfußarten, Platzräubern, Lückenfüller oder Giftpflanzen erfüllt die Futteransprüche nicht. Viele Wiesen liefern oft nur mehr die Hälfte ihrer natürlichen Ertragsfähigkeit; etwa nur mehr 6 t/ha Trockenmasse statt 12 t TM/ha.
Fehlen hochwertige Futtergräser, können die hohen Futteransprüche an Futterstruktur und Energie nicht erfüllt werden. Dann können Zuchtrinder ihre Leistung nicht bringen zudem erkranken hochleistende Tiere infolge Energiemangels vermehrt an Stoffwechselkrankheiten und Unfruchtbarkeit. Minderwertiges Wiesenfutter wird von Rauhfutter verzehrenden Rindern mit hohen Leistungen immer mehr verweigert, wird von der Praxis berichtet. Daher ist es wichtig die hochwertigen Futtergräser zu kennen und zum Wachsen zu bringen.
Ungräser und Unkräuter als Ursache minderwertigen Wiesenfutters
Die Hauptursache für minderwertiges Wiesenfutter ist die Abnahme oder das Verschwinden der guten Massengräser wie Timothe, Wiesenschwingel und Knaulgras durch die immer frühere und häufigere Futternutzung. Inzwischen gibt es auch in NÖ Sieben-Schnittwiesen. Für hohe Energiegehalte im Futter ist die frühe Nutzung zur Zeit des Ährenschiebens wichtig. Der frühe Schnitt dünnt aber die guten Arten an Futtergräsern wie Timothe, Wiesenschwingel und auch Knaulgras immer mehr aus. Davon sind spätblühende und horstbildende Obergräser besonders betroffen, weil ihnen die natürliche Vermehrungsmöglichkeit genommen wird. In der Folge treten oft sehr anpassungsfähige niedrigwüchsige, ertragsmindernde Ungräser und Unkräuter wie Gemeine Rispe, Flechtstraußgras, Weiches Honiggras, Löwenzahn, Hahnenfuß, Doldenblütler und Giftpflanzen auf. Wer also bei früh geschnittenen Futterwiesen die Grünlandverbesserung unterlässt, muss mit der Zeit mit immer geringeren Erträgen rechnen. Auch Maulwürfe, Engerlinge, Schnakenlarven und mechanische Verletzungen der Narbe durch Fahrspuren, Erntegräte und Wildschäden sind Gründe, warum Wiesen immer wieder repariert werden müssen. Ohne Gegensteuerung durch Wiesenverbesserung führt das bei Dauerwiesen zu einem fortschreitenden Ertragsabfall bis 50%.
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| Giftpflanzen und Unkräuter sind alles keine gute Futterpflanzen |
Um dauerhaft gutes Futter ernten zu können, muss alles unternommen werden um unsere besten, wuchsfreudigen Futtergräser zu fördern. Unsere besten Futtergräser können aber nur anwachsen und dann eine hohe Leistung bringen, wenn sie von Unkraut nicht bedrängt werden. Sie brauchen daher zum Aufwuchs und gutem Wachstum viel Freiraum, also offenen Boden als Wuchsfläche und genug Licht, Wasser und Nährstoffe. Fehlen diese Voraussetzungen, ist der Erfolg von Einsaaten zur Grünlandverbesserung gering.
Grünlanderneuerungsverfahren im Überblick
1.Umbruch im Sommer mit Neuanlage
2.Neuanlage in einem Zug mit dem ROTOTILLER
3.Unkrautbekämpfung im Herbst, Einsaat im Frühjahr
4.Dauergrünlanderneuerung mittels Einsaat, Nachsaat oder Übersaat
5.Natürliches AUSSAMEN von Wiesen
Neuanlage durch Umbruch
Die Neuanlage durch Umbruch ist das sicherste Wiesenanlageverfahren von allen. Die gesäten Arten wachsen dabei fast immer gut an. Die Verunkrautung aus dem Altbestand ist am geringsten, wenn man die Wiesenansaat durch die Deckfrucht Hafer mit ca 70kg/ha unterstützt. Es ist zwar das teuerste Verfahren und mit einem Futterausfall von etwa einem Jahr, dafür aber auch die beständigste Wiesenverbesserung. Am sinnvollsten ist der Umbruch mit dem Pflug im Sommer mit einer Bodenbearbeitung (Egge) für die Ansaat bis Ende Sommer, weil der Futterausfall in Ertrag wie Qualität dabei am geringsten ist. Wenn der Umbruch erst im Herbst erfolgt kann die Ansaat erst im Frühjahr erfolgen und man verliert den wichtigen ersten Schnitt. Die Ansaat im Frühjahr ist im März bis April durchzuführen, wenn der Boden gut befahrbar ist und die ersten Gräser ergrünen. Sätechniken sind dabei: Sämaschine mit Kleinsamenstreuer, Saatstriegel oder per Hand bei Kleinflächen.
Saatgutmischungen für Wiesenneuanlagen
Wer Futterwiesen das erste Mal neu anlegt, dem wird geraten, die offiziellen österreichischen Standardmischungen für Dauerwiesen (A,B,C.D), Dauerweiden (G,H) oder Wechselwiesen (WM.WR) zu verwenden. Diese Mischungen gibt es in üblicher EU-Handelsqualität und in höherer ÖAG-Qualität. Die etwa 30% teurere ÖAG-Qualität verspricht Ampferfreiheit und die Garantie für besonders für Österreich bewährte, da intensiver geprüfte, Zuchtsorten. Eine sehr übersichtliche Darstellung aller Standard- und ÖAG-Handels-Saatgutmischungen finden Sie unter diesem Weblink HIER
Düngeempfehlungen für Wiesenneuanlagen
Zur Einhaltung der Richtlinien für die sachgerechte Düngung SGD6 kann man den LK-Düngerechner nutzen. Die Bodenuntersuchung vor dem Umbruch ist immer sehr zweckmäßig. Sie ist mit etwa einem EURO je Jahr und Hektar eine sehr kostengünstige Information zum Nährstoffbedarf. Häufig liegt Düngebedarf pro Jahr für 3 bis 4 Schnittwiesen je ha insgesamt bei: 100 kg N, 70 kg P2O5 und 200 kg K2O. Die beste Stickstoffwirkung erreicht man mit 50% Wirtschaftsdünger-N und 50 % Mineraldünger-N. Diammonphosphat hat sich als Ersatz für das altbekannte Thomasphosphat bewährt.
Neuanlage in einem Zug mit dem Rototiller
Der Rototiller ist ein Bodenbearbeitungsgerät, das Keilzinken statt Frässchaufeln hat. Durch die Keilzinken ist er auf steinigen Böden einsetzbar. Damit treten die nachteiligen Effekte einer Bodenfräse wie Erosionsgefahr, Vermehrung von Wurzelunkräutern nicht auf. Der größte Vorteil ist, dass Bodenbearbeitung und Saat in einem Zug erledigbar sind und dass der Rototiller bei seichten wie steinigen Böden einsetzbar ist. Die Wiesennarbe soll vorher möglichst kurz gemäht werden, damit die Wurzelstöcke gut in den Boden eingearbeitet werden. Die Nachteile der Rototillersaat sind, dass bei einem Stopp während der Saat das Gerät angehoben werden muss, da sonst Fräsmulden und Erdhaufen entstehen. Außerdem sind etwas mehr Niederschläge als beim Umbruch für den guten Aufgang notwendig. Wenn viele Unkräuter im Altbestand sind, kann auch ein Teil wieder durchwachsen.
Unkrautbekämpfung im Herbst, Einsaat im Frühjahr
Der Vorteil dieses Verfahrens ist das relativ leichte und preisgünstige Ausschalten vieler Unkräuter im Herbst durch Herbizide, mit geringstem Futterausfall. Damit wird rasch ein freier Platz ohne Konkurrenz für die neue Saat geschaffen. Für Löwenzahn stehen 7 selektive Herbizide, für Spitzwegerich 5 selektive Herbizide zur Verfügung, die bei sachgerechter Anwendung eine 100%ige Wirkung etwa für 3 bis 5 Jahre versprechen. Nach der Karenzfrist für die Saat (siehe Beipacktext, meist nach 3 bis 6 Wochen) kann die Saat in den offenen Boden mit allen üblichen Grünlandsägeräten in den schon erwähnten Zeiträumen erfolgen. Bei rasch auflaufenden Unkräutern ist ein Reinigungsschnitt notwendig, um das rasche Anwachsen der Saat zu unterstützen. Das Verfahren hat eine mittlere Anlagesicherheit und einen tolerierbaren Futterausfall ab Sommer bis Herbst, wo ohnedies die schlechteren und geringeren Ernte- und Futterqualitäten anfallen. Der folgende erste Schnitt sollte schon die volle neue Ertragsfähigkeit bringen.
Dauergrünlanderneuerung mittels Einsaat, Nachsaat oder Übersaat
Sie erfolgt umbruchslos mittels Schlitzsaat, Striegel oder Eggen. Einsaat, Nachsaat, Übersaat oder Durchsaat bedeutet dass man Wiesensaatgut in eine bestehende Wiesennarbe sät. Je nach Konkurrenz der Altnarbe ist mit einem sehr verschiedenen Erfolg zu rechnen.
Springender Punkt bei Einsaaten
Die Wasserversorgung und der freie, offene Boden ist bei Einsaaten ein springender Punkt für den Erfolg. Von allen Verfahren der Grünlanderneuerung haben Einsaaten den höchsten Wasserbedarf. Die Altnarbe mit ihrem besseren Wurzelsystem ist nämlich der größte Wasser- wie Nährstoffkonkurrent für die junge Saat. Alle unsere leistungsfähigen Kulturgräser brauchen eine reichliche Niederschlagsversorgung. Einsaaterfolge mit über 800 mm Niederschlag sind daher logischerweise günstiger und darunter sind die Erfolgschancen dementsprechend schlechter.
Erfolgsbild von Einsaaten in NÖ

Langjährige Erfahrungen in Niederösterreich zeigen, dass Grünlanderneuerungen mit nur einmaliger Saat eher selten gelingen. Sichtbare Erfolge von Einsaat, Nachsaat oder Übersaat liegen in NÖ etwa nur bei 50 % für die einzelne Einsaat, egal mit welcher Sätechnik das erfolgt. Das Verfahren einer einmaligen Einsaat ist daher recht unsicher. Wenn nach 3 Jahren keine spürbare Ertragsverbesserung eingetreten ist, kann man davon ausgehen, dass die Einsaat ohne Erfolg war. Häufig werden Wiesen in NÖ meist in einem Abstand von 3 bis 8 Jahren eingesät. Damit sieht man, dass viele noch ein hohes ungenutztes Potential für bessere Futterwiesen haben. Erst die deutlich höhere Einsaatfrequenz mit mindestens 20 kg/ha Saatgut je Jahr, verspricht einen neuen Futterschub. Die jährlichen Einsaat, und drei Jahre hintereinander erhöht die Wahrscheinlichkeit zum gewünschten ertraglichen Erfolg. Wer den Umgang und Nutzen wiederholter Einsaaten erkannt
hat, wird das ungenutzte Ertragspotential vieler Wiesen ausschöpfen. Nach eigener Einschätzung könnte so die Ertragsleistung von Futterwiesen leicht um 50% bis sogar 100% verbessert werden.
Einsaaten in Wiesenaltnarben - Provisorium und Kompromiss
Einsaaten in bestehende Wiesen sind deshalb ein Provisorium oder Kompromiss, weil alle Nachsaat-Techniken keine zuverlässliche Saatgutablage haben. Es fehlt einfach das ordentlich vorbereitete Saatbett, wie man es im Ackerbau hat. Somit ist kein zuverlässiger Samenaufgang in 1 bis 2 Wochen gewährleistet, so wie man das bei einer klassischen Wiesenneuanlage mit Umbruch, Bodenvorbereitung und präziser Saatablage kennt. Einsaaten mit ihrer trotzdem geringen Effizienz werden aber von vielen Grünlandbauern, vor allem in den Bergregionen bevorzugt. Erklärbar ist das, weil die klassische Bodenbearbeitung für eine Neuanlage in den bergigen Lagen, mit den heutigen immer schwerer gewordenen Bodenbearbeitungsgeräten, in dem oft recht hängigen und steinigen Gelände unmöglich ist.
Offener Boden - Voraussetzung für gute Einsaatwirkungen
Voraussetzung für eine gute Einsaatwirkung ist ein ausreichend offener Boden, wo die Samen Platz zum Keimen haben und wachsen können. Erst wenn die jungen Grassämlinge genug Licht haben, kommt es zum Wachstumsschub. Ist aber die Saatfläche noch mit vielen Graswurzelstöcken der alten Wiese bewachsen, verbrauchen sie das meiste Licht und Bodenwasser. Und den zarten jungen Gräsertrieben fehlt es an Licht wie Wasser. Je nachdem wie viele alte Graswurzelstöcke die junge Saat bedrängen, wird sie sich gut oder gar nicht entwickeln. Damit erklärt sich der oft geringe Einsaaterfolg bei Grünlanderneuerungen mittels Einsaaten.
Je öfter Wiesen eingesät werden, umso eher fällt der Samen auf offenen Boden und kann keimen. Mit der geduldig wiederholten Saat baut sich außerdem ein gewisses Samenpotential gesäter und noch ungekeimter Samen im Boden auf. Der Boden fungiert wie eine Samenbank, ähnlich wie es bei allen Samenunkräutern der Fall ist. Man denke allein an die riesige Samenbank die der Ampfer in vielen Wiesenböden hat. Wenn günstige Keim- und Wachstumsbedingungen herrschen, wenn also der Boden offen und genug feucht ist, besteht die Chance, dass ein Teil der ungekeimten Gräsersamen auch noch Monate bis Jahre nach der Saat keimen, so wie viele Kräutersamen. Deshalb hat die regelmäßige Saat eine hohe Bedeutung, weil in der Regel bei bewachsenen Wiesen mit einer einzigen Saat selten ein guter Aufgang gelingt.
Die richtigen Einsaatzeitpunkte
Am ehesten sind in Niederösterreich Einsaaten im Sommer erfolgsversprechend. Aber es gibt Ausnahmen. In der Regel ist der Sommer die niederschlagreichste Jahreszeit in Österreich und der Futternachwuchs der Altnarbe ist nicht so stark wie im Frühjahr. Das Frühjahr ist für Einsaaten dann besser und sinnvoller, ja sogar dringend notwendig, wenn größere Flecken im Frühjahr offenen Boden haben. Beispiele sind dafür: selektive Unkrautbekämpfung im Herbst von Ampfer, Hahnenfuß, Spitzwegerich, Bärenklau, Löwenzahn, Engerlingsbefall, Wildschäden oder Auswinterung.
Natürliches AUSSAMEN von Wiesen, Verbesserung bei niedrigem Mitteleinsatz
Von der gesäten Grasart hängt der Erfolg von Nachsaatmischungen ab
Umstritten ist welche Nachsaatmischungen wirklich am besten taugen. Es gibt dazu keine klaren hilfebringenden Untersuchungen. Klar ist, dass sich in einer bestehenden Wiesenaltnarbe zunächst nur konkurrenzstarke und schnell anwachsende Arten am ehesten durchsetzen können. Konkurrenzstarke Arten sind: Englisches Raygras, Rotklee, Knaulgras, Glatthafer und Goldhafer. Nachsaatmischungen mit konkurrenzschwachen und langsam auflaufenden Arten in Wiesen werden sich kaum oder nur bei oft wiederholter Saat durchsetzen. Nach eigenen Erfahrungen sind das: Timothe, Wiesenschwingel, Rotschwingel, Luzerne und teils Wiesenrispe.
| Futterarten und Kampfkraft von ÖAG-Nachsaat-Mischungen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflanzenart | Na | Ni | NiK | K wei | Na tro | Na wei | Ertrags- mischungen nach HUMER | Durch- setzungs- kraft | |
| Englisches Raygras | n | n | n | n | n | n | n | KONKURRENZSTARK | |
| Knaulgras | n | n | n | n | n | n | KONKURRENZSTARK | ||
| Glatthafer | n | n | KONKURRENZSTARK | ||||||
| Goldhafer | n | KONKURRENZSTARK | |||||||
| Rotklee | n | n | n | n | KONKURRENZSTARK | ||||
| Weißklee | n | n | n | n | n | n | n | kurzfristig mittel | |
| Luzerne | n | konkurrenzschwach | |||||||
| Timothe | n | n | n | n | konkurrenzschwach | ||||
| Wiesenschwingel | n | n | konkurrenzschwach | ||||||
| Rotschwingel | n | n | n | konkurrenzschwach | |||||
| Wiesenrispe | n | n | n | n | n | n | konkurrenzschwach | ||

Tabelle: Untaugliche Effizienz der Einsaat von Timothe bei einmaliger und dreimaliger Frühjahreseinsaat mit 15 kg/ha ÖAG-Nachsaatmischungen des Wiesenverbesserungsversuchs von PÖTSCH (2012) in Gumpenstein und Piber. Die Median-Werte unter dem Mittelwert zeigen, dass mehr Versuchsvarianten unter als über dem Mittelwert lagen.
Der einzig bekannte Einsaatversuch mit den ÖAG-Mischungen NA und NI bei einer Saatmenge von 15kg/ha im Frühjahr von PÖTSCH (2012) zeigt, dass konkurrenzschwache Gräser wie Timothe und Wiesenschwingel, aber auch teils Wiesenrispe zu keiner klar erkennbaren Zunahme der eingesäten Art Timothe gebracht hat. Selbst die 3malige Einsaat auf Drei- und Vierschnittwiesen in Gumpenstein und Piber brachte weder mit dem Hatzenbichler-Übersaatstriegel noch der VREDO-Schlitzdrillsaat eine spürbare Erhöhung des Anteiles von Timothegras, obwohl das Saatgut 15% bzw. 20% Timothe enthielt. Das Ergebnis zeigt, dass diese Art von Einsaat oder Übersaat keine eindeutige positive Grünlandverbesserung im Pflanzenbestand brachte. Diese 5jährigen Ergebnisse stehen klar im Widerspruch zu den ÖAG-Nachsaatempfehlungen für Timothe, Wiesenschwingel und Rotschwingel in Nachsaatmischungen und der Wirkungseffizienz von Nachsaaten wie sie manche Grünlandexperten propagieren. Die unbefriedigende Wirkung von Einsaaten in NÖ deckt sich auch mit vielen Rückmeldungen und eigenen Befragungen aus der landwirtschaftlcihen Praxis. Auch der bekannte deutsche Grünlandexperte PD Dr. Martin Elsäßer schreibt 2009: „Bei Nachsaaten wird häufig eine wirkungslose Übersaat vorgenommen“. Mehr zur Einsaatwirkung aller eingesäten Gräser erfahren Sie unter: „Eingesäte Gräser und ihre reale Zunahme.pdf“
Fazit
Erfolgreiche Grünlanderneuerungen hängen von sehr vielen Faktoren ab. Nur wer die wichtigen Faktoren wie Wachstumsbedingungen, Konkurrenzverhalten der Altnarbe und die Wuchseigenschaften der gesäten Gräser bestens kennt und bei der entscheidenden Wasserversorgung günstige Bedingungen hat, hat gute Voraussetzungen bei der schwierigen Wiesenverbesserung einer Dauerwiese.


Gelungene Einsaat auf Anhieb, Einsaat Mitte August 2002, Foto: 2. Aufwuchs 2003
Erstmalige Einsaat mit raygrasbetonter Kampfmischung in Pernegg/Göstling,
mitllerer Jahres Niederschlag ca 1500 mm
Grünlandnachsaat - Saatgut, Technik, Bewirtschaftung
Die Broschüre „Grünlandnachsaat“ von Josef Galler befasst sich mit den Ursachen der Narbenverschlechterung, der Frage der Saatzeit und Saatbeetvorbereitung, den verschiedenen Methoden der Nachsaat bzw. Neuansaat, der Frage des passenden Saatgutes bzw. Sorten, den Kosten der Nachsaat bzw. Neuansaat und nicht zuletzt mit der Standortangepassten Düngung und Nutzung


Aktuelle DSV-Saaten Grünland Nachsaatmischung für Normallage Stand Feb-2014Man sieht dort verwendet man nur mehr das Englische Raygras zur Nachsaat, und DAFÜR MEHRMALS im Jahr !!!
Infoblock der DSV:
Milder Winter täuscht gute Grünlandflächen vor
Durch den milden Winter wirken viele Grünlandbestände sehr grün. Dies kann über ihren tatsächlichen Zustand hinwegtäuschen. Zu geringe Narbendichte oder Verunkrautung könnten übersehen werden. Außerdem wurden im letzten Jahr notwendige Pflegemaßnahmen aufgrund des späten Frühjahrs oft verschoben, so dass nun ein Nachholbedarf bestehen kann.
DSV Grünlandberater empfehlen Milchviehbetrieben die genaue Bestandsaufnahme ihrer Flächen und eine Nachsaat mit neuen hochleistungsfähigen Gräsersorten. Der Zuchtfortschritt in der Gräserzüchtung hat in den letzten 15 Jahren besonders leistungsfähige Sorten, unter anderem des Deutschen Weidelgrases hervorgebracht. Sie sind älteren Sorten in der Verdaulichkeit und im Energiegehalt überlegen.
Nachsaatmischungen mit Hochleistungssorten finden Sie hier...
Grünlandverbesserung
Erster österreichischer wisschenschaftlcher Versuch.
Vergessene Fakten von der wenigen existierenden österreichischen Einsaat-Versuchen mit wissenschaftlich dokumentierten ERTRAGS-Ergebnissen,die aber die Gumpensteiner Wiesenexperten Buchgraber und Pötsch,
die ich bei ihren vielen Vorträgen und Weiterbildungseminaren Jahrzehnte lang NIE verbreitet wurden und damit auch vor Bauern und Studenten verschwiegen werden.
Eine Menge öffentliches Steuergeld wurde für diese Information für Bauern aufgewendet.Damit begehen sie damit eine klare wissenschaftliche Täuschung und Irreleitung in der Grünlandverbesserung bzw. Grünlanderneuerung.
Eine Menge öffentliches Steuergeld wurde für diese Information für Bauern aufgewendet.Damit begehen sie damit eine klare wissenschaftliche Täuschung und Irreleitung in der Grünlandverbesserung bzw. Grünlanderneuerung.
Es handelt sich um einen lehrreichen, im Ertrag sehr enttäuschenden 6jährigen Einsaat - Versuch der eigenen Versuchsanstalt in Gumpenstein
auf den 3 Standorten in Admont, Bischofshofen und Piber
mit den bekanntesten und ertraglich besten Futtergräsern (BASTARDRAYGRAS u Italienisches Raygras) in Österreich.
Vergessene und verschwiegene Nachsaatversuche von Grünlandexperten der LFZ Grünlandversuchsanstalt in Gumpenstein from HUMER, Futterwiesenexperte in Österreich mit 30jähriger Erfahrung
Die Folgedruckversion dieses Beitrages vom März 2015 finden Sie demnächst im BLICK INS LAND 2015 hier:
und als Vorschau mit neuen aktuellen Erfahrungen und Ergänzungen hier:
J HUMER, Grünlanderneuerung – erfolgreich oder erfolglos? 2015 PDF. from HUMER, Futterwiesenexperte in Österreich mit 30jähriger Erfahrung
Mit der Einsaat besser bis zum Sommer zuwarten
HUMER Mit der Einsaat besser bis zum Sommer zuwarten BZ from Senior Futterwiesenexperte HUMER - freiberuflich, freelancer in Österreich/AUSTRIA
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HUMER,Für und Wider,Wieseneinsaat,Grünlanderneuerung,Grünlandregeneration,Buchgraber,Pötsch,Versuche,Misserfolg,Ertrag,Wieseneinsaaten im Fruehjahr - Frühjahr-Einsaatversuche: Wenn Einsaaten die Wiesen schädigen - nämlich mit schwerem Einsaatgerät !
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Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
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stärkste Gräser guter Futterwiesen
für den fortschrittlichen extensiveren Grünlandbetrieb auch in Ungunstlagen mit Spitzenfutterqualität ohne Intensivierungsbedarfund gleichzeitig heimisch, konkurrenzstark, langlebig undmäßigem Düngebedarf
Überlegene Glatthafer Ertragswirkung im Feldfutter ab dem 2. Ertragsjahr !
Überlegene ROTKLEE Ertragswirkung im Feldfutter NUR IM ERSTEN Ertragsjahr !
Glatthafer und Goldhafer sind LANGFRISTIG die kampfkräftigsten und durchsetzungsfägigsten heimischen Gräser vieler unserer Futterwiesen.
Noch dazu sind diese 2 Gräser ohne Zweifel stark in den Jugendentwicklung und das langfristig. Das kann man von meisten anderen Futtergräsern nicht behaupten. Warum wird dann GLATTHAFER nicht so breit wie möglich eingesetzt und bestmöglich genutzt? - Weil unser SYSTEM dazu viel zu
wenig flexibel ist. Gerade was GLATTHAFER und zT GOLDHAFER betrifft ist das SYSTEM: übersteigert orthodox und betont dogmatisch lehrhaft, unbeweglich, einseitig, festgefahren, wenig verbesserlich, engstirnig, rechthaberisch und starrköpfig - einfach ziemlich blind und einäugig. Schuld ist, dass nur eine viel zu kleine offizielle monistische Forscher - und Vordenkerschule den Ton angibt - und damit fehlt einfach eine beflügelnde Konkurrenz in der Futterwiesenforschung. Darin sehen freie Vordenker wie Roman SCHAFFER , Norbert ECKER und eloquente EM- und Steinmehlpropagandisten ihre gewerbliche Chance. Das ist meine überzeugende und freie Meinung.
Der breite nützliche Einsatz beider Arten als gute Gräser für viele Wiesensaatgutmischungen und vor allem Nachsaatmischungen wird in Österreich von gewissen Experten geradezu hysterisch gemieden und totgeschwiegen. Erklärbar ist das durch starre scholastisch tradierte kaum überprüfte und veraltete, verstaubte Lehrbuchmeinungen zu Wiesenmischungen und eine neue grünorientierte Scheu der zuständigen Forscher zur Ertragsforschung.
Es scheint, es herrscht bei ihnen eine blinde wie viel stärkere Liebe zur Blumenwiesenliebhaberei. Man hängt sich mit den ÖPUL-Beschränkungen viel lieber das grüne Röckchen der modisch gewordenen Biodiversitäts - Liebhaberei um, statt nach den bestmöglichen Erträgen für Futterwiesen für die Praxis zu forschen. Von der Universität bis zu den Anstalten des Ministeriums vernachlässigt man zusehends mehr die einkommensbildende Produktionsforschung zugunsten produktionshemmender Umweltforschung - und das in einer vergleichsweisen zu anderen Ländern recht problemarmen Agrarumwelt. Deshalb verlangen die Bundesländer zunehmend praxis-, ertrags- und betriebsorientierte Fachhochschulen, wo was wirklich produktives für die Betriebe gelehrt und gelernt wird. Die heutigen Argraruniversitäten scheinen mehr Lehrwissen zur Kontrolle der Bauern auszubilden durch: Schadstoffhysterie bis letzten auffindbaren Schadstoffmolokül und für die Brüsseler Agrarbürokratie mit immer mehr fehlendem Praxisbezug und bürokrativer Gängelung der Bauern. Dazu hat auch PÖTSCH von Gumpenstein einen erheblichen Beitrag geleistet - durch seine für fortschrittliche Bauern nachteilhaften N-AnfallsBerechnungen je Kuh und seine sehr zweifelhaften und von Praxiserfahrungen weit abweicheneden problematischen Berechnungen der Wirtschaftsdüngerwirkung (vermutlich durch fehlende Repräsenativität und BIAS) geleistet, mit der er samt seiner überscharfen Wasserrechtsgesetzauslegung seine Studenten löchert und impft.
Dabei übersehen die Agrarwiesenforscher in ihrem Elfenbeinturm vermutlich aus bestimmtem Umweltfanatismus die wunderbaren Ertragskräfte von den zwei urheimischen Futtergräsern GLATTHAFER und GOLDHAFER.
Ihre gewaltige Rasselpropaganda allein für die ÖAG-Mischungen, die zumeist ohnedies nur am Papier und per Kommission konstruiert wurden
-ich nenne das ab nun SCHREIBTISCHMISCHUNGEN -
und deren langfristige dauerwiesengemäße Ausdauer der einzelnen Arten dabei aber sie bis heute scheinbar nicht überprüft haben - weil bislang undokumentiert - dürfte ihnen den Blick für das praktische Gedeihen und Vorkommen der einzelnen Gräserarten in der heutigen Futterwiesenbetrien ziemlich verstellen.
Würde die heimischen Forscher die wahren Naturpotentiale dieser zwei guten und lange bekannten Futtergräser genauer beobachten und studieren, würde es ihnen wie die Schuppen von den Augen fallen, welche breiten ertraglichen und ökologischen Nutzeneffekte sich damit verbinden.
So ist es mir vorbehalten, Bauern die wirklich von Futterwiesen leben und ihr Einkommen daraus generieren müssen von dem überragenden polyvalenten Mehrfachnutzen dieser zwei Futtergräser zu informieren.
Seitdem ich mich immer stärker mit den einzelenen Pflanzen von Futterwiesen beschäftige, ist mir immer stärker im Bewußtsein klar geworden, dass ja diese zwei besonders ohnedies als edel eingestufte Futtergräser (Futterwertzahl: 7) auch noch dazu gepaart sind: mit einer ganz besonders aufälligen Wuchskraft und einem starken Durchsetzungsvermögen. Also alles was man sich für alle Wiesenmischungen schon längst wünscht und wonach man schon lange sucht. Aber weil diese Arten sowenig in den derzeitigen Mischungen vorkommen, sieht man den wunderbaren "HAFER-Effekt nach HUMER" kaum.
Ich frage mich daher seit Jahren immer mehr, warum man diese wunderbaren und weitaus beständigeren und nachhaltigeren Nutzkräfte nicht viel mehr in die Hand den Bauern geben will
Wer die Naturkräfte dieser zwei wunderbaren heimischen Naturgräser einmal kennt, dem fällt sofort auf:
Glatthafer und Goldhafer entwickeln von Natur aus gewaltige Futtermatten und noch dazu mit einem bescheidenem Düngeaufwand wie er ohnedies von vielen Betrieben betrieben wird und noch weit und den österr. offiziellen SGD-Dünge-Empfehlungen für optimale Höchsterträge liegen.
Die Natur hat diese Gräser noch dazu so intrinsisch günstig ausgestattet, dass sie bei mittler und mäßiger Düngung ihre optimale Entfaltung haben und keine intensive Bewirtschaftung brauchen und auch nicht wollen.
Dazu kommen noch folgende weitere Vorteile:
Intensivwiesen verlangen dagegen mit den heute propagierten Massenertragsgräsern wie Raygräsern und Knaulgras dagegen immer frühere und öftere Nutzungen und eine höhere Nährstoffversorgung. Dazu kommt nochfür bessere Futterqualitäten immer mehr bodenschädliche Überfahrten mit immer schwerem Gerät.
Es ist noch viel zu wenig bekannt und vor allem zuwenig bewußt, dass es beiimmer mehr Überfahrten zur problematischenGatschbodenbildung kommt. Das ist erst recht der Hauptgrund für die Förderung der die Gemeine Rispe, die allein auch auf zerfahreneGatschböden gut wachsen kann, nicht aber die Kulturgräser.
gefördert. Und zwar infolge der immer mehr Nutzungen infolge oberflächennaher Bodenstrukturzerstörung durch häufiges Zerfahren bei zu feuchtem Boden.
Heute sind ja bei fortschrittlichen Betrieben inzwischen 5 Nutzungen selbst in Bergregionen in NÖ durchaus üblich. In Gunstlagen des Voralpengebietes sind mir in NÖ sogar schon 7-Schnittnutzungen bekannt. Früher galt diese extreme Nutzungsintensität in Österreich nur für das Bodenseegebiet.
Was ist nun so überzeugend, dass Glatthafer und Goldhafer so ideale Futtergräser sind?
1.
Meine letzten Recherchen ergaben zu GLATTHAFER folgendes unerwartetes erfreuliches Bild:
In Nationalparks der USA, in Tschechischen und in Wien wird
Glatthafer von den Naturschützern nicht als wertvolles Futtergras, vielmehr neuerdings sogar als unerwünschter invasiver Neophyt eingestuft, weil er sich ohne Zutun allein so stark ausbreiten kann. Da muß doch jeder Futterbauer aufhorchen! Glatthafer ist ja bei uns ein wertvolles Futtergras im Spitzenbereich mit Futterwertzahl 7 !
Zur
Den sich in Wiesen- oder NATIONALPARKS immer mehr ausbreitenden Glatthafer haben daher mit verschiedener Beweidungszeiten mit der bekannten Weideempfindlichkeit zurückdrängen wollen. Folgende Grafik zeigt andererseits die Straße zum Erfolg für Futterwiesenbauern wie dagegen mit Weide GLATTHAFER vielmehr vermehren kann - wahrscheinlich durch Herbstweide!
In Tschechien wollte man wissen wie man den Glatthafer durch Weide bekämpfen kann! Weil er immer mehr zunahm - was ja für Futterwiesen geradezu optimal ist. Es stellte sich heraus, daß Glatthafer selbst bei Weide mit Ziegen und Schafen zwar dann einwenig weniger wird, aber
Man sieht, dem Glatthafer schadet eigentlich nur die Frühjahresweide spürbar, wenn die jungen Triebe zertreten werden. Weide im Herbst fördert vielmehr zusätzlich den Glatthafer auffällig. Das kommt sicher vielen Betrieben mit ihrer häufigen Herbstweide sehr entgegen und sollten sie daher ohne besonderen Kostenaufwand nutzen.
Das einzige was dazu nötig ist:
Man braucht die Wiesen also einfach nur mit Glattfhafer Saatgut auffrischen.Und schon hat genau jenes SUPER Gras im Bestand, das von allen von Natur aus am durchsetzungskräftigsten ist, sehr beständig ist und am längsten hält.Leider fehlt Glatthafer in den heutigen allermeisten Wiesenmischungen.
Diese Erkenntnis und meine Erfahrungen mit verschiedenen Mischungen bei intensiver Mutterkuhweide in Kreuzstetten im nö. Weinviertel sowie die eigenen Feldfuttermischungsveruchen in Amstetten bestätigten mir seit Jahren den Erfolg mit Glatthafer.
Leider wird in der Lehre das vielfach bloß verstaubt gelehrte aber nicht überprüfte Lehrbuchwissen gelehrt, dass der Glatthafer so gut wie nicht weidetauglich sei und verschwinden würde.
Wenn man sich den Kurvenverlauf der Entwicklung von Glatthafer unter Weide als Maßstab hernimmt und mit der Entwicklung von Timothe, Wiesenschwingel etc vergleicht, müßte man analog bei diesem Prinzip noch viel, viel deutlicher sagen, daß wegen ihrer vielen massiveren Abnahme im Vergleich zu Glatthafer und innerhalb weniger Jahre sogar - dass vielmehr
Timothe, Wiesenschwingel für Dauerwiesen langfristig völlig tauglich wären.
Quelle:
The Impact of Different Grazing Periods in Dry Grasslands on the Expansive Grass Arrhenatherum elatius L. and on Woody Species
Jirı Dostalek • Tomas Frantık
Environmental Management (2012) 49:855–861
DOI 10.1007/s00267-012-9819-4
Dry grassland plant diversity conservation using low-intensity sheep and goat grazing management Prague -Dostalek Frantik
http://www.parkpruhonice.cz/mykosym/download/articles/Dostalek%20and%20Frantik_2008__Biodivers%20Conserv.pdf
Biodivers Conserv (2008) 17:1439–1454
DOI 10.1007/s10531-008-9352-1
Glatthafer besitzt nämlich alleine und ohne Zutun auf Wiesen und Rainen die stärkste natürliche Massenausbreitungkraft von allen unseren guten Futtergräsern, gefolgt vom Goldhafer und Knaulgras. Clevere Futterbauern werden dieses neue Wissen um diese Ausbreitungskraft sofort nützen.
Damit GLATTHAFER in Futterwiesen und genau sogut wie in Feldfuttermischungen wächst, muß er klarerweise wie alle Futtergräser erst einmal durch Anbau ausgesät werden. Mehrere eigene mehrjährige Versuchserfahrungen an der Lw. Fachschule Gießhübl zeigten mir folgendes Bild:
Glatthafer zeigte in meinen Versuchen schon mit bloß 1 kg Saatgut je ha bei mehreren Neuanlagen und Mischungszusammensetzungen einen unerwartet sicheren Aufgang und Anwuchs. Trotz 4 Schnitte je Jahr lieferten die Bestände einen beachtlichen Glatthaferanteil von sogar 5-10% der Aufwuchsmasse mehrjährig über alle Jahre und Schnitte - und das bei mäßiger Düngung. Deshalb werden ca 5 - 8 kg/ha eine optimale Saatgutmenge sein.
Meine guten Erfahrungen mit Glatthafer fanden bei den österr. staatlichen Grünlandsaatgutexperten in Gumpenstein trotz wiederholten Hinweisen bei mehreren Besprechungen und Seminaren zum Erkennen von Grünlandpflanzen kein Gehör und stießen vielmehr geradezu auf empörte Ablehnung weil sie meine unverhüllten, unerwarteten Erfahrungen und Ideen als Vordenker noch ziemlich überfordern. So hat man die schon bestehende Vielzahl an Mischungen als Ausrede, als wenn das schon ein wissenschaftliches Argument.
Auch die Narbendichte hält man bei GLATTHAFER für bedenklich. Dabei gibt es meinen Erfahrungen nach nicht nicht einmal einen sauberen wissenschaftlich definierten und klar beschriebenen Standard und noch weniger eine BIAS freie und sauber reproduzierbare Methode zur Bestimmung der Narbendichte samt der vermeintlich erwiesenen wirtschaftlichen Nützlichkeit. Hoffentlich meint da nicht jeder was anderes unter Narbendichte.
Die Gumpensteiner Grünlandsaatgutexperten PÖTSCH und BUCHGRABER dürften nämlich sogar ihren eigenen Versuchsergebnisse nicht trauen, nicht kennen oder entweder nicht wirklich ernst nehmen. PÖTSCH und BUCHGRABER haben nämlich selbst folgendes Wissen in ihren Schriften so zusammen gefaßt, wie es hier von mir so auf folgenden Nenner gebracht wird:
Sogut wie immer, wenn Glatthafer in einer vielen Versuchs - Wiesen- oder Feldfuttermischung angbaut wurde entwickelte er sich nahezu am besten aller gesäten Gräser. Glatthafer und teils auch Goldhafer und Knaulgraswurde mit den Jahren nicht wie die meisten Gräser weniger sondern nahmen fast immer auffällig und sogar beträchtlich zu. Die meisten anderen anbauten Gräser und von den Gumpensteinern heute noch unverständlich hochgelobten Zuchtgräsern wie vor allem Wiesenschwingel, Timothe, Englisches Raygras und teils Wiesenrispe werden dagegen in der Regel in wenigen Jahren nach dem Anbau immer weniger und sind dann teils extrem ausgedünnt, bis auf eher seltenere Sonderstandorte abgesehen- also schnell verlorenes Kapital bei Dauerwiesen, die JAHRZEHNTE halten sollen wie der HINWEIS mit "DAUER" wohl bedeuten soll.
Zusammengefaßt bedeutet das, dass die Gumpensteiner Superwiesen - Saatgutexperten bis heute Wiesensaatgutmischungen über die ÖAG und das Saatgutgestz propagieren von denen teils über die Hälfte der gesäten Saatgutgräser in der Entwicklung schon ab dem zweiten bis vierten Jahr stark abnehmende Tendenz hat in den Wiesen ja nahezu verschwinden. Sie täuschendamit viele unerfahrene Landwirte auf diese Weise: bei den vielen Grünlandtagen zeigen sie nämlich nur die einjährigen TOP-Bestände dem Publikum. Da sind noch die meisten gesäten Arten noch täuschend mächtig enthalten und auffallend dichter als in späteren Jahren. Sie vorführen und zeigen damit fast immer nur Saatgutmischungen her, wo man in der Regel die angesäten Arten nur in ihrem ersten und besten Jahr und Lebenswuchsstadien sieht. Sie täuschen das Publikum mit einem beliebten und klassichen wissenschaftlichen Fehler der Täuschung durch den schon lange bekannten BIAS Effekt. Also verwendet man die Methode der Potemkinschen Dörfer - also nur das Herzeigen was schön und optimal aussieht, aber in der Realität später selten der Fall ist. Eine Schwalbe im Sommer macht eben noch keinen Sommer, sagt der Volksmund dazu. Dieses Sprichwort entspricht damit genau der Schönung und Täuschung durch BIAS. Es fehlt damit die entscheidende Repräsentativität, weil die wichtige Nachhaltigkeit von Dauerwiesen im Dunkeln bleibt.
Ein vergnügliches wie lehrreiches Buch zu verschiedensten BIAS Fehlern kann ich dazu allen Interessierten und Managern empfehlen:
Rolf Dobelli
DIE KUNST DES KLAREN DENKENS
52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
http://ebooks.pintube.at/die-kunst-des-klaren-denkens-52-denkfehler-die-sie-besser-anderen-uberlassen-epub-mobi-download/
So gut wie nichts habe ich bisher bei den vielen Tagungen oder Vorträgen von den Gumpensteinern gehört, wie sich die Bestände mit den propagierten TOP-ÖAG-Sorten und Gräserarten aus den Gumpensteiner Erfahrungen langfristig entwickeln. Dass sich langfristig nur ganz bestimmte und wenige Gräserarten wie Glatthafer, Goldhafer und zum Teil wenige andere dauerhaft halten, steht nämlich wie gut versteckt nur in den ohnedies von Bauern kaum gelesenenVersuchsberichten wie diesem:
von GERL und BUCHGRABER.
Ein Beleg Beispiel dafür ist:
Beispiel mit 4jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (GERL S. M., 2000)
Quelle: GERL Sigrid M,2000: Entwicklung des Pflanzenbestandes, Ertrag und Futterwert von Qualitätssaatgutmischungen für Feldfutterbau und Dauergrünland.Herausgeber Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein,A-8952 Irdning, Druck, Verlag und 2001, Bundesanstalt für alpenländische
Glatthafer und Goldhafer -
die starken Gräser, die nach dem Anbau mehr werden und nicht weniger werden wie Wiesenschwingel und Timothe
2.Beispiel mit 3jähriger Prüfungsdauer der Hauptnutzungsjahre (HIETZ, 2009)
Abbildung 22:
Zusammensetzung der Saatgutmischung und Entwicklung der Pflanzenarten (Mittelwert der Fl%) bei der „ÖAG DIE SAAT Dauerwiesenmischung B“ für mittelintensive Bewirtschaftung (bis zu 3 Nutzungen je Jahr) für mittlere (und trockene) Lagen - an den Standorten mit Dreischnittnutzung (Winklhof, Freistadt, Litzlhof und Rotholz) Quelle: LFZ Raumberg-Gumpenstein 2004.
Im ersten Hauptnutzungsjahr dominierten Glatthafer (Arrhenatherum elatius),Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Englisches Raygras (Lolium perenne) und Weißklee(Trifolium repens) den Bestand.
Kommentar von Dr. Marianne HIETZ:
Glatthafer konnte sich 3 Jahre nach der Ansaat mehr als verdreifachen und im Verleich zum Anlagejahr fast verzehnfachen !!!.
Damit wurde Glatthafer mit Knaulgras (Dactylis glomerata) und Goldhafer (Trisetum flavescens) zu den Hauptbestandesbildnern des Grasgerüstes.
Wiesenschwingel, Timothe (Phleum pratense) und Englisches Raygras konnten sich im Anlagejahr und im ersten Hauptnutzungsjahr gut im Bestand etablieren und wurden in den beiden darauf folgenden Jahren von den konkurrenzkräftigeren Arten zurückgedrängt. Der Rotschwingel (Festuca rubra), eine Kulturart mit langsamer Anfangsentwicklung, konnte sich nicht durchsetzen und blieb über alle Versuchsjahre in konstant geringen Anteilen im Bestand erhalten.
Q: HIETZ M. Auswirkungen der Saatgutqualitäten sowie der Arten- und Sortenauswahl von Gräser- und Kleearten bei internationalen Dauergrünlandmischungen auf den Pflanzenbestand im Österreichischen Alpenraum, , Dissertation Dipl.-Ing. Marianne Anita HIETZ, Wien Oktober 2009
Entwicklung eines Grünlandbestands nach Neuansaat, bei wenig intensiver Bewirtschaftung nach Hans EGGER, LK Kärnten:
Man beachte auch hier wieder die klare Überlegenheit von Glatthafer in der Nachhaltigkeit von Ausdauer und Stabilität in diesem 2013 neu publizierten Versuch!
Timothe und Wiesenschwingel erweisen sich wiederum als die großen Verlierer und hier mit einem 25% Anteil im Saatgut völlig überzogen.
Die vielgerühmte und immer wieder gefordertete Nachhaltigkeit und Standortgerechtheit bei der Saatgutwahl von Timothe und Wiesenschwingel wird hier wieder einmal ignoriert.
Also sind Timothe und Wiesenschwingel auch hier hinausgeworfenes und verlorenes Geld und verlorene Investition in die Zukunft für Bauern mit Futterwiesen - LandWIRTSCHAFT.
Q: EGGER H: 13.03.2014 Grünland – Achtung, fertig, Start
http://www.bauernzeitung.at/?id=2500,1041306,,
Ich mache hier damit wiederholt aufmerksam, dass man also mit den vielfach propagierten ÖAG-Wiesen-Saatgutmischungen, aber auch anderen ähnlichen Mischungen man nur erwarten kann, dass leider nur grob rund die Hälfte der gesäten Arten langfristig nach 4 Jahren nur mehr als Futter bei neuangelegten Dauerwiesen über bleibt.
Bei Wieseneinsaaten oder Nachsaaten mit ÖAG-Mischungen zur Wiesenverbesserung steht es um den Erfolg von Aufgang und Anwuchs der gesägten Arten noch viel schlechter. Es können sich nämlich nur ganz wenige und nur die konkurrenzstärksten und durchsetzungsfähigsten Gräser etablieren.
Eine völlige Niete ist zB Timothe bei Nachsaaten wie folgende Abbildung von dem einzigen Mähwiesen-Nachsaatversuch von Pötsch hervorgeht:
Folgedessen sind sie konkurrenzbedingt selten wirklich erfolgreich. Erfolgen Wieseneinsaaten nur gelegentlich und ohne guter Unkrautbekämpfung ist ein Erfolg eher selten.
Erfahrungsgemäß breiten sich durch Bodenverletzungen und zu intensives Befahren in den letzten Jahren inzwischen sogar vermehrt Löwenzahn, Spitzwegerich, Ampfer und neuerdings stark Gemeine Rispe und verschiedene lästige Unkrauthirsen durch Zukaufstroh oder Fremdbodenaufbringung aus.
Die eigenen Erfahrungen zeigen, dass erst ständige Übersaaten in geduldiger Wiederholgung mit den wirklich wüchsigen Gräsern auf offenen Bodenstellen, ja inzwischen sogar jährlich mehrmalige Einsaaten die besten Chancen für bestmögliche Futterwiesenertäge bringen.
Wie lange sind solche Wiesenverbessungen notwendig?
Sicher werden sich viele das zu Recht fragen. Die Antwort ist relativ einfach aber sehr variabel. Die Wiesen muss man nämlich solange durch regelmäßige Einsaaten verbessern, bis man den vollen Erfolg der Saaten sieht. Nach eigenen Erfahrungen sieht man den Erfolg nach 3 Jahren dauernder Einsaat. In eher seltenen Fällen habe ich auch schon im Folgejahr sehr schöne Erfolge erlebt.
Da bei intensiverer Nutzung die Horstgräser nach 5 - 10 Jahren unweigerlich absterben ist bei intensiverer Nutzung dementsprechend eine häufigere Nachsaat notwendig. Erfolgt sie dennoch nicht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass dann sogar das Knaulgras schon nach 5 Jahren völlig verschwindet. Beständig sind dann nur mehr wertlose Arten die zudem ungern gefressen werden wie: Gemeine Rispe, Einjährige Rispe, Hirsen und viel Ampfer.
Der einzige gravierenden Nachteil von Glatthafer ist der, dass er nicht für feuchtere Wiesen geeigent ist. Da kann man aber auf den Wiesenfuchsschwanz setzen. Er hat nämlich in etwas feuchteren Wiesen wie Glatthafer die intrinsiche Tendenz zur Selbstausbreitung.
Die bemerkenswerte Nützlichkeit - der Effekt der natürlichen Selbstausbreitung von Wiesenfuchsschwanz in der Praxis, fehlt unerklärlich ebenso in der Gumpensteiner Wiesenforschung. Dabei ist derWiesenfuchsschwanz überhaupt das häufigste Wiesengras vieler Wiesen, nicht nur von besonderen Feuchtwiesen.
Leider haben das nur die Bayern genauer untersucht. Nach meinen vielen Wiesenbegehungen und Beratungen gilt die hohe Statigkeit und Frequenz von Wiesenfuchsschwanz sogar in NÖ mit meist nur 600 - 800 mm Jahresniederschlag in den Futterwiesengebieten.