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Montag, 24. September 2018


Notmassnahmen bei Engerlingsschäden auf Futterwiesen


Ein Landwirt aus Götzweiß bei Waidhofen stellt die Frage, was er OHNE WIESENUMBRUCH tun kann, die heuer immer mehr werdenden Schäden an der absterbenden Wiesennarbe tun kann.
Es ist ein zeitbegrenzter Pachtacker und zudem wegen Steinen schwer umzubrechen. Es ist klar, dass hier der Einsatz der sehr teuren Bekämpfung mit Pilzgerste, wegen ihren länger notwendigen Einwirkzeit und unsicherer Pachtdauer keine langfristigen Massnahem setzen kann.
Da der Einsatz von Kreiselegge oder Rototiller oder Pflug ebenso wenig in Frage kommt, wurde ein alternatives Konzept von mir vorgeschlagen.


Alternative Engerlingsbekämpfung durch Einsaat und Düngung

Offene Narben sind ohnedies immer zu begrünen um produktive Flächen zu sein.
Bevor im nächsten noch weniger wächst, ist es sinnvoll bei Herbstmassnahmen gegen den Engerling Ende September die Wiesen möglichst wieder rasch zu begrünen.
Das kann zu dieser späten Saatzeit erfolgen:
A -> mit einer Grasnarbe oder
B -> mit anspruchslosem Wintergetreide wie TRITICALE oder GRÜNROGGEN.
Für die Herbsteinsaat einer Grasnarbe kommt das recht triebige ENGLISCHE RAYGRAS am aller ehesten in Frage.
Auch KNAULGRAS und ROTSCHWINGEL -sofern verfügbar -  würde ich dazu säen. Beide sind auch trockenheitsrobuste Futtergräser und Tiefwurzler unter den Gräsern. KNAULGRAS ist das massenwüchsige Obergras und ein Horstgras. ROTSCHWINGEL ist trockenheitsverträgliches Untergras mit dicht bodenbedeckender Narbenbildung, das bei Trockenheit nicht ganz abstirbt.

Eingesät können die Gräser mit einer normalen Sämaschine werden. Am besten mit halber Saatmenge und 2 mal, kreuz und quer, um möglichst eine gute flächendecke Saat zu erreichen. Die Säschare können und sollen so eingestellt werden, dass sie die Samen leicht einschlitzen, jedenfalls aber niemals unter 1 cm Sätiefe. Zu tiefe Saat hemmt den Aufgang und ist zu vermeiden.
Möglichst vor Regen zu säen soll angestrebt werden, um der Aufgang zu sichern. Sofort nach der Saat kann auch Gülle gespritzt werden, die die Bodenfeuchte einwenig besser hält. Nach 3 Tagen sollte aber keine Gülle mehr gegeben werden, da sonst die Keimung behindert werden könnte. Auch ein dünner Stallmistschleier hat eine gewisse Schutzwirkung und Wasserpufferwirkung. In den Herbsttagen hilft auch der Tau zur Keimung.

Erfahrungsgemäß fördert jede moderate Stickstoffdüngung das Pflanzenwachstum. Zur Stärkung der geschwächten Altnarbe und raschen Entwicklung der jungen Saat, haben moderate 30 bis 40 kg N/ha narbenfördernde, wuchsfördernde und heilende Wirkung auf eine nicht völlig abgestorbenen Grasnarbe. Die Stickstoffdüngung geht nicht verloren, denn der Herbstaufwuchs ist ein wunderbarer wasserspeichender und bodenkrümelbildender Naturdünger für den wichtigen ersten Aufwuchs im nächsten Jahr.


Gutau – Schäden durch Engerling, Dachs und Wildschweine

Ein Anrufer aus Gutau, OÖ,  ist bereit die steile, sonnige schwer engerlingsgeschädigte Wiese mit einer Kreiselegge jetzt (24.9.2018) noch umzubrechen. Erst jetzt diese Tage nach dem Engerlingsschäden hat der DACHS die Wiese zudem vielen trichterförmigen Löcher in die Narbe gebohrt. Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Engerlinge – jetzt noch Ende September 2018 - knapp unter der Erdoberfläche mit ihrem wiesenschädigenden Wurzelfrass noch am Werk sind.
Bei einem Nachbarn in Gutau haben WILDSCHWEINE die Wiese noch intensiver mechanisch auf der Engerlingssuche haufenweise aufgewühlt und aufgeschoben, sodass hier noch mehr Arbeit und Aufwand für das Angleichen des Saatbettes notwendig ist.


Geringste Futterverluste bei Zwischenfruchtnutzung mit TRITICALE oder GRÜNROGGEN

Bei Wiesenumbrüchen so spät im Herbst verliert man am wenigsten Futter, wenn nach der mechanischen Engerlingsbekämfung ein anspruchsloses
 Wintergetreide wie TRITICALE oder GRÜNROGGEN noch diesjährig angebaut wird.
Im Mai kann es als Grünfutter oder Silage geerntet werden. Zeitig im Frühjahr sät man auf solchen Flächen eine trockenheitsverträgliche Dauerwiesenmischung (Dauerwiese A, für trocken Lagen) ein. Auf besonders trockenen Standorten kann man diese Dauerwiesenmischung mit folgenden besser trockenheitsverträglichen Arten verstärken:
KNAULGRAS, GLATTHAFER, ROTSCHWINGEL, WIESENSCHWINGEL, ROHRSCHWINGEL, FESTULOLIUM, HORNKLEE und ROTKLEE.

Ab dem Sommer, im Juli bis August sollte die Frühjahreseinsaat wieder als nutzbare Dauerwiese zur Verfügung stehen. Auf eine AMA-Meldung zum Wiesenumbruch für eine Wiesenreparatur und Neuanlage wird extra hingewiesen, um finanzielle Sanktionen zu vermeiden.


Experiment mit TRITICALE oder GRÜNROGGEN

Ein Experiment ist, wenn man versucht TRITICALE oder GRÜNROGGEN direkt in eine narbengeschädigte Wiese durch Direktsaat einzubauen. Ein Vorteil kann sein, dass diese Arten sich schneller entwickeln als alle Gräser. Zudem liefern diese Arten bereits im Mai Futter. Ein Mitsaat von Englischem Raygras im Herbst  beschleunigt den Wiesenaufbau und die Futtermenge in nächsten Jahr. Allerdings müssen die anderen Wiesengräser im Frühjahr dennoch eingesät werden, da Englisches Raygras bei Schnittnutzung nur 2-3 Jahre durchhält.


Rechtzeitige Saatgut-Bestellung bei ungewöhnlichen Anbauzeiten

Auf die rechtzeitige Bestellung der Saatgutmischungen und der Einzelkomponenten verweise ich extra. Es ist zu bedenken, dass es bei ungewöhnlichen Anbauzeiten immer wieder zur Knappheit von Wiesensaatgut oder Einzelkomponenten von Gräsern und Klee kommt.


Nutzung des letzten Wiesenaufwuchses

Wie üblich sollte ein zu üppiger Graswuchs im Herbst nicht in den Winter gehen, um sicher zu überwintern.
Siehe dazu meinen Beitrag:
Letzten Wiesenaufwuchs als Naturdünger nutzen
unter


Dachsschaden nach Engelingsschaden. Foto TWITTER

Wurzel fressender Engerling , Q: Zeichnung Assadallah Mrkarim

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Dezimierende Wirkung von den Branntkalk und Kalkstickstoff

Bei der Bodenbearbeitung von engerlingsgeschädigten Futterwiesen kann auch Branntkalk und Kalkstickstoff eingesetzt werden.
Beide Dünger haben  stark ätzende Wirkung in der Anfangszeit und sind bei Kontakt  schädigend für Engerlinge.




Montag, 2. Juli 2018

Wiesenpflege im Herbst bringt mehr und besseres Futter im Fruehjahr


Wiesenpflege im Herbst bringt mehr und besseres Futter im Fruehjahr
Zur guten Wintervorbereitung von Grünland und Feldfutterflächen sind im Herbst gezielte Pflegemaßnahmen notwendig. Das Ende der Vegetationsperiode kann und soll für einen guten Start im Frühjahr genutzt werden. Die hohe Leistungsfähigkeit einer Grünlandnarbe im Folgejahr hängt von der guten Überwinterung ab. Dazu zählt eine möglichst unkrautarme und dichte Grasnarbe mit hochwertigen Futtergräsern, eine optimale Nährstoffversorgung und das Kurzhalten der Narbe vor dem Winter. Lesen Sie hier die Tipps zu optimalen Pflegemaßnahmen vom Futterwiesenexperten Dipl.-Ing. Johann HUMER.
DSCN1577 gepflegte schwierig zu bewirtschaftende Wiesen im Berggebiet.JPG
Gepflegtes Grünland in Ertl am Freithofberg

Eindämmen von Unkraut
Der Herbst ist die ideale Zeit zur Bekämpfung unerwünschter, wertloser oder giftiger Pflanzenarten. Überhandnehmende Unkräuter wie 20100418_047 Ampferausbreitung mangels Wiesenpflege mit Bekämpfung u Einsaat im Wienerwald.jpgAmpfer,
DSCN1519 ohne Wiesenpflege breiten sich auf Bergwiesen oft stinkende ungefressene Minzen wie hier aus.JPG
Ohne Wiesenpflege breiten sich auf Bergwiesen oft stinkende ungefressene Minzen und Kriechender Hahnenfuss wie hier aus

Mehr dazu in meinen Beiträgen unter
1.
Wichtige Wiesenunkräuter die man im Herbst bekämpft oder Futterwiesen mittels Unkrautbekämpfung im Herbst verbessern

2.
Mehr Futter mit weniger Hahnenfuß und Löwenzahn in Futterwiesen

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RIMG0260,giftiger,ScharferHahenfuss,Schliefau.JPG

Hahnenfuß wie hier oben im Bild
und Doldenblütler sind mit geeigneten Mitteln einzudämmen.

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Die Rosettenstadien der besonders giftigen Kreuzkräuter (wie hier von Jakobskreuzkraut),

20170713_170609r1024JKK Jakobskreuzkraut in Nähe von Pferdeweiden.jpg
Jakobskreuzkraut in Nähe von Pferdeweiden und Koppeln im Waldviertel

die sich in den letzten Jahren immer mehr ausbreiteten, sind nach der letzten Nutzung gut sichtbar und durch Ausstechen oder Punktbekämpfung gut bekämpfbar. Auf die regelmäßige Eindämmung von Ampfer, Hahnenfuß und die mit der Extensivierung immer mehr aufkommenden Giftpflanzen ist besonders Augenmerk zu legen, da diese Arten Qualität und Ertrag von Futterwiesen zunehmend mindern. Von Vorteil bei der Herbstbekämpfung ist auch, dass die Pflegetätigkeit nicht in den Arbeitsspitzenzeiten anfällt. Durch den geringen Futternachwuchs und die längeren Einwirkzeiten im Herbst wird der Bekämpfungserfolg erhöht. Auch die Wartefrist nach einem Wirkstoffeinsatz ist leicht einzuhalten, da die nächste Futternutzung erst im Frühjahr erfolgt. Entstehende Bestandeslücken sind nach erfolgreicher Unkrautbekämpfung immer rasch durch Einsaat zu schließen, damit keine auflaufenden Unkräuter aufkommen.

Einsaat von Gräsern in lückigen Narben
Offene Bodenstellen in Futterwiesen bilden ständig Ausgangspunkte für unerwünschte Unkrautarten.

Nach der Unkrautbekämpfung sind alle lückigen, handtellergroßen Flächen mit den standörtlich bestwüchsigen Grasarten noch im Herbst - als Schlafsaat - mit 10 kg/ha zu begrünen, damit möglichst nur wertvolle Gräser aufkommen. Knaulgras, Englisches Raygras, Glatthafer und Goldhafer bilden dabei die Schlüsselarten für gute Futtererträge von Mähwiesen unter den aktuellen österreichischen Klimabedingungen. Bei Weiden führen nur trittfeste, ausläuferbildende Weidepflanzen zum Erfolg. Kleearten wie Weißklee, Hornklee oder Rotklee können nur im Frühjahr eingesät werden, weil sie bei späten Herbstsaaten kaum mehr aufkommen. Grundsätzlich sind größere Lücken in der Narbe im Frühjahr erneut einzusäen.

Mehr dazu unter
http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Wie+man+Wiesenunkr%C3%A4uter+im+Herbst+bek%C3%A4mpft

Kurzhalten verbessert das Überwintern
Das Kurzhalten der Wiesenaufwüchse im Spätherbst ist eine wichtige Maßnahme um Auswinterungsschäden vorzubeugen. Futterwiesen sollen nicht zu üppig und hochwüchsig in den Winter gehen. Vor allem lagernde Matten befällt der Schneeschimmel bevorzugt. Diese Flächen wintern nachfolgend aus. Hohe Restfuttermassen bilden auch für Mäuse eine gute Deckung und ideale Überwinterungs- und Vermehrungsbedingungen. Die Narbe stirbt auf den befallenen Flächen ab und Unkräuter besiedeln diese Stellen. Die Aufwuchshöhe zu Vegetationsende soll etwa zehn Zentimeter nicht überschreiten. Bei der Luzerne ist speziell zu beachten, dass die letzte Nutzung nicht zu spät und zu tief erfolgt. Die Schnitthöhe von zehn Zentimeter darf bei Luzerne nicht unterschritten werden, da ansonsten die bodennahen Erneuerungsknospen am Stängel vernichtet werden. Ohne Erneuerungsknospen bildet die Luzerne keinen Nachtrieb und verliert die Ertragsfähigkeit.


Schadnager fangen
Mit dem zunehmenden Temperaturanstieg nehmen auch narbenzerstörende und wurzelfressende Schädlinge in Wiesen zu. Dazu zählen: Schwarzwild, Dachs, Krähen, Wühlmäuse, Maulwurf, Engerlinge und Wiesenschnaken. Bewährt hat sich in der Abwehr von Nagern das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel und das konsequente Fangen der Schädlinge mit Fallen sowie die Beobachtung von Neueinwanderungen. Auch die Eindämmung von Narbenschäden durch Schwarzwild und Krähen muss erfolgen.

Trittschäden und Fahrspuren vermeiden
Schäden an der Wiesenarbe entstehen bei nassen Bodenverhältnissen durch Bodenbelastungen durch
weiderinder-hockaat.jpg
Herbstweide oder beim letzten Schnitt. Die Herbstnutzung ist daher an den Niederschlagsverlauf und die Bodenfeuchte anzupassen. Die Beweidung soll nie bei nassen Bodenbedingungen erfolgen, damit durch Trittschäden keine Narbenzerstörung erfolgt. Trittschäden, Fahrspuren und häufiges Befahren verstopfen Grobporen im Boden und verursachen stauende Nässe. Das begünstigt die Ausbreitung schwer bekämpfbarer Ungräser IMG_421o,ItalRaygras,2013sep25nach4Wochen,Fahrspuren-PreisderErnte.jpgwie hier oben im Bild mit Gemeiner Rispe und


hier unten im Bild mit Weicher Trespe.
Ungras Weiche Trespe infolge falscher Herbstweide.jpg
Beispiel einer extremen Förderung von Weicher Trespe durch Beweidung bei Nässe im Herbst in Waidhofen an der Ybbs im nächsten Frühjahr.

Herbstdüngung braucht Spitzenfingergefühl
Die moderate Düngung mit Wirtschaftsdüngern im Herbst, räumt die Düngerlager und sichert die Speicherung der Nährstoffe in den Wurzeln. Das führt zu einem früheren und besseren Wiederaustrieb im Frühjahr. Kalium schützt den Pflanzenbestand vor Auswinterung und erhöht die Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten. Um tiefe Fahrspuren und die Ausbreitung von Gemeiner Rispe zu vermeiden, darf nur bei Trockenheit und guter Befahrbarkeit der Flächen – unter Bedachtnahme der erlaubten Ausbringungsmengen und Zeiträume - gedüngt werden. Auch eine zu frühe Herbstdüngung soll wegen zu üppigem Futternachwuchs nicht erfolgen. Angemessene Ausbringungsmengen sind für Gülle 15 m³/ha, bei Stallmist 20 t/ha und bei reifem Kompost oder Rottemist 10 bis 15 t/ha. Beweidetes Grünland braucht keine Herbstdüngung, soll aber durch Mahd der überständigen Futterreste gepflegt und sauber gehalten werden, damit sich die ungefressenen, verschmähten minderwertigen Weidepflanzen oder Giftpflanzen nicht ausbreiten.
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Was tun, mit dem letzten Aufwuchs?
Beim letzten Aufwuchs stellt sich immer häufiger die Frage einer geeigneten Nutzung. Für Klein- und Mittelbetriebe ist die Herbstweide ein arbeitswirtschaftlich kostengünstiges Verfahren. Auch bei Futternot ist es von Vorteil Wiesen bis zum letzten Grasbüschel nutzen zu können. Bei Vielschnittwiesen ist aber das letzte Mähfutter im Jahr von zweifelhaftem Wert. Dieses Futter hat zwar höhere Eiweißgehalte, aber wenig wertvolle Struktur, eine geringe Silierfähigkeit, niedrige Megajoulegehalte und meist auch höhere Erdanteile. Die mitunter sogar anhaftenden Erdpatzen bei mitgeernteten Wurzelresten von Gemeiner Rispe führen zu Futterbelastung durch Bodenkeime wie Listerien und Clostridien. Solches Futter erhöht den Stress und führt zu Mastitisausbrüchen und Leistungsabfall bei Milchvieh und wird mitunter gar nicht mehr gefressen und kann bei hoher Keimbelastung bei empfindlichen Tieren zum Tod durch Keimtoxine führen. Auch bei Futter überschwemmter Wiesen besteht dieses Risiko.
Die Verwertung des letzten Aufwuchses als natürliche Gründüngung für den ersten Aufwuchs im nächsten Jahr sollte künftig stärker überlegt werden. Der Aufwuchs muss aber geschnitten werden. Das kann durch Mulchen, Schlägeln oder Mahd erfolgen.
DSCN1532 Vorführung Wiesenpflege mit Traktormulcher im Herbst in Buchau 2003.JPG

Dicke Schwaden sind durch Zetten zu verteilen, damit die Narbe nicht durch Lichtmangel und Grünmassezersetzungsprodukten abstirbt. Diese Art der Rezyklierung der Nährstoffe des letzten Aufwuchses kommt dem nächsten ersten Aufwuchs sichtbar durch einen früheren und höheren Ertrag zugute.

Kalk und Phosphor Düngung im Herbst
Kalk und Phosphor sind unverzichtbare, langsam wirkende Pflanzennährstoffe. Ein Mindestversorgungsgrad ist für ertragreiche Wirtschaftswiesen erforderlich. Beim ph-Wert des Bodens sollten je nach Bodenschwere die Werte über dem pH-Bereich von 5 bis 6 liegen. Mit ein bis zwei Tonnen kohlensaurer Kalk ist der Mindestbedarf vieler Wiesen für mehrere Jahre gedeckt. Ein Großteil der Wiesen hat eine Phosphor-Unterversorgung. Der Phosphorbedarf richtet sich vor allem nach dem Ertrag, der Nutzungsintensität und der rückzuführenden Wirtschaftsdüngermenge. Düngepläne ermitteln die exakten Bedarfswerte. Nur mit offiziellen Bodenuntersuchungsergebnissen (um 20 € / Probe) sind die exakten Bedarfswerte für NPK und Kalk feststellbar. Kalk und langsam wirkende Phosphatdünger sollen aufgrund geringerer Arbeitsspitzen im Spätherbst, bei guter Befahrbarkeit der Böden, ausgebracht werden.

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Conclusio
Für den Erhalt des hohen Kultur- und Wirtschaftswertes der Futterwiesen sind im Spätherbst Pflegemaßnahmen notwendig. Für hochwertiges Wiesenfutter ist Voraussetzung, daß nur wertvolle Futterpflanzen wachsen. Viele Unkräuter und Giftpflanzen lassen sich bereits im Herbst eindämmen. Der Aufbau dichter Grasnarben in Unkrautlücken mit hochwertigen Futtergräsern durch Einsaaten erfordert einen ständigen Einsaatprozess, da immer wiederum Lücken durch Auswinterung, Wildschäden, Unkräuter, Trittschäden und Fahrspuren entstehen. Für die Überwinterung der wertvollen Futtergräser bedarf es eine optimale Nährstoffversorgung und das Kurzhalten der Narbe vor dem Winter. Das stärkt die Grasnarbe und hemmt die Auswinterung durch Schneeschimmel und auch den Unterschlupf von Wühlmäusen. Die Herbstweide hat bei kleinen und extensiv geführten Betrieben und bei Futternot Vorteile.

Zukunftsorientierte Betriebe mit Vielschnittwiesen legen hohes Augenmerk auf viel hochwertiges Futter beim ersten Aufwuchs und nutzen die zweifelhafte Qualität des letzten Aufwuchses als Gründüngung um nach dem Winter noch früher hochwertiges Wiesenfutter zu gewinnen.
Nicht Unkraut und Giftpflanzen, sondern hochwertige Grünlandfutterpflanzen sind die Überlebensvoraussetzungen der regionalen Nutztierhaltung. Die vorbildliche, umweltfreundliche und nachhaltige österreichische Futter- und Resourcennutzung im Grünland trägt dazu bei, weltweit das Renommee dieser Regionen und die Marktposition unserer Veredelung von Grünland wirtschaftlich zu sichern. Die hochwertige und dynamische Vielfalt der österreichischen Futterwiesen mit ökologischen und ökonomischen Spitzenleistungen sind wertzuschätzen und ein Verdienst innovativer bäuerlicher Veredelungskultur.
Autor: Johann HUMER, 29.9.2017

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Ohne Wiesenpflege verwildern schwierig zu pflegende Bergwiesen besonders leicht


Wissenschaftliche Ergebnisse von LOBSINGER und LÜSCHER et al belegen den Vorteil für den besseren Ertrag im Frühjahr
Grafik-Einfluss der Herbstnutzung auf Frühlingsertrag,Martin Lobsiger,Späte Herbstnutzung von Weiden,Profi-Lait,AGFF,Zürich,UFA-Revue,9-2006.jpg

Quelle: Martin Lobsiger,Späte Herbstnutzung von Weiden,Profi-Lait,AGFF,Zürich,UFA-Revue,9-2006

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Von BUCHGRABER und PÖTSCH in Gumpenstein fehlen derart geführte oder publizierte Versuche unter den Bedingungen in Österreich.

Lesen Sie auch
Beiträge anderer Autoren zum Thema Grünlandpflege im Herbst unter:

Ratgeber: Tipps für die Grünlandpflege im Herbst

von Externer Autor, am Mittwoch, 08.10.2014 - 10:00 Uhr
https://www.agrarheute.com/pflanze/gruenland/ratgeber-tipps-fuer-gruenlandpflege-herbst-450162

Grünlandpflege im Herbst – was ist zu beachten?

Author: Kay PhilipperDatum: Oktober 01, 2013
http://agrar-cockpit.de/pflanzenproduktion/grunland/gruenlandpflege-im-herbst-was-ist-zu-beachten/


Grünlandpflege im Herbst

http://www.mg-freckenhorst.de/cms/index.php/gruenlandpflege
http://www.mg-freckenhorst.de/cms/index.php/akteulles/140-gruenlandpflege-im-herbst

Herbst ist auch Grünlandpflege-Zeit

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/2/nav/278/article/31336.html



Grünlandpflege Merkblaetter Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
http://www.tll.de/www/daten/publikationen/merkblaetter/mb_grunlandpflege.pdf


Erfolgreiche Herbstweide

https://www.lko.at/erfolgreiche-herbstweide+2500+2606001
ist nur befristet lesbar, LK-Beiträge werden nach einer Zeit gelöscht, Warum, ist mir unverständlich


Samstag, 30. Juni 2018

Bodenuntersuchung von Futterwiesen - Gute Gründe dafür

Gute Gründe für die Bodenuntersuchung von Futterwiesen
Das stärkste ökonomische und sofort wirksame Instrument zur Kosteneinsparung
bei der Düngung mit Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk


Um gute Futtererträge und -qualitäten zu erreichen düngt man Futterwiesen zeitig im Frühjahr. Es gilt zu überlegen wie viel und welcher Dünger das beste Ergebnis bringt. Auch aus ökonomischen und ökologischen Gründen ist es bedeutungsvoll, die eingesetzten Nährstoffe der Dünger möglichst effizient zu nutzen. Vor jeder Düngung ist es wichtig den Nährstoffbedarf für Stickstoff, Phosphor und Kali der einzelnen Fläche genau zu errechnen. Bodenuntersuchungen samt Düngeplan sind die kostengünstigen Instrumente um wirtschaftlich zu düngen. Mit einem Untersuchungsaufwand von rund EINEM EURO je Hektar und Jahr können Landwirte die Dünger treffsicher bemessen.
Kosten der Bodenuntersuchung – nur rund 1€/ha/Jahr !
Für die gewöhnliche Düngeplanung reicht die Grunduntersuchung des Bodens auf Phosphor, Kali und der pH-Wert für den Kalkbedarf. Zusätzlich ist bei jeder Bodenuntersuchung in NÖ ein Düngeplan für die angegebene Kultur als Service der Landwirtschaftskammer dabei. Die Kosten für eine Bodenprobe liegen 2013 samt Service der Landwirtschaftskammer NÖ bei rund € 13,-. Bei der allgemein empfohlenen Beprobungsfläche von zwei Hektar je Probe und dem empfohlenen Untersuchungsrhythmus von sechs Jahren je Fläche liegen die jährlichen Kosten pro Hektar und Jahr bei bloß rund einem EURO.Tabelle 1:
Einstufung der pflanzenverfügbaren Phosphor- und Kaliumwerte bei der chemischen Bodenuntersuchung (CAL-Methode) von Grünlandböden in die Gehaltsklassen A bis E
PK_klassen_GL_boden_A-E.jpg

Das Benotungssystem ABCDE zeigt den Versorgungszustand des Bodens an. A und B zeigen, dass die Düngung langfristig zu niedrig lag, D und E sagt, dass sie zu hoch war. Die Nährstoffgehalte des Bodens für eine ausreichende Pflanzenernährung von Wiesen sollten Gehaltsklasse C mit 88 mg Kalium und 47 mg Phosphor je kg Boden aufweisen. Hat man das ABCDE-Schema seiner Wiesen im Kopf steuert man die Düngung durch Beibehaltung, Verbesserung oder Drosselung. Somit kann man auch die betriebseigenen Wirtschaftsdünger künftig zielgenauer platzieren, um ihre beste Wirkung zu entfalten. Wer künftig noch ökonomischer wirtschaften will, für den ist die Bodenuntersuchung mit einem Aufwand von rund 1 €/ha/Jahr eine unverzichtbare Investition. Düngt man 10 ha mit 100 Tonnen Wirtschaftsdünger nicht zielgerecht, werden 600 bis 1600 € in eine falsche Richtung gelenkt. Der Einsatz von 1 €/ha für die Bodenuntersuchung ist somit eine der rentabelsten Investitionen die die Landwirtschaft hat.



Wie düngt man bei zu hohen oder zu niedrigen Bodennährstoffgehalten richtig?

Liegen die Werte der Bodenanalyse bei A oder B, erfolgt eine Zuschlagsempfehlung von 20% bzw. 40% zur normalen Düngungshöhe der Stufe C. Liegen die Werte bei D oder E ist eine Nährstoffrückführung aus eigenen Wirtschaftsdüngern in der Höhe der empfohlenen Nährstoffzufuhr nach Tabelle 3 erlaubt, aber weniger sinnvoll. Mineralische Phosphat- oder Kaliumdünger sind bei D und E sogar verschwendetes Geld und widersprechen einer sachgerechten Düngung.

Tabelle 2: Handlungsanleitung zur Düngung von Grünland bei Unter- und Überversorgung der Bodennährstoffe P und K je nach Gehaltsstufe bzw. Note gemäß den Richtlinien für die sachgerechte Düngung (2006).
Handlungsanleitung A bis E PK GehaltsstufenRLSGD2006.jpg

Tabelle 3: Phosphor und Kalibedarf von Wiesen und Feldfutter bei mittlerer Ertragslagegemäß der Richtlinie für die sachgerechte Düngung für die Gehaltsstufe C
PK_Bedarf_GL.jpg
Untersuchungen zeigen hohe Phosphor-Unterversorgung bei Futterwiesen 
Eine neue Auswertung der Ergebnisse der Routine-Bodenuntersuchung der AGES (www.ages.at) zeigt, dass in den meisten Gebieten Österreichs ein hoher Anteil der Grünlandböden eine sehr niedrige (Gehaltsklasse A) bzw. niedrige (Gehaltsklasse B) Phosphor-Versorgung aufweist (Abb. 1). Nur 15 % der Grünlandböden erreichen die ausreichende Versorgungstufe C. Beträchtliche 75 % der Futterwiesen weisen eine Unterversorgung (A,B) auf.
AGES_P_GL_Klassen_BUS2000.jpg
Abb. 1: Ergebnisse von Wiesen-Bodenuntersuchungen der AGES. Beträchtliche 75 % der Futterwiesen sind bei Phosphor unterversorgt (A,B). 40% liegen davon in der A-Klasse.
Auch die Bodenuntersuchungsaktionen der LKNÖ zeigen diesen Trend. Im Waldviertel sind die Wiesenböden bei Phosphor sogar zu 82 % unterversorgt (A,B). Selbst landesweit lag 2008 in NÖ die Phosphor-Unterversorgung immerhin noch bei 54%. Diese Fakten zeigen, dass bei der P-Düngung ein breites ungenutztes Feld vor uns liegt. Diese extrem niedrigen Versorgungswerte sollten Landwirte mit Futterwiesen aufhorchen lassen, weil hier noch viele Reserven in Qualität und Ertrag ungenutzt liegen. Sowohl zu niedrige Mineralstoffgehalte im Futter als auch ein erheblicher Verzicht in der Ertragsleistung wird damit aufgezeigt.
Waldviertel_P_GL_Klassen_BUS2008.jpg

Abb. 2: Phosphor-Bodenwerte der Futterwiesen im Waldviertel 2008,Die starke Unterversorgung (Note A und B) dominiert wie auf vielen Wiesen. Die Leistungsreserven vieler Böden werden damit nicht ausgeschöpft. Der kostenintensive Eiweiß– oder Kraftfutterzukauf in der Tierhaltung könnte in vielen Betrieben verringert werden, wenn auf den eigenen Flächen bessere Futterqualitäten produziert werden würden.
Bei Böden mit Phosphor-Mangel(A,B) ist die Düngung folgend neu zu überlegen: Es sollten nur jene eigenen Wirtschaftsdüngerarten vorrangig gedüngt werden, welche höhere Phosphorgehalte haben. Dazu zählt vor allem Stallmist und Gülle, nicht aber Jauche. Zu überlegen ist auch, ob zulässige phosphorreiche betriebsfremde Wirtschaftsdünger oder Sekundärrohstoffdünger (Tabelle 4) kostengünstig verfügbar sind, z.B. Komposte, Carbokalk, Kartoffelrestfruchtwasser oder Klärschlamm. Als Handelsdünger kommen standardmäßig die rasch wirksamen wie Diammonphosphat, Super- oder Triplephosphat am besten in Frage.


Sekundärrohstoff-NPK-Gehalte.jpg

Tabelle 4: Sekundärrohstoffdünger haben teils ungewöhnliche und hohe Nährstoffgehalte im Vergleich zu Wirtschaftsdünger. Mittels Düngeplanung und Exaktverteiler können sie genau auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen eingestellt werden.
Einseitige Stallmistdüngung auf Äckern forciert Phosphormangel auf Wiesen
Wenn infolge der Jauchedüngung der Wiesen, der phosphorreichere Stallmist hauptsächlich auf die Felder gebracht wird, verschärft dies zusätzlich auf den Wiesen den Phosphormangel. Äcker mit Stallmist zu düngen ist prinzipiell für die Humuserhaltung sinnvoll. Man muss dabei aber folgendes wissen: In früheren Zeiten hat die Stallmistdüngung auf Äcker im Rahmen der Egart-Fruchtfolgewirtschaft durchaus auch den Wiesen genützt, weil damals nach Hackfrucht und Getreide wieder der Futterbau folgte. Wird aber Stallmist nur mehr einseitig auf Äcker und die Jauche auf Wiesen ausgebracht, ist zu bedenken, dass dadurch Wiesen mit immer weniger Phosphor versorgt werden. Wiesen verschlechtern sich dadurch ertraglich und qualitativ, wenn der entzogene Phosphor mittels P-Düngung nicht ausgeglichen wird.
Absolut falsch und nicht sachgerecht wäre es, bei hohen Kali-Versorgungsstufen D oder E kalihältige Mineraldünger oder Wirtschaftsdünger mit hohen Kaligehalten wie Jauche einzusetzen. Eine weitere Kalizufuhr bei den Stufen D und E führt zu keiner Ertragsverbesserung, sondern vielmehr zu problematisch hohen Kaligehalten in Futterpflanzen, die auch langfristig gesundheitsschädlich sind und die Fruchtbarkeit zB infolge Zystenbildung und die Leistung der Tiere schwer beeinträchtigen kann. 
Der jährliche Bodenuntersuchungs-Service der LK NÖ für Landwirte bietet:

1. Sondertarife für Massenuntesuchung in Gemeinden mit Untersuchungsaktionen durch die LK NÖ
2. Organisation von Probesäckchen, Bodenbohrer und Probentransport
3. Einleitungsversammlungen mit Informationen zur Probenahme und Ausfüllhilfe zum Erhebungsbogen, Kulturangaben, Untersuchungsparameter, Berücksichtigung der Wirtschaftsdünger und Vorfruchtwirkungen, Probenahmeschema
4. Übergabeversammlungen mit fachlichem Vortrag von DI. Johann HUMER zur Erläuterung der Bodenwerte, Düngepläne und aktuelle Hinweise zur Düngung & Umwelt, Wirtschaftdüngerfragen, Aktionsprogramm-Nitrat, Bodenerosionsschutz, Nährstoffverlust-Vermeidung, aktuelle Dünger (zB Harnstoff, Spurenelemente), optimaler Düngereinsatz und Bodenbearbeitung
5. Diskussionen und damit Erfahrungsaustausch von Landwirten bei der Versammlung
6. Individuelle Beratungen von DI. Johann HUMER nach jedem Vortrag
Auskünfte zur nächsten Bodenuntersuchung in NÖ richten Sie zuerst immer an Ihre Bezirksbauernkammern, die die örtlichen Versammlungen mit dem Autor DI Johann Humer organisieren.
Wo sind Bodenproben besonders wichtig?

1. Auf neuen Pachtflächen, da sie oft extrem unterversorgt sind
2. Auf hofnahen Flächen, vor allem bei Betrieben mit Wirtschaftsdüngeranwendung
3. Auf intensiv gedüngten Flächen und Flächen mit hoher Ertragsleistung zur Kontrolle des Gleichgewichtes zwischen Nährstoffzufuhr durch Düngung und der Abfuhr durch die Ernte
4. Bei der Düngung mit Sekundärrohstoffen (Kartoffelrestfruchtwasser, Restmelasse, Carbokalk, Klärschlamm)
5. Auf allen Flächen wo noch nie oder seit 6 Jahren keine Bodenuntersuchung mehr erfolgt ist, das sind zirka 90 % Futterwiesen in NÖ.
Bodenproben können während der frostfreien Jahreszeit und einen Monat nach einer vorangegangenen Düngung gezogen werden.


Um bei der AGES einen Auftrag zur Untersuchung von landwirtschaftlich genutzten Böden zu erteilen, ist es notwendig das dafür vorgesehene Formular vollständig auszufüllen und zusammen mit der Bodenprobe an die AGES zu übermitteln.

In diesem Formular finden Sie wichtige Informationen zur Probenahme und Auftragserteilung.

AGES Untersuchungsangebot Boden


2013 Preise der Bodenuntersuchung bei der AGES, Für Wiesen reicht die Grunduntersuchung incl Daten/Probenerfassung (Punkt 3700 und 3701)
Für eine Bodenuntersuchung von Futterwiesen bzw Weiden / Grünland kann man in Niederösterreich von ca 14 € je Probe einkalkulieren (Grundunteruchung).


Weltweite Knappheit - Chance für eigene Produktion
Der weltweite Preisanstieg bei Getreide bewirkt auch, dass inzwischen Futtergetreide, Heu wie Stroh ein teures Gut ist. Der weltweit stark zunehmende Bevölkerungsanstieg führt zusätzlich bedingt durch größere klimabedingte Ernteausfälle zu steigenden Nachfragen bei pflanzlichen und tierischen Produkten. Wenn Landwirte davon profitieren wollen, werden sie daher jetzt daran denken die Produktivität ihrer Futterwiesen und Felder zu verbessern. Bei vilen Futterwiesen in NÖ wird das Ertragspotential etwa nur zur Hälfte ausgeschöpft Die Futtererträge vieler Wiesen können nach eigener Einschätzung verbessert werden. In der Regel erntet man bei Futterwiesen 6 – 8 t TM/ha. Neu angelegte Wiesen zeigen dagegen Erträge von meist 12 t TM/ha und sogar bis 15t TM/ha , also um 1/3 bis sogar 50% höhere Erträge als alte Dauerwiesen. Ertäge neu angelegter Wiesen kommen durch aus an die üblichen Feldfuttererträge in NÖ von 10 bis 20 t TM/ha heran.
Die Ausschöpfung der sachgerechten Düngung verbunden mit einer cleveren Wiesenverbesserung durch Einsaaten mit unseren produktivsten Gräsern, lässt die Futterproduktion auch heute noch ernorm verbessern wie verbilligen. Zur Nutzung der Verbesserung der Produktivität aller Futterbestände offeriert daher die LK NÖ allen Landwirten ständig das Service der Bodenuntersuchung sowie das Angebot der Beratung zur Verbesserung ihrer Futterwiesen. 
Fazit 
Mit dem Wissen über die verfügbaren Nährstoffgehalte der Böden mittels Bodenuntersuchung haben Landwirte die Möglichkeit die Nährstoffe Phosphor und Kali der eigenen Wirtschaftsdünger gezielt dorthin zu lenken, wo sie am besten ausgenutzt werden. Auch ökonomische und ökologische Gründe erfordern heute immer mehr die eigenen Nährstoffe aus den Wirtschaftsdüngern effizienter zu nutzen. Vor jeder Düngung kann der Nährstoffbedarf der einzelnen Flächen mittels Bodenuntersuchung und Düngeplan noch viel zielgerichteter und wirtschaftlicher erfolgen. Mit einem Untersuchungsaufwand von nur EINEM EURO je Hektar können alle eingesetzten Dünger wesentlich präziser und somit kostensenkend eingesetzt werden. Gleichzeitig hat man mit der Düngeplanung ein Instrument in der Hand den CC-Anforderungen (cross compliance) voll zu entsprechen. Weil die Leistungsreserven vieler unserer Futterwiesen bei weitem nicht ausgeschöpft sind, kann der Zukauf und Import Eiweißfuttermitteln und Kraftfutter reduziert werden.
Der Autor steht für weiterführende fachliche Fragen und Vorträge zur Bodenutersuchung und rasch wirksamen Verbesserung von Wiesen mittels „LK Beratung+“ zur Verfügung. Tel. 05-0259-22502 oder johann.humer(et)lk-noe.at




online seit: 15.1.2013







Buchtipps:


Was andere über die Bodenuntersuchung von Wiesen schreiben:

Andreas Bohner vom LFZ Gumpenstein:

Möglichkeiten und Grenzen der Bodenuntersuchung


Ziel der Bodenuntersuchung ist es, einen Überblick über denNährstoffzustand der landwirtschaftlich genutzten Böden zu bekommen. Auf der Basis von Bodenuntersuchungsergebnissen werden kulturartenspezifische Düngeempfehlungen abgegeben mit dem Ziel die Bodenfruchtbarkeit zu steigern.......
...

Als ausschließliches Kriterium für die Ermittlung des Düngerbedarfs und die Ableitung von Düngeempfehlungen reicht die chemische Bodenanalyse aus mehreren Gründen nicht aus. Die wichtigsten Gründe sind:...

Trotz einiger Probleme, Einschränkungen und Fehlermöglichkeiten ist eine regelmäßige Bodenuntersuchung zur Charakterisierung des Nährstoffzustandes von Böden anzuraten. Der Düngerbedarf der Pflanzen kann allerdings mittels routinemäßiger Bodenuntersuchung nur grob abgeschätzt werden. Die Einstufung der Böden in Gehaltsklassen gemäß den derzeitigen RICHTLINIEN FÜR DIE SACHGERECHTE DÜNGUNG (2006) kann insbesondere bei Grünlandböden nur als ein sehr grobes Hilfsmittel für Düngeempfehlungen betrachtet werden. Dies gilt vor allem für den CAL-löslichen Phosphorgehalt im Grünlandboden.
Andreas Bohner

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