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Samstag, 21. Juli 2018

Biodiversität österreichischer Futterwiesen

Die breite Biodiversität österreichischer Futterwiesen an Blütenpflanzen durch unterschiedliche bäuerliche Bewirtschaftung wird untersucht


Diese interessante und spannende Idee und offene Frage für den landeskulturellen Wert von Futterwiesen wird in diesem Beitrag aufgegriffen. 

Eigentlich sollten schon längst unsere offiziellen bezahlten Grünlandforscher in Gumpenstein Praxisergebnisse dazu präsentieren, weil sie ja neuerdings viel von der Biodiversität reden aber dazu den Bauern nix wirklich hilfreiches - kronkret spürbares WERT NÜTZLICHES - empfehlen.

Daher werde ich die Sache in der nächsten Zeit angehen. Dabei stehen Biodiversitäts - Pflanzenbestand - Bonituren vom Frühjahrs-, Sommer- und Herbstaspekt von Futterwiesen mit GPS-vermessenen Standorten und mehreren Wiederholungen samt Bewirtschaftungsdaten auf meinem Programm.

Interessierte Landwirte mit Futterwiesen und Studenten, die gerne ihr Wiesenwissen von Futterwiesen freien Willens fundieren und verbessern wollen und Wiesen gerne botanisieren, können sich jetzt schon bei mir melden unter:

johann.humer@gmail.com


Dabei geht es um die Feststellung der real praktischen Vielfalt der botanischen Zusammensetzung bäuerlicher Futterwiesen wie Weiden, Mähwiesen und Mähweiden mitder regional unterschiedlichsten topografischen und klimatischen Lageausprägungen und Bewirtschaftungsformen mit Horst- und Weidegräsern und Wiesennräutern und dementsprechend recht unterschiedlich resultierenden dichten Wiesennarben und pflanzlicher BIODIVERSITÄT. 

Ein AGRONOMISCH wichtiger Nebenaspekt der Bonituren ist einen fundierten Überblick über die Zusammenhänge über DICHTE von WIESENNARBEN zu erhalten, da darüber zwar die Gumpensteiner Wiesenexperten von der NARBENDICHTE nur viel reden aber wenig konkretes beitragen. 
Nicht einmal konkrete Forschungsschwerpunkte gibt es scheinbar dazu - trotz der vielen Rederei bei Tagungen und Seminaren. Selbst eine Auswertung mit zusammendfassenden Erkenntnissen der jährlich tausenden Versuchsparzellendaten scheint nirgends öffentlich auf. Möglicherweise werden jährlich viele Daten wie botanische Bonituren der Versuchsparzellen gesammelt aber dann gar nicht alle ausgewertet und publiziert. Es gibt nicht einmal standardisierte und reprodierbare Methoden zur Feststellung der NARBENDICHTE von Wiesen. Als Provisorium wird zumeist nur die botansiche Flächendeckung als NARBENDICHTE fälschlich als ident gleichwertig hypothetisch angenommen. Jedenfalls gibt es keine maßgebende klaren Termini und damit keine saubere und klare Lehrmeinung. Damit fehlt eine klare STATE OF THE ART - Qualität als Stand der Technik und Wissenschaft trotz öffentlichen Millionenaufwandes für die Gumpensteiner Grünlandforschung. Es fehlen also 
der wissenschaftliche fundierter Standard für und abgesichert überrüfte Erfolgsrezepte für hohe Narbedichten in Dauerwiesen. Ich habe dazu auch schon eine methodische Ideenpalette für dieses zu lösende Aufgaben in Verbindung mit der Durchwurzelungintensität der Wiesenvegetation.


Ich habe in den letzten 30 Jahren jedenfalls nicht erlebt, dass Ergebnisse aus den tausenden Parzellenerkenntnissen über die nachhaltiger hoher Narbendichte von Gumpenstein den Bauern und der landwirtschaftlichen Beratung präsentiert worden wären.




Weitere Aspekte in meinem Biodiversitätsprojekt sind:

- die vertiefte Beobachtung der Entwicklung von Giftpflanzen, da seit Jahren diese bedenklich zunehmen und zum Verlust der Wiesennutzung führen
- die Beobachtung der Entwicklung des Erfolges von an- oder eingesäten Futtergräsern
- welche auch als Leitmaßstab für künftig effizienteren und standortverbesserten Wiesensaatgutmischungen zum spürbaren Nutzen der Bauern niederschlagen soll.


Bauern und Studenten, die reges Interesse an der qualitativen Zusammensetzung ihrer Futterwiesen haben und freiwillige Interessenten oder Studenten mit Botanikkenntnissen mit der Möglichkeit der Erstpublikation ihrer Bonituren und Erkenntnisse werden dazu von mir gesucht.

Vorest ist die Region um Wien und Niederösterreich und Burgenland als Beobachtungsgebiet geplant. Der weitläufig naturgeschütze

Biosphärenpark Wienerwald

mit den vielen Extensivwiesen kann dann bei als hoch interessante Referenz- und Vergleichfläche dienen, weil hier eine immer stärker nachlassende Wiesenbewirtschaftung erfolgt und fast nicht besonders intensiv ist. 

Je nach Interesse und Anklang soll diese Idee dann auf ganz Österreich, eventuell auch auf die angrenzenden Länder und jährlich fortlaufend für künftige Vergleiche umgesetzt werden . 

Einen sehr nützlichen Nebenzweck sehe ich auch darin festzustellen, ob und welche Faktoren bestimmte Wiesenbewirtschaftsformen und Betriebsmittel wie zB Heuwiesen, Silowirtschaft, Weiden, Kompost, Stallmist, oder stark Firmen propagierte Verbesserungsmittel wie SteinmehlGüllebehandlungEM (Effektive Mikroorgansimen) etc... bzw. Schnittzeitpunkte die Futterwiesenqualität, Verunkrautung und Narbendichte verbessernd oder anders beeinflussen können.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen kann man grob davon ausgehen, dass man in Futterwiesen, die auch als Wirtschaftswiesen und zumeist als Fettwiesen irgendwie ökologisch wenig wertvoll abgewertet werden, dennoch und trotzdem ja meist häufig sogar 15 bis 4o verschiedene Pflanzenarten auf einem Standort mit wenigen Metern Durchmesser findet. Nur an sehr wenigen Futterwiesenstandorten findet man man an die 100 Arten, die aber zu allermeist in Österreich durch erst die Landbewirtschaftung ohne besondere Absicht entstanden. Folgedessen sind viele unserer Futterwiesen eigentlich zumeist erst durch die bäuerliche divers verschiedenste Bewirtschaftung biodiverse artenreiche und überhaupt nicht artenarme Wirtschaftswiesen geworden. 


Herzlichen DANK im Voraus!

DI. HANS HUMER

Intensive Untersuchungen zur landwirtschaftlichen Biodiversität von futterwiesen gab es nur im MAB Projekt , das sich aber nur in der Umbegung von Gumpenstein im oberen Ennstal abspielte.
Man kann aus den Ergenissen sehen, dass dort auf bäuerlichen Futterwiesen häufig um 20 bis 50 Pflanzenarten zu finden sind.
Diese Ergebisse FAKT stehen im völligen Gegensatz zu den Behaupftungen von

Univ. PROF. GEORG GRABHERR der der seiner Seite http://www.rettet-die-blumenwiesen.at/ 
im ORIGINAL behauptet: "Auf Intensiv-Grünland wachsen oft nur 5-7 Pflanzenarten – vor allem Gräser, die viel Dünger und häufige Mahd vertragen".

Von Naturschutzleuten wie ihm werden also eine völlig verzerrende und irrführende Behauptungen in die Öffentlichkeit gesetzt um auf die EU-Agraruntersutzungsprogramme wie ÖPUL anzuschwärzen und zu beeinflussen.

Die realen Biodivwersitätsergebnisse habe ich in folgender Präsention veranschaulicht:




Vor der Haustür von BUCHGRABER um den Puterersee wie er selbst in seiner Grünlandvorlesung sagt, findet man eine Biodiversität an die 1000 Pflanzenarten.
Und um Gumpenstein fand man im MAB Project jedensfalls folgende enorme Breite an Biodiversität in den Futterwiesen:







Zu meiner Freude ist diese Seite im Sept 2014 bisher nach der Ampferbekämpfung im FRÜHJAHR die am meiste besuchte Webseite !
Danke für das INTERESSE !

Mittwoch, 11. Juli 2018

Wasserkreuzkraut Futterwiesen Beratungspraxis 2018

Wiesen clever verbessern Nur saeen was fehlt und Ertrag bringt

  • Dipl. - Ing. Johann HUMER
  • 29. November 2013
  • Wiesen clever verbessern: Nur säen was fehlt und Ertrag bringt!







  • Die gute Bodenfeuchte im Frühjahr und der oft offene Boden im Frühjahr durch Schädlinge oder Verletzungen der Wiesennarbe vieler Wiesen ist eine gute Chance zur Wiesenverbesserung durch Einsaaten. Praktiker die ihre Futterwiesen wieder auf Schwung bringen wollen sollten dieses Zeitfenster als günstige Gelegenheit nutzen um die Lücken mit den besten und ertragreichen Wiesenfutterpflanzen zu füllen, bevor Unkräuter die Lücken ausnutzen. Das wichtigste Merkmal ertragsreicher Wiesen ist ein hoher Gräseranteil mit wertvollen Zuchtgräsern. Zumindest 80% an wertvollen Futtergräsern solllte man im Bestand anstreben. Mit der gezielten Auswahl der wirklich wüchsigen Futtergräsern wird auch das Saatgut effizienter eingesetzt. Man will ja nur den Ergänzungsbedarf fehlender Grasarten säen. Damit vermeidet man auch die verlorenen Kosten für kaum, langsam oder nie wüchsige Arten fertiger Einsaatmischen. Mit dem Wissen über Eigenschaften und Ansprüche der ertragreichsten Edelgräser kann man die Futterwiesen gezielt in Richtung beste Qualität und Ertrag trimmen. Letztlich hat jeder Grünlandwirt sicher seien Freude daran, wenn jene gesäten Arten zielgenau heranwachsen, die er mit Mühe gesät hat. Edelgräser und Klee im Überblick Alle Futtergräser haben bestimmte Vorteile wie Nachteile. Auskunft über die wichtigsten Eigenschaften und Ansprüche gibt folgender Überblick. Knaulgras ist das am breitesten einsetzbare und ertragsreichste Edelgras – selbst bis in Lagen von 1000 m Seehöhe. Junge Saaten bilden dabei besonders auffällig extrem lange und breite Blätter in den ersten Jahren nach der Saat. Jung angewachsenes Knaulgras sticht im Bestand immer durch die viltalen, kräftig grünen Blattfarbe besonders leicht in Auge. Der enorme Blattanteil jung gesäter Bestände ist die Energiefabrik dieser Grasart. Wird diese Blattmasse vor dem Erscheinen der verholzten Samentriebe siliert, bringt Knaulgras die höchsten Blattmasse und Energiegehalte. Die sehr breiten und bis zu ½ Meter langen jungen Knaulgrasblätter haben infolge ihrer grosse zusammenhängenden Masse auch kaum Bröckelverluste. Solche Jungpflanzen mit höchster Energiekonzentration gelangen daher nur mit minimalen Futterverlusten bis zum Futterbarren. Knaulgras wächst auf allen Futterwiesen gut, wenn es ausreichend mit Wirtschaftsdünger oder NPK-Dünger und Kalk versorgt wird. Es ist sehr winterhart, dauerhaft und auch bei Trockenheit zuverlässig. Auch bei intensiver und früherer Nutzung ist es rund gut 5 Jahre lang ausdauernd. Sein einziger Nachteil ist die grobe Struktur der rohfaserreichen Stängel nach dem Ährenschieben. Daher ist die Mahd vor dem Ährenschieben wichtig. Rotklee ist die ertragreichste Kleeart der Futterwiesen. Seine Menge ist in Wiesen mit der Saatmenge gut steuerbar und entwickelt sich im Gegensatz zur Luzerneinsaaten höchst zuverlässig. Es stellt wenig Ansprüche an den Boden braucht nur eine mittlere PK-Nährstoffversorgung (60 kgPhosphat und 200 Kali kg/ha/Jahr).

  • Im Gegensatz zum Weißklee ist Rotklee wesentlich ertragreicher und seine Bröckelverluste sind viel geringer. Für Wieseneinsaaten ist ein Anteil von 10-20 % optimal. Zu hohe Anteile sollen aus Schutz vor Kleemüdigkeit nicht angestrebt werden. Bei erstmaliger Einsaaten hat sich 5 kg Rotklee/ha bewährt. Wenn er sich gut entwickelt, kann er bei weiteren Einsaaten weggelassen oder auf 1 kg/ha reduziert werden. Durch seine Pfahlwurzel ist er dem Weißklee und Hornklee in Trockenzeiten ertraglich klar überlegen. Weißklee ist in Wiesen oft genug vorhanden, sodass er nur selten und daher bei Bedarf einzusäen ist. Er ist ein sehr guter Bodenbedecker und Eiweißlieferant. 2013 habe ich entdeckt, dass Weißklee als starker Bodenbedecker die natürliche Kampfpflanze gegen die Gemeine Rispe ist. In schwachen niedrigwüchsigen Beständen breitet er gern zu stark aus. Ab Anteilen von 20% unterdrückt er sogar den Wuchs guter Gräser und mindert damit den Futterertrag. In Vielschnittwiesen (4-7 Schnitte) in warmen Lagen in Niederösterreich wird in letzten Jahren das natürliche Einjährige Raygras oft völlig bestandesbeherrschend. Solche Horstgraswiesen mit ihrem oft offenen Boden sind durch das viele Befahren zusätzlich sehr anfällig für das Eindringen von unerwünschter Gemeine Rispe. Haben aber Einjährige Raygraswiesen eine gute bodennahe Bodenbedeckung mit Weißklee kann keine Gemeine Rispe eindringen. Sind Wiesen mit durch Gemeine Rispe verseucht kann Weißklee leicht als natürliche Kampfpflanze zur Bekämpfung der Gemeine Rispe eingesetzt werden. Das von BUCHGRABER propagierte Herausreissen der Gemeinen Rispe durch Herausstriegeln mit Starkzinken mit Fahrten in kreuz und querer Richtung, wurde aber gar nicht auf dauerhafte Effizienz wissenschaftlich fundiert untersucht. Bedenklich ist dabei gar der dann notwendige Abtransport von massenhaft Sodmassen von leicht über 50 t / ha ist aus meiner Sicht vielmehr kontraproduktiv, weil die Bodenstruktur durch das weiter intensivierte Überfahren weiter zerstört wird und damit den Wuchs von Gemeiner Rispe sogar noch fördert. Fördern wird auch der schon inzwischen stattgefundene riesige Samenausfall von Gemeiner Rispe ihre weitere Ausbreitung und Keimung durch diese intensive Striegel-Bodenbearbeitung. Englisches Raygras ist das energiereichste Wiesengras. Im unserem Klimaraum ist es nur in Dauerweiden infolge seines Betrittbedarfes dauerhaft. Bei der Schnittnutzung verliert es diese ausdauernde Eigenschaft. Englisches Raygras liefert so wie Rotklee nur im ersten Jahr Höchsterträge. Nach 2 Jahren wird der Ertrag bei Englischem Raygras wie bei Rotklee unbedeutend. Wer die hohen Energieerträge von Englischem Raygras dauerhaft ernten will, muss es mindestens alle 1-2 Jahre einsäen. Profis säen es sogar 2-3 Mal im Jahr ein und walzen es nach der Ernte um laufend Spitzenerträge und Topfutterqualitäten für leistungsstarkes Milchvieh parat zu haben. Englisches Raygras ist nur im ersten und letzten Aufwuchs sehr blattreich und rohfaserarm. In den heißen Monaten entwickelt es rasch Ähren mit verholzten, drahtigen, energiearmen Halmen. Raygräser sind zudem sehr verschieden rostanfällig, sodass es empfehlenswert ist, immer mehrere und unterschiedlich anfällige Sorten zu wählen, um der Verrostung vorzubeugen. Gute Erträge bei Raygras wie Knaulgras erfordern langfristig auch eine ausreichende Nährstoffzufuhr mit NPK (ca 100-200 kg N, 50-80 kg Phosphat und 200-300 Kali/ha/Jahr). Die Konsequez dieser Nachteile ist, dass Engl. Raygras unter unseren Verhältnissen entweder nur in mäßigen Anteilen sinnvoll ist oder nur eine intensive jährlich wiederholte Dauereinsaat erfolgreich sein kann. Für Mutterkuhbetriebe ist zu beachten, dass sich Englisches Raygras sich selbst in den recht trockenen Lagen in Ostösterreich in Weiden wesentlich besser als die Wiesenrispe entwickelt. wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 2/6
  • 3. Goldhafer ist ein sehr wertvolles , feinhalmiges und feinblättriges Futtergras, das besonders in Mittelgebirgslagen bei 2-4 Schnitten oft überhand nimmt, weil es durch das raue Klima dort sehr begünstigt wird. Als konkurrenzstarke Art ist Goldhafer in Einsaaten eine ideale Bereicherung der Bestände in Ergänzung zum gröberen Knaulgras. Goldhafer hat aber einen schwerwiegenden Nachteil. Er führt bei dauerhaft zu hohen Anteilen von mehr als etwa 50% (Spannbreite 40-70%) in der Ration zur Calzinose. Calzinose kann infolge überhöhter Vitamin D Gehalte des Grases bis zu Vergiftungen mit Todesfolge führen. In NÖ trat zuletzt bei einem Goldhaferanteil von 70% die nahezu verschwundene tödliche Erkrankung bei Rindern und Schafen 2009 wieder mehrfach auf. Goldhafer ist daher bei Einsaaten jedenfalls wegzulassen, wenn er bereits 10-20% Anteil im Bestand hat! Nutzt man Goldhafer als optimale Ergänzung zum Knaulgras als Einsaat muss man den Goldhaferanteil seiner Wiesen kennen. Weitere Nachteile sind die schlechte Fließfähigkeit in Sägeräten infolge der zarten 3 Grannen je Samen und der hohe Preis mit über 20€/ha. Wiesenrispe ist ein ertragschwaches Untergras mit der Kraft sehr dichte Narben zu bilden. Sie ist extrem trittverträglich wie Weißklee und Englisches Raygras und gedeiht nur wirklich gut in höheren Lagen mit genug Niederschlag. Ihr Schwachpunkt ist der niedrige Ertrag und die extrem langsame Anfangsentwicklung. Deswegen setzt sie sich in den Grünlandgebieten Niederösterreichs mit unter 900 mm Niederschlag bei Einsaaten nicht wirklich durch. Ihre Stärke hat sie aber in Weiden höherer Lagen und eignet sich ideal zur Einsaat offener, stark betretener Weidestellen da sie dort dichte Narben bildet. Timothe ist das spätestreifste Futtergras im nö. Grünland. Seine früher so bedeutende Rolle wie in der Buckligen Welt hat es völlig verloren. Timothe kann wegen seiner extrem späten Samenreife infolge der heute immer früheren Wiesenutzung zwecks hoher Energiegehalte überhaupt nicht mehr aussamen. Nur bei 1- und 2-Schnittwiesen und höheren Lagen wie Almen zeigt es seine Stärke. Timothe hat heute seine Bedeutung nur in extensiven Heuwiesen und auf Almen infolge seiner guten Frostresistenz. Wiesenschwingel ist ein gutes mittelzartes Obergras. Leider ist es so konkurrenzschwach, dass es meist von wüchsigen Arten verdrängt wird. In Einsaaten setzt es sich deshalb kaum durch. Nur bei optimalen Verhältnissen hinsichtlich Klima, Boden und Düngung hat es bessere Chancen zur Entwicklung. Er verlangt eine gute Düngung, warme Lagen, frische und schwere Böden und versagt auf trockenem Sand, sauren Böden und bei Nässe. Rotschwingel und Rotstraußgras wachsen bevorzugt auf sauren, mageren und kaum gedüngten Böden. Rotschwingel ist wegen seiner steifen, harten nadelartigen Blätter schwer mähbar und zudem ertragsschwach. Die zähen Blätter liefern zudem nur geringe Futterqualität. Rotschwingel und Rotstraußgras haben nur in höheren, rauen Lagen eine Bedeutung wo bessere Arten nicht mehr gedeihen. Besonders der Ausläufer-Rotschwingel kann Lücken gut schließen. Rotstraußgras findet man meist nur auf sehr saueren Böden, wo gute Futtergräser kaum mehr gedeihen. wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 3/6
  • 4. Glatthafer ist ein sehr hoch- und massenwüchsiges Obergras. Bestwüchsig ist es in gedüngten warmen hängigen Südlagen der Berggebiete und auch in rauen Lagen. Vom Wuchstyp ist es ein mittelbis feinstängeliges Horstgras mit hochwertiger Futterqualität. Bislang galt es als klassisches Heugras. Beobachtungen seit 2000 zeigen, dass es neuerdings sogar auch 4-Schnittwiesen beständig ist. Es ist kampfkräfig und zeigt bei Ansaat entgegen den meisten Gräsern eine zunehmende Anteilstendenz, was positiv ist. Entgegen bisherigen Lehrmeinungen ist es aber im Fall vom sogar Mutterkuhweiden im Weinviertel bei Ansaat beständig. Glatthafer stellt keine hohen Bodenanforderungen und ist in der Natur häufig auf mageren und trockenen Standorten verbreitet. Glatthafer braucht für gute Erträge ein mittleres Düngungsniveau. Ungeignet sind flachgründige und nasse Böden sowie Beschattung. Zur Auswahl der besten Zuchtsorten sollten die Ergebnisse der österreichischen Zuchtsortenprüfung bei Gräsern und Kleearten intensiv genutzt werden. Informieren Sie sich dazu kostenfrei (!) unter: www.ages.at wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 4/6
  • 5. Kompakter Sortenüberblick aus der österr. Sortenwertprüfung 2009 der besprochenen Arten (Quelle: AGES,2009). Knaulgras Englisches Raygras Goldhafer Timothe Glatthafer Wiesenrispe Wiesenschwingel Auslaeuferrotschwingel Rotes Straussgras Luzerne Rotklee Amba, Ambassador, Baraula, Barexcel, Intensiv, Lidacta, Lidaglo, Tandem Aberavon, Aberdart, Abersilo, Alligator, Aubisque, Barnauta, Calibra, Cavia, Ernesto, Foxtrot, Guru, Heraut, Kimber, Lihersa, Lipresso, Liprovence, Montando, Option, Pimpernel, Prana, Premium, Respect, Sponsor, Telstar, Tivoli, Tornado, Trani, Turandot Gunther, Gusto, Trisett 51 Comer, Kampe II, Licora, Liglory, Lirocco, Lischka, Tiller Arone, Median Adam 1, Balin, Compact, Lato, Limagie, Monopoly, Oxford Cosima , Cosmolit, Darimo, Laura, Leopard, Lifara, Limosa, Pradel, Premil, Stella Condor, Echo, Gondolin Gudrun, Red Mountain Amelia, Alpha, Daphne, Derby, Europe, Franken Neu, Maya, Mercedes, Palava, Planet, Sitel, SW Nexus, Symphonie, Vlasta Amos , Gumpensteiner, Astur, Beskyd, Diplomat, GKT Tetra, Global, Kvarta, Larus, Lemmon, Mercury, Merula, Milvus , Pavo, Reichersberger Neu, Start, Taifun, Tedi, Temara, Tempus, Titus, Vesna, Vulkan, Renova, Vanessa Gute Kenner der Futtergräser können bei der gezielten Wahl ihr Geld für das Saatgut damit viel gezielter und effizienter einsetzen als bei fertigen Wiesensaatgutmischungen. Fertige Wiesensaatgutmischungen mit ihren vielen Arten, haben ihren Nutzen, dass man testen kann, welche Gräser- und Kleearten jeweils auf einem Wiesenboden wirklich spürbar was zum Ertrag beitragen. Voraussetzung ist nur die gesäten Arten im Bestand zu erkennen. Man kann sich dadurch Kosten für das Saatgut von Arten ersparen, die sich nicht durchsetzen. Fertige Wiesensaatgutmischungen mit ihrem breiten Gießkannenprinzip - möglichst viele Arten zu säen damit sie bei möglichst vielen Wiesenstandorten in Österreich einige passende Arten dabei sind – widerspricht dem Prinzip einer standortspezifischen Artenauswahl. Wer daher nur jenes sät was fehlt und Ertrag bringt, hat den Vorteil der Kostenersparnis für Saatgutarten, die nichts bringen und zudem den Ertragsvorsprung infolge standortspezifischer besser wüchsiger Futterarten. wiesencleververbessern2013-131129070608-phpapp02-reupload.doc 5/6
  • 6. Fazit Der Beitrag zeigt dass alle Gräser und Kleearten standortspezifische Vor- und Nachteile haben. Mit der Kenntnis dieser Futterarten hat jeder Grünlandwirt das Steuer in der Hand jene Arten zu wählen und säen, die für jede Futterwiese die geeignetsten Arten sind. Gleichzeitig wird damit das Saatgut so effizient wie möglich eingesetzt. Knaulgras , Englisches Raygras und Rotklee die besten und schnellsten Ertragslieferanten auf Futterwiesen
  • 7. Fazit Der Beitrag zeigt dass alle Gräser und Kleearten standortspezifische Vor- und Nachteile haben. Mit der Kenntnis dieser Futterarten hat jeder Grünlandwirt das Steuer in der Hand jene Arten zu wählen und säen, die für jede Futterwiese die geeignetsten Arten sind. Gleichzeitig wird damit das Saatgut so effizient wie möglich eingesetzt. Knaulgras , Englisches Raygras und Rotklee die besten und schnellsten Ertragslieferanten auf Futterwiesen

Dienstag, 10. Juli 2018

Bilddokumentation von Wiesen mit Problemunkräutern in NÖ

Bilddokumentation von Wiesen mit Problemunkräutern in NÖ
herbstzeitlose wienerwald.jpg

Herbstzeitlose, die verbreiteste Giftpflanze in Niederösterreich

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Ausbreitung der giftigen Herbstzeitlose im Wienerwald und im Waldviertel auf Wiesen ohne Düngung, Foto: Riegler, LK NÖ
Herbstzeitlose-Vergiftungsfälle dem Autor in NÖ bekannt



Bilder unterhalb: Flächenhafte Ausbreitung von giftigem Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticuas) seit 2003 im Waldviertel infolge massivem Düngeverzicht,
Folge: 2 Pferde, 10 Rinder tödlich vergiftet
wkk-wultschau,classic,DSCN6326.JPG
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Solches Futter von Futterballen dieser Fläche verfüttert führte zum Tod von 6 Rindern




Germer auf Alm,IMG_5438,.JPG

Häufig sichtbare extreme Ausbreitung von giftigem Weißem Germer auf nö. Almen infolge Verzicht auf Düngung, Pflanzenschutz und geringem Tierbesatz
Germer-Vergiftungsfälle in NÖ bekannt





löwenzahn,Gumpenstein,raygrasversuch,R0017633.JPG

Löwenzahn als Hauptunkraut in Zuchtgräserbeständen. 

Das Bild zeigt deutlich, dass auch bei besten Zuchtgräsern, der Löwenzahn in die Gräserbestände eindringt. Nach 3 bis 5 Jahren sind auch Zuchtgräser nach Ablauf ihrer Hochleistungsperiode erschöpft. Genauso ist das bei allen andern Gräsern ähnlich. Wer dauerhaft gute Ertragsleistungen will, muss daher dementsprechend die Wiesen regelmäßig mit neuem leistungsfähigem Saatgut versorgen.

Foto von Raygrassortenversuch des LFZ Gumpenstein,
eine österreichische Grünlandversuchsanstalt, Seehöhe: ca 700 m, 1000 mm Niederschlag








Typische Verunkrautungsbilder aus dem niederösterreichischen Voralpenland.

Sie zeigen Wiesen wie weit die Verunkrautung gehen kann und von guten Futterwiesen entfernt sind. Statt einem Flächenanteil von 90 % besten Futtergräsern findet man nicht selten Wiesen wo das Unkraut 90 % erreicht.
DSCN3068,schönes Unkraut,Löwenzahn,Schafgarbe,Giersch.JPG

Löwenzahn, Schafgarbe, Giersch




DSCN3071,schönes Unkraut,Kriechender Hahnenfuss,Frauenmantel.JPG

Kriechender Hahnenfuss, Frauenmantel


DSCN0811,schönes Unkraut,Labkraut,Hahnenfuss.JPG

Labkraut, Hahnenfuss


giftpflanzenmix,Herbstzeitlose,Klappertopf,Hahenefuss,1024,IMG_4523.jpg

Besonders problematischer Giftpflanzenmix aus Herbstzeitlose, Klappertopf und Hahnenfuss.
Wirkt zwar für das menschliche Auge ästhetisch, hat aber keine Futterqualität
Schwerbachgegend, NÖ, 22.5.2012

Ampfer,Putzweide,RIMG0138.JPG
Stumpfblättiger Ampfer, das klassische Wiesenunkraut

HIER: typische übernutzte ertragsschache Wiese trotz ausreichendem Weißkleeanteil. 
Hier fehlt der hohe Anteil guter und qualitativ wertvoller Zuchtgräser wie Knaulgras, Raygras, Glatthafer und Goldhafer durch wiederholte Einsaat bis zum Erfolg
Die wichtigen Gräser sind hiere durch intensive Nutzung verschwunden.

Ampfer sollte immer laufend bekämpft werden. Der Herbst eignet sich besonders für die Flächenspritzung, da dabei die wenigsten Futterverluste entstehen. Flächenspritzungen haben eine anhaltende Wirkung von 3 bis 5 Jahren, sind also nicht jährlich notwendig.

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Bessere Futterwiesen Ratgeber





Artikelauszug mit Beispielen
Der Beitrag ist wegen regen Interesses in Bearbeitung und Weiterentwicklung



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Ertragsmischungen 2013

Ertragsmischungen enthalten seit 2013 aufgrund eigener Beobachtungen auch Glatthafer .
Begründung: 
  1. Gutes Durchsetzungsvermögen selbst bei geringen Saatmengen in Neuanlagen
  2. Besonders gute Entwicklung auch als Feldfuttergras, selbst bei geringer Saatmenge in den ersten Jahren nach der Ansaat.

PÖTSCH (LFZ Gumpenstein) bestätigt in seiner Seminarunterlage 2012, dass
  • Zuchtsorten vom Glatthafer durchaus auch 4 Schnitte je Jahr vertragen und betonte das auch beim LFZ Weiterbildungsseminar 2012
  • Glatthafer eine rasche Anfangsentwicklung hat
  • Glatthafer konkurrenzstark ist
  • ein unentbehrliches Obergras auf trockenen wie warmen Standorten bis ca 800 m Seehöhe ist und
  • den hohen Futterwert von 7 hat, wobei die Skala von -1 (giftig) über 0 (ohne Futterwert) bis 8 (sehr hoher Futterwert) reicht..

PÖTSCH lehnt dennoch Glatthafer zur breiteren Wiesenverbesserung für mittlere Lagen bisher vehement ab. Trotz seines breit ausgelobten Nutzens mit guter Durchsetzungskraft und Ertragsleistungen auch in mittleren Lagen und im Feldfutterbau. 

Da Glatthafer naturgemäß warme Lagen bevorzugt, begünstigt ihn auch das immer wärmere Klima der letzten Jahre spürbar aus verständlichen Gründen.

Glatthafer wird deshalb in den Ertragsmischungen von HUMER ab 2013 auch für mittlere Lagen für die Praxis als Experimentalpartner NEU vorgeschlagen. Die Idee basiert auf den guten Erfahrungen auch bei 4 Schnitten und die gute Anfangsentwickung wie Durchsetzungsfähigkeit. Leider sind diese positiven Effekte nur bei Neuanlagen bekannt und untersucht. Für Nachsaat-Mischungen gibt es aber noch keine Erfahrungen mit GLATTHAFER. Daher ist die Verwendung von GLATTHAFER in Nachsaatmischungen vorerst ein Experiment, dass jeder in Gebieten mit warmen Lagen im kleinen Maßstab durchaus versuchen sollte. Ich habe dazu eine zuversichtlichen Erwartung aber das breite Gelingen ist noch offen.


Im übrigen ist es auch das gleiche offene Experiment 
die folgenden ÖAG - NAchsaat Mischungen zu verwenden, da es dazu ebensfalls bislang keine veröffentlichten Versuche von BUCHGRABER , PÖTSCH oder LFZ Gumpenstein gibt.
  • NIK
  • NaWei
  • KWei
  • NaTro


Futterarten und Kampfkraft von Nachsaat-Mischungen.jpg
Futterarten und Kampfkraft von Nachsaat-Mischungen.jpg








EMI2013-ertragsmischungen-2013-emi.jpg

EMI2013 EMI 2013




Ertragsmischungen 2012
EMI 2012 vor 2013:
EMMISCH2012.jpg









EMMISCH2012-spezial.jpg

Aus der Sicht der Erfahrungen der Jahre 2012 und 2013 würde ich Glatthafer bei Hochertragsmischungen hineinnehmen und das Bastardraygras in rauhen Lagen reduzieren und zwar auf diese Mengen:

Glatthafer: 4 kg/ha
Bastardraygras: 3 kg/ha



stritzloedteinsaatvergleich3.jpg


Deutliche Einsaatwirkung 4 Jahre nach der Anlage. Extensiver Biobetrieb in windiger Lage.
http://goo.gl/maps/BYYvw




IMGP2905 feistritz knaulgras wiese nach 3 einsaaten.JPG

Erfolgreiche Bestandesumwandlung mit Knaulgras nach 3maliger Einsaat. Zuviel derbes Knaulgras ist aber unerwünscht, daher bringt die Ergänzung mit Englischem Raygras, Glatthaferr und Goldhafer erst den richtigen Qualitätsschub.

Aufnahme: Hinterberg, Feistritz am Wechsel






































STARZ, Wirksamkeit Graeserarten 1x 10kg Einsaat Gumpenstein 2005-2009.jpg
Hinweis: Ausschnitt aus dem Abschlussbericht, Orginaltext in blauer Schrift

ESA= Eingsäte Grasart bei Dauerweidemischung G

Link zum Original in Abbildung 4:
Abbildung 4: Unterschiede im Pflanzenbestand in Flächenprozent für Varianten und Nutzung
Abschlussbericht: von Starz: Auswirkungen der Grünlandnachsaat in einer Kurzrasenweide bei Biologischer Bewirtschaftung
https://www.dafne.at/prod/dafne_plus_common/attachment_download/629618b9ae8ab563d2915522b1135ec8/Abschlussbericht_Kuwei.pdf

Bild zum obigen Versuch:
http://www.raumberg-gumpenstein.at/c/images/stories/forschung/institut4/abteilung41/41_nachsaat.jpg

Diese Untersuchungen belegen die von dem LFZ-Grünlandexperten Pötsch an mich mehrfach gestellte Forderung wissenschaftliche Belege zu erbringen, dass es Einsaaten gibt, das gewisse Arten in Nachsaatmischungen nicht erfolgreich wären und es zu keinem besserem Gräserbestand mit mehr wertvolleren Arten kommt. 

In dem Fall dieses Gumpensteiner Versuches mit Schnitt und Weidenutzung führte keine einzige der gesäte Gräserart zu einer Bestandesverbesserung. Dabei betrug die Hälte der Saatgutmenge, also der Gräseranteil von Wiesenrispe 25%, Timohe 10% und Wiesenschwingel 15% insgesamt also 50% . Damit werden meine breiten empirischen Erfahrungen bestens bestätigt, dass Timothe (Phleum prasense) und Wiesenschwingel (Festuca pratensis) sich dort in Gumpenstein und damit auch außerhalb Niederösterreichs nur in verschwindend geringen Anteilen in heutigen Futterwiesen halten können. Nur die zusätzliche Weidenutzung gegüngstigt in der Regel immer die Weidegräser Engl. Raygras und Wiesenripse. Dagen sind Timothe und Wiesenslieschras auch in Weiden in nur verschwindenden Mengen ohne Bedetung - mit oder ohne Einsaat, wie folgende Grafik zeigt

STARZ, Wirksamkeit Graeserarten 1x 10kg Einsaat Dauerweide G Gumpenstein 2005-2009,b.jpg
Walter Starz, LFZ Raumberg/Gumpenstein: Gräserboniturauszug der eingesäten Grasarten eines Weide- und Schnittversuches im Versuchsbetrieb Moarhof mit Kurzrasenweidebewirtschaftung. Vortragsveranstaltung der BBK Waidhofen/Ybbs Einstieg in die Weidehaltung,11.04.2013 in Windhag,NÖ


Die LFZ-Wiesenexperten Pötsch und Buchgraber meinen dagegen, das diese unproduktive 2 Arten Timothe und Wiesenschwingel auch aus nicht produktiven Gründen unter anderem zB als Biodiversitätsgründen eingesät werden sollen. Dem Landwirt muß damit klar sein, dass dann ca ein Drittel der Saatmenge solcher Nachsaatmischungen von vorherein und wissentlich eine höchst ineffizente, da wirkschwache Saat und Geldausgabe ist. Timothe und Wiesenschwingel können sich nach eigenen Erfahrungen aber aufgrund ihrer Biologie als extensive Heuwiesengräser mit 1 oder 2 Schnítten überraschend gut bewähren. Sie sind daher primär als Heugräser und zusätzlich in Kombination mit Glatthafer für zB für Pferdeheu wertvolle Futtergräser.

Wieseneinsaaten haben nur mit Arten wo ein hoher Anteil der Saat zu Futter wird einen wirklichen Sinn. Dem stehen aber die seit Jahren behaupteten Aussagen von Buchgraber (LFZ Gumpenstein) entgegen. Demzufolge könnten schon mit einer einmaligen Einsaat nahezu ein Jahrzehnt lang der Pflanzenbestand und die Narbendichte wirkungsvoll verbessert werden könnten, wie seine unten gezeigte Vortragsfolie aus 2007 zeigt.

Siehe Tabelle zu Timothe oben und die Grafik untenKampfmischung Nachsaatmischungen Ausdauer.jpg




Nach eigenen Erfahrungen und nach Starz (LFZ Gumpenstein) - aus pers. Miteilung vom 11.4.2013 - können am ehesten erst bei dreimaliger oder noch öfterer Nachsaat zb bei Wiesenrispe in Weiden oder Knaulgras in Schnittwiesen spürbare Bestandesverbesserungen erreicht werden. Konkurrenzschwache Arten mit nur geringem natürlichen Auftreten und schwachem Durchsetzungsvermögen - wie ich das sowohl im obigen Versuch von Starz als auch in breiter Praxis gesehen habe - ist das gelegentliche Säen konkurrenzschwacher Arten wie Timothegras und Wiesenschwingel in der Regel falsch investiertes und damit verlorenes Geld.
Timothegras und Wiesenschwingel sollten aber jene Landwirte zurecht dann säen, wenn diese 2 Arten standörtlich den anderen Arten überlegen sind. Standortgerechter Wiesenbau ist dazu der fachliche Terminus.

Viel wirksamer und viel betriebs- wie volkwirtschaftlich sinnvoller ist es bei Nachsaaten nur auf durchsetzungsfähige Arten zu setzen wie das Konzept der Ertragsmischungen nach HUMER zeigt. Dabei sät man möglichst öfter im Jahr nach, etwa 1-3x im Jahr - und zwar immer sofort nach der Ernte bei noch offenem Boden. Erst dann, wenn ein bestmöglicher Gräserbestand in den Futterwiesen erreicht ist, kann eine zeitlang mit Nachssaaten ausgesetzt werden - nämlich solange der Bestand in Ordnung ist. Gleichzeitig beugt ein gutwüchsiger und ertragreicher Gräserbestand der Ausbreitung von Unkraut als auch Giftpflanzen und Wiesenvernässung auf natürliche Art vor. Allerdings erschöpfen sich ohne natürlichen Samenausfall vor allem die hochwüchsigen Horstgräser nach ca 3 - 6 Jahren. Dauerhaft höchstqualitative Futtererträge, sind daher nur bei junger Nutzung mit hohen Energiegehalten möglich. Damit kann mittels möglichst viel eigenem "Wiesenkraftfutter" möglichst viel Zukaufgetreidekraftfutter oder Sojakraftfutter ersparen. Das ist aber nur mehr mit einer FAST ständigen Wiesennachsaat möglich. In Deutschland versuchen daher die besten Betriebe bereits, jeden Aufwuchs nach der Ernte sofort wieder mit jungem Saatgut ständig aufzufrischen um aus den Futterwiesen auf eigenen Flächen und mit eigenen Managementmitteln die bestmöglichen Erträge wie Qualitäten zu gewinnen.


Als Ergebnis dieser Erfahrung und Betrachtungen geht hervor, dass Timothe und Wiesenschwingei in vielen heutigen 3- und Mehr-Schnittwiesen keine quantitative wie keine wirtschaftliche Bedeutung hat und ihre Einsaat in der Regel verlorenes Geld ist. Nur in 1- oder 2 Schnittwiesen haben sie heute in der Regel Chancen für gute Erträge. Das bedeutet, dass sie heute vor allem in Heuwiesen als Heugräser ihre wertvollen Nutzen bringen können.

Wiesenrispe hat ist aber in Weiden von grossen Bedeutung, weil sie durch den dauernden Betritt gefördert sind. In Schnittwiesen dürfte sie sich nur bei dauernder Einsaat halten, wobei in den ersten Jahren durch ihre geringe Ausbreitung noch keine wirtschaftiche Bedeutung erreicht. Eigene Praxiserfahrungen zeigen, dass die Wiesenrispe erst bei jährlicher und 5 Jahre lang wiederholter Einsaat und bei intensiver Nutzung mit 4-6 Schnitten in Gunstlagen ein ertraglich spürbares Futtergras wird. Da sie in der Regel kein sicheres massenwüchsiges Futtergras ist kann man mit geringen Anteilen auch keine guten Erträge erwarten. Ihren höchsten Wert hat sie als extrem dichten Narbenbildner in Weiden. Ihr Vorteil liegt damit primär als dichtes Weidegras, wo besonders dichte Narben wie bei Steilflächenweiden und der Nutzung bei der Steilflähenmahd von besonders hoher Bedeutung sind.




Bei Nachsaaten wird häufig eine wirkungslose Übersaat vorgenommen

sagt der bekannteste deutsche Grünlandexperte PD Dr. Martin Elsäßer 
vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg in seinen Vorträgen zB hier im WEB:

Grünlandverbesserung in Baden-Württemberg unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinen Rispe

ELSÄSSER meint zur Nachsaat als Übersaat:(in Deutschland)
Nur wenn Lücken vorhanden sind, dann mehrmals im Jahr
5 kg/ha Samen von Deutschem Weidelgras oder Knaulgras säen.


Prof. SPATZ bestätigt meine Meinung:
Es fehlen Versuche zum Einsaaerfolg von Grünland Ansaaten / Einsaaten.

im Bericht

Strategien zur standortspezifischen Grünlandansaat - Retrospektive Analyse von Selektionskriterien

von

SPATZ, Günter; FRICKE, Thomas; GOTTARDI, Sara. Strategien zur standortspezifischen Grünlandansaat-Retrospektive Analyse von Selektionskriterien. 2003.
http://www.orgprints.org/4757/
http://orgprints.org/4757/1/4757-02OE442-spatz-g-et-al-uni-kassel-2003-gruenlandansaat.pdf

Prof. SPATZ schreibt 2003:

Die Literatur weist keine Arbeiten auf, bei denen Ansaaterfolg, Ausdauer oder Produktivität der Grünlandnarbe ... verglichen worden wären.
Die Literatur weist keine Arbeiten auf, bei denen Anssaaterfolg, Ausdauer oder Produktivität der Grünlandnarbe verglichen werden.jpg

Originatext von SPATZ 2003:

Die Literatur weist keine Arbeiten auf, bei denen Ansaaterfolg, Ausdauer, Produktivität oder Qualität der Grünlandnarbe in einem Standortvergleich bei ansonsten gleichen Ansaatvoraussetzungen und gleicher Bewirtschaftung verglichen werden. In der Regel lagen Wirkungskomplexe als Einflussgrößen vor, so dass eine Kausalanalyse auf die Wirkung von ausschließlich den Standortfaktoren allein aus den vorliegenden Arbeiten nicht möglich war. Nachfolgend werden einzelne Quellen genannt, die sich im weiteren Sinne mit Standortvergleichen und der Entwicklung von Ansaatmischungen befassen.


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