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Samstag, 12. Januar 2019

Engerling Expressberatung


mit dem unabhängigen 

Futterwiesenexperten HUMER
















Samstag, 30. Juni 2018

Bodenuntersuchung von Futterwiesen - Gute Gründe dafür

Gute Gründe für die Bodenuntersuchung von Futterwiesen
Das stärkste ökonomische und sofort wirksame Instrument zur Kosteneinsparung
bei der Düngung mit Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk


Um gute Futtererträge und -qualitäten zu erreichen düngt man Futterwiesen zeitig im Frühjahr. Es gilt zu überlegen wie viel und welcher Dünger das beste Ergebnis bringt. Auch aus ökonomischen und ökologischen Gründen ist es bedeutungsvoll, die eingesetzten Nährstoffe der Dünger möglichst effizient zu nutzen. Vor jeder Düngung ist es wichtig den Nährstoffbedarf für Stickstoff, Phosphor und Kali der einzelnen Fläche genau zu errechnen. Bodenuntersuchungen samt Düngeplan sind die kostengünstigen Instrumente um wirtschaftlich zu düngen. Mit einem Untersuchungsaufwand von rund EINEM EURO je Hektar und Jahr können Landwirte die Dünger treffsicher bemessen.
Kosten der Bodenuntersuchung – nur rund 1€/ha/Jahr !
Für die gewöhnliche Düngeplanung reicht die Grunduntersuchung des Bodens auf Phosphor, Kali und der pH-Wert für den Kalkbedarf. Zusätzlich ist bei jeder Bodenuntersuchung in NÖ ein Düngeplan für die angegebene Kultur als Service der Landwirtschaftskammer dabei. Die Kosten für eine Bodenprobe liegen 2013 samt Service der Landwirtschaftskammer NÖ bei rund € 13,-. Bei der allgemein empfohlenen Beprobungsfläche von zwei Hektar je Probe und dem empfohlenen Untersuchungsrhythmus von sechs Jahren je Fläche liegen die jährlichen Kosten pro Hektar und Jahr bei bloß rund einem EURO.Tabelle 1:
Einstufung der pflanzenverfügbaren Phosphor- und Kaliumwerte bei der chemischen Bodenuntersuchung (CAL-Methode) von Grünlandböden in die Gehaltsklassen A bis E
PK_klassen_GL_boden_A-E.jpg

Das Benotungssystem ABCDE zeigt den Versorgungszustand des Bodens an. A und B zeigen, dass die Düngung langfristig zu niedrig lag, D und E sagt, dass sie zu hoch war. Die Nährstoffgehalte des Bodens für eine ausreichende Pflanzenernährung von Wiesen sollten Gehaltsklasse C mit 88 mg Kalium und 47 mg Phosphor je kg Boden aufweisen. Hat man das ABCDE-Schema seiner Wiesen im Kopf steuert man die Düngung durch Beibehaltung, Verbesserung oder Drosselung. Somit kann man auch die betriebseigenen Wirtschaftsdünger künftig zielgenauer platzieren, um ihre beste Wirkung zu entfalten. Wer künftig noch ökonomischer wirtschaften will, für den ist die Bodenuntersuchung mit einem Aufwand von rund 1 €/ha/Jahr eine unverzichtbare Investition. Düngt man 10 ha mit 100 Tonnen Wirtschaftsdünger nicht zielgerecht, werden 600 bis 1600 € in eine falsche Richtung gelenkt. Der Einsatz von 1 €/ha für die Bodenuntersuchung ist somit eine der rentabelsten Investitionen die die Landwirtschaft hat.



Wie düngt man bei zu hohen oder zu niedrigen Bodennährstoffgehalten richtig?

Liegen die Werte der Bodenanalyse bei A oder B, erfolgt eine Zuschlagsempfehlung von 20% bzw. 40% zur normalen Düngungshöhe der Stufe C. Liegen die Werte bei D oder E ist eine Nährstoffrückführung aus eigenen Wirtschaftsdüngern in der Höhe der empfohlenen Nährstoffzufuhr nach Tabelle 3 erlaubt, aber weniger sinnvoll. Mineralische Phosphat- oder Kaliumdünger sind bei D und E sogar verschwendetes Geld und widersprechen einer sachgerechten Düngung.

Tabelle 2: Handlungsanleitung zur Düngung von Grünland bei Unter- und Überversorgung der Bodennährstoffe P und K je nach Gehaltsstufe bzw. Note gemäß den Richtlinien für die sachgerechte Düngung (2006).
Handlungsanleitung A bis E PK GehaltsstufenRLSGD2006.jpg

Tabelle 3: Phosphor und Kalibedarf von Wiesen und Feldfutter bei mittlerer Ertragslagegemäß der Richtlinie für die sachgerechte Düngung für die Gehaltsstufe C
PK_Bedarf_GL.jpg
Untersuchungen zeigen hohe Phosphor-Unterversorgung bei Futterwiesen 
Eine neue Auswertung der Ergebnisse der Routine-Bodenuntersuchung der AGES (www.ages.at) zeigt, dass in den meisten Gebieten Österreichs ein hoher Anteil der Grünlandböden eine sehr niedrige (Gehaltsklasse A) bzw. niedrige (Gehaltsklasse B) Phosphor-Versorgung aufweist (Abb. 1). Nur 15 % der Grünlandböden erreichen die ausreichende Versorgungstufe C. Beträchtliche 75 % der Futterwiesen weisen eine Unterversorgung (A,B) auf.
AGES_P_GL_Klassen_BUS2000.jpg
Abb. 1: Ergebnisse von Wiesen-Bodenuntersuchungen der AGES. Beträchtliche 75 % der Futterwiesen sind bei Phosphor unterversorgt (A,B). 40% liegen davon in der A-Klasse.
Auch die Bodenuntersuchungsaktionen der LKNÖ zeigen diesen Trend. Im Waldviertel sind die Wiesenböden bei Phosphor sogar zu 82 % unterversorgt (A,B). Selbst landesweit lag 2008 in NÖ die Phosphor-Unterversorgung immerhin noch bei 54%. Diese Fakten zeigen, dass bei der P-Düngung ein breites ungenutztes Feld vor uns liegt. Diese extrem niedrigen Versorgungswerte sollten Landwirte mit Futterwiesen aufhorchen lassen, weil hier noch viele Reserven in Qualität und Ertrag ungenutzt liegen. Sowohl zu niedrige Mineralstoffgehalte im Futter als auch ein erheblicher Verzicht in der Ertragsleistung wird damit aufgezeigt.
Waldviertel_P_GL_Klassen_BUS2008.jpg

Abb. 2: Phosphor-Bodenwerte der Futterwiesen im Waldviertel 2008,Die starke Unterversorgung (Note A und B) dominiert wie auf vielen Wiesen. Die Leistungsreserven vieler Böden werden damit nicht ausgeschöpft. Der kostenintensive Eiweiß– oder Kraftfutterzukauf in der Tierhaltung könnte in vielen Betrieben verringert werden, wenn auf den eigenen Flächen bessere Futterqualitäten produziert werden würden.
Bei Böden mit Phosphor-Mangel(A,B) ist die Düngung folgend neu zu überlegen: Es sollten nur jene eigenen Wirtschaftsdüngerarten vorrangig gedüngt werden, welche höhere Phosphorgehalte haben. Dazu zählt vor allem Stallmist und Gülle, nicht aber Jauche. Zu überlegen ist auch, ob zulässige phosphorreiche betriebsfremde Wirtschaftsdünger oder Sekundärrohstoffdünger (Tabelle 4) kostengünstig verfügbar sind, z.B. Komposte, Carbokalk, Kartoffelrestfruchtwasser oder Klärschlamm. Als Handelsdünger kommen standardmäßig die rasch wirksamen wie Diammonphosphat, Super- oder Triplephosphat am besten in Frage.


Sekundärrohstoff-NPK-Gehalte.jpg

Tabelle 4: Sekundärrohstoffdünger haben teils ungewöhnliche und hohe Nährstoffgehalte im Vergleich zu Wirtschaftsdünger. Mittels Düngeplanung und Exaktverteiler können sie genau auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen eingestellt werden.
Einseitige Stallmistdüngung auf Äckern forciert Phosphormangel auf Wiesen
Wenn infolge der Jauchedüngung der Wiesen, der phosphorreichere Stallmist hauptsächlich auf die Felder gebracht wird, verschärft dies zusätzlich auf den Wiesen den Phosphormangel. Äcker mit Stallmist zu düngen ist prinzipiell für die Humuserhaltung sinnvoll. Man muss dabei aber folgendes wissen: In früheren Zeiten hat die Stallmistdüngung auf Äcker im Rahmen der Egart-Fruchtfolgewirtschaft durchaus auch den Wiesen genützt, weil damals nach Hackfrucht und Getreide wieder der Futterbau folgte. Wird aber Stallmist nur mehr einseitig auf Äcker und die Jauche auf Wiesen ausgebracht, ist zu bedenken, dass dadurch Wiesen mit immer weniger Phosphor versorgt werden. Wiesen verschlechtern sich dadurch ertraglich und qualitativ, wenn der entzogene Phosphor mittels P-Düngung nicht ausgeglichen wird.
Absolut falsch und nicht sachgerecht wäre es, bei hohen Kali-Versorgungsstufen D oder E kalihältige Mineraldünger oder Wirtschaftsdünger mit hohen Kaligehalten wie Jauche einzusetzen. Eine weitere Kalizufuhr bei den Stufen D und E führt zu keiner Ertragsverbesserung, sondern vielmehr zu problematisch hohen Kaligehalten in Futterpflanzen, die auch langfristig gesundheitsschädlich sind und die Fruchtbarkeit zB infolge Zystenbildung und die Leistung der Tiere schwer beeinträchtigen kann. 
Der jährliche Bodenuntersuchungs-Service der LK NÖ für Landwirte bietet:

1. Sondertarife für Massenuntesuchung in Gemeinden mit Untersuchungsaktionen durch die LK NÖ
2. Organisation von Probesäckchen, Bodenbohrer und Probentransport
3. Einleitungsversammlungen mit Informationen zur Probenahme und Ausfüllhilfe zum Erhebungsbogen, Kulturangaben, Untersuchungsparameter, Berücksichtigung der Wirtschaftsdünger und Vorfruchtwirkungen, Probenahmeschema
4. Übergabeversammlungen mit fachlichem Vortrag von DI. Johann HUMER zur Erläuterung der Bodenwerte, Düngepläne und aktuelle Hinweise zur Düngung & Umwelt, Wirtschaftdüngerfragen, Aktionsprogramm-Nitrat, Bodenerosionsschutz, Nährstoffverlust-Vermeidung, aktuelle Dünger (zB Harnstoff, Spurenelemente), optimaler Düngereinsatz und Bodenbearbeitung
5. Diskussionen und damit Erfahrungsaustausch von Landwirten bei der Versammlung
6. Individuelle Beratungen von DI. Johann HUMER nach jedem Vortrag
Auskünfte zur nächsten Bodenuntersuchung in NÖ richten Sie zuerst immer an Ihre Bezirksbauernkammern, die die örtlichen Versammlungen mit dem Autor DI Johann Humer organisieren.
Wo sind Bodenproben besonders wichtig?

1. Auf neuen Pachtflächen, da sie oft extrem unterversorgt sind
2. Auf hofnahen Flächen, vor allem bei Betrieben mit Wirtschaftsdüngeranwendung
3. Auf intensiv gedüngten Flächen und Flächen mit hoher Ertragsleistung zur Kontrolle des Gleichgewichtes zwischen Nährstoffzufuhr durch Düngung und der Abfuhr durch die Ernte
4. Bei der Düngung mit Sekundärrohstoffen (Kartoffelrestfruchtwasser, Restmelasse, Carbokalk, Klärschlamm)
5. Auf allen Flächen wo noch nie oder seit 6 Jahren keine Bodenuntersuchung mehr erfolgt ist, das sind zirka 90 % Futterwiesen in NÖ.
Bodenproben können während der frostfreien Jahreszeit und einen Monat nach einer vorangegangenen Düngung gezogen werden.


Um bei der AGES einen Auftrag zur Untersuchung von landwirtschaftlich genutzten Böden zu erteilen, ist es notwendig das dafür vorgesehene Formular vollständig auszufüllen und zusammen mit der Bodenprobe an die AGES zu übermitteln.

In diesem Formular finden Sie wichtige Informationen zur Probenahme und Auftragserteilung.

AGES Untersuchungsangebot Boden


2013 Preise der Bodenuntersuchung bei der AGES, Für Wiesen reicht die Grunduntersuchung incl Daten/Probenerfassung (Punkt 3700 und 3701)
Für eine Bodenuntersuchung von Futterwiesen bzw Weiden / Grünland kann man in Niederösterreich von ca 14 € je Probe einkalkulieren (Grundunteruchung).


Weltweite Knappheit - Chance für eigene Produktion
Der weltweite Preisanstieg bei Getreide bewirkt auch, dass inzwischen Futtergetreide, Heu wie Stroh ein teures Gut ist. Der weltweit stark zunehmende Bevölkerungsanstieg führt zusätzlich bedingt durch größere klimabedingte Ernteausfälle zu steigenden Nachfragen bei pflanzlichen und tierischen Produkten. Wenn Landwirte davon profitieren wollen, werden sie daher jetzt daran denken die Produktivität ihrer Futterwiesen und Felder zu verbessern. Bei vilen Futterwiesen in NÖ wird das Ertragspotential etwa nur zur Hälfte ausgeschöpft Die Futtererträge vieler Wiesen können nach eigener Einschätzung verbessert werden. In der Regel erntet man bei Futterwiesen 6 – 8 t TM/ha. Neu angelegte Wiesen zeigen dagegen Erträge von meist 12 t TM/ha und sogar bis 15t TM/ha , also um 1/3 bis sogar 50% höhere Erträge als alte Dauerwiesen. Ertäge neu angelegter Wiesen kommen durch aus an die üblichen Feldfuttererträge in NÖ von 10 bis 20 t TM/ha heran.
Die Ausschöpfung der sachgerechten Düngung verbunden mit einer cleveren Wiesenverbesserung durch Einsaaten mit unseren produktivsten Gräsern, lässt die Futterproduktion auch heute noch ernorm verbessern wie verbilligen. Zur Nutzung der Verbesserung der Produktivität aller Futterbestände offeriert daher die LK NÖ allen Landwirten ständig das Service der Bodenuntersuchung sowie das Angebot der Beratung zur Verbesserung ihrer Futterwiesen. 
Fazit 
Mit dem Wissen über die verfügbaren Nährstoffgehalte der Böden mittels Bodenuntersuchung haben Landwirte die Möglichkeit die Nährstoffe Phosphor und Kali der eigenen Wirtschaftsdünger gezielt dorthin zu lenken, wo sie am besten ausgenutzt werden. Auch ökonomische und ökologische Gründe erfordern heute immer mehr die eigenen Nährstoffe aus den Wirtschaftsdüngern effizienter zu nutzen. Vor jeder Düngung kann der Nährstoffbedarf der einzelnen Flächen mittels Bodenuntersuchung und Düngeplan noch viel zielgerichteter und wirtschaftlicher erfolgen. Mit einem Untersuchungsaufwand von nur EINEM EURO je Hektar können alle eingesetzten Dünger wesentlich präziser und somit kostensenkend eingesetzt werden. Gleichzeitig hat man mit der Düngeplanung ein Instrument in der Hand den CC-Anforderungen (cross compliance) voll zu entsprechen. Weil die Leistungsreserven vieler unserer Futterwiesen bei weitem nicht ausgeschöpft sind, kann der Zukauf und Import Eiweißfuttermitteln und Kraftfutter reduziert werden.
Der Autor steht für weiterführende fachliche Fragen und Vorträge zur Bodenutersuchung und rasch wirksamen Verbesserung von Wiesen mittels „LK Beratung+“ zur Verfügung. Tel. 05-0259-22502 oder johann.humer(et)lk-noe.at




online seit: 15.1.2013







Buchtipps:


Was andere über die Bodenuntersuchung von Wiesen schreiben:

Andreas Bohner vom LFZ Gumpenstein:

Möglichkeiten und Grenzen der Bodenuntersuchung


Ziel der Bodenuntersuchung ist es, einen Überblick über denNährstoffzustand der landwirtschaftlich genutzten Böden zu bekommen. Auf der Basis von Bodenuntersuchungsergebnissen werden kulturartenspezifische Düngeempfehlungen abgegeben mit dem Ziel die Bodenfruchtbarkeit zu steigern.......
...

Als ausschließliches Kriterium für die Ermittlung des Düngerbedarfs und die Ableitung von Düngeempfehlungen reicht die chemische Bodenanalyse aus mehreren Gründen nicht aus. Die wichtigsten Gründe sind:...

Trotz einiger Probleme, Einschränkungen und Fehlermöglichkeiten ist eine regelmäßige Bodenuntersuchung zur Charakterisierung des Nährstoffzustandes von Böden anzuraten. Der Düngerbedarf der Pflanzen kann allerdings mittels routinemäßiger Bodenuntersuchung nur grob abgeschätzt werden. Die Einstufung der Böden in Gehaltsklassen gemäß den derzeitigen RICHTLINIEN FÜR DIE SACHGERECHTE DÜNGUNG (2006) kann insbesondere bei Grünlandböden nur als ein sehr grobes Hilfsmittel für Düngeempfehlungen betrachtet werden. Dies gilt vor allem für den CAL-löslichen Phosphorgehalt im Grünlandboden.
Andreas Bohner

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Montag, 25. Juni 2018

Löwenzahn und Spitzwegerich zuviel in Wiesen



NEU: Futterwiesen Spontanberatung - Schnell und ohne Bürokratie! 
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Was tun wenn mehr Löwenzahn und Spitzwegerichstatt guter Futtergräser in Wiesen wachsen ?
Der Beitrag gibt Antwort auf die oft gestellte Frage:
Was bedeutet zuviel Löwenzahn auf Wiesen?
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Autor: Dipl.-Ing. Johann HUMER

In vielen Futterwiesen wachsen oft massenhaft unerwünschte Pflanzenarten. Statt guter Futtergräser bilden oft folgende Unkrautarten den größten Anteil:


Löwenzahn, Spitzwegerich, Hahnenfuß, Ampfer, Giersch und Bärenklau

Es sind derzeit die hauptverantwortlichen Unkräuter für niedrige Futtererträge, schlechte Futterqualitäten durch Minderung der Geschmackhaftigkeit und schlechte Konservierungseignung in Niederösterreich. Diese Arten sollen daher so gering wie möglich gehalten werden. Der Beitrag informiert wie das erreicht werden kann.

Löwenzahn – zeigt Ertragsrückgang von Futterwiesen an

Löwenzahn ist der zuverlässlichste Zeiger, wenn in Wiesen die wertvollen Gräser erschöpft sind und damit einen Ertragsrückgang einleiten. Dann ist eine Wiesenverbesserung durch Einsaaten oder Neuanlage notwendig. Häufig verschwinden die wertvollen Gräser 3-4 Jahre nach einer Neuanlage von Wiesen und Feldfutter. Der freie Platz ist immer bestens und leicht sichtbar durch die massenhafte Ausbreitung des gelben Blütenmeeres aus Löwenzahn. Empfohlene Gegenmaßnahme: Einsaat der Lücken mit raschwüchsigen und ertragreichen Arten wie Knaulgras, Glatthafer, Goldhafer, Engl. Raygras und Rotklee.

Spitzwegerich zeigt eine geringe Stickstoffmobilität

des Bodens an. Ursache ist meist eine geringe bodenbiologische Aktivität infolge geringer Bodendurchlüftung, durch natürliche oder bewirtschaftsungsbedingte Dichtlagerung des Bodens. Meist fehlt auch eine kräftige Durchwurzelung durch Mangel mit wuchskräftigen Gräsern. Kalkarmer Boden und geringe Bewirtschaftungsintensität begünstigen Spitzwegerich zusätzlich.


Der rasche Weg zu weniger Löwenzahn und Spitzwegerich

Löwenzahn und Spitzwegerich kann mit folgenden Herbiziden auf die rasche Art bekämpft werden. Die am besten wirksamen selektiven Mittel mit sehr guter Wirksamkeit sind wie hier dargestellt nach RWA-Angaben
GENOXONE ZX, BANVEL M, STARANE RANGER, SIMPLEX und RUMEXAN. Das Totalherbizid ROUNDUP kommt als selektive Bekämpfung von Löwenzahn und Spitzwegerich nicht in Frage, es sei denn man will die ganze Wiesennarbe erneuern, wenn nahezu keine vernünftig nutzbarer Restbestand an Futtergräsern mehr vorhanden ist. 

Löwenz+Spitzwegerich,Herbizidwirkung,Liste,2012.jpg

Tabelle: Wirkungsgrad zulässiger Herbizide gegen Löwenzahn und Spitzwegerich in Futterwiesen im Jahr 2012, Quelle: RWA.


Zeigereigenschaften der Unkräuter
Hauptursache, dass diese Unkräuter massenhaft auftreten können ist meist der Rückgang oder die Ausdünnung guter Futtergräser durch ihre mangelnde Regeneration durch den natürlichen Samenausfall infolge der heute sehr frühen Futternutzung zwecks Gewinnung höchster Futterqualität.


Zeigerpflanzenkunde für Wiesnunkräuter.jpg

LINKS zur Zeigerpflanzentabellen:



Was die Ausbreitung von Spitzwegerich in Futterwiesen begünstigt:

  1. Geringe und nachlassende Stickstoffdüngung
  2. Umstieg von intensiver auf extensive Bewirtschaftung/Düngung
  3. Boden mit geringer Stickstoffmobilität
  4. Boden mit geringem Stickstofffreisetzung, zB durch
  5. Bodenverdichtungen natürlicher Art oder
  6. Bodenverdichtungen durch Bewirtschaftung
  7. kalkarmer Boden
  8. extensiver Bewirtschaftungsintensität
  9. geringe GVE-Besatz oder immer weniger GVE
  10. Aufgabe der Viehhaltung


Ursachen für den Mangel, Rückgang oder Ausfall guter Futtergräser

Vielfältige Gründe können den Mangel guter Gräser verursachen: Hauptursache ist das Erschöpfen der natürlichen Triebkraft durch Niedergang und Ablauf der Lebensleistung ohne vorheriger Regeneration durch Bildung vermehrungsfähiger Samen oder Wurzelausläufer, die für einen Wiederaustrieb einer neuen Pflanze notwendig sind. Vergleichbar ist das mit einer galten Kuh, die durch Unfruchtbarkeit kein Kalb mehr bekommen kann und folglich keine Milch mehr gibt und damit zum Galtvieh wird. 

Betroffen sind alle ertragreichen und damit leistungsfähigen Futtergräser. Das eindruckvollste Beispiel und am deutlichsten sieht man den Effekt bei Feldfutter, wo die Leistung der Gräser nach 2 bis 4 Jahren so absackt, dass eine Neuanlage einfach wirtschaftlich unvermeidlich ist. Nach der Leistungsabgabe erreichen alle Organismen aber genauso wie unsere Maschinen eine Ablauffrist mit Lebensende, wenn keine Vermehrung, Regeneration oder Reparatur erfolgte. Je höher die erbrachte Leistung ist, umso kürzer ist die Lebensdauer im allgemeinen. Hoffentlich hat man dann den Mehraufwand für die investierte Zuchtleistung bei Kulturgräsern durch ihre höhere Leistungsfähigkeit genutzt. 

Bei dauernder frühzeitiger Nutzung - um möglichst hohe Energiegehalte im Futter erreichen – erreichen die vom Samennachschub abhängigen, horstbildenden und ertragreichen Obergräser nicht mehr die notwendige Regeneration. Wenn also ihr der Samennachschub fehlt, sterben sie ab. Die sich bildenden Lücken bilden Platz für Unkräuter. Wenn man das höhere Ertragspotential der Zuchtgräser nutzen will, muss man sie, ähnlich dem Feldfutter oder Getreidearten regelmäßig sähen. 

Weitere Schadfaktoren für den Ertragsabfall in Wiesen kann die Auswinterung meist bei Schneeschimmelbefall sein. In den letzten Jahren nahmen immer mehr auch Schäden durch Wühlmäuse, Maulwurf und Engerlingsbefall zu. Dadurch können sich unerwünschte Unkräuter ausbreiten, die oft sehr gut an die Wiesennutzung angepasst ist und damit profitieren.

Natürlicher Ertragsrückgang ohne Grünlanderneuerung

Legt man Wirtschaftswiesen an und überläßt sie der natürlichen Entwicklung, verliert sie nach schon nach einigen Jahren ihre anfängliche gute Ertragsfähigkeit. Das folgende Beispiel demonstriert den Abfall der Ertragsentwicklung unmissverständlich deutlich. Ohne Grünlanderneuerung verliert oder verzichtet man grob auf etwa Hälfte des 50 % des Futterertrages! 

Die folgende Grafik zeigt 
den Rückgang der wertvollen Futtergräser in 26 Jahren nach Neulage einer Dauerwiese von 70 % auf etwa 40 % Gräser bei einer 3 bis 4 Schnitt-Dauerwiese. Der Gräserrückgang trat selbst bei sorgfältigster Bewirtschaftung im Versuch ein, bei händischer Düngung, keiner Traktorbefahrung und mit oder ohne Düngung von NPK. Man sieht also dass die Ausdünnung der Gräser ein natürlicher Prozess bei 3 bis 4 Schnittschwiesen ist und nicht durch Bewirtschaftungsfehler wie Düngung oder Narbenschäden durch Befahren eintritt. 

Quelle: PÖTSCH, E.M. (1997): Auswirkungen langjähriger Wirtschafts- und Mineraldüngeranwendung auf Pflanzensoziologie, Ertrag, Futterinhaltsstoffe und Bodenkennwerte von Dauergrünland. Dissertation, Universität für Bodenkultur, Wien
Pötsch-DissGrf-02,c.JPG


Unkrautbekämpfung mit anschließender Grünlanderneuerung

Starke Verunkrautungen von Wiesen sind nicht mit einer Maßnahme wie eines Herbizideinsatzes allein lösbar. Herbzide können zwar die Unkräuter kurzfristig ausschalten, nicht aber dauerhaft. Wer die lästigen Unkräuter so schnell wie möglich weg haben will um bald wieder gutes Futter haben will, für den sind die richtig eingesetzten Herbizide der schnellste Weg zum Ziel. Mit einem gezielten Herbizideinsatz – am besten ab dem Sommer – verliert man das wenigste Futter und kann im nächsten Jahr bereits wieder wieder mit dem vollen Ertrag ab dem ersten Schnitt rechnen. Der Herbizideinsatz ist aber auch bis in den Herbst hinein noch sinnvoll, weil der Futterausfall für gutes Futter im Herbst generell wenig ins Gewicht fällt. 

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Wiesenunkräuter an und wie wirksam man sie mit den derzeit zugelassenen Herbziden bekämpfen kann.

psm 2012.jpg
Tabelle: Wirkungsgrad aller zulässiger Herbizide für Futterwiesen im Jahr 2012, Quelle: RWA



Wo viel Spitzwegerich wächst, 
steht meist kein Futter.

Spitzwegerich verdrängt vielmehr die guten Futterpflanzen.

Nur mit regelmäßiger Einsaat und vernünftiger Düngung kann Spitzwegerich verdrängt werden.


Links: Unterschied: dichte Grasnarbe mit lückenbildendem Spitzwegerich in der Narbe.


Um dauerhaft gutes Futter ernten zu können ist, muß alles unternommen werden, dass unsere besten Futtergräser vor allem Freiraum bekommen.

Offener Boden als Wuchsfläche, Licht, Wasser und Nährstoffe) sind für ein gutes Wachstum der Einsaat Grundvoraussetzungen.








Die in Österreich mit hohem staatlichen Prüfaufwand an mehreren Standorten getesteten gezüchteten Futtergräser mit bester Genetik können ihre hohe Leistung nur bringen, wenn sie von Unkraut nicht bedrängt werden. Alle Verfahren der Grünlanderneuerung zielen der ab, einerseits den Kulturgräsern Freiraum für beste Wachstumsbedingungen zu schaffen, andererseits die oft stark konkurrenzierenden, unerwünschten Unkräuter zu unterdrücken.

zum Beispiel für das besonders wichtige Knaulgras
https://www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/graeser/knaulgras/







ages,knaulgras,2012.jpg


Gräser und Klee Sorten aus der AGES Sortenprüfung

mit Erträgen und Sorteneigenschaften

zusammengestellt von Futterwiesenexperten HUMER
AGES Prüfstand 2013



Grünlanderneuerungsverfahren 

Mit Grünlanderneuerungsverfahren will man mit verschiedenen Techniken ertragsschwache Futterwiesen in einen Zustand guter Ertragsfähigkeit und guter Futterqualitäten bringen. Der Natureingriff und Arbeitsaufwand und die erreichbaren Erfolge sind bei sehr verschieden.


Die 5 Verfahren zur Grünlanderneuerung im Überblick

  1. Neuanlage durch Umbruch im Sommer
  2. Neuanlage in einem Zug mit dem Rototiller
  3. Selektive oder Totalunkrautbekämpfung im Herbst und Ansaat im Frühjahr mit Sämaschine oder Schlitzdrillsaat
  4. Dauergrünlanderneuerung mittels Einsaat, Nachsaat oder Übersaat mittels Schlitzdrillsaat, Wiesensaatstriegel oder Egge-Saatkombinationen
  5. Natürliches AUSSAMEN vorhandener Wiesengräser, Verbesserung mit niedrigstem Mitteleinsatz



Sie wollen zum Thema 

Was tun wenn mehr Löwenzahn und Spitzwegerichstatt guter Futtergräser in Wiesen wachsen ?

Sie wollen zum Thema direkte,
persönliche Beratung oder mehr und bessere unabhängige Informationen:
  1. von staatlichen und öffentlich und staatsfinanzierten Organisationen, die den Markt regeln wollen und die Bauern am Gängelband durch Abhängigkeit halten wollen
  2. von Firmen die nur ihre eigenen Produkte verkaufen können und wollen
  3. von grünen NGOs, denen nur Schmetterlinge und Wildvögel, etc auf den Wiesen von Bauern wichtig sind
  4. von Naturschützern, die keine Ahnung von Landwirtschaften haben und nicht davon zu leben müssen ?

Dann reden Sie mit dem Futterwiesenexperten HUMER unter johann.humer@gmail.com .
HUMER ist heute Senior Experte für Futterwiesen und bringt seine Lebenserfahrung dazu ein.


HUMER ist selber auf einem gemischen Viehwirtschaftsbetrieb mit Grünland, Weide und Ackerbau in Oberösterreich aufgewachsen und hat 30 Jahre am elterlichen Betrieb mit Kühen, Kalber, Stieren, Zucht- und Mastschweine, Hühnern und Gänsen mitgeholfen und war 30 Jahre Referent für Grünland, Düngung und vor allem für produktive Futterwiesen in Niederösterreich tätig.

HUMER hat beim Grünlandprofesser Dr. Giselher Schechtner (Gumpenstein) Grünlandwirtschaft studiert, wo heute Dr. Karl Buchgraber der Nachfolger ist.

Schechtner ist für eine produktive Grünlandwirtschaft zur besten Nutzung der natürlichen und agrartechnischen Resourcen eingetreten.

BUCHGRABER steht seit Einführung des ÖPUL 95, auf der Extensivierungsseite mit Vermeidung der Ausnutzung der möglichen Resourcen und Begrenzung der Produktion und weniger Milchleistung je Kuh und geringere Wiesenutzung, aus Umweltsicht und mit einem Faible für Biodiversität, das den Landwirten aber nichts real Nützliches bringt, ausser mehr Unkraut und verschlechterte Futtererträge.

Buchgraber hat auch schon lange keine eigene wissenschaftliche übliche Versuchsarbeit zum Thema Grünlanderneuerung gemacht und geschrieben, obwohl er zum Thema Grünlanderneuerung seit etwa 2000 extrem viele Vorträge gehalten hält. Er bezieht sein neu gewonnes Wissen vornehmlich von Schauversuchen, die er jährlich mehrmals als Grünlandtage organisiert, aber keine wissenschaftlichen repoduzierbaren Exaktversuche sind. Er verbreitet seine Anschauungen über Vorträge und Agrarzeitschriften für Bauern. Seinen Meinungen fehlen, die klassisch wissenschaftlichen Belege und heute üblichen peerreviewten evidenzbasierten Publikationen, meine ich. Er bezieht sein Wissen über die Beobachtung von Praxisflächen, hat aber über diese angeblich tausende ha beobachte Wiesen keinen einzigen - mir bekannten - Fachbeitrag geschrieben oder Fotos dazu veröffentlciht, die man Internet finden könnte. Selbst von Exaktversuchen hält er als beauftragter Wissenschafter und Univeristätslehrer für Studenten von Grünlandvorlesungen wenig und hält sein intuitives, unpubliziertes Wissen wichtiger als fachlich exakte Feldversuche. Ähnliches gilt auch für die Sortenauswahl und Zusammenstellung seiner Grünlandmischungen, die er nach seinem Gefühl für das Zusammenpassen zusammenstellt, aber schriftlich der Nachwelt bislang verschwiegen hat, wie jemand das später nachvollziehen könnte.

Er ist ein begnadeter Redner, der besser als motivierender Berater bei Landwirtschaftskammern zur Umsetzung der Kammerdoktrine gepasst hätte, oder als Politiker oder Pfarrer hätte auftreten können und daher wohl fehlt sein Bedürfnis zur wissenschaftlichen Fundierung mit exakten Daten - was auch zu dementsprechenden Meinungsverschiedenheiten mit ihm führt. Für mich ist unfassbar, dass so eine Person Studenten ausbilden darf,der von wissenschaftlichen Exaktversuchen wenig hält und mehr auf Gefühlsbasis und nach dem Augenschein auf einer wissenschaftlichen Univeristät lehrt, prüft und insgesamt romanhafte Geschichten mit angeberischen bäuerlichem Einschlag und Akzent erzählt, anstatt klar evidenzbasierte Wissenschaft lehrt.






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Vom Futterwiesenexperten HUMER.
Er weiß auf welche Futtergräser es ankommt.

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