Wer Mais auf engerlingsgeschädigte Wiesen anbaut, steht auch vor der Frage, ob und wieviel Engerlinge
den Mais schädigen können. Mehrere Fragen liegen dazu vor. Zur Orientierung : Engerlingswiesen wiesen im Vorjahr 50 bis 700 Engerlinge je m2 auf. Die Arbeitsgruppe um PÖTSCH, STRASSER u. BERGER hat 1997 folgende Tabelle mit Engerlings-Schadschwellen für landwirtschaftliche Kulturarten erarbeitet.
Die tolerierbare Engerlingsdichte (Richtwerte für die Bewertung des Maikäferbefalls) wird auf das zweite Larvenstadium L2 der bezogen, da diese Generation für die größten Schäden in der Landwirtschaft verantwortlich zu machen ist. Als Schwellenwert für Ackerland, wertvolles Kulturland und Baumschulen wird eine Bekämpfung ab 2 Maikäfer-Engerlingen/m2 empfohlen, schreiben obige Autoren.
Die Schwellenwerte für den Gartenlaubkäfer können höher angesetzt werden, da bei gleicher Engerlingzahl durch die geringere Größe und kürzere Verweildauer im Boden ein geringeres Schadensausmaß festzustellen ist. Für den aktuell neu aufgetretenen Junikäfer-Engerling gibt es noch keine Schwellenwerte. Logisch ist, die Werte der Maikäfern zu nehmen.
Originaltabelle PÖTSCH STRASSER BERGER Tierische Schädlinge am Grünland, 1997, ÖAG Schrift in Heft 6/1997 Der fortschrittliche Landwirt
Bei MAIS, der etwa zwischen Getreide und Kartoffeln liegt, liegen demnach die Schadschwellen zwischen 4/10 bis 5/15 Engerlingen je m2 .
Demnach sollten vor dem Maisanbau die Maikäfer-Engerlingszahl etwa unter 10 je m2 liegen.
Den stärksten Befall findet man oft auf Flächen an Waldrändern und bei Laub- und Obstbäumen. Auch große Waldbäume wie Buchen können von Maikäfern kahl gefressen wurden, wobei schwächere Bäume auch abstreben.
Zur Bekämpfung haben sich rotierende Bodenbearbeitsgeräte als effizient herausgestellt. Wahrscheinlich sind mehrere Arbeits-Durchgänge mit anschließender Engerlingszählung notwendig um sicher unter die Schadschwelle zu gelangen.
Wegen des großflächigen Engerlingsbefalles in den Schad- Regionen kann es auch wieder zu Eiablage kommen. Beim Maikäfer und Junikäfer mit ihrer mehrjährigen Entwicklung ist im Jahr der Eiablage noch keine schädlicher Wurzelfraß zu erwarten, aber im Folgejahr. Beim Gartenlaubkäfer mit der einjährigen Entwicklungszyklus ist mit jährlichen Schäden zu rechnen.
Empfehlbarer Lesestoff zur Engerlingsproblematik für Bauern Lehrer, Schüler, Studierende:
Gisbert ZIMMERMANN: Maikäfer in Deutschland: Geliebt und gehasst. Übersichtsarbeit mit vielen Erfahrungen zur Engerlingseindämmung, 16 Seiten, 2010.
Fotos
Engerlinge schädigen auch Mais. Pflanzenschutz VOR dem Anbau ist daher notwendig, dass die junge Saat nicht vernichtet wird.
Aus Oberkappel, im oberen Mühlviertel mit einer extremen Engerlingsplage 2018 kommt zu mir die Anfrage: Wieviel Engerlinge sind beim Maisbau tolerierbar?
Engerlinge schädigen auch Mais. Pflanzenschutz VOR dem Anbau ist daher notwendig, dass die junge Saat nicht vernichtet wird. Folgende dargestellte Alarmzahlen für verschiedene Engerlingsarten stammen aus dem Beitrag von PÖTSCH STRASSER BERGER: Tierische Schädlinge am Grünland, (1997).
Die tolerierbare Engerlingsdichte (Richtwerte für die Bewertung des Maikäferbefalls) wird auf das zweite Larvenstadium L2 der bezogen, da diese Generation für die größten Schäden in der Landwirtschaft verantwortlich zu machen ist.
Als Schwellenwert für Ackerland, wertvolles Kulturland undBaumschulen wird eine Bekämpfung ab 2 Maikäfer-Engerlingen/m2 empfohlen, schreiben obige Autoren.
Die Schwellenwerte für den Gartenlaubkäfer können höher angesetzt werden, da bei gleicher Engerlingzahl durch die geringere Größe und kürzere Verweildauer im Boden ein geringeres Schadensausmaß festzustellen ist.
Für den Junikäfer-Engerling gibt es noch keine Schadschwellenwerte. Logisch ist , die Werte der Maikäfern zu nehmen.
Originaltabelle PÖTSCH STRASSER BERGER Tierische Schädlinge am Grünland, 1997, ÖAG Schrift in Heft 6/1997 Der fortschrittliche Landwirt
MAIS, der etwa zwischen Getreide und Kartoffeln liegt, liegen demnach die Schadschwellen zwischen 4/10 bis 5/15 Engerlingen je m2 .
Demnach sollten vor dem Maisanbau die Maikäfer-Engerlingszahl etwa unter 10 je m2 liegen.
J. HUMER
Engerlinge an Maiswurzelen, Foto: LK Ktn Egger 2018
Dieses Bild der LK Kärnten zeigt, dass auch Mais vom Wurzelfraß der Engerlinge betroffen sein kann.
Den stärksten Befall findet man bei Ackerflächen (mit vielen Berichten aus der SCHWEIZ) in der Regel an Waldrändern und bei Laub- und Obstbäumen, wo auch Engerlingsschäden massiv auftreten können. Der Landwirt in Oberkappel berichtete, dass dort auch große Waldbäume wie Buchen von Maikäfern kahl gefressen wurden, wobei schwächere Bäume auch abstreben.
Aus Oberkappel, im oberen Mühlviertel mit einer extremen Engerlingsplage 2018 kommt zu mir die Anfrage: Wieviel Engerlinge sind beim Maisbau tolerierbar?
Engerlinge schädigen auch Mais. Pflanzenschutz VOR dem Anbau ist daher notwendig, dass die junge Saat nicht vernichtet wird.
Folgende dargestellte Alarmzahlen für verschiedene Engerlingsarten stammen aus dem Beitrag von PÖTSCH STRASSER BERGER: Tierische Schädlinge am Grünland, 1997 (1997).
Die tolerierbare Engerlingsdichte ( Richtwerte für die Bewertung des Maikäferbefalls ) wird auf das zweite Larvenstadium der Engerlinge bezogen, da diese Generation für die größten Schäden in der Landwirtschaft verantwortlich zu machen ist.
Als Schwellenwert für Ackerland, wertvolles Kulturland und Baumschulen wird eine Bekämpfung ab 2 Maikäfer -Engerlingen/m2 empfohlen.
Die Schwellenwerte für den Gartenlaubkäfer können höher angesetzt werden, da bei gleicher Engerlingzahl durch die geringere Größe und kürzere Verweildauer im Boden ein geringeres Schadensausmaß festzustellen ist.
Originaltabelle PÖTSCH STRASSER BERGER Tierische Schädlinge am Grünland, 1997, ÖAG Schrift in Heft 6/1997 Der fortschrittliche Landwirt
Bei MAIS, der etwa zwischen Getreide und Mais liegt, liegen demnach die Schadschwellen zwischen 4/10 bis 5/15 Engerlingen je m2 .
Demnach sollten vor dem Maisanbau die Maikäfer-Engerlingszahl etwa unter 10 je m2 liegen.
J. HUMER
Engerlinge an Maiswurzelen, Foto: LK Ktn Egger 2018
Dieses Bild der LK Kärnten zeigt, dass auch Mais vom Wurzelfraß der Erngerlinge betroffen sein kann.
Den stärksten Befall findet man bei Ackerflächen (mit vielen Berichten aus der SCHWEIZ) in de Regel an Waldrändern und Obstbäumen, wo auch Engerlingsschäden massiv auftreten können. Der Landwirt in Oberkappel berichtete, dass dort auch große Waldbäume wie Buchen von Maikäfern kahl gefressen wurden, wobei schächere Bäume eingegangen sind.
Ersten Junikäfer in Wien gesichtet am 27.April 2019
Bei einer Wanderung am 27 April 2019 zu den Wienerwaldwiesen habe ich im westlichen Wien bei den Steinhofgründen auf einer Straße bei der Reha 2019 bereits den ersten Junikäfer bzw Brachkäfer, einen Engerlingskäfer gesichtet und fotografisch dokumentiert. Demnach hat er jetzt durch die lange trockene Witterung weit früher als sonst seine Flugzeit, die normalerweise im Juni ist, wie sein Name sagt.
Er kroch auf der Straße ganz langsam und war ziemlich steif und langsam und versuchte auf der Hand sofort in die Spalte zwischen zwei Fingern hinein zu kriechen, offensichtlich war er auf dem Weg zur Eiablage.
Wie in deutschen Medien bereits zu lesen ist, drängen die sogenannten Maikäfer incl Junikäfer auch schon in die städtischen Räume in Deutschland vor, so wie jetzt in Wien .
Die Bewohner fühlen sich dabei auf ihren Balkonen gestört. insbesonders von den knackenden und raschelnde Geräuschem die die käfer beim Zusammenstoß mit den Dachrinnen verursachen, wird häufig berichtet.
Wenn die Junikäfer ihre Ablage normalerweise im Juni machen dann entwickeln sich im im selben Jahr noch keine schädlichen Engerlinge die die Grasnarbe von Wiesen oder Rasen zerstören. Im Anfangsstadium der noch kleinen Junikäfer Engerlinge fressen diese nur kleine organische Partikel oder Humus und sind dabei noch keine Grünland Schädlinge.
Wenn die Ablage aber so früh wie heuer 2019 die Eiablage der Junikäfer erfolgt werden ihre Engerlinge sicher noch größer und fressen damit möglicherweise auch bereits Graswurzeln ab, wodurch mit zunehmend wärmerer Witterung nach den Klimaprognosen noch in diesem Jahr die Grasnarbe absterben kann. Das Absterben der Grasnarbe erfolgt immer dann , wenn in so einem Jahr auch starke Trockenheit herrscht und sich die Graswurzeln mangels Regen nicht genug nachwachsen .
Natürlich macht ein Junikäfer, ein Engerling, eine Schwalbe noch keinen Sommer. Möglicherweise sind die Junikäfer in der Stadt aber auch neue Vorboten eines sich weiter heisseren Klimas. Steigende Temperaturen begünstigen ja die Zunahme vieler Insekten samt Schadinsekten.
Das sogenannte Insektensterben wie es nun in fast allen Medien verbreitet wird, steht im extremen Widerspruch zur Erfahrung einer massiven Ausbreitung von Schadinsekten auf landwirtschaftlichen Kulturen.
In Österreich ist seit 2000 vielmehr eine markante Zunahme der Engerlingsschäden von Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaubkäfer festzustellen. Meine Engerlingbeboachenungen hier als PPT Folie.
Buchgraber und Pötsch vom Agrarministerium finanzierten Forschungsinstitut LFZ Gumpenstein – und sogar als Universitätsdozenten lehrende an den BOKU – schreiben seit 1997 in ihren Fachartikeln für Agrarmedien , dass jährlich auf tausenden Hektar Grünland Engerlinge und andere Wildschäden die Futter- und Einkommensgrundlage in der Grünlandwirtschaft zerstören. Seit Jahren gibt es vom LFZ Gumpenstein nur Ankündigungen und Papier, aber keine konkrete Engerlings-Forschung wie diese:
„Zehntausende Hektar Grünlandflächen sind durch Trockenheit und Engerlinge geschädigt.“
In: BUCHGRABER PÖTSCH KRAUTZER: Wie können Trocken- und Engerlingsschäden am Grünland regeneriert werden? ÖAG-INFO 4/2004
„Rund 5000 ha Grünland werden jährlich durch Engerlinge, zirka 300.000 ha durch Feldmäuse, Wühlmäuse und Maulwürfe geschädigt und nicht selten völlig zerstört.“
In: PÖTSCH STRASSER BERGER: Tierische Schädlinge am Grünland, Der fortschrittliche Landwirt: 6/1997
Nach meinen Informationen haben sie mir unverständlicherweise bislang aber dazu bislang kein Forschungsprojekt erfolgreich eingereicht, was man angesichts der enormen Schäden als logisch und selbstverständlich vermuten sollte. Man muss sich fragen, warum hier von Agrarministerium und der BOKU bezahlte Wissenschaftler mit Lehrauftrag so rückständig sind, und in der seit Jahren jährlich zunehmenden – sogar als Landplage bezeichneten – Engerlingproblematik, sehr wohl kennen, aber forschungsmäßig verschlafen oder nicht tun wollen/dürfen/mögen? Dabei hat die LK OÖ sogar schon eine Art Engerlingsnotstand im Land aufgerufen.
Eigene Berechnungen zeigen, dass in Österreich den Grünlandbauern durch Schädlinge enorm viel Geld verlorengeht, je nach Ertragsintensität und Schädlingsausmaß un zwar JÄHRLICH: 5 Mill bis 750 Millionen € ! Siehe Beitrag: Aktion scharf gegen Engerlinge, HUMER 2019.
Also das sind fast die Hälfte aller österr. EU-Agrargelder. Eine Million Forschungsgeld sollte Österreich also bei dieser enormen umwegrentabilität durchaus wert sein!
Es ist auch mir unverständlich das öffentliche finanzierte Forschungsinsitutionen wie das LFZ und Universitäten dieses brennende Thema – noch dazu mit aktuellem Insektenbezug – nicht als brennaktuellen Forschungsgegenstand für Projektanträge wahrnehmen oder interessiert. Sind sind österr. Agrarwissenschaftler so betriebsblind, dass sie nicht wissen mit welchen Probleme so viele Grünlandbauern mitsamt der zunehmenden Trockenheit kämpfen müssen? Wer hindert sie wirklich gute Forschungsanträge für das jahrzehntelang zunehmende Engerlingsproblem zu schreiben?3
Auch die Landwirtschaftskammer und manche Landwirtschafts-Schule sind irgendwie naiv bei der Suche nach Lösungen, wenn Engerlinge den Bauern das Futter wegfressen. Statt mit Wissenschaftler und Universitäten zu kooperieren, um evidenzbasiserte Lösungen zu finden, trödeln sie mit meist ohne Forschungsdesign und fachwissenschaftlicher Versuchsauswertung und Berichtlegung samt fehlender Umsetzung als Praxisandbuch und praxistauglichem Nachschlagwerk mit diversen höchst fraglichen und suspekten Methoden und Mittelchen wie Bodenhilfsstoffen herum. Die Beratung wird sogar bereits an Maschinenringe abgetreten und auf traktorfahrende Bauern ausgelagert, die möglichst flott ihren Auftrag abarbeiten wollen um dazu zuverdienen und bald wieder zuhause am Hof die Arbeit zu verrichten. Das Land NÖ gibt jetzt 30.000 € für die Aussaat von Pilzgerste auf 30 ha im Ybbstal aus. Ob man von den LK-Versuchen mit öffentlichem Geld auch wissenschaftlich verwertbare und öffentlich nutzbare Informationsbericht bekommt ist offen. Mögliche Synergieffekte wären möglicherweise sehr groß, und kommen wegen Arbeitsüberlastung auf beiden Seiten nicht zustande. Konkrete Anstösse und Aufträge werden von den Chefs vermieden, um Mehrkosten sich zu ersparen. Nur wenn Feuer am Dach ist, wie bei Wolf und Kuh werden unter politischem Druck gehandelt. Wenn Engerlinge zehntausende Hektar Wiesen fressen, 120 Tausend Tonnen Kartoffel durch mangelnden Schutz der Pflanzee zum Abfall werden oder tausende Hektar jung gesäte Rüben vom Rüsselkäfer heuer niedergefressen werden, scheint das dem Agrarministerium, als auch Bildungseinrichtungen mit Universitätsprofessoren und Volkswirtschaftler egal zu sein, weil schon alle einen vollen Bauch haben und mit ihrem Wohlstand zufrieden sind.
Eigentlich weiss die Öffentlickheit gar nicht, welche Versuche in der Landwirtschaft und mit welcher Wissenschaftlichkeitstiefe sie erfolgen und wo die Ergebnisse landen, wer und wo sie veröffentlicht werden , sie überhaupt öffentlich werden und wie viele Bauern davon echt profitieren und die Ergebnisse nutzen. Warum gibt die Öffentlichkeit Geld aus, wenn das erworben Wissen nicht gesammelt und dafür auch öffentlich nutzbar gemacht wird. Landwirtschaft ist ja keine Geheimwissenschaft mit zu schützenden Betriebsgeheimnissen, die nicht nur wenigen, sondern allen Interessierten doch zu gute kommen sollten. Gereade im Zeitalter des Internets und wenn schon Millionen € auch schnellere Netze investiert werden sollen, wie die Minister HOFER & KÖSTINGER versprachen.
Oft erfährt ja nicht einmal die LK im nächsten Bundesland von den Erfahrungen und Ergebnissen von Versuchen, wie es in meiner LK Zeit war. Es erfolgt auch keine Abstimmung untereinander. Auch eine fachwissenschaftleiche Kooperation mit der BOKU gelang nicht einmal in meiner LK Zeit irgendwie gemeinsame Projekte und Kooperationen voranzutreiben, obwohl sich die Chefs dazu zwar dazu bekannten aber nichts unternahmen.
Ich selber habe dieses Thema der Engerlingsschäden an der Universität für Bodenkultur am Institut für Zoologie bei einem Vortrag ventiliert und wurde dabei gleich von Assoc. Prof. Dr. Zaller dankenswerter Weise eingeladen im Dezember 2019 einen Vortrag über die Engerling Problematik in grünlandwirtschaftlicher Sicht zu halten.
J HUMER, Futterwiesenexperte am 27 März 2019 teils mit dem Handy auf die Webseite diktiert.
Aktion
scharf gegen Engerlinge erst nach dem ersten Schnitt
Die viel zu
warme Witterung und Dürrezeiten haben in den vergangenen Jahren die massenhafte
Vermehrung vieler land- und forstwirtschaftlicher Schadinsekten begünstigt. Seit
den 2000er Jahren nehmen wiesenschädigenden Engerlinge von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern
rasant und in den letzten Jahren in Mitteleuropa sogar exposionsartig zu. Bei
Trockenheit könnten heuer die großen End-Larvenstadien der Engerlinge noch größere
Schäden in Futterwiesen verursachen. Ob im laufenden Jahr wieder große Schäden
entstehen, hängt auch davon ab, ob es die Engerlinge vom Maikäfer oder
Junikäfer sind. Aber auch davon, ob die Grasnarbe genug Regenerationskraft
durch Niederschläge und Nährstoffe hat.
JOHANN
HUMER, FUTTERWIESENEXPERTE
Braune
Flächen ohne jedes Grün, in Mieming in Tirol und in Valzeina in der Schweiz
musste man bereits erfahren, was es bedeutet, wenn Engerlinge die Futterwiesen
ganzer Dörfer zerstören. Unsere wiesenschädigenden Engerlinge von
Gartenlaubkäfer, Junikäfer und Maikäfer haben individuelle Entwicklungszyklen von
einem Jahr, zwei und 3 bis 4 Jahren. Die Schadens- und Hauptfraßjahre treten
immer bei den letzten und größeren Larvenstadien auf. Große Schäden sind heuer
dann wahrscheinlich, wenn im Vorjahr bereits Maikäferengerlinge aufgetreten
sind, eine Bekämpfung im Herbst unterblieben ist und die Gräser wiederum unter
Wassermangel leiden und sich nicht regenerieren können. Verursachten Engerlinge
des Junikäfers 2018 die Schäden, so hat er heuer sein Flugjahr samt Eiablage. Es
schlüpfen bald darauf sehr kleine Larven, die im ersten Jahr noch keine Gräserwurzel
fressen, sondern Humus und die Graswurzeln erst im Folgejahr auffressen.
Von der Eiablage
aller ausschwärmenden Engerlingskäfer sind vor allem sonnenhängige Wiesen mit schütteren,
lückigen Grünlandnarben, Vielschnittwiesen mit kurzer Schnitt- bzw. Weidehöhe (Schaf-
und Kurzrasenweiden) und oft auch kurz gehaltene Rasen wie Sportplatzrasen
betroffen. Durch die riesigen Massen an Engerlingen erfolgt die Eiablage inzwischen
notgedrungen an allen möglichen Plätzen. Sogar auf aufgeheizten Dächern lassen sich
die Käfer - wahrscheinlich Maikäfer oder Junikäfer - für die Eiablage fallen, wo sie in die Dachrinnen abrutschen und kübelweise
aufzufangen sind, wurde mir von Mühlviertler Bauern in Rohrbach vom echt bergigen Ortsteil Berg oberhalb Rohrbach am 9.1.2019 berichtet. Auch in Gartenforen im Web wird ähnliches von den Käfern berichtet. Drei Tage schepperten die Dachrinnen vom Aufschlag der scheinbar orientierungslosen Maikäfer oder Junikäfer. Zum Beispiel:
Maikäfer flieg!
Wir haben heute unsere Kinder besucht. Am Abend fing es plötzlich an der Dachrinne an zu knacken, ich dachte erst, die kühlt ab. Aber das Knacken kam von unzähligen Maikäfern die gegen das Blech flogen. Seit meiner Kindheit habe ich so etwas nimmer gesehen! Bei uns zu Hause, 30 km entfernt: NIX
Wurrlt es bei Euch auch?
Hier ein Erlebnisbericht von Millionen schwärmenden Maikäfern:
Bei uns war letztes Jahr so ein Jahr. Eines abends saßen wir auf unserer Terrasse und erlebten mit, wie ca eine halbe Stunde lang Maikäfer an Maikäfer an uns vorbeiflogen. Das müssen mehrere Millionen gewesen sein. Wohin wissen wir nicht. Einfach Talabwärts, Richtung Sonnenuntergang.
Die Eiablage
erfolgt im Mai und Juni, abends beim Maikäfer. Vormittags über Wiesen
schwirrend beim Junikäfer nach anderer Berichtsquelle. Auf Flächen ohne Vegetation legen die Käfer keine
Eier ab.
Was die
Bekämpfung mit biologischen Präparaten betrifft, so sei auf den Fachbeitrag in
dieser Zeitung, Ausgabe 12 vom 21. März 2019 verwiesen. Folgende Präparate
stehen im Rahmen einer Notfallzulassung zur Anwendung zur Verfügung
(Anwendungszeiten und Zulassungsinhaber siehe Pflanzenschutzmittelregister im
Internet):
■Melocont-Pilzgerste gegen Maikäfer-Engerlinge und
■GranMet P-Pilzgranulat gegen Junikäfer-Engerlinge.
■Ab dieser Saison das auch für Bio zugelassene Pilzsporenmittel
Artis Pro erhältlich, das mittels Feldspritze
unterstützend zu anderen Maßnahmen ausgebracht werden kann.
Sowohl die zuverlässliche Effizienz als auch die landtechnische Ausbringung mit
schwerem Gerät auf Hängen werfen dabei offene Fragen auf.
Neuansaat
nur bei weniger als 50 Engerlingen/m2
Mit
Maßnahmen wie Neueinsaat oder Nachsaat sollte zugewartet werden bis die meisten
Engerlinge in die obere Bodenschicht gewandert sind. Je nach Lage und Erwärmung
der Böden kann dies bereits ab Anfang bis Mitte März der Fall sein oder auch
erst ab Ende Mai. Mit einer Spatenprobe lässt sich der Befallsdruck schätzen.
Werden pro Quadratmeter mehr als 50 Engerlinge gefunden, so ist auch eine
Neuansaat von Ausfällen bedroht. In diesem Fall gilt es, zuerst die Engerlinge
mit mechanischen Maßnahmen bis auf die Schadschwelle zu dezimieren und mit der
Ansaat zuzuwarten. Wenn der Wiesenbestand ohnedies zerstört und unerntbar ist,
können die Maßnahmen auch früher gesetzt werden.
Als
wirksamste mechanische Maßnahmen haben sich Arbeitsgänge mit Kreiselegge oder
Kreiselgrubber bewährt. Weiters in Frage kommen auch Zinkenrotor, Rotoregge und
Fräse. Es sollten zwei Arbeitsgänge erfolgen und zwar zunächst auf vier bis
fünf Zentimeter Bodentiefe und im Abstand von einigen Tagen auf zehn Zentimeter
Tiefe und möglichst bei starkem Sonnenschein, weil das UV-Licht mithilft, sie
unschädlich zu machen. Die mechanische Bearbeitung wirkt gleichzeitig auch
gegen unerwünschte Unkräuter, die kein hochwertiges Futter liefern. Werden größere
Flächen ohne Vegetation in der Fraßzeit offengehalten, verhungern die
Engerlinge mangels Pflanzenwurzeln. Durch Kannibalisierung dezimieren sie sich
selbst; die großen fressen die kleineren. Die Neuansaat von Dauerwiesen sollte nur
nach erfolgreicher Dezimierung der Engerlinge erfolgen.
Aufgrund
zunehmender Dürrezeiten durch den Klimawandel sind bei der Wahl des Saatgutes
verstärkt trockenheitsverträgliche Gräser einzuplanen. Dazu zählen insbesonders
Knaulgras, Rotschwingel, Glatthafer, Weichblättriger Rohrschwingel und
Kleearten wie z. B. Hornklee und Mattenklee (ausdauernder Rotklee). Hinweise
zur Zusammensetzung geeigneter Gräsermischungen für Nachsaat und Neueinsaat
geben wir in einer der nächsten Ausgaben der BauernZeitung. Um den Engerlingsbefall
nicht durch Nährstoffmangel bedingte schwache Futterbestände zu begünstigen, sollte
auch die Nährstoffversorgung mittels Bodenproben bedarfsgerecht abgestimmt werden.
Die zentrale Schlüsselrolle spielt in jeder Hinsicht der Aufbau dichter Futterbestände
mit Zuchtsorten. Nicht auf Wildpflanzen, sondern auf Zuchtpflanzen wie Zuchtvieh
und Pflanzenschutz basiert der Erfolg einer florierenden Landwirtschaft, zeigt
die Geschichte.
Nachsatz - Aufforderung an die praktischen Wissenschaften selbst tätig zu
werden
Die dargestellte
Explosion von ●Engerlingen
und land- und forstwirtschaftlichen Schadinsekten (● Borkenkäfer, ● Maiswurzelbohrer, ● Getreidehähnchen, ● Kartoffelkäfer, ● Schnellkäfer (Drahtwurm), ● Laufkäfer, ● Rüsselkäfer, ● Wespen, ● Heuschrecken, ● Asiatischer Marienkäfer, ● Prozessionsspinner, ● Gefährdung des Weinbaues durch Zikaden
mit Phytoplasmen-Übertragung (es gibt ein sogar ein AGES Sprachverbot darüber) -
inklusive ● Wühlmausschäden,
zunehmender riesiger ● Maulwurfshaufen und Wühlschäden durch ● Schwarzwild in Wiesen), stellt im
krassen Gegensatz zum medial viel zitierten Insektensterben. Da sich bereits
drei Käferarten mit riesigen Engerlingsschäden im Grünland ausbreiten, wäre die
Wissenschaft längst aufgefordert, selbst die Ursachen der explosionsartigen
Ausbreitung erforschen. Ebenso ergänzend effiziente Methoden zur
Schädlingseindämmung zu entwickeln.
Seit Jahren gibt
es nur Ankündigungen und Papier, aber keine konkrete Engerlings-Forschung durch
das LFZ Gumpenstein:
„Zehntausende Hektar Grünlandflächen sind durch
Trockenheit und Engerlinge geschädigt.“
In: BUCHGRABER
PÖTSCH KRAUTZER: Wie können Trocken- und Engerlingsschäden am Grünland
regeneriert werden? ÖAG-INFO 4/2004
„Rund 5000 ha Grünland werden jährlich durch Engerlinge,
zirka 300.000 ha durch
Feldmäuse, Wühlmäuse und Maulwürfe geschädigt und nicht selten völlig
zerstört.“
In: PÖTSCH
STRASSER BERGER: Tierische Schädlinge am Grünland, Der fortschrittliche
Landwirt: 6/1997
BUCHGRABER vom LFZ Gumpenstein sagte mir heuer bei der Klimatagung am 26.3.2019, dass es auch in der Steinmark wieder größere Englingsschäden gibt. Dass seine Grünlandabteilung eine aktive Forschung zur Eindämmung der Engerlingsplage macht, sagte er nicht. NUR, dass er selber von der Pilzgerste nichts hält, ohne Referenzen handfeste Fakten oder Beweise von der LFZ zu nennen.
Engerlinge
haben im Herbst 2018 die Grasnarbe vieler Futterwiesen völlig vernichtet. Oft
steht kein grüner Grashalm mehr. Dort überzieht nun ein Unkrautteppich viele Wiesen. Futterwiesenexperte HUMER informiert über die landtechnischen
Konsequenzen und futterbaulichen Herausforderungen von engerlingszerstörten
Futterwiesen.
Mehr Engerlinge als Vieh
In
Oberösterreich berichtet FRÜHWIRTH 2018 von Befallsdichten bis zu 700
Engerlingen auf einem Quadratmeter. Auf einen Hektar entspricht das bis sieben
Millionen (!) Engerlingslarven, die mit 7 Tonnen oder 12 GVE/ha an der Wiesennarbe
fressen. Dabei zerfällt die sonst so reissfeste und erosionsfeste Grasnarbe zu
Staub. Schwer engerlingsgeschädigten Wiesen fehlt jedes Grün und sie gleichen brachem
Ödland. Nahezu ganz Oberösterreich wurde zum Engerlingsbefallsgebiet erklärt. Schwere Schäden gibt es auch in NÖ, Salzburg
und Kärnten, in der Schweiz und in Deutschland.
Zuerst Befall reduzieren,
dann nachsäen
Für
die erfolgreiche Sanierung engerlingszerstörter Wiesen zeigen zahlreiche
Wiesenversuche von HOFFMEISTER. Vor einer Neuanlage einer Futterwiese müssen
die Engerlingszahlen demnach möglichst unter 50 Engerlinge/m2liegen. Liegen höhere Befallswerte vor, können sich
die Neuansaaten wegen der geschwächten Wurzelneubildung nicht mehr regenerieren.
Folgedessen sind blind durch geführte Wiesenneuanlagen ohne Engerlingszählung bei
hohen Engerlingszahlen nicht zu empfehlen. Der Aufstieg der Engerlinge aus
tieferen Bodenschichten beginnt ab 7 °C und damit der schädliche Wurzelfraß. In
wärmeren Gebieten beginnt der Wurzelfraß schon im März, in kühleren Lagen dagegen
erst Anfang Mai. Der Temperaturanstieg
durch den Klimawandel führt zu einer weiteren Verfrühung der Fraßzeit. Bei
starkem Befall muss bereits im Frühjahr mit der wiederholten mechanischen Bekämpfung
begonnen werden, wenn der Wiesenbestand ohnedies zerstört ist und sich unerntbar
zeigt. Mit lebenden Wurzeln im Boden bleiben sie gefährliche Fresser im
Verborgenen. Auf Flächen ohne Vegetation, erfolgt keine Eiablage in den
Ablagemonaten Mai bis Juni. Werden die Flächen ohne Vegetation offengehalten,
verhungern die Engerlinge mangels Pflanzenwurzeln. Durch Kannibalisierung dezimieren
sie sich auch selbst; die großen fressen die kleineren, zeigen Versuche. Die
mechanische Bekämpfung ist mit Kreiselgeräten weiterzuführen bis die
Schadschwelle deutlich unter 50
Engerlingen/m2 liegt. Gleichzeitig erfolgt dabei auch die wichtige Bekämpfung unerwünschter
Unkräuter, die kein hochwertiges Futter liefern. Erst danach kann die Neuansaat
der Dauerwiese erfolgen.
Wiesenneuanlage mit klimaresilienten
Gräsern
Wegen
zunehmender Dürrezeiten durch den Klimawandel müssen immer mehr klimaresiliente
(trockenheitsverträgliche) Gräser wie zB weichblättriger Rohrschwingel und
Kleearten wie zB Hornklee, zum Einsatz kommen. Mehr dazu unter der PPT: goo.gl/6w63Rb.Zur Vermeidung eines
erneuten Engerlingbefalls ist es entscheidend, den raschen Aufbau dichter, neuer
Futterwiesen mit sachgerechten NPK- und Kalk-Düngemengen unter Einbezug der
Wirtschaftsdünger nach den Vorgaben der sachgerechten Düngung zu forcieren. Bei
der Gelegenheit sollte schon rechtzeitig vorher eine Bodenuntersuchung mit
Düngeplan nach SGD mit exakter Nährstoffbedarfsermittlung für NPK und Kalk erfolgen.
Damit
werden optimale, dichte, üppige Futterbestände geschaffen, wo das Risiko der
Eiablage von Engerlingskäfern und Engerlingsschäden am geringsten ist.Die geförderte Grünlandextensivierung wirkt
dabei doppelt kontraproduktiv, weil sie Engerlingen Vorschub leistet und durch
Auflagen Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit in Produktion und
Pflanzenschutz schwächt.
Unfallgefahr bei Bergwiesen
Sofern
nach Engerlingsschäden überhaupt noch Narbenreste verblieben sind, täuschen die
spärlichen, grünen Pflanzenreste eine intakte Grasnarbe vor. In Hanglagen verlieren
engerlingsgeschädigte Grasnarben ihre Griffigkeit für Maschinen und sind daher
ein unsichtbares, schwer abschätzbares Risiko für Abrutschungen und Traktorunfälle,
insbesonders häufig bei der Gülleausbringung. Den grün verbleibenden Vegetationsresten
fehlt die feste Verankerung mangels abgefressener Wurzeln und sie bilden einen vom
Boden leicht ablösbaren Wasen, der in Hanglagen leicht abrutscht. Landwirte
berichten bereits , dass auf dieser Gleitschicht die Zugmaschinen keinen Halt haben
und leicht zurück- oder abrutschen. Man fährt quasi auf einem leicht
abrutschenden Teppich, der auf Hängen leicht zu einer unberechenbaren und
unvorhersehbaren Gefahr wird. Die Grasnarbe von Engerlingswiesen wird dadurch zu
einer gefährlichen Rutschpartie, weil die Verwurzelung und Griffigkeit durch
wurzelfressende Engerlinge verloren ging. Im Jahr 2018 haben sich die tödlichen
Traktorunfälle bereits verdoppelt, berichtete die Bauernzeitung online am
18.1.2019. Hinzu kommen verunglückte Traktorfahrer,
die lebenslänglich Pflegefälle bleiben.
Engerlinge vermindern die
Bodenhaftung von Maschinen und forcieren die Futterverschmutzung
Selbst
auf ebenen Wiesen wird steigender Radschlupf beobachtet. Gezogene Arbeitsgeräte wie Striegel, Mäh- und
Einsaatgeräte funktionieren nicht mehr, weil es zu Verschoppungen kommt. Das
Saatgut fällt statt ins Saatbett auf einen aufgeschobenen Erdhaufen aus losen,
abgestorbenen Wurzelresten. Derartiges Saatgut geht damit verloren. Diese Wutzel
aus losen absterbenden Wurzelresten und Erde verschoppen und blockieren auch
Mähgeräte, wurde mir berichtet. Erdverschmutztes Futter ist nicht
futtertauglich, es erhöht gesundheitliche Risiken und Stress bei Vieh und treibt
die Zellzahlen von Milch in die Höhe. Aufgrund des vorliegenden
Engerlingbefalles wird es 2019 auf tausenden Hektar engerlingsbefallener Wiesen
wenig oder kein taugliches Futter geben. Einer effizienten Neuanlage von zerstörtem
Grünland kommt daher eminente Bedeutung zu. Viele Wiesen mit abrutschenden, aufgelösten
Grasnarben mit jungen Unkrautbewuchs können maschinell nur erschwert oder gar
nicht bewirtschaftet werden. Es ist daher zu befürchten, dass es im Jahr 2019 im
engerlingsbefallenen Grünland zu einer dramatischen Futternot kommt.
Starke Unkrautausbreitung
Seit
dem Herbst baut sich auf nicht sanierten, engerlingszerstörten Grasnarben – zusätzlich
erschwerend - ein schwer einzudämmender Unkrautteppich auf. Statt einem
Futteraufwuchs überzieht dieser biodiverse Flor aus Ackerunkräutern sowie
unbrauchbaren futteruntauglichen Wiesenpflanzen die offen gewordenen Stellen
auf Engerlingswiesen. Statt
Futtergräsern überwuchern, bereits jetzt erkennbar, unerwünschte und
ungeeignete Pflanzenarten die Engerlingswiesen mit Hühnerdarm, Taubnessel, Wiesenschaumkraut, Hirtentäschel, Schafgarbe,
Spitzwegerich, Flechtstraußgras.Das
Vieh verweigert diese Arten als Futter, da sie geruchlich wie gesundheitlich
problematische repellende Inhaltsstoffe enthalten. Zudem sind engerlingsgeschädigte Wiesen nicht
ordentlich mäh-,ernt- und konservierbar
und sind somit nicht futtertauglich.
Zeigerpflanzen von
Engerlingswiesen
Typisch
für das Erkennen von Engerlingswiesen sind folgende Zeigerpflanzen, die meist
auch Nährstoffmangel- und Magerkeitszeigerpflanzen sind. Höhere Anteile bei folgenden
Pflanzenarten sind Indikatoren für Lücken und Nährstoffmangel: Ruchgras,
Spitzwegerich, Schafgarbe, Wiesenskabiose, Magerwiesen-Margerite,
Wiesen-Labkraut, Löwenzahnarten, Ferkelkraut, Jakobskreuzkraut. Wiesen mit hohen Anteilen dieser Arten sollten
auf Engerlingsbefallkontrolliert
werden, um die Engerlingsausbreitung rechtzeitig zu erkennen. Auskünfte zum raschen Erkennen dieser Arten
auch mit Fotos – auch in Früh- oder Kleinstadien - erhalten sie beim Autor.
Extensivierung erhöht die Engerlingsausbreitung
und die Landflucht
Treiber
der Engerlingsausbreitung ist nach Auffassung des Autors die landesweit forcierte
Extensivierung. Hinzu kommt dass kontraproduktive Förderauflagen für Grünland die
bodengesundende, engerlingshemmende Wechselwiesenwirtschaft verhindern. Stark
befallene Wiesen weisen meist eine mangelnde Nährstoffversorgung gepaart mit einem
minderwertigem Gräsergerüst auf. In der Folge vermehrt sich vielfach jenes
nutzlose Futter, das für eine zeitgemäße Viehhaltung mit immer mehr
Anforderungen und Auflagen nicht taugt. Die klassischen, wertvollen Futtergräser
verschwinden sukzessiv durch mangelnde Düngung und Regeneration. Zurück bleibt eine
magere, lückige, ausgedünnte Sukzessionsvegetation, die Engerlingen eine ideale
Vermehrungsgrundlage bietet. Die Verminderung der Bewirtschaftung der Berg- und
Almregionen ist Folge der Extensivierung mit ständigem Verdienstrückgang durch Verlust
des eigenverantwortlichen Wissens in der Futterproduktion. Parallel stiegen mit
der Extensivierung die soziale Landflucht. Das ist der Verlust von besiedeltem Kulturraum,
trotz jährlich einer Milliarde Agrarmittel für die Ländliche Entwicklung. Diese
neuen Freiräume und Wildnisgebiete nutzen nun vielmehr sukzessiv problematische
Pflanzen- und Tierarten. Dazu gehören tödlich wirkende Giftpflanzen, die in kaum
mehr gedüngten Futterwiesen auftreten (Kreuzkräuter, Herbstzeitlose) und auch gefährliche
zuwandernde Wildtiere (Bär, Wolf) durch den Wirtschaftsstillstand in den
besiedlungschwachenLandregionen. Sie
sind alle Zeiger schleichender Landflucht, forciert durch den Verfall der landeskulturellen
Landnutzung auf einer Million Hektar Grünland in Österreich infolge Entwicklungsstillstand
durch „gut gemeinte Extensivierungsprogramme“. Hinzu kommt die zunehmend landtechnisch
erschwerte Bewirtschaftung samt dem neuem und steigenden Engerlings-Unfallrisiko
am Berg.
Mehr
aktuelle Engerlingsinformationen im Web gibt es vom Autor mit folgender
Suchabfrage: „humer liste engerling publikationen“.
Der
Autor bietet Interessierten in betroffenen Gebieten zum Thema Vorträge, sowie Fachberatungen
am Hof an. Anmeldungen: johann.humer@gmail.com, M: 0664-8244458.
Fotos
zu engerlingszerstörten Wiesen in NÖ und ÖO
mit Narbenabsterben und Ödlandbildung
zu hinzukommenen Problemen mit Unkrautteppich
und Wildschäden engerlingszerstörten Wiesen
engerlingszerstörten Bergwiesen im Dorf Valzeina in der
Schweiz, wo 2018 mühsam im steilen Berggebiet Pilzgerste mit 8 Personen alle
60cm mit Grabgabel 20cm tiefe Spalten gemacht und einige bepilzte Gerstenkörner
eingefüllt wurde und händisch zwischen 16-19.10.2018
die Wiesn neu angesät wurde.