Posts mit dem Label Hahnenfuß werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hahnenfuß werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 25. Juni 2018

Löwenzahn und Spitzwegerich zuviel in Wiesen



NEU: Futterwiesen Spontanberatung - Schnell und ohne Bürokratie! 
HIER: >>> http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/+Gruenland+Beratung+vom+Futterwiesenexperten+HUMER

Besuchen Sie auch diesen BeitragHolen Sie mehr Milchgeld aus guten Futterwiesenhttp://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Holen+Sie+mehr+Milchgeld+aus+guten%C2%A0Futterwiesen

Was tun wenn mehr Löwenzahn und Spitzwegerichstatt guter Futtergräser in Wiesen wachsen ?
Der Beitrag gibt Antwort auf die oft gestellte Frage:
Was bedeutet zuviel Löwenzahn auf Wiesen?
external image IMG_0283.JPG

Autor: Dipl.-Ing. Johann HUMER

In vielen Futterwiesen wachsen oft massenhaft unerwünschte Pflanzenarten. Statt guter Futtergräser bilden oft folgende Unkrautarten den größten Anteil:


Löwenzahn, Spitzwegerich, Hahnenfuß, Ampfer, Giersch und Bärenklau

Es sind derzeit die hauptverantwortlichen Unkräuter für niedrige Futtererträge, schlechte Futterqualitäten durch Minderung der Geschmackhaftigkeit und schlechte Konservierungseignung in Niederösterreich. Diese Arten sollen daher so gering wie möglich gehalten werden. Der Beitrag informiert wie das erreicht werden kann.

Löwenzahn – zeigt Ertragsrückgang von Futterwiesen an

Löwenzahn ist der zuverlässlichste Zeiger, wenn in Wiesen die wertvollen Gräser erschöpft sind und damit einen Ertragsrückgang einleiten. Dann ist eine Wiesenverbesserung durch Einsaaten oder Neuanlage notwendig. Häufig verschwinden die wertvollen Gräser 3-4 Jahre nach einer Neuanlage von Wiesen und Feldfutter. Der freie Platz ist immer bestens und leicht sichtbar durch die massenhafte Ausbreitung des gelben Blütenmeeres aus Löwenzahn. Empfohlene Gegenmaßnahme: Einsaat der Lücken mit raschwüchsigen und ertragreichen Arten wie Knaulgras, Glatthafer, Goldhafer, Engl. Raygras und Rotklee.

Spitzwegerich zeigt eine geringe Stickstoffmobilität

des Bodens an. Ursache ist meist eine geringe bodenbiologische Aktivität infolge geringer Bodendurchlüftung, durch natürliche oder bewirtschaftsungsbedingte Dichtlagerung des Bodens. Meist fehlt auch eine kräftige Durchwurzelung durch Mangel mit wuchskräftigen Gräsern. Kalkarmer Boden und geringe Bewirtschaftungsintensität begünstigen Spitzwegerich zusätzlich.


Der rasche Weg zu weniger Löwenzahn und Spitzwegerich

Löwenzahn und Spitzwegerich kann mit folgenden Herbiziden auf die rasche Art bekämpft werden. Die am besten wirksamen selektiven Mittel mit sehr guter Wirksamkeit sind wie hier dargestellt nach RWA-Angaben
GENOXONE ZX, BANVEL M, STARANE RANGER, SIMPLEX und RUMEXAN. Das Totalherbizid ROUNDUP kommt als selektive Bekämpfung von Löwenzahn und Spitzwegerich nicht in Frage, es sei denn man will die ganze Wiesennarbe erneuern, wenn nahezu keine vernünftig nutzbarer Restbestand an Futtergräsern mehr vorhanden ist. 

Löwenz+Spitzwegerich,Herbizidwirkung,Liste,2012.jpg

Tabelle: Wirkungsgrad zulässiger Herbizide gegen Löwenzahn und Spitzwegerich in Futterwiesen im Jahr 2012, Quelle: RWA.


Zeigereigenschaften der Unkräuter
Hauptursache, dass diese Unkräuter massenhaft auftreten können ist meist der Rückgang oder die Ausdünnung guter Futtergräser durch ihre mangelnde Regeneration durch den natürlichen Samenausfall infolge der heute sehr frühen Futternutzung zwecks Gewinnung höchster Futterqualität.


Zeigerpflanzenkunde für Wiesnunkräuter.jpg

LINKS zur Zeigerpflanzentabellen:



Was die Ausbreitung von Spitzwegerich in Futterwiesen begünstigt:

  1. Geringe und nachlassende Stickstoffdüngung
  2. Umstieg von intensiver auf extensive Bewirtschaftung/Düngung
  3. Boden mit geringer Stickstoffmobilität
  4. Boden mit geringem Stickstofffreisetzung, zB durch
  5. Bodenverdichtungen natürlicher Art oder
  6. Bodenverdichtungen durch Bewirtschaftung
  7. kalkarmer Boden
  8. extensiver Bewirtschaftungsintensität
  9. geringe GVE-Besatz oder immer weniger GVE
  10. Aufgabe der Viehhaltung


Ursachen für den Mangel, Rückgang oder Ausfall guter Futtergräser

Vielfältige Gründe können den Mangel guter Gräser verursachen: Hauptursache ist das Erschöpfen der natürlichen Triebkraft durch Niedergang und Ablauf der Lebensleistung ohne vorheriger Regeneration durch Bildung vermehrungsfähiger Samen oder Wurzelausläufer, die für einen Wiederaustrieb einer neuen Pflanze notwendig sind. Vergleichbar ist das mit einer galten Kuh, die durch Unfruchtbarkeit kein Kalb mehr bekommen kann und folglich keine Milch mehr gibt und damit zum Galtvieh wird. 

Betroffen sind alle ertragreichen und damit leistungsfähigen Futtergräser. Das eindruckvollste Beispiel und am deutlichsten sieht man den Effekt bei Feldfutter, wo die Leistung der Gräser nach 2 bis 4 Jahren so absackt, dass eine Neuanlage einfach wirtschaftlich unvermeidlich ist. Nach der Leistungsabgabe erreichen alle Organismen aber genauso wie unsere Maschinen eine Ablauffrist mit Lebensende, wenn keine Vermehrung, Regeneration oder Reparatur erfolgte. Je höher die erbrachte Leistung ist, umso kürzer ist die Lebensdauer im allgemeinen. Hoffentlich hat man dann den Mehraufwand für die investierte Zuchtleistung bei Kulturgräsern durch ihre höhere Leistungsfähigkeit genutzt. 

Bei dauernder frühzeitiger Nutzung - um möglichst hohe Energiegehalte im Futter erreichen – erreichen die vom Samennachschub abhängigen, horstbildenden und ertragreichen Obergräser nicht mehr die notwendige Regeneration. Wenn also ihr der Samennachschub fehlt, sterben sie ab. Die sich bildenden Lücken bilden Platz für Unkräuter. Wenn man das höhere Ertragspotential der Zuchtgräser nutzen will, muss man sie, ähnlich dem Feldfutter oder Getreidearten regelmäßig sähen. 

Weitere Schadfaktoren für den Ertragsabfall in Wiesen kann die Auswinterung meist bei Schneeschimmelbefall sein. In den letzten Jahren nahmen immer mehr auch Schäden durch Wühlmäuse, Maulwurf und Engerlingsbefall zu. Dadurch können sich unerwünschte Unkräuter ausbreiten, die oft sehr gut an die Wiesennutzung angepasst ist und damit profitieren.

Natürlicher Ertragsrückgang ohne Grünlanderneuerung

Legt man Wirtschaftswiesen an und überläßt sie der natürlichen Entwicklung, verliert sie nach schon nach einigen Jahren ihre anfängliche gute Ertragsfähigkeit. Das folgende Beispiel demonstriert den Abfall der Ertragsentwicklung unmissverständlich deutlich. Ohne Grünlanderneuerung verliert oder verzichtet man grob auf etwa Hälfte des 50 % des Futterertrages! 

Die folgende Grafik zeigt 
den Rückgang der wertvollen Futtergräser in 26 Jahren nach Neulage einer Dauerwiese von 70 % auf etwa 40 % Gräser bei einer 3 bis 4 Schnitt-Dauerwiese. Der Gräserrückgang trat selbst bei sorgfältigster Bewirtschaftung im Versuch ein, bei händischer Düngung, keiner Traktorbefahrung und mit oder ohne Düngung von NPK. Man sieht also dass die Ausdünnung der Gräser ein natürlicher Prozess bei 3 bis 4 Schnittschwiesen ist und nicht durch Bewirtschaftungsfehler wie Düngung oder Narbenschäden durch Befahren eintritt. 

Quelle: PÖTSCH, E.M. (1997): Auswirkungen langjähriger Wirtschafts- und Mineraldüngeranwendung auf Pflanzensoziologie, Ertrag, Futterinhaltsstoffe und Bodenkennwerte von Dauergrünland. Dissertation, Universität für Bodenkultur, Wien
Pötsch-DissGrf-02,c.JPG


Unkrautbekämpfung mit anschließender Grünlanderneuerung

Starke Verunkrautungen von Wiesen sind nicht mit einer Maßnahme wie eines Herbizideinsatzes allein lösbar. Herbzide können zwar die Unkräuter kurzfristig ausschalten, nicht aber dauerhaft. Wer die lästigen Unkräuter so schnell wie möglich weg haben will um bald wieder gutes Futter haben will, für den sind die richtig eingesetzten Herbizide der schnellste Weg zum Ziel. Mit einem gezielten Herbizideinsatz – am besten ab dem Sommer – verliert man das wenigste Futter und kann im nächsten Jahr bereits wieder wieder mit dem vollen Ertrag ab dem ersten Schnitt rechnen. Der Herbizideinsatz ist aber auch bis in den Herbst hinein noch sinnvoll, weil der Futterausfall für gutes Futter im Herbst generell wenig ins Gewicht fällt. 

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Wiesenunkräuter an und wie wirksam man sie mit den derzeit zugelassenen Herbziden bekämpfen kann.

psm 2012.jpg
Tabelle: Wirkungsgrad aller zulässiger Herbizide für Futterwiesen im Jahr 2012, Quelle: RWA



Wo viel Spitzwegerich wächst, 
steht meist kein Futter.

Spitzwegerich verdrängt vielmehr die guten Futterpflanzen.

Nur mit regelmäßiger Einsaat und vernünftiger Düngung kann Spitzwegerich verdrängt werden.


Links: Unterschied: dichte Grasnarbe mit lückenbildendem Spitzwegerich in der Narbe.


Um dauerhaft gutes Futter ernten zu können ist, muß alles unternommen werden, dass unsere besten Futtergräser vor allem Freiraum bekommen.

Offener Boden als Wuchsfläche, Licht, Wasser und Nährstoffe) sind für ein gutes Wachstum der Einsaat Grundvoraussetzungen.








Die in Österreich mit hohem staatlichen Prüfaufwand an mehreren Standorten getesteten gezüchteten Futtergräser mit bester Genetik können ihre hohe Leistung nur bringen, wenn sie von Unkraut nicht bedrängt werden. Alle Verfahren der Grünlanderneuerung zielen der ab, einerseits den Kulturgräsern Freiraum für beste Wachstumsbedingungen zu schaffen, andererseits die oft stark konkurrenzierenden, unerwünschten Unkräuter zu unterdrücken.

zum Beispiel für das besonders wichtige Knaulgras
https://www.baes.gv.at/pflanzensorten/oesterreichische-beschreibende-sortenliste/graeser/knaulgras/







ages,knaulgras,2012.jpg


Gräser und Klee Sorten aus der AGES Sortenprüfung

mit Erträgen und Sorteneigenschaften

zusammengestellt von Futterwiesenexperten HUMER
AGES Prüfstand 2013



Grünlanderneuerungsverfahren 

Mit Grünlanderneuerungsverfahren will man mit verschiedenen Techniken ertragsschwache Futterwiesen in einen Zustand guter Ertragsfähigkeit und guter Futterqualitäten bringen. Der Natureingriff und Arbeitsaufwand und die erreichbaren Erfolge sind bei sehr verschieden.


Die 5 Verfahren zur Grünlanderneuerung im Überblick

  1. Neuanlage durch Umbruch im Sommer
  2. Neuanlage in einem Zug mit dem Rototiller
  3. Selektive oder Totalunkrautbekämpfung im Herbst und Ansaat im Frühjahr mit Sämaschine oder Schlitzdrillsaat
  4. Dauergrünlanderneuerung mittels Einsaat, Nachsaat oder Übersaat mittels Schlitzdrillsaat, Wiesensaatstriegel oder Egge-Saatkombinationen
  5. Natürliches AUSSAMEN vorhandener Wiesengräser, Verbesserung mit niedrigstem Mitteleinsatz



Sie wollen zum Thema 

Was tun wenn mehr Löwenzahn und Spitzwegerichstatt guter Futtergräser in Wiesen wachsen ?

Sie wollen zum Thema direkte,
persönliche Beratung oder mehr und bessere unabhängige Informationen:
  1. von staatlichen und öffentlich und staatsfinanzierten Organisationen, die den Markt regeln wollen und die Bauern am Gängelband durch Abhängigkeit halten wollen
  2. von Firmen die nur ihre eigenen Produkte verkaufen können und wollen
  3. von grünen NGOs, denen nur Schmetterlinge und Wildvögel, etc auf den Wiesen von Bauern wichtig sind
  4. von Naturschützern, die keine Ahnung von Landwirtschaften haben und nicht davon zu leben müssen ?

Dann reden Sie mit dem Futterwiesenexperten HUMER unter johann.humer@gmail.com .
HUMER ist heute Senior Experte für Futterwiesen und bringt seine Lebenserfahrung dazu ein.


HUMER ist selber auf einem gemischen Viehwirtschaftsbetrieb mit Grünland, Weide und Ackerbau in Oberösterreich aufgewachsen und hat 30 Jahre am elterlichen Betrieb mit Kühen, Kalber, Stieren, Zucht- und Mastschweine, Hühnern und Gänsen mitgeholfen und war 30 Jahre Referent für Grünland, Düngung und vor allem für produktive Futterwiesen in Niederösterreich tätig.

HUMER hat beim Grünlandprofesser Dr. Giselher Schechtner (Gumpenstein) Grünlandwirtschaft studiert, wo heute Dr. Karl Buchgraber der Nachfolger ist.

Schechtner ist für eine produktive Grünlandwirtschaft zur besten Nutzung der natürlichen und agrartechnischen Resourcen eingetreten.

BUCHGRABER steht seit Einführung des ÖPUL 95, auf der Extensivierungsseite mit Vermeidung der Ausnutzung der möglichen Resourcen und Begrenzung der Produktion und weniger Milchleistung je Kuh und geringere Wiesenutzung, aus Umweltsicht und mit einem Faible für Biodiversität, das den Landwirten aber nichts real Nützliches bringt, ausser mehr Unkraut und verschlechterte Futtererträge.

Buchgraber hat auch schon lange keine eigene wissenschaftliche übliche Versuchsarbeit zum Thema Grünlanderneuerung gemacht und geschrieben, obwohl er zum Thema Grünlanderneuerung seit etwa 2000 extrem viele Vorträge gehalten hält. Er bezieht sein neu gewonnes Wissen vornehmlich von Schauversuchen, die er jährlich mehrmals als Grünlandtage organisiert, aber keine wissenschaftlichen repoduzierbaren Exaktversuche sind. Er verbreitet seine Anschauungen über Vorträge und Agrarzeitschriften für Bauern. Seinen Meinungen fehlen, die klassisch wissenschaftlichen Belege und heute üblichen peerreviewten evidenzbasierten Publikationen, meine ich. Er bezieht sein Wissen über die Beobachtung von Praxisflächen, hat aber über diese angeblich tausende ha beobachte Wiesen keinen einzigen - mir bekannten - Fachbeitrag geschrieben oder Fotos dazu veröffentlciht, die man Internet finden könnte. Selbst von Exaktversuchen hält er als beauftragter Wissenschafter und Univeristätslehrer für Studenten von Grünlandvorlesungen wenig und hält sein intuitives, unpubliziertes Wissen wichtiger als fachlich exakte Feldversuche. Ähnliches gilt auch für die Sortenauswahl und Zusammenstellung seiner Grünlandmischungen, die er nach seinem Gefühl für das Zusammenpassen zusammenstellt, aber schriftlich der Nachwelt bislang verschwiegen hat, wie jemand das später nachvollziehen könnte.

Er ist ein begnadeter Redner, der besser als motivierender Berater bei Landwirtschaftskammern zur Umsetzung der Kammerdoktrine gepasst hätte, oder als Politiker oder Pfarrer hätte auftreten können und daher wohl fehlt sein Bedürfnis zur wissenschaftlichen Fundierung mit exakten Daten - was auch zu dementsprechenden Meinungsverschiedenheiten mit ihm führt. Für mich ist unfassbar, dass so eine Person Studenten ausbilden darf,der von wissenschaftlichen Exaktversuchen wenig hält und mehr auf Gefühlsbasis und nach dem Augenschein auf einer wissenschaftlichen Univeristät lehrt, prüft und insgesamt romanhafte Geschichten mit angeberischen bäuerlichem Einschlag und Akzent erzählt, anstatt klar evidenzbasierte Wissenschaft lehrt.






Sie wollen mehr besseres, eigenes und billigeres Wiesenfutter - statt UNKRAUT ?


Lassen Sie sich beraten !

Vom Futterwiesenexperten HUMER.
Er weiß auf welche Futtergräser es ankommt.

HIER GEHTS ZUR LÖSUNG IHRER PROBLEME MIT SCHLECHTEN FUTTERWIESEN.
Live Visitors Widget

Kriechender Hahnenfuß Zurückdrängung

Kriechender Hahnenfuß - Infos
Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia


Der Kriechende Hahnenfuß bildet viele Kriechtriebe mit Wurzelausläufer und ist eine teils wintergrüne Wiesenpflanze. Dadurch wird der Kriechende Hahnenfuß guten Wiesenfuttergräsern leicht zur Konkurrenz. Er wurzelt bis 50 cm tief und ist dadurch den vielen seichter wurzelnden Gräsern überlegen.

Auf den feuchteren Böden, die er bevorzugt, entwickelt seine Wurzelrinde große Zellzwischenräume - Interzellularen - wodurch er bei schlechter Bodendurchlüftung durch Nässe oder Bodenverdichtung wesentlich bessere Überlebensbedingungen hat - als unsere Futtergräser. Zudem ist er raschwüchsig. So wachsen bereits einen Monat nach der Keimung kräftige Pflanzen heran.
Diese Voraussetzungen führen dazu, daß anspruchslose Wildwiesenpflanzen wie Hahnenfußarten, Spitzwegerich und Löwenzahn sich leichter ausbreiten können, als die wesentlich anspruchsvolleren, kultivierungsbedürftigen guten Wiesengräser.


In der Beratung wird der Kriechende Hahnenfuß als Kennpflanze oberflächlich verdichteter Wiesenböden eingestuft.
Kriechender Hahnenfuß in der österreichischen Grünland - Beratungsunterlage:
„Beratungsschwerpunkt Grünlandverbesserung – Grundfutterqualität“
Herausgeber: Verlag Bundesministerium für Land- u. Forstwirtschaft, Österreich, Karl Buchgraber, Joseph Resch, 1990:
http://de.slideshare.net/JohannHumer/beratungsschwerpunkt-grnlandverbesserung-grundfutterqualitt-herausgeber-karl-buchgraber-joseph-resch-verlag-bundesministerium-fr-land-u-forstwirtschaft-sterreich-1990-77-seiten

Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) Bedeutung: Hauptvorkommen auf schlecht durchlüfteten, schweren Böden, die zeitweise verrnäßt sind, wie z.B. in "Flutmulden". Speziell unter diesen Bedingungen kann er die wertvolleren Futterpflanzen sehr stark verdrängen und die Erträge wesentlich verringern ist daher in der Vieh- und Milchproduktion leistungsmindernd.

Protoanemoningehalt (Giftstoff im Hahnenfuß) ist viel geringer als beim Scharfen Hahnenfuß und daher kaum gesundheitsgefährdend. 

Gegenmaßnahmen bei Kriechendem Hahnenfuß: 
Einbringung wertvoller Arten und Nachsaat, eventuell auch Umbruch und Neuansaat



Der bayrische LFL- Grünland Praxisratgeber: 
„Information Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden“ empfiehlt zur Vorbeugung gegen Kriechenden Hahnenfuß folgende Maßnahmen:

  • Frühschnitt und N-Düngung
  • Nachmahd nach Beweidung
  • nicht fräsen
  • Bodenverdichtung vermeiden, d. h. keine Belastung von schweren Böden bei Nässe



Unsere Edelgräser sind empfindlicher durch Auswinterung, mechanische Schäden bei der Ernte oder tierische Schädlinge wie Wühlmäuse, Maulwürfe, Drahtwürmer, Schnaken, Nematoden und pathogene Schadpilze. Dadurch sind Futtergräser bei Ungunst viel mehr gefährdet und durch Schwächung, Ausdünnung oder sogar Vernichtung.

Abhilfe gegen die Ausdünnung guter Futtergräser bietet nur die unermüdliche Förderung unserer guten Futtergräser durch ständige Einsaat auf den offenen Stellen von Wiesenboden.

Offene Böden - wie man in oft sehen kann - sind eine offene Einladung für Unkräuter um die Bodenwunde wieder zu verschließen. Offenen Boden gut wüchsiger Wiesen würde ich nie der Natur überlassen, sondern auf jedem Quadratmeter jene Gräser und Kleearten sähen, die ich ernten will. Schließlich muß man für jede Fläche Abgaben zahlen und man braucht das Futter immer und bei Trockenheit ist das umso wichtiger. 

Termine für Einsaaten sind das Frühjahr, wenn die Maulwurfhügel eingeebnet werden und immer nach der Ernte, wenn offener Boden zutage tritt, was meist der Fall ist. Dazu sät man am besten, jährlich 20 kg/ha Einsaatmischung, die man zum Risikominderung ungünstiger Aufgangsbedingungen auf 2 Gaben aufteilt.

Man wird selten im ersten Jahr einen sofortigen Erfolg sehen. Nach meinen Erfahrungen dauert es etwa 3 Jahre lang wiederholte Einsaat bis ein Wirkerfolg sichtbar wird. Nur bei der Wiesenneuanlage hat man den schnellsten und sichersten Erfolg, viele der unerwünschten Wiesenpflanzen zurückzudrängen.

Wenn eine Einsaat zur Wiesenverbesserung geplant wird, es ratsam solche Bestände wo besonders viel Hahnenfuß steht, vor Einsaaten besonders kurz zu mähen, um die unerwünschten Arten zurückzuhalten und um das Saatgut auf die bodenfeuchte Erdoberfläche ausbringen zu können.

Ansonsten empfiehlt es sich die Wiesen bei 7-9 cm Schnitthöhe zu mähen. Diese Schnitthöhe begünstigt die Gräser, die wiederholte kurze Schnitthöhe ohne Einsaat aber unerwünschte Kräuter.

Selbstverständlich müssen die guten –Futtergräser mit Pflanzennährstoffen immer gut ernährt werden, damit sie eine gute Bodenbedeckung durch die Futtermasse erreichen. Damit können auch die niedrigwüchsigen, unerwünschten und wenig ertragreichen Wiesenpflanzen wie der Hahnenfuß in der Ausbreitung gehindert werden.

Bei Einsaaten, würde ich nur die lokal gut wüchsigen und durchsetzungsfähigen Wiesenfutterpflanzen verwenden. Nach meiner Erfahrungen sind das je nach Standortverhältnissen in der Regel:

1. Knaulgras,
2. Englisches Raygras,
3. Glatthafer, auf nicht nassen Wiesen
4. Goldhafer
4 Graeser.jpg
1. Weißklee
2. Rotklee
3. Hornklee, auf trockenen Standorten

Mehr Infos finden Sie dazu auf diesen Seiten HIER:

LfL Unkraut-Steckbrief Kriechender Hahnenfuß
http://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/u_steckbriefe/053994/index.php

http://www.t-online.de/ratgeber/heim-garten/garten/id_65668168/kriechender-hahnenfuss-weit-verbreiteter-sommerblueher.html

http://www.zg.ch/behoerden/volkswirtschaftsdirektion/lbbz/beratung-fachinformation/pflanzenbau/futterbau/downloads/bekaempfung-von-hahnenfuss/download

https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/futterbau/hahnenfuss-wo-noetig-bekaempfen-16116.html

http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Mehr+Futter+mit+weniger+Hahnenfu%C3%9F+und+L%C3%B6wenzahn+in+Futterwiesen

http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Wiesen+clever+verbessern+Nur+saeen+was+fehlt+und+Ertrag+bring

http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Glatthafer+und+Goldhafer

http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Bessere+Futterwiesen_Ratgeber

http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Holen+Sie+mehr+Milchgeld+aus+guten%C2%A0Futterwiesen



Kriechender Hahnenfuß - Chemische Bekämpfung
https://www.swissmilk.ch/fileadmin/filemount/futterbau-futterkonservierung-herbizide-sind-keine-dauerhafte-loesung-artikel-die-gruene-19-2010-de.pdf

psm Hahenfuiss+löwenzahn_2012_1.jpg
Quelle RWA, 2012

Chemische Bekämpfung mit DOW Chemicals-.
https://www.smul.sachsen.de/lfulg/download/Unkrautbekaempfung_Gruenland.pdf



Ich stelle Ihnen gerne auch mein Expertenwissen für eine Beratung zur Verfügung, wo Sie das Wichtige innerhalb von Stunden erfahren.

Dabei sage ich Ihnen, wie Sie mit welchen Wiesenfutterpflanzen Sie auf Ihren Wiesenstandorten bessere Futtererträge und Qualitäten erreichen können. 

Nutzen Sie die Chance lückige oder verunkrautete Wiesen mit wertvollen Futtergräsern und Kleearten zu füllen. Sie haben damit ein persönliches Mittel in ihrer eigenen Hand um mehr und besseres eigenes Futter zu gewinnen. Schließlich geht es aus besserem und ertragreicherem Grundfutter mit mehr Milchgeld konkurrenzfähiger zu sein.

Ich unterstütze Sie auch bei Bodenuntersuchungen und Futteranalysen. Mit den Bodenuntersuchungen können Sie auch die Düngung mit Wirtschaftsdüngern oder anderen Düngern für Jahre viel gezielter einsetzen und mit den Nährstoffgehalten im Futterwissen Sie auch über die Vitalität der Wiesen und ihren Futterwert Bescheid.

Mich würde interessieren, ob Sie mit diesen Auskünften eine Verbesserung Ihrer Wiesen als aussichtsreich halten.

Futterwiesenexperte DI. Johann HUMER
johann.humer@gmail.com


Kleine Zusatzinfo aus dem im Web:external image 4603871_thumb.jpg
http://www.meinbezirk.at/mariapfarr/chronik/kriechender-hahnenfuss-waechst-bis-2400m-seehoehe-m4603854,623391.html

Das bestätigt zusaätzlich, dass Kreichender Hahnefuss viel Niederschläge gut verträgt.
Er wachst daher in Wiesen die vernässt sind oder anders herum
wo der Boden von natur aus wenig wasserdurchlässig ist, sich kleine Wasserstaus bilden oder der Boden durch etwas verdichtet ist.

RIMG0035,,KriechenderHahnenfuss,Göstling.JPG


Kriechender Hahnenfuß in Göstling, Niederösterreich, 2006jun1

Extreme Ausbreitung durch eine Beweidung bei nasser Witterung mit fast kompletten Verlust der wertvollen Gräser

Soweit sollte ma es nicht kommen lassen, 
dass Unkräuter wie der Hahnenfuß wertvolle Wiesenfutterpflanzen verdrängt !
Schade um das gute Futter, das hier wachsen könnte.
Live Visitors Widget

Mittwoch, 20. Juni 2018

Grünlandberatung verdoppelt die Wiesenerträge
Beratungsbeispiele in Tirol
Dieser Landwirt mit ebenen Talflächen in TIROL erkannte, dass er seine Wiesen verbessern musste, das sie sein Futterkapital sind. Das geschulte Auge des Experten erkennt sofort, dass hier die ertragreichen und guten Futtergräser fehlen. Nur wenige Büschel an Knaulgras und Goldhafer waren von den besten Gräsern noch vorhanden. Mit Hahnenfuß, Ampfer, Löwenzahn und Gemeine Rispe kommt man eben wirtschaftlich nicht weiter.


Häufig fehlen in alten Dauerwiesen die leistungsfähigen und milchtreibenden Futtergräser. Ausbreitung von Unkräutern, Auswinterung und Schäden an der Grasnarbe halbieren die Futtererträge. Mit welchem Konzept Sie Ihre Futterwiesen wieder auf Ertrag bringen, erfahren Sie nachfolgend vom Futterwiesenexperten Hans HUMER.

Feldfutterbau auch überlegen
Vor Grünlandregenationen, ist zu überlegen, ob der Feldfutterbau vorteilhafter ist. Es verwundert, dass in den fruchtbaren, ebenen, warmen Tallagen Tirols der doppelt so ertragreiche Feldfutterbau – auch zur Heugewinnung - so wenig genutzt wird. In Tirol wird Heu sogar importiert. Dabei könnte großflächig anstatt der giftgelben Hahnenfuß-Landschaft, gutes Heu produziert werden. Wissensverlust und Abkehr von der Unkrautbekämpfung blockieren die Wertschöpfung aus eigenen Futter-Ressourcen. Im Feldfutterbau mit Klee-/Grasmischungen oder Mais können 15 bis 20 t TM/ha erreicht werden. Das sind doppelt so hohe Futtererträge als im Grünland. Der ertragreiche Feldfutterbau profitiert auch von den Nährstoffen durch tiefere Bodendurchwurzelung und klimatischen Temperaturanstieg.

Wiesenregeneration verdoppelt die Erträge


Grafik links: Bei einer Wiesenneuanlage könnte die Ertragsverbesserung etwa so aussehen, wenn nicht so sogar besser. Allerdings ist bei Naturprozessen auch wieder ein Abschwung, ähmlich von Sinuskurven zu erwarten , wenn sich die Wiese wieder erschöpft und kein Samennachschub durch Einsaat erfolgt.
















Wo eine Grünlandverbesserung ansteht, muss zwischen Neuanlage oder umbruchloser Erneuerung durch Einsaat entschieden werden. Eine Neuanlage bringt in den ersten 3 bis 5 Jahren die höchsten und sichersten Erträge von 10 bis 14 t TM/ha. Die Futtererträge verdoppeln sich im Vergleich zu verunkrauteten, ertragsmüden Wiesen. Bei Neuanlagen soll 1 bis 2 Jahre lang eine Ackernutzung mit Feldfutter samt Deckfrüchten erfolgen. Umbruch und Egge vernichten Unkraut und Bodenschädlinge. Der Umbruch mobilisiert in die Tiefe verlagerte Nährstoffe und verbessert den Fruchtfolgeeffekt und die Ertragswirkung. Um eine ertragsschwache, unkrautreiche Wiesennarbe zu erneuern ist eine intensive Bodenbearbeitung mit Pflug und ein mehrmaliges Eggen notwendig. Dabei bleibt der Boden 1 bis 2 Monate offen. Viele der ausdauernden Wurzelunkräuter werden mit der Egge ausgekämmt und trocknen aus. Gleichzeitig werden viele Samenunkräuter zum Keimen angeregt und sind damit gut mechanisch bekämpfbar. Nachfolgend auflaufender Ampfer ist mit kleeschonenden Mitteln im Herbst eindämmbar. In Westösterreich ist diese Art der Grünlandverbesserung mangels Lehre und Praxis offensichtlich Neuland. Es verwundert, dass bei den massenhaft, vollgelb hahnenfußgeschwängerten Wiesen nichts gegen dieses ertragsmindernde Unkraut unternommen wird. In Tirol sind die Futterflächen ohnedies extrem knapp. Der Futterausfall von einem halben Jahr ist bei Wiesenneuanlagen unvermeidbar. Im Folgejahr wird diese Einbuße bereits mit höheren Erträgen und Qualitäten kompensiert.
Die Ansaat erfolgt mit einer je nach Lage passenden Saatgutmischung. Der Handel bietet dazu 12 Typen von Dauerwiesenmischungen an, aus denen die Richtige zu wählen ist! Beratung hilft dabei Fehlentscheidungen zu vermeiden. Zwischen Mitte August bis Mitte September soll gesät werden. Meist muss ein Reinigungsschnitt gegen die rasch aufwachsenden Unkräuter folgen. Das Folgejahr bringt bereits Spitzenerträge von 10 bis 15 t TM/ha. Mit Beratung durch Zumischung von den bestwüchsigen lokalen Gräsern kann der Ertrag lokal noch weiter erhöht werden.


Q. Überblück zu allen ÖAG-Dauerwiesenmischungen in Österreich (RWA)


Einsaaten / Umbruchlose Grünlanderneuerung
Seit 1980 wird mit direkten Einsaaten versucht, die Grasnarbe durch umbruchlose Grünlanderneuerung zu verbessern oder zu regenerieren. Die Erfolge sind bis heute schwankend und weit weniger zuverlässig als bei Wiesenneuanlagen. Nicht alle eingesäten Arten von Nachsaatmischungen wachsen an und führen zu besserem Futter. Die erfolgreichen Ertragserhöhungen sind mit freiem Auge gut erkennbar. Sichere Erfolgsbeweise liefern die stark wuchsfreudigen, neu gesäten Gräser und Kleearten im Vergleich zum meist grasarmen Altbestand.
Ursache von Misserfolgen bei Einsaaten sind Lichtmangel, Wasserstress, bereits besetzter Wurzelraum und Fruchtfolgekrankheiten, sowie tierische Schädlinge im Boden. Diese Gründe und die Konkurrenz der Altnarbe können den Einsaaterfolg beeinträchtigen. Nach eigenen Beobachtungen können mehrmalige Einsaaten in drei Jahren, Ertrag und Pflanzenbestand bereits visuell stark verbessern. Das Risiko einer misslungenen Einsaat durch nachfolgende Trockenheit wird durch Splitting der Saatzeiten vermindert. Viele neue, vorher nicht anwesende Arten wie Knaulgras, Raygras oder Rotklee beweisen den Regenerationserfolg. Nur Folgesaaten sichern das hohe Ertragsniveau.

Einsaat braucht beste Genetik
Durch die richtige Auswahl der örtlich bestwüchsigen Gräser und Kleearten, hat jeder Grünlandwirt den Schlüssel zum Erfolg selbst in der Hand. Ertragsentscheidend ist – wie beim Vieh - die beste Genetik seiner Futterpflanzen auszuwählen. Lernen Sie mit Futterwiesenexperten Ihre vor Ort am besten gedeihenden, natürlich vorkommenden Futterpflanzen kennen! Damit lässt sich eine ökologisch, bestens adaptierte Artenauswahl für höchste Erträge und Futterqualitäten erreichen.
Die ÖAG Standard-Einsaatmischungen (NA, NATRO, NAWEI, NI, NIK, KWEI, mit und ohne Klee) geben eine grobe Orientierung zur Arten- und Sortenauswahl. Arten, die bei diesen Fertigmischungen nicht aufkommen, sind bei Folgesaaten einsparbar. Die Königsdisziplin bei Einsaaten ist die Kenntnis und Auswahl zur Beimischung der örtlich frohwüchsigsten Grasarten. Die beste Genetik für jeden Standort kommt so zum Durchbruch. Auch Einsaatzeiten und Einsaat-Rhythmus sind ertragsentscheidend. Der Futterwiesenexperte HUMER bietet genau dafür abgestimmte Konzepte bis zur Einsaattechnik in Grünlandberatungen an.
Der Artenmix für höchste Futtererträge
Um die höchste Ertragsleistung auszuschöpfen, bedarf es der örtlich bestwüchsigen Futterpflanzen. In der Fachberatung lernen Sie sie aufzuspüren und kennen. Jede Futterpflanze hat ihre eigenen ökologischen Ansprüche, um ihre beste Leistung zu erbringen. Jede Wiese bedarf einer eigenen Biodiversität an Futterpflanzen. Das Auswahlprinzip beim Artenmix produktiver Futterpflanzen richtet sich nach Lage, Nutzung und der lokalen Frohwüchsigkeit der Arten. Das kann nur mit örtlich kalibrierten Individualmischungen erfolgen. Erst diese ökologische Auswahl bester Futtergräser liefert natürliche Spitzenerträge. Bei späteren Folgesaaten erfolgt eine weitere Feinjustierung der Arten zur Lenkung eines optimalen Pflanzenbestandes.
Die standörtlich geeignetsten Gräser und Kleearten zu Erkennen ist der Schlüssel für hohe Erträge und Rentabilität. Die Auswahl der ökologisch produktivsten Pflanzenarten setzt auch die gedüngten Nährstoffe bestmöglich in Ertrag um. Damit wird auch den aktuellen Vorstellungen nach effizientem Nährstoff-Einsatz (NUE, nutrient use efficiency) entsprochen.

Wichtige Pflanzenarten in Wiesen
Beste Gräser und Kleearten für produktive Böden und Lagen sind oft: Knaulgras, Englisches Raygras, Glatthafer, Goldhafer, Timothe, Rotklee und Weißklee. In extensiveren, feuchten oder trockenen Lagen oder bei Weidenutzung haben andere Arten eine eminent lokale Bedeutung. Diese sind: Hornklee, Wiesenrispe, Schwingelarten, Wiesenfuchsschwanz und Straussgräser. Für besondere Lagen wie Hochlagen oder spezielle Futteransprüche je nach Tierart sind auch weitere Arten wertvoll.
Jeder Rinderzüchter weiß, dass die Leistung im Stall nur mit bester Genetik möglich ist. Gleiches gilt auch für das Wiesenfutter. Auch kleinere Betriebe haben die Chance, die beste Genetik durch Einsatz von Zuchtsorten und Saatgutwahl zu nutzen. Wildpflanzen wachsen dagegen im vernachlässigten Grünland mit geringer Produktivität und mit geringen wirtschaftlichen Zukunftsaussichten. In Österreich gibt es durch den Niederschlagsreichtum enorme Chancen, ein ertragreicheres und höherwertiges Wiesenfutter zu produzieren.

 GFS
Mein durchblätterbare PPT Gräserführerschein bietet dazu eine grobe Entscheidungshilfe zur Auswahl der Futtergräser. Dennoch der vorliegende Pflanzenbestand ist der Schlüssel, welche Arten am besten gedeihen vor Ort !!
HUMER Gräserführerschein für bessere Futterwiesen 2015 178F from Senior Futterwiesenexperte HUMER in Österreich/AUSTRIA



Hohe Ertragsverluste erkennen und abwenden
Grund dieses Beitrages ist das großflächige Verschwinden wichtiger Wiesenfuttergräser im Tiroler Inntal anlässlich meiner Beobachtungen bei Grünlandberatungen. Ursache für die enorme Verdrängung ertragswichtiger Gräser ist die flächenhafte Ausbreitung giftiger Hahnenfußarten. Die mit ÖPUL gezielt, geförderte Vernachlässigung der Unkrautbekämpfung und sachgerechten Düngung führte zur Unkrautausbreitung, Qualitäts- und Ertragsverlust samt Verteuerung der Futterkosten. Ruinöse Ertragsrückgänge fördern Betriebsauflassungen. Die vernachlässigte Grünlandbewirtschaftung führt bereits zu Ertragsverlusten bis zu geschätzten 5 t TM/ha. Ohne Hahnenfuß, Ampfer, Löwenzahn und Gemeine Rispe würden die Erträge mit dichten Gräserbeständen doppelt so hoch sein. Das entspricht einem Heuwert von etwa 1000 €/ha. ÖPUL entschädigt Ertragsverluste für Verzicht von Pflanzenschutz und von Stickstoffdünger im Grünland mit nur 60€/ha plus 45€/ha für UBB. Auf einem ÖPUL-Hektar geht damit knapp 1000 € verloren, beim mittleren ÖPUL-Betrieb jährlich um 10.000 €. Unter dem Druck dieser Überökologisierung laufen im österreichischen Bergland und in Grenzgebieten sogar eine Million Hektar Grünland in Gefahr, aufgegeben zu werden und zu verwildern. Damit verliert Österreich jährlich einen Produktionswert von zirka 1 Milliarde € bei Wiesenfutter.



Hohe Futterveruste durch Hahnenfuß im Tiroler Inntal

Schade um das gute Futter, das hier im Tiroler Inntal wachsen könnte. Dabei könnte anstatt der giftgelben Hahnenfuß-Landschaft, gutes Heu  in Tirol produziert werden. Wissensverlust und Abkehr von der Unkrautbekämpfung blockieren die Wertschöpfung aus eigenen Futter-Ressourcen. Tausende Hektar bester Futter gehen  hier verloren und werden durch Heuimporte von Deutschland kompensiert.







Positives Einsaatbeispiel in Tirol

2018_0512 
Tirol: Wiese mit Einsaat in Oberndorf, Einsaatwirkung bei Knaulgras (dunkelgrüne wüchsige Schöpfe) sind gelb markiert 

Hier ist eine erste deutliche Einsaatwirkung durch mehrmalige Einsaat bereits zu sehen. Der Landwirt in Sankt Johann in .Tirol kämpft ebenso mit viel Unkraut wie Hahnenfuss. Die ersten starken, buschigen Knaulgrashorste zeigen, dass sich dieses wichtige Futtergras langsam durchsetzt und immer mehr aufkommt





Vermeidbare Heu- und Sojaimporte
Mit produktivitätsorientierter Grünlandberatung können Bauern das durch Unkraut verlorene Grünland wieder zurückgewinnen und wirtschaftlich nutzen. Anstatt eigenes hochwertiges Futter zu produzieren, zwingt ÖPUL die Bauern - als Ventil um gute Tierleistungen zu erzielen - zum Futterzukauf. Mangels genug eigenen Raufutters werden jährlich große Mengen Heu aus Deutschland nach Tirol gekarrt. Das, durch ÖPUL vermehrt fehlende Rohprotein für hochleistende Tiere, muss nun mit Import-Soja aus Übersee ausgeglichen werden. Der ÖPUL-induzierte Sojaimport forciert in den Tropen viel größere Umweltschäden durch Pestizide, Regenwaldabholzung und Klimawandel.
Dabei kann die heimische Eiweißversorgung leicht verdoppelt werden, wenn durch Beratung Kleearten und Dünger wieder eingesetzt werden. Mit dem Stickstoffdüngeverbot bei ÖPUL-Wiesen, wird die eigene, viel unabhängigere, heimische Eiweißversorgung verhindert. Die Tierhalter werden - wegen des Eiweißdefizites in Europa - zum Kauf von teureren und meist minderwertigen Donau-Soja überredet. Die grobe Vernachlässigung einer hochwertigen heimischen Wiesenfutterqualität führt zu Futterimporten von Heu und Soja, dadurch fällt mehr klimaschädliches CO2 und unnötiger Verkehr an.

Fehlende Milch und Rinder durch ÖPUL
Durch die ÖPUL-bedingte Extensivierung der Wiesen mit der Verminderung der Futtererträge fehlt in Kärnten den Molkereien bereits die Milch. Nun wird CO2-belastend Milch von Tirol über die Berge nach Kärnten gekarrt. ÖPUL schadet auch den Rinderzuchtverbänden als Betreiber neu errichteter Viehversteigerungshallen in der Steiermark und Niederösterreich. Auf extensivierten ÖPUL-Wiesen wächst immer weniger und immer schlechteres Futter, wodurch immer weniger Vieh produziert und verdient wird. Dabei gibt es eine stark steigende Nachfrage von hochpreisigem Vieh und Fleisch vom Balkan, von der Türkei bis Aserbaidschan.
Der Düngeverzicht verursacht auch eine dramatische Zunahme von Giftpflanzenarten wie Herbstzeitlose und mehreren Kreuzkrautarten. Giftpflanzen im Wiesenfutter sind stark leistungsmindernd, verursachen hohe Verluste und führen bis zum Tod von Vieh. Grünland wird durch den Niederschlagsreichtum mit 1000 bis 2000 mm in den Bergen Österreichs , weltweit einmalig klimatisch begünstigt, dies muss genutzt werden.

Grünlandberatung vom Experten


Motivation meiner Beratung ist, ertragsschwache Futterwiesen wieder bestmöglich in Ertrag zu bringen - auch im Rahmen von ÖPUL. Auch Ampfer ist im Kombinationsmix aus Saattechnik und schnell wüchsiger Arten biologisch eindämmbar. Grünlandberatung mit produktiver Kompetenz bietet Futterwiesenexperte HUMER: johann.humer@gmail.com T: 0664-8244458.
Live Visitors Widget