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Sonntag, 8. Juli 2018
Dürre lückige Wiesen attraktiver Brutplatz für Engerlinge und Jakobskreuzkraut
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Wiesen
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Freitag, 29. Juni 2018
Ersatzfutter bei Futternot und Sommerdürre
Ersatzfutter und klimatische Futterumstellung bei Futternot und Sommerdürre
DI. Johann HUMER

Ratlosigkeit bei Futternot und Sommerdürre im Grünland
In ganz Österreich gab es im Mai und Juni 2017 um 50 % weniger Niederschläge. Im nördlichen Ober- und Niederösterreich blieb der Regen fast ganz aus. Bei extremer Trockenheit - verbunden mit bisher nie da gewesenen Hitzetagen bis 35 °C - stellen die nicht tief wurzelnden Wiesengräser das Wachstum ein. Ein völliger Futterausfall und Folgeschäden in der Wiesennarbe sind die Folgen. Wenn Futter knapp wird, müssen früh Überlegungen zu Ersatzfutter, Sommerfutterbau und an eine Umstellung auf klimaangepasste Wiesengräser erfolgen.

Quelle: im Bild

Stroh und Getreide sichern
In klimatisch heißen Gebieten mit traditionell wenig Winterfutterbereitung ist bekannt, dass mit Stroh und Getreide das Vieh in Notzeiten durchgebracht werden kann. Die Sicherung von gutem Futterstroh wird heuer durch die Dürre kritisch. Viehlose Betriebe müssen in Jahren mit Futternot solidarisch sein, und bei dringender Strohnachfrage das Stroh ausnahmsweise nicht unbedingt einarbeiten.
Strohveredelung mit Melasse, Gerste, Hafer und Mais
Die höchstwertigen Stroharten als Notfutter sind in der Reihenfolge die Getreidearten: Hafer, Gerste, Weizen, Tritikale und Roggen. Mikrobiologisch ist gelbes Stroh, das nicht angeregnet wurde, ist das beste Stroh. Futterstroh soll möglichst gehäckselt werden, damit es leichter gefressen wird und die Strohverluste gering bleiben. Je weniger es staubt umso besser ist die Futterqualität.
Mit Melasse kann das Futterstroh veredelt werden. Dabei wird es besser fressfähig und der Staub gebunden. Stroh kann mit Getreidearten und Mais energetisch veredelt werden. Damit ist bei Futternot noch halbwegs Zuwachs oder Milchleistung erreichbar. Die wertvollsten Getreidearten für Notfutter sind Gerste und Hafer, da ihre Samenhülle auch wichtige Futterstruktureigenschaften aufweisen. Weizenschrot ist wegen zu schnellem Stärkeabbau und Azidosegefahr ungünstig. Geschrotet bringt Gerste oder Hafer bessere Tierleistungen als gequetschtes oder ganzes Korn. Körnermais ist durch langsamen Stärkeabbau ein ideales leistungssteigerndes Ersatzfutter. Erforderlich ist wie bei jeder Verfütterung von Getreide oder Mais eine 2 bis 3 wöchige Umstellungsphase mit anfänglich kleineren Mengen unbedingt einzuhalten, so wie das bei jeder Futterumstellung erfolgen soll. Das ist wegen der notwendigen mikrobiellen Anpassung der besonderen rohfaserverdauenden Magen- und Darmflora beim Vieh unbedingt erforderlich. Wer die Wiederkäuer mit zu schneller Futteränderung überfordert, läuft Gefahr schwere gesundheitlichen Schäden und Leistungseinbußen zu verursachen, die sogar bis zum Tod führen können. Das Überfressen mit Getreideschrot von dominierenden Alpha-Tieren am Futtertrog, die schwächere Tiere bei der Fütterung abdrängen, ist daher durch Beobachtung und geeignete Futterzuteilung zu verhindern.
Zusätzlicher Futterbau
Die heuer frühere Getreideernte ermöglicht einen früheren Zwischenfruchtfutterbau. Die Chance sollen Betriebe mit Ackerbau nützen um die zu erwartende Futternot zu lindern. Statistisch fallen die höchsten Monatsniederschläge im Juli bis August. Die heutigen Klimawandelmodelle deuten an, dass sich die Niederschläge tendenziell in die Wintermonate verschieben. Das Auftreten von immer mehr Hitzetagen über 30 °C und längeren Dürreperioden ist inzwischen auch in Österreich ein Faktum. Grünlandbauern sollen durch jährliche Einsaat im Sommer mit standörtlich angepassten Gräserarten die Wiesen für ein immer wärmeres Klima schrittweise verbessern. Die höchste Priorität muss dabei der gelungene erste Aufwuchs in Ertrag wie Qualität sein. In wärmeren Zeiten werden die Folgeaufwüchse qualitativ schlechter und ertraglich zunehmend unsicher.
Raschwüchsiges Zwischenfruchtfutter mit Sommerfutterraps und PERKO
Für gute Erträge ist die Erfahrung zu nutzen, dass nur der frühe Zwischenfruchtanbau nach der Getreideernte rasche Futter bringt. Ein ehernes Gesetz ist, dass die extrem raschwüchsigen Kreuzblütler Sommerfutterraps und PERKO PVH das früheste Zwischenfruchtgrünfutter innerhalb von 4 Wochen hervorbringen. Für einen guten Aufgang muß die Bodenfeuchte gut genutzt werden mittels rascher Bodenbearbeitung mit Rückverfestigung durch Walzen und einer Düngung vor der Saat. Ertragreiche Zwischenfrüchte brauchen eine Stickstoffgabe von 50 bis 70 kg N/ha. Optimal sind die kombinierte Gabe von Gülle und Mineraldünger-Stickstoff.
Landsberger Gemenge
enthält drei wärmeliebende und im Sommer rasch reifende Pflanzenarten. Der erste Schnitt bringt außergewöhnliche Spitzenerträge und wertvollstes Sommerfutter. Bei frühem Anbau, genug Feuchte und Wärme kann sogar ein zweiter Aufwuchs folgen. Inkarnatklee und Zottelwicke - die Wachstumsmotoren im ersten Aufwuchs - treiben im zweiten aber kaum nach. So bleibt fast nur Raygras übrig. Bei guter Stickstoffdüngung zeigt Raygras dennoch einen weiteren guten Ertrag. Für weitere Nutzungen im Folgejahr ist das Gemenge erschöpft. Das verbleibende Raygras bildet aber über den Winter einen sehr guten Boden- und Grundwasserschutz und speichert en Reststickstoff ideal für die Folgekultur. Hemmend für den Anbau von Landsberger Gemenge sind nur die Saatgutkosten, die die Leguminosen verursachen. Sie sind aber die Schubkräfte für den üppigen Futterwuchs.
Pachtflächen sichern
Eine weitere Art der Futtervorsorge ist die Suche von Pachtflächen zum Feldfutterbau. Wer besonders in von Dürre betroffenen Lagen liegt, könnte sich auch um Ackerflächen bemühen, auf denen Feldfutter mit Luzerne rein oder in Luzernegras- oder Kleegrasmischungen angebaut werden kann. Besonders Reinbestände von Luzerne bringen in Trockenlagen auch bei Dürre erstaunliche Erträge. Bei luzerne-schonender Bewirtschaftung ohne zu tiefer Mahd, kann Luzerne über 5 Jahre durchhalten.
Luzerne für sonnige Futterwiesen
Luzerne liebt besonders warme Lagen und wird durch die Erderwärmung bei uns immer mehr begünstigt. Wo immer es auf sonnigen Futterwiesen infolge Dürre immer weniger Gräserwuchs gibt, werden diese Standorte für Luzerne immer günstiger. In sonnigen Lagen mit halbwegs ackerfähigem Grünland und gut durchlässigen Böden hat die tief wurzelnde Luzerne gute Chancen ausdauernd zu bleiben. Luzerne braucht beim Anbau unbedingt eine gute Bodenbearbeitung, da sie jung keine Konkurrenz verträgt. Mit Grünland-Einsaattechnik auf bewachsenen Wiesen kommt sie nicht auf, wird einhellig berichtet. Für den Dauererfolg sind folgende Kriterien entscheidend: gut durchlässige Böden, Samenimpfung, pH-Wert über 6, Schnitthöhen über 10 cm und kein Befahren bei Nässe. So können Luzernebestände bis 10 Jahre ausdauern. Das zeigen Erfahrungen im Weinviertel und der Buckligen Welt, wo zunehmend trockenere Bedingungen vorherrschen. Der Luzerneanbau in dürregefärdeten Wiesen als Wiesenverbesserung mit Artenanpassung bei zunehmender Trockenheit und Dürreperioden zu verstehen.
Futtergräser für trockene Zeiten
Einige Wiesenpflanzen weisen durch den Wärmeanstieg bereits zunehmende Tendenz auf. So profitieren die wertvollen Arten Glatthafer (im Bild)

und Wiesenrotklee davon bereits auffällig. Auch Rohrschwingel und Trespen breiten sich in Ostösterreich zunehmend stärker aus. Wegen guter Trockenverträglichkeit werden Knaulgras, Wiesenrispe und Rotschwingel in Einsaat- und Wiesenmischungen schon lang beigemengt. Sie sind aber keine guten Ersatzgräser bei Trockenheit. Zuviel Knaulgras mit groben, rohfaserreichen Stängel im Wiesenfutter wirkt fresshemmend. Wiesenrispe bildet dichte Narben, ist in Saatgutmischungen trotz hoher Anteile von 10-50% in Trockenlagen kaum durchsetzungsfähig und sohin nicht ertragsrelevant. Englisches Raygras ist sogar im trockenen Ostösterreich viel durchsetzungsfähiger und ertragreicher als Wiesenrispe. Dem trockenveträglichen Rotschwingel fehlen gänzlich die Eigenschaften als gutes Rinder-Futtergras. Längere Hitze- UND Trockenperioden begünstigen zusehends die Ausbreitung minderwertiger Wiesenfutterpflanzen wie Schafgarbe, Labkräuter, Flockenblume, Spitzwegerich und Wiesenpippau. Ihre problematische Ausbreitung und schwierige Eindämmung darf nicht unterschätzt werden.
In Dürre anfälligen Lagen wird die Auswahl klimatisch angepasster Futtergräser immer bedeutender. Für eine betrieblich, individuell optimierte standörtliche Gräserartenwahl für Futterwiesen und Zwischenfrüchte wenden Sie sich an den Autor und Futterbauexperten DI. Johann HUMER, unter johann.humer@gmail.com.




Wiesenrotklee und Englisches Raygras und geringe Anteile von Knaulgras auf Extensivwiese
unter Trockenzeiten in Ostösterreich 12.6.2017



Hornklee auf Schotter

Reine Glatthaferwiese - immer bessere Wüchsigkeit bei Trockenheit

Bilder unten:2003aug25 Dürrefotos aus der Buckligen Welt,schwer leidende Wiesen durch Trockenheit und Dürre
Der Klimawandel hat da 2003 bereits als enorme Dürre seine Vorboten gezeigt. Jetzt 2017 sollten man spätestens daraus seine Konsequenzen ziehen und Überlegungen zur Umstellung dürregefährdeter Wiesen auf trockentolerante Wiesengräser anstellen.
Fotos unter
https://plus.google.com/photos/107260902582116221495/albums/5911565937505542401
2017jun29
Ausbreitung von giftigem Jakobskreuzkraut durch Trockenheit im Waldviertel in Beispielen
JKK Fotos unter
https://goo.gl/photos/5Ufhnxf3vyXbAk256
2017jun29
Trockene Wiesen im Waldviertel durch 2 Monat Dürre
https://goo.gl/photos/D8VnUyvi2Gg2M52Q6
--Pdf von Bauernzeitung 2017
DI. Johann HUMER
Ratlosigkeit bei Futternot und Sommerdürre im Grünland
- Eine klimatische Futterumstellung auf trockenrestente Gräser wie Glatthafer, sowie hitzeverträgliche Kleearten wie Luzerne wird bei Futternot und Sommerdürre immer offensichtlicher notwendiger.
- Trockenheitsresistendere Gräser wie Glatthafer und tiefwurzelnde Luzerne können Trockenheit besser überwinden
- Rotschwingel wie im Bild und in Einsaatmischungen ist dagegen keine gute Lösung
In ganz Österreich gab es im Mai und Juni 2017 um 50 % weniger Niederschläge. Im nördlichen Ober- und Niederösterreich blieb der Regen fast ganz aus. Bei extremer Trockenheit - verbunden mit bisher nie da gewesenen Hitzetagen bis 35 °C - stellen die nicht tief wurzelnden Wiesengräser das Wachstum ein. Ein völliger Futterausfall und Folgeschäden in der Wiesennarbe sind die Folgen. Wenn Futter knapp wird, müssen früh Überlegungen zu Ersatzfutter, Sommerfutterbau und an eine Umstellung auf klimaangepasste Wiesengräser erfolgen.

Quelle: im Bild

Stroh und Getreide sichern
In klimatisch heißen Gebieten mit traditionell wenig Winterfutterbereitung ist bekannt, dass mit Stroh und Getreide das Vieh in Notzeiten durchgebracht werden kann. Die Sicherung von gutem Futterstroh wird heuer durch die Dürre kritisch. Viehlose Betriebe müssen in Jahren mit Futternot solidarisch sein, und bei dringender Strohnachfrage das Stroh ausnahmsweise nicht unbedingt einarbeiten.
Strohveredelung mit Melasse, Gerste, Hafer und Mais
Die höchstwertigen Stroharten als Notfutter sind in der Reihenfolge die Getreidearten: Hafer, Gerste, Weizen, Tritikale und Roggen. Mikrobiologisch ist gelbes Stroh, das nicht angeregnet wurde, ist das beste Stroh. Futterstroh soll möglichst gehäckselt werden, damit es leichter gefressen wird und die Strohverluste gering bleiben. Je weniger es staubt umso besser ist die Futterqualität.
Mit Melasse kann das Futterstroh veredelt werden. Dabei wird es besser fressfähig und der Staub gebunden. Stroh kann mit Getreidearten und Mais energetisch veredelt werden. Damit ist bei Futternot noch halbwegs Zuwachs oder Milchleistung erreichbar. Die wertvollsten Getreidearten für Notfutter sind Gerste und Hafer, da ihre Samenhülle auch wichtige Futterstruktureigenschaften aufweisen. Weizenschrot ist wegen zu schnellem Stärkeabbau und Azidosegefahr ungünstig. Geschrotet bringt Gerste oder Hafer bessere Tierleistungen als gequetschtes oder ganzes Korn. Körnermais ist durch langsamen Stärkeabbau ein ideales leistungssteigerndes Ersatzfutter. Erforderlich ist wie bei jeder Verfütterung von Getreide oder Mais eine 2 bis 3 wöchige Umstellungsphase mit anfänglich kleineren Mengen unbedingt einzuhalten, so wie das bei jeder Futterumstellung erfolgen soll. Das ist wegen der notwendigen mikrobiellen Anpassung der besonderen rohfaserverdauenden Magen- und Darmflora beim Vieh unbedingt erforderlich. Wer die Wiederkäuer mit zu schneller Futteränderung überfordert, läuft Gefahr schwere gesundheitlichen Schäden und Leistungseinbußen zu verursachen, die sogar bis zum Tod führen können. Das Überfressen mit Getreideschrot von dominierenden Alpha-Tieren am Futtertrog, die schwächere Tiere bei der Fütterung abdrängen, ist daher durch Beobachtung und geeignete Futterzuteilung zu verhindern.
Zusätzlicher Futterbau
Die heuer frühere Getreideernte ermöglicht einen früheren Zwischenfruchtfutterbau. Die Chance sollen Betriebe mit Ackerbau nützen um die zu erwartende Futternot zu lindern. Statistisch fallen die höchsten Monatsniederschläge im Juli bis August. Die heutigen Klimawandelmodelle deuten an, dass sich die Niederschläge tendenziell in die Wintermonate verschieben. Das Auftreten von immer mehr Hitzetagen über 30 °C und längeren Dürreperioden ist inzwischen auch in Österreich ein Faktum. Grünlandbauern sollen durch jährliche Einsaat im Sommer mit standörtlich angepassten Gräserarten die Wiesen für ein immer wärmeres Klima schrittweise verbessern. Die höchste Priorität muss dabei der gelungene erste Aufwuchs in Ertrag wie Qualität sein. In wärmeren Zeiten werden die Folgeaufwüchse qualitativ schlechter und ertraglich zunehmend unsicher.
Raschwüchsiges Zwischenfruchtfutter mit Sommerfutterraps und PERKO
Für gute Erträge ist die Erfahrung zu nutzen, dass nur der frühe Zwischenfruchtanbau nach der Getreideernte rasche Futter bringt. Ein ehernes Gesetz ist, dass die extrem raschwüchsigen Kreuzblütler Sommerfutterraps und PERKO PVH das früheste Zwischenfruchtgrünfutter innerhalb von 4 Wochen hervorbringen. Für einen guten Aufgang muß die Bodenfeuchte gut genutzt werden mittels rascher Bodenbearbeitung mit Rückverfestigung durch Walzen und einer Düngung vor der Saat. Ertragreiche Zwischenfrüchte brauchen eine Stickstoffgabe von 50 bis 70 kg N/ha. Optimal sind die kombinierte Gabe von Gülle und Mineraldünger-Stickstoff.
Landsberger Gemenge
enthält drei wärmeliebende und im Sommer rasch reifende Pflanzenarten. Der erste Schnitt bringt außergewöhnliche Spitzenerträge und wertvollstes Sommerfutter. Bei frühem Anbau, genug Feuchte und Wärme kann sogar ein zweiter Aufwuchs folgen. Inkarnatklee und Zottelwicke - die Wachstumsmotoren im ersten Aufwuchs - treiben im zweiten aber kaum nach. So bleibt fast nur Raygras übrig. Bei guter Stickstoffdüngung zeigt Raygras dennoch einen weiteren guten Ertrag. Für weitere Nutzungen im Folgejahr ist das Gemenge erschöpft. Das verbleibende Raygras bildet aber über den Winter einen sehr guten Boden- und Grundwasserschutz und speichert en Reststickstoff ideal für die Folgekultur. Hemmend für den Anbau von Landsberger Gemenge sind nur die Saatgutkosten, die die Leguminosen verursachen. Sie sind aber die Schubkräfte für den üppigen Futterwuchs.
Pachtflächen sichern
Eine weitere Art der Futtervorsorge ist die Suche von Pachtflächen zum Feldfutterbau. Wer besonders in von Dürre betroffenen Lagen liegt, könnte sich auch um Ackerflächen bemühen, auf denen Feldfutter mit Luzerne rein oder in Luzernegras- oder Kleegrasmischungen angebaut werden kann. Besonders Reinbestände von Luzerne bringen in Trockenlagen auch bei Dürre erstaunliche Erträge. Bei luzerne-schonender Bewirtschaftung ohne zu tiefer Mahd, kann Luzerne über 5 Jahre durchhalten.
Luzerne für sonnige Futterwiesen
Luzerne liebt besonders warme Lagen und wird durch die Erderwärmung bei uns immer mehr begünstigt. Wo immer es auf sonnigen Futterwiesen infolge Dürre immer weniger Gräserwuchs gibt, werden diese Standorte für Luzerne immer günstiger. In sonnigen Lagen mit halbwegs ackerfähigem Grünland und gut durchlässigen Böden hat die tief wurzelnde Luzerne gute Chancen ausdauernd zu bleiben. Luzerne braucht beim Anbau unbedingt eine gute Bodenbearbeitung, da sie jung keine Konkurrenz verträgt. Mit Grünland-Einsaattechnik auf bewachsenen Wiesen kommt sie nicht auf, wird einhellig berichtet. Für den Dauererfolg sind folgende Kriterien entscheidend: gut durchlässige Böden, Samenimpfung, pH-Wert über 6, Schnitthöhen über 10 cm und kein Befahren bei Nässe. So können Luzernebestände bis 10 Jahre ausdauern. Das zeigen Erfahrungen im Weinviertel und der Buckligen Welt, wo zunehmend trockenere Bedingungen vorherrschen. Der Luzerneanbau in dürregefärdeten Wiesen als Wiesenverbesserung mit Artenanpassung bei zunehmender Trockenheit und Dürreperioden zu verstehen.
Futtergräser für trockene Zeiten
Einige Wiesenpflanzen weisen durch den Wärmeanstieg bereits zunehmende Tendenz auf. So profitieren die wertvollen Arten Glatthafer (im Bild)
und Wiesenrotklee davon bereits auffällig. Auch Rohrschwingel und Trespen breiten sich in Ostösterreich zunehmend stärker aus. Wegen guter Trockenverträglichkeit werden Knaulgras, Wiesenrispe und Rotschwingel in Einsaat- und Wiesenmischungen schon lang beigemengt. Sie sind aber keine guten Ersatzgräser bei Trockenheit. Zuviel Knaulgras mit groben, rohfaserreichen Stängel im Wiesenfutter wirkt fresshemmend. Wiesenrispe bildet dichte Narben, ist in Saatgutmischungen trotz hoher Anteile von 10-50% in Trockenlagen kaum durchsetzungsfähig und sohin nicht ertragsrelevant. Englisches Raygras ist sogar im trockenen Ostösterreich viel durchsetzungsfähiger und ertragreicher als Wiesenrispe. Dem trockenveträglichen Rotschwingel fehlen gänzlich die Eigenschaften als gutes Rinder-Futtergras. Längere Hitze- UND Trockenperioden begünstigen zusehends die Ausbreitung minderwertiger Wiesenfutterpflanzen wie Schafgarbe, Labkräuter, Flockenblume, Spitzwegerich und Wiesenpippau. Ihre problematische Ausbreitung und schwierige Eindämmung darf nicht unterschätzt werden.
In Dürre anfälligen Lagen wird die Auswahl klimatisch angepasster Futtergräser immer bedeutender. Für eine betrieblich, individuell optimierte standörtliche Gräserartenwahl für Futterwiesen und Zwischenfrüchte wenden Sie sich an den Autor und Futterbauexperten DI. Johann HUMER, unter johann.humer@gmail.com.
Wiesenrotklee und Englisches Raygras und geringe Anteile von Knaulgras auf Extensivwiese
unter Trockenzeiten in Ostösterreich 12.6.2017



Hornklee auf Schotter

Reine Glatthaferwiese - immer bessere Wüchsigkeit bei Trockenheit
Bilder unten:2003aug25 Dürrefotos aus der Buckligen Welt,schwer leidende Wiesen durch Trockenheit und Dürre
Der Klimawandel hat da 2003 bereits als enorme Dürre seine Vorboten gezeigt. Jetzt 2017 sollten man spätestens daraus seine Konsequenzen ziehen und Überlegungen zur Umstellung dürregefährdeter Wiesen auf trockentolerante Wiesengräser anstellen.
Fotos unter
https://plus.google.com/photos/107260902582116221495/albums/5911565937505542401
2017jun29
Ausbreitung von giftigem Jakobskreuzkraut durch Trockenheit im Waldviertel in Beispielen
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https://goo.gl/photos/5Ufhnxf3vyXbAk256
2017jun29
Trockene Wiesen im Waldviertel durch 2 Monat Dürre
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--Pdf von Bauernzeitung 2017
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Ersatzfutter,
Futternot,
Glatthafer,
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Perko,
Rohrschwingel,
Rotschwingel,
Schafgarbe,
Sommerfutterraps,
Spitzwegerich,
Trockenheit,
warne,
Wiesenpippau,
Zwischenfrüchte
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
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Stand: 2017jul24
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vom
06.05.2015 | von Peter Frank und Andreas Koutny unter
https://tirol.lko.at/nachhaltige-populationsregulierung-des-maik%C3%A4fers-und-seiner-engerlinge-mit-hilfe-von-melocont-pilzgerste+2500+2300835
Diskussion um Engerlingsschäden im Frühjahr in Kirchberg an der Pielach, 29.03.2004, ein Jahr nach der grossen Dürre 2003 in NÖ und Österreich.
Fotos zum Thema
unter
https://www.evernote.com/shard/s240/sh/12a30414-7576-4487-8438-0920181dcd61/aa8514e39bbe044c9093f7c120572514
Dürre Wiesen in Jagenbach, oberhalb am Rain wächst das Jakobskreuzkraut am 17.7.2017
Jagenbach, am Rain wächst das Jakobskreuzkraut
Unkontrollierte massenhafte Ausbreitung von giftigem Jakobskreuzkraut in Neuseeland um 1980
Dürre Wiesen: ein attraktiver Brutplatz für Engerlinge und Jakobskreuzkraut
Die extreme Dürre von Mai bis August 2017 in Teilen Ostösterreichs und Tirols führte zum Totalausfall des zweiten und dritten Wiesenaufwuchses. Ein breiter Landstrich vom Bezirk Melk bis Gmünd ist von Dürreschäden stark betroffen. Die vielen Tropentage mit Temperaturen über 35 °C und eine neue Rekordzahl an Hitzetagen mit über 30 °C verstärken im extensiven Grünland zwei Problembereiche: Narbenschäden durch Engerlinge und die Ausbreitung wärmeliebender Unkräuter, im Speziellen das giftige Jakobskreuzkraut. Über Vorbeugemaßnahmen berichtet der Grünlandexperte Dipl.-Ing. Johann HUMER.
Wärme zeigt Engerlingen lückige Grasnarben
Die hohe Sonneneinstrahlung auf lückigen und dürregeschädigten Wiesen führt zu einer Aufheizung des Bodens. Wiesen mit wenig Futterwuchs sind daher besonders betroffen. Diese Zustände bilden eine hohe Attraktivität für die Eiablage der Mai- und der Junikäfer, aus denen die wiesenschädigenden Engerlinge schlüpfen. Dieser Baum- und Wiesenschädling orientiert sich bei der Eiablage an der deutlich höheren Wärmeabstrahlung (Albedo) von Wiesen mit schütterem Bewuchs. Lichte Vegetationsdecken mit starker Sonneneinstrahlung bilden besondere Anziehungspunkte und Brutstätten für Schadinsekten. Gleichzeitig nehmen wärmeliebender Unkräuter überhand. Höchstes Augenmerk bedarf in nächster Zeit das hochgiftige Jakobskreuzkraut, denn die Dürre begünstigt seine Ausbreitung in vernachlässigtem Grünland besonders.
Die schädigenden wurzelfressenden Engerlinge, die Larven der Mai- und der Junikäfer profitieren durch den klimatischen Temperaturanstieg. Auch die fetten Tipulalarven der Wiesenschnaken (eine Großmückenart) sind im Grünland bedeutende Wurzelfresser. Bei ihrem Reifungsfraß fressen sich die Larven an den Wurzeln der Grasnarbe bis zur Flugreife als Käfer oder Großmücke satt. Der Wurzelfraß von Engerlingen und Schnaken kann so stark werden, dass Wiesen fleckenweise absterben und braun werden. Die Schäden treten bevorzugt an lokalen Wärmeinseln, wie sonnig trockenen Hängen und in windgeschützten, warmen Flusstälern auf. Der Befall wird erst im zweiten und dritten Jahr sichtbar, wenn der Hauptfraß der Larven erfolgt. Ein sicheres Zeichen für starken Engerlingsbefall ist, wenn die Wiesennarbe vom Boden sich löst und den festen Halt verliert. Bei warmen Temperaturen findet man direkt unter der abgestorbenen Narbe massenhaft die weißen, fetten Engerlingslarven. Die genaue Untersuchung der Wiesennarbe zeigt, dass bevorzugt die Wurzeln der Wiesengräser abgefressen werden. Das führt zur erhöhten Rutschgefahr und Futterverschmutzung bei der Ernte. Betroffen sind immer solche Wiesen, wo kaum oder nicht mehr gedüngt wird. Die Dominanz von Spitzwegerich auf solchen Wiesen ist ein typisches Beispiel. Ganz dramatisch wird die Situation, wenn zuerst die Dürre und nachfolgende Engerlingsplagen und dann noch Wildschweine die Wiesen zerstören. Derartige Schadensanhäufungen zeigen Fälle 2006 im Gailtal, 2016 in Reisseck (Ktn) und 2012 im Bezirk Rohrbach (OÖ). Daher sollte man vor solchen Katastrophen gerüstet sein, wenn Wiesen für das Einkommen aus der Tierhaltung entscheidend sind. Wenn auch nicht in allen exponierten Wiesen Engerlingsschäden auftreten, lückige Narben sollten nach Dürren mit geeigneten Futtergräsern repariert werden um Ertragsverluste und Unkrautausbreitung zu vermeiden.
Folgeschäden durch Wildschweine
Wo es massenhaft Engerlinge gibt, werden auch andere Tiere auf die fetten Engerlingslarven als interessante Nahrungsquelle aufmerksam. Dazu gehören der Maulwurf, die Feldmaus, Wildschweine, der Dachs und die Krähen. Alle zerstören bei der Insektensuche zusätzlich die Wiesenarbe. Die größten Folgeschäden verursachen Wildschweine. Sie durchwühlen bevorzugt extensive Wiesen verstreut an mehreren Stellen. Die Nahrungssuche mit Wühltätigkeit hinterlässt ein „wildes Problemfeld“ mit Löchern und aufgeschobenen Erdhaufen und Wasenresten. Bei höherer Zahl verstreuter Wühlstellen ist der Reparaturaufwand so groß, dass eine Wiesenneuanlage notwendig ist. Auch die Entschädigung dieser Wildschäden ist infolge von Interessenskonflikten ein schwieriger Weg und gleicht teils einem Hindernislauf.
Schäden durch Nager
In den letzten Jahren kam es mit dem Temperaturanstieg gleichzeitig zu einer starken Zunahme extrem großer Maulwurfshügel, die mehr Erdbergen gleichen. Die großen Erdhaufen verschmutzen Silagen immer massiver, zerstören Gräserhorste nachhaltig, ruinieren Ertrag und Futternachwuchs für Jahre, hinterlassen Lücken ohne Vegetation und begünstigen damit die Ausbreitung biodiverser, futteruntauglicher Unkräuter wie Ampfer. In Extremfällen führt das zur Futterverweigerung ganzer Silopartien und reicht bis zum Tod von Vieh infolge von mit Clostridien verseuchtem Futter. Auch bei Wühlmäusen ist eine Zunahme der Schäden in der Wiesennarbe (durch die vielen Löcher und den Wühlgängen) zu beobachten. Große Wiesenflächen können über den Winter durch Mäuse zerstört werden. Alle Fresser von Engerlingen sind Profiteure des steigenden Insektenbesatzes in Grünlandböden. Bewährt hat sich in der Abwehr von Nagern das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel und das konsequente Fangen der Schädlinge mit Fallen sowie die Beobachtung von Neueinwanderungen.
Die auffällige Zunahme der Freßfeinde von Engerlingen ist ein Hinweis, dass immer mehr wärmeliebende Schädlinge von den Wurzeln der Futtergräser leben und sie zerstören. Wurzelschädlinge sind mitverantwortlich für Ertragsverluste durch Lückenbildung der Grasnarbe und damit gleichzeitig Wegbereiter für die Unkrautansiedelung. Die starke Zunahme und Zuwanderung vieler Schadinsekten wird durch die zunehmend globale Erderwärmung begünstigt. Das erklärt auch das epidemische Massenauftreten von wohl bekannten und immer aggressiver fraßschädigenden Insekten wie Getreidehähnchen, Maiswurzelbohrer, Kartoffelkäfer, Borkenkäfer, Schnellkäfer (Drahtwurm), Laufkäfer, Rüsselkäfer, Heuschrecken und Asiatischer Marienkäfer.
Unkraut-Explosion durch wärmeres Klima
Trockenheit und Dürre verschlechtern seit Jahren zusehends die botanische Futterzusammensetzung von Wiesen. Mit dem wärmeren Klima nehmen unübersehbar und immer mehr wärmeliebende, unproduktive krautige Pflanzenarten mit tieferer Durchwurzelung überhand. Sie führen zu immer mehr nutzlos gedüngtem und geerntetem Futter, da sie im Übermaß wegen ihrer fresshemmenden Inhaltsstoffe vom Vieh verweigert werden. Dazu gehören Schafgarbe, Wiesenlabkraut, Wiesenpippau, Flockenblume, Spitzwegerich, Doldenblütler, Hahnenfußarten, Scharbockskraut, Bunte Kronenwicke, Vogelwicke, Hauhechel, Zypressen-Wolfsmilch, Klappertopf und alle Arten von Kreuzkraut. Werden sie als Notfutter dennoch gefressen - was bei Futtermangel durch Dürre der Fall ist - so verursachen sie Leistungseinbußen beim Vieh oder sogar Vergiftungen bis hin zum Tiertod. Die wenigen guten Futterarten die vom wärmeren Klima profitieren sind Raygräser, Glatthafer, Timothe, Wiesenrotklee, Hornklee und Luzerne.
Extensivierung und Biodiversität als Problemverstärker
Die enorme Zunahme von Schadinsekten, Unkräutern und Giftpflanzen erklärt sich durch das Zusammenwirken zweier sich selbst verstärkender Faktoren: a) Der klimabedingte Temperaturanstieg begünstigt Schadinsekten und Unkräuter und b) die Folgen der Förderung der Biodiversität durch Extensivierung und Düngeverzicht. Höhere Biodiversität bedeutet für Futterwiesen eine bewusste Ertrags- und Qualitätsverschlechterung durch neuerliche Ausbreitung von bereits verschwunden geglaubten Unkräutern, Giftpflanzen und die Zunahme von Schädlingen.
Verzicht oder Reduktion der sachgerechten Düngung führt zu Aushungerung, Rückgang und Absterben guter Futterwiesengräser in Fettwiesen. Lückenbildung und Verunkrautung sind die Folgen dieses Produktionsrückschrittes. Je größer und schockartiger die Nährstoffreduktion erfolgt, umso mehr entstehen Lücken mit Anziehungspunkten für Schädlinge und Unkräuter. Dürren verstärken zusätzlich den Prozess der Lückenbildung. Die Förderung dichter Grasnarben durch wiederholte Nachsaaten ist die wirksamste Strategie gegen schädliche Eindringlinge und Unkrautausbreitung auf Futterwiesen.
Es ist viel zu wenig bekannt, dass Grünland in Österreich ohnedies eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt (Biodiversität) im Mittel von 28 bis 55 Pflanzenarten, vereinzelt sogar bis 115 Arten aufweist (Pötsch et al, 2003). Grünlandwirten mit Tierhaltung als Einkommensquelle sollte bewusst sein, dass noch höhere Biodiversitäten für Viehfutterwiesen ertragsmindernd sind. Der Ertrag der besten Futterpflanzen wird nämlich mit jeder weiteren Art verdünnt und die Futterqualität durch geringere und spätere Nutzung vermindert (AGFF, 2014). Zusätzlich verursacht die Biodiversität von Schadinsekten in Wiesen Ertragsverluste bis zu zwei Tonnen Trockenmasse je ha (Clements et al, 1990), was einem Verlust von 400 €/ha entspricht.
Diese Zusammenhänge zeigen, dass Futterwiesen in trockenen Lagen durch Erderwärmung, Dürreperioden und Extensivierung stark gefährdet sind. Schädlinge, Giftpflanzen, Futtermangel, Futterverteuerung, Einkommensschwächung, Verlust an Fachkompetenz in der Produktion durch Extensivierung beschleunigen die landwirtschaftliche Entwertung dieser Wiesen. Typische Beispiele dafür sind die inzwischen unkontrollierte Ausbreitung von toxischen Pflanzenarten wie Wasserkreuzkraut, Herbstzeitlosen und Klappertopf auf Extensivwiesen. Bedrohlich ist im Waldviertel und Bayern inzwischen der Übergriff von giftigem Wasserkreuzkraut auf sogar gute Futterwiesen. Der Weg in die Extensivierung und der Abstieg zum Umstieg in den Nebenerwerb verstärken den fachlichen Kompetenzverlust im Grünland. Erfolgreiche Viehhalter, Futterhändler, Pferdehalter können nur hochwertiges, einwandfreies Wiesenfutter, frei von Giftpflanzentoxinen und Erdverschmutzung brauchen. Auch für die Lebensmittelindustrie sind nur einwandfreie, toxinfreie Agrarprodukte akzeptabel und verkehrsfähig. Das ist nur mit exzellenter fachlicher und wirtschaftlicher Kompetenz in der Futterproduktion möglich.
Die extensive Grünlandnutzung ist nicht generell abzulehnen, aber nur sinnvoll auf natürlichen Extensivstandorten. Dazu zählen zumeist ertragsarme, magere, nährstoffarme, schwierig bewirtschaftbare, sehr feuchte oder sehr trockene und schon Jahrzehnte kaum oder ungedüngte Flächen. Das sind die natürlichen Standortbedingungen, wo naturbedingt eine biodiverse Artenvielfalt auftreten kann. Unsinnig ist es aber fruchtbaren Fettwiesen eine künstliche Artenvielfalt aufzuzwingen, denn sie neigen bei Extensivierung infolge von Sukzessionsprozessen zur Entartung mit wertlosen oder giftigen Massenarten wie Wasserkreuzkraut, Spitzwegerich, Ruchgras, Honiggras. Seltene Extensivwiesenpflanzen wachsen nie auf Fettwiesen, sondern brauchen magere, nährstoffarme, ertragsarme Habitate. Dass die Natur am fruchtbarsten ist, wenn Reinkulturen mit nur einer Art in Fruchtfolgen gebaut werden, zeigen wie relativ die Behauptungen zur Nützlichkeit von Biodiversität sind.
Wasserkreuzkraut , 2017jul17 südlich von Zwettl
Entartung durch Extensivierung infolge von Sukzessionsprozessen mit wertlosen giftigen Massenart
Bekämpfung der Engerlinge
Die Engerlingsbekämpfung ist aufwändig und schwierig, zeitraubend und teuer. Bei einem Engerlingsbefall ist der einfachste Weg eine mehrfache, stark mechanische Bodenbearbeitung mit einer Kreiselegge, eventuell auch einer Bodenfräse. Dazu ist eine warme Sommerwitterung notwendig, weil diese Technik die Engerlinge nur bodenoberflächennah erreicht. Die Bekämpfung mit Pilzgerste ist möglich, aber langwierig, zusätzlich auch noch sehr teuer (um 500 €/ha) und wirkt nur gegen Maikäfer-Engerlinge. Die beste Vorbeugung gegen die Engerlingsausbreitung ist der schnelle Aufbau einer dichten Wiesennarbe mit gutem Futterwuchs. Dazu sind spezielle Bodenvorbereitungen, Saattechniken, Saatgutmischungen und eine nachhaltige Düngung notwendig. Um die Ausbreitungsmöglichkeiten für Engerlinge zu minimieren, ist sofort nach der nächsten Mahd mit dem Wiesenaufbau durch eine gezielte Einsaat vorzugehen. Gute Futtererträge mit standortangepassten, gut wüchsigen Gräser- und Kleearten sind die Basis für den Erfolg. Am erfolgversprechendsten sind Einsaaten in lückige Wiesen im Spätsommer. Ein Bestand aus besten und ertragreichen Gräsern muss für den immer qualitativ wichtiger werdenden und entscheidenden ersten Frühjahresaufwuchs die höchste Priorität haben.
Es zeichnet sich durch Dürreperioden immer mehr die Tendenz ab, dass die Folgeaufwüchse mit ihrem Giftpflanzenbesatz, ihrer schlechteren Futterstruktur, geringeren Nährstoffgehalten immer mehr an Bedeutung verlieren. Die Konzentration aller Bemühungen muss daher im erfolgreichen ersten Frühjahresaufwuchs liegen. Die Nährstoffe von minderwertigen Sommer- und Herbstaufwüchsen sollten daher als Düngemulch für den ersten Aufwuchs genutzt werden. Das Wasserkreuzkraut hat sich inzwischen so massenhaft ausgebreitet, dass ohnedies nur mehr der erste Jahresaufwuchs ein unbedenkliches und giftfreies Wiesenfutter ist, da es erst ab Juli Stängel treibt.
Wiesenreparatur mit standortangepassten Mischungen
Im Handel erhältliche (fertige) Nachsaatmischungen sind bequem aber nur geeignet, wenn sie für den Standort gut wüchsige Arten enthalten. Nach jahrelangen eigenen Beobachtungen enthalten fertige Nachsaatmischungen viel zu viele Arten mit nur geringer Konkurrenzkraft für die Wiesenregeneration. Ein Teil des Saatgutes entspricht damit nicht den Anforderungen häufig komplexer Standorte und wird damit umsonst gekauft und gesät. Es fehlen eindeutige Ergebnisse, die belegen dass konkurrenzschwache Gräser von Nachsaatmischungen anwachsen. Es gibt auch keine generelle Überprüfung aller Nachsaatmischungen, ob sie die Erwartungen in der Praxis wirklich erfüllen, dass alle eingesäten Arten in eine bestehende Altnarbe wirklich anwachsen und auch wirtschaftlich sind. Die Zumischung von exakt zu der Wiese passenden Arten verbessert die Chance auf eine erfolgreiche Wiesenregeneration. Am besten sind jene individuellen Einsaatmischungen, die eine standörtlich gezielte Auswahl lokal gut wüchsiger Gräser- und Kleearten enthalten. Jede Wiese braucht für beste Erträge von Natur aus daher ihre eigene spezifische Gräsermischung. Für erfolgreiche Einsaaten sind anfänglich meist mehrere Wiederholungen notwendig, weil nicht immer die besten Aufgangsbedingungen in einer Wiesennarbe herrschen. Zur Nutzung dieser Voraussetzungen und des Erfolges ist das Erkennen der wichtigen lokalen und guten Futtergräser erforderlich. Auch Zeigerpflanzen in der Wiese geben für die Saatgutwahl wichtige Hinweise auf Mangel oder Überschuß bei Nährstoffen, der Bodenfeuchte und über eine narbenschädigende Bewirtschaftung. Bei Extensivierung ist heute zunehmend das rechtzeitige Erkennen und Eindämmen von Giftpflanzen wichtig damit Vergiftungen vermieden werden und das Vieh keine Leistungseinbußen erleidet.
Fazit
Der Beitrag informiert über Gefahren durch Engerlinge und Giftpflanzen, die nach längeren Dürrepeerioden auf schütteren, zumeist extensiven Wiesen entstehen. Es werden Wege aufgezeigt, wie Wiesen mit Engerlingsbefall zu sanieren sind und nach welchen Prinzipien die Auswahl standortgerechter Futtergräser für die Wiesenregeneration erfolgen soll. Für das Erkennen und die standörtlich optimal passende Auswahl an Futtergräsern zur Wiesenregeneration können Sie sich an den Autor unter johann.humer@gmail.com wenden.