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Dienstag, 18. September 2018

Engerlingsschäden in Futterwiesen sanieren


Massenhafte Engerlingsschäden in Futterwiesen rasch sanieren

Derzeit, Anfang September 2018, kommt es landesweit in mehreren Gebieten Österreichs, besonders in OÖ und NÖ zu einem flächenhaften, massiven Ausbruch an schweren Schäden durch Engerlinge in Futterwiesen.

Flächenhafter Engerlingstotalschaden
In der Südost Schweiz sind ganze Hänge von Engerlingen kahlgefressen (Foto unten).
https://www.suedostschweiz.ch/engerlinge18

Auch in Österreich sind Gebiete davon schwer betroffen. 



1. 
Die andauernde Trockenheit mehrere Jahre hintereinander 
und 
2.
zusätzliche finanzielle Anreize zur Umstellung vieler Wiesen auf Düngeverzicht und Pflanzenschutzverzicht mit keiner oder nicht ausreichender Unkrautbekämpfung

begünstigen seit Jahren die Massenvermehrung wärmeliebender Insekten wie Engerlingen
auf den ohnedies mageren, ertragsgeschwächten Wiesen. Ebenso nehmen immer häufiger wärmeliebende und andere Problemunkräuter zu. Der Grund dafür ist neben dem klimawandelbedingten Temperaturanstieg ebenso die Unkrautausbreitung durch Verzicht und Vernachlässigung von Pflanzenschutz unserer Kulturpflanzen.


Mechanische Engerlingsbekämpfung mit Kreiseleggen

Die rasch wirksamste Maßnahme bei engerlingsgeschädigten Wiesen ist, diese Flächen mit rotierenden Bodenwerkzeugen wie Kreiseleggen, Rotortiller, Umkehrfräsen intensiv, mehrmals und immer tiefgründiger mechanisch zu bearbeiten. So werden die fetten Larven der diversen Maikäferarten verletzt und zerquetscht. Die warme Jahreszeit soll gut genützt werden. Da befinden sich die Engerlinge massenhaft knapp unter der Grasnarbe und fressen sich an den Wurzeln fett.


Wiesenregeneration muss sofort folgen

Viele Bauern wollen, die von Dürre und Engerlingen geschädigten Futterwiesen mit Saatgut regenerieren. Derzeit sind aber Saatguthändler bei Wiesensaatgut bereits nahezu ausverkauft, da eine unerwartet enorme landesweite Nachfrage nach Wiesensaatgut besteht. Es soll noch ehestens im September eingesät werden. Ohne Regeneration der abgestorbenen Grasnarbe mit Wiesensaatgut breiten sich erfahrungsgemäß lästige Unkräuter und vor allem die höchst unerwünschte Gemeine Rispe mit Vorliebe aus. Sie ist derzeit zwar meist vertrocknet, regeneriert sich aber mit der Winterfeuchte schnell. An jedem am Boden niederliegenden Stängelknoten schlägt sie Seitentriebe, die wieder zu vollen Pflanzen im Frühjahr heranwachsen.


Was soll gesät werden?

Für die oft in trockenen, mageren Lagen dürftigen dahinvegetierenden Wiesen, ist der Aufbau einer dichten, gut bodenbedeckenden Grasnarbe der Schlüsselpunkt zur Schadensabwehr von Engerlingen. Denn die Maiskäfer legen ihre Brut meist in lichten, wenig dicht bewachsenen Futterbeständen - meist Magerwiesen - ab. In diesen warmen, aufgeheizten Wiesenböden erfolgt eine besonders ideale, rasche und daher massenhafte Brutentwicklung. Zur Saat werden auf Standorten mit starker Sonneneinstrahlung und Bodenaufheizung wegen der immer häufigeren Dürrezeiten trockenheitsresistente klimaresiliente Futterwiesenpflanzen mit tieferen Wurzelgang immer wichtiger. Auf Standorten mit starker Sonneneinstrahlung und Bodenaufheizung sind daher klimaresiliente Saatmischungen von vorrangiger Bedeutung.

Klimaresiliente Futterpflanzen sind:
KNAULGRAS, GLATTHAFER, ENGLISCHES RAYGRAS, ROTSCHWINGEL, WIESENSCHWINGEL, ROHRSCHWINGEL, FESTULOLIUM, HORNKLEE und ROTKLEE. Die Bauernzeitung berichtete über empfehlenswerte klimaresiliente Wiesenmischungen für Einsaat und Wiesenneuanlage jüngst ausführlich in Nr. 36 vom 6. September 2018.
Notmischungen

Bei vielen Wiesenmischungen und einzelnen Komponenten herrscht bereits Knappheit. Wenn nur mehr wenige Arten oder passsende Wiesenmischungen erhältlich sind, soll versucht werden Notmischungen aus den Komponenten KNAULGRAS, ENGLISCHEM RAYGRAS und ROTSCHWINGEL anzusäen. Die anderen trockenheitsverträglichen Arten und die Kleearten müssen notgedrungen im Folgejahr auf den offenen Bodenstellen nachgesät werden damit ein genug artenreicher Bestand entsteht. Ohne regenative Wieseneinsaat kann es leicht zu einer Verwilderung und weiteren Ertrags- und Futterwertminderung auf diesen ohnedies geschwächten Futterwiesen kommen.







Auch Maulwürfe können überhandnehmen

Auch Maulwürfe finden in Engerlingen eine gute Futtergrundlage. In jüngerer Vergangenheit war auf Grünlandstandorten eine starke Zunahme extrem großer Maulwurfshügel zu beobachten. Aufgrund der großen Erdhaufen kommt es zu massiv verschmutzen Silagen und nachhaltig zerstörten Gräserhorsten. Auf Ertrag und Futternachwuchs hat dies über Jahre eine nachteilige Wirkung. Die entstehenden Lücken ohne Vegetation begünstigen die Ausbreitung biodiverser, futteruntauglicher Unkräuter wie Ampfer. In Extremfällen verweigern die Tiere die Aufnahme ganzer Silopartien, bzw. es kann durch clostridienverseuchtes Futter zu Todesfällen beim Vieh kommen. Auch Wühlmäuse schädigen zunehmend das Grünland, indem sie mit Löchern und Wühlgängen die Narbe aufbrechen und unterminieren. Eine starke Mäusepopulation kann über den Winter sogar große Wiesenflächen zerstören.
Auch Feld- und Wühlmäuse können sich massenhaft vermehren.
Zur Abwehr von Nagern hat sich das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel bewährt. Auch das konsequente Fangen der Schädlinge mit Fallen sowie die Beobachtung von Neueinwanderungen sind wichtige Vorbeugungsmaßnahmen.
Bildunterschrift hinzufügen




Ausblick

Schließlich ist zu überlegen, ob die staatlich geförderten Programme mit Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutz nicht im Einzelfall mehr Schaden als Nutzen bringen. Denn gut gedüngte, üppige, dichte Futterbestände sind für Engerlinge kein Anziehungspunkt. Der viel zu einseitig propagierte Nutzen von Biodiversität führt inzwischen zu einer explosiven Zunahme unerwünschter Flora und Fauna (Giftpflanzen, Wolf, Bär, Engerlinge) und wird immer mehr zu einem Bumerang und Bedrohung für produktiv wirtschaftende Bauern. Die Umsetzung von ROBUSTEM FACHWISSEN in Grünland-Lehre und -Praxis satt produktionshemmender Förderprogramme bei Düngung und Pflanzenschutz würde in der Agrarproduktion zu viel weniger Ertragsschäden führen.

Fachberatung zum Thema gibt der Autor und Futterwiesenexperte HUMER unter: johann.humer@gmail.com / M: 0664/8244458





Weiterführenden Informationen und Belege zu Engerlingsschäden im österreichischen Grünland:

Die zahlreichen Beiträge bestätigen, dass es in Österreich ein zunehmendes und massives Engerlingsproblem gibt.

10.09.2018 | von DI Peter Frühwirt, LK OÖ, lk-online:
Engerling-Bekämpfung September 2018
Ganz OÖ ist Engerling Befallsgebiet.

04.09.2018 | von Redaktion "Der Bauer", LK OÖ, lk-online, 5. September 2018 Der Bauer INVEKOS 7 (PDF)
Grünlanderneuerung
DI THOMAS WALLNER ING. KARL THUMFART. Der Grund für die derzeit häufigen Anfragen zur Grünlanderneuerung liegt beinahe immer in den durch Engerlinge verursachten Schädigungen.

28.08.2018 | von DI Peter Frühwirth, LK OÖ, lk-online:
Engerlingschäden rasch sanieren!

Beilage zum OÖ. Grünland-Infomail Nr.: 8/2018; 28. August 2018


Nach der Trockenheit die Wiese sanieren

… Zudem verschärft sich vielerorts die Lage aufgrund des Wurzelfraßes durch Engerlinge und durch vermehrtes Aufkommen unerwünschter Pflanzenarten.
Engerlinge
Fräsen, Kreiselegge - ÖPUL-Tauglichkeit prüfen!Erosionsgefahr in Hanglagen!Pilzgerste - Fördermöglichkeit durch das Land Salzburg



26.08.2018,
Der Engerling: Die nächste Plage für Schärdings Landwirte


Engerlinge werden wieder aktiv

… Es war ja zu befürchten: Die ersten Engerlingschäden sind am Grünland bereits sichtbar.

12.08.2018 | ORF Kärnten

Engerling-Plage im Mölltal

Im Mölltal haben heimische Landwirte erneut mit einer Engerling-Plage zu kämpfen. Wie schon vor drei Jahren ist heuer vor allem wieder die Gemeinde Reißeck betroffen. 40 Hektar Grünfläche sind befallen. Immer wieder kommt es im Mölltal, sowie im oberen Drau- und Gailtal zu einem Engerling-Befall. 

Insekten - Engerling - Maikäfer

… Der Engerling verursacht in Junganlagen und Rebschulen durch Fraßtätigkeit an den Wurzeln und am Wurzelstamm starke Schäden, die zu Stockausfällen führen. In Ertragsanlagen verursacht der Engerling keinen weiteren Schaden. In besonders starken Flugjahren können Engerling bzw. Käfer durch Wurzel- oder Blattfraß zu Schäden führen.

Der Feld-Maikäfer – Grünlandwirtschaft mit dem Engerling

In diesem Handbuch werden die nunmehr 10-jährigen Erfahrungen mit der Bekämpfung des Engerlings durch mechanische Methoden und mit der Pilzgerste dokumentiert. Wert gelegt wurde auf eine möglichst praxisnahe Darstellung von Methoden, die auch wirklich einen Sinn haben und deren Wirkung über mehrere Jahre hinweg nachweisbar ist. Die 90 Seiten umfassende Broschüre ist zusätzlich mit zahlreichen Farbfotos anschaulich gestaltet. Angesprochen werden auch die Thematik der Bewirtschaftung des Dauergrünlandes und deren Einfluss auf die Engerling-Problematik. 


Nachhaltige Populationsregulierung des Maikäfers und seiner Engerlinge

Mechanische Verfahren in Kombination mit Melocont®-Pilzgerste.
Mit bis zu 200 Engerlingen/m2 Wiese ist der Maikäfer in den letzten Jahren in Österreich zur regelrechten Plage geworden.
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Dachsschaden nach Engelingsschaden. Foto TWITTER

Wurzel fressender Engerling , Q: Zeichnung Assadallah Mrkarim

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Maikäfer-von-Edmund-Reitter-1908-wikicommons-PD.jpg


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Der Maikäfer als Profiteur von Klimawandel und Dürren
Abbildung aus 2002 Fröschle, Der Feldmaikäfer und seine Engerlinge



Für gute Futtererträge ist die Auswahl örtlich passender Futtergräser entscheidend. FUTTERWIESENEXPERTE HUMER berät Sie dazu ausführlich.
M: 0664-8244458

Freitag, 29. Juni 2018

Ersatzfutter bei Futternot und Sommerdürre

Ersatzfutter und klimatische Futterumstellung bei Futternot und Sommerdürre

DI. Johann HUMER

DSCN6380 GL Wiesen Dürre Trockenheit Buckelige Welt.JPG


Ratlosigkeit bei Futternot und Sommerdürre im Grünland
  • Eine klimatische Futterumstellung auf trockenrestente Gräser wie Glatthafer, sowie hitzeverträgliche Kleearten wie Luzerne wird bei Futternot und Sommerdürre immer offensichtlicher notwendiger.
  • Trockenheitsresistendere Gräser wie Glatthafer und tiefwurzelnde Luzerne können Trockenheit besser überwinden
  • Rotschwingel wie im Bild und in Einsaatmischungen ist dagegen keine gute Lösung



In ganz Österreich gab es im Mai und Juni 2017 um 50 % weniger Niederschläge. Im nördlichen Ober- und Niederösterreich blieb der Regen fast ganz aus. Bei extremer Trockenheit - verbunden mit bisher nie da gewesenen Hitzetagen bis 35 °C - stellen die nicht tief wurzelnden Wiesengräser das Wachstum ein. Ein völliger Futterausfall und Folgeschäden in der Wiesennarbe sind die Folgen. Wenn Futter knapp wird, müssen früh Überlegungen zu Ersatzfutter, Sommerfutterbau und an eine Umstellung auf klimaangepasste Wiesengräser erfolgen.

ZAMG Niederschlagsdefizit 2017 Juni 50%.png
Quelle: im Bild

zamaf juni +3,7grad.jpg

Stroh und Getreide sichern

In klimatisch heißen Gebieten mit traditionell wenig Winterfutterbereitung ist bekannt, dass mit Stroh und Getreide das Vieh in Notzeiten durchgebracht werden kann. Die Sicherung von gutem Futterstroh wird heuer durch die Dürre kritisch. Viehlose Betriebe müssen in Jahren mit Futternot solidarisch sein, und bei dringender Strohnachfrage das Stroh ausnahmsweise nicht unbedingt einarbeiten.


Strohveredelung mit Melasse, Gerste, Hafer und Mais


Die höchstwertigen Stroharten als Notfutter sind in der Reihenfolge die Getreidearten: Hafer, Gerste, Weizen, Tritikale und Roggen. Mikrobiologisch ist gelbes Stroh, das nicht angeregnet wurde, ist das beste Stroh. Futterstroh soll möglichst gehäckselt werden, damit es leichter gefressen wird und die Strohverluste gering bleiben. Je weniger es staubt umso besser ist die Futterqualität.


Mit Melasse kann das Futterstroh veredelt werden. Dabei wird es besser fressfähig und der Staub gebunden. Stroh kann mit Getreidearten und Mais energetisch veredelt werden. Damit ist bei Futternot noch halbwegs Zuwachs oder Milchleistung erreichbar. Die wertvollsten Getreidearten für Notfutter sind Gerste und Hafer, da ihre Samenhülle auch wichtige Futterstruktureigenschaften aufweisen. Weizenschrot ist wegen zu schnellem Stärkeabbau und Azidosegefahr ungünstig. Geschrotet bringt Gerste oder Hafer bessere Tierleistungen als gequetschtes oder ganzes Korn. Körnermais ist durch langsamen Stärkeabbau ein ideales leistungssteigerndes Ersatzfutter. Erforderlich ist wie bei jeder Verfütterung von Getreide oder Mais eine 2 bis 3 wöchige Umstellungsphase mit anfänglich kleineren Mengen unbedingt einzuhalten, so wie das bei jeder Futterumstellung erfolgen soll. Das ist wegen der notwendigen mikrobiellen Anpassung der besonderen rohfaserverdauenden Magen- und Darmflora beim Vieh unbedingt erforderlich. Wer die Wiederkäuer mit zu schneller Futteränderung überfordert, läuft Gefahr schwere gesundheitlichen Schäden und Leistungseinbußen zu verursachen, die sogar bis zum Tod führen können. Das Überfressen mit Getreideschrot von dominierenden Alpha-Tieren am Futtertrog, die schwächere Tiere bei der Fütterung abdrängen, ist daher durch Beobachtung und geeignete Futterzuteilung zu verhindern.


Zusätzlicher Futterbau

Die heuer frühere Getreideernte ermöglicht einen früheren Zwischenfruchtfutterbau. Die Chance sollen Betriebe mit Ackerbau nützen um die zu erwartende Futternot zu lindern. Statistisch fallen die höchsten Monatsniederschläge im Juli bis August. Die heutigen Klimawandelmodelle deuten an, dass sich die Niederschläge tendenziell in die Wintermonate verschieben. Das Auftreten von immer mehr Hitzetagen über 30 °C und längeren Dürreperioden ist inzwischen auch in Österreich ein Faktum. Grünlandbauern sollen durch jährliche Einsaat im Sommer mit standörtlich angepassten Gräserarten die Wiesen für ein immer wärmeres Klima schrittweise verbessern. Die höchste Priorität muss dabei der gelungene erste Aufwuchs in Ertrag wie Qualität sein. In wärmeren Zeiten werden die Folgeaufwüchse qualitativ schlechter und ertraglich zunehmend unsicher.


Raschwüchsiges Zwischenfruchtfutter mit Sommerfutterraps und PERKO

Für gute Erträge ist die Erfahrung zu nutzen, dass nur der frühe Zwischenfruchtanbau nach der Getreideernte rasche Futter bringt. Ein ehernes Gesetz ist, dass die extrem raschwüchsigen Kreuzblütler Sommerfutterraps und PERKO PVH das früheste Zwischenfruchtgrünfutter innerhalb von 4 Wochen hervorbringen. Für einen guten Aufgang muß die Bodenfeuchte gut genutzt werden mittels rascher Bodenbearbeitung mit Rückverfestigung durch Walzen und einer Düngung vor der Saat. Ertragreiche Zwischenfrüchte brauchen eine Stickstoffgabe von 50 bis 70 kg N/ha. Optimal sind die kombinierte Gabe von Gülle und Mineraldünger-Stickstoff.


Landsberger Gemenge

enthält drei wärmeliebende und im Sommer rasch reifende Pflanzenarten. Der erste Schnitt bringt außergewöhnliche Spitzenerträge und wertvollstes Sommerfutter. Bei frühem Anbau, genug Feuchte und Wärme kann sogar ein zweiter Aufwuchs folgen. Inkarnatklee und Zottelwicke - die Wachstumsmotoren im ersten Aufwuchs - treiben im zweiten aber kaum nach. So bleibt fast nur Raygras übrig. Bei guter Stickstoffdüngung zeigt Raygras dennoch einen weiteren guten Ertrag. Für weitere Nutzungen im Folgejahr ist das Gemenge erschöpft. Das verbleibende Raygras bildet aber über den Winter einen sehr guten Boden- und Grundwasserschutz und speichert en Reststickstoff ideal für die Folgekultur. Hemmend für den Anbau von Landsberger Gemenge sind nur die Saatgutkosten, die die Leguminosen verursachen. Sie sind aber die Schubkräfte für den üppigen Futterwuchs.


Pachtflächen sichern

Eine weitere Art der Futtervorsorge ist die Suche von Pachtflächen zum Feldfutterbau. Wer besonders in von Dürre betroffenen Lagen liegt, könnte sich auch um Ackerflächen bemühen, auf denen Feldfutter mit Luzerne rein oder in Luzernegras- oder Kleegrasmischungen angebaut werden kann. Besonders Reinbestände von Luzerne bringen in Trockenlagen auch bei Dürre erstaunliche Erträge. Bei luzerne-schonender Bewirtschaftung ohne zu tiefer Mahd, kann Luzerne über 5 Jahre durchhalten.

Luzerne für sonnige Futterwiesen

Luzerne liebt besonders warme Lagen und wird durch die Erderwärmung bei uns immer mehr begünstigt. Wo immer es auf sonnigen Futterwiesen infolge Dürre immer weniger Gräserwuchs gibt, werden diese Standorte für Luzerne immer günstiger. In sonnigen Lagen mit halbwegs ackerfähigem Grünland und gut durchlässigen Böden hat die tief wurzelnde Luzerne gute Chancen ausdauernd zu bleiben. Luzerne braucht beim Anbau unbedingt eine gute Bodenbearbeitung, da sie jung keine Konkurrenz verträgt. Mit Grünland-Einsaattechnik auf bewachsenen Wiesen kommt sie nicht auf, wird einhellig berichtet. Für den Dauererfolg sind folgende Kriterien entscheidend: gut durchlässige Böden, Samenimpfung, pH-Wert über 6, Schnitthöhen über 10 cm und kein Befahren bei Nässe. So können Luzernebestände bis 10 Jahre ausdauern. Das zeigen Erfahrungen im Weinviertel und der Buckligen Welt, wo zunehmend trockenere Bedingungen vorherrschen. Der Luzerneanbau in dürregefärdeten Wiesen als Wiesenverbesserung mit Artenanpassung bei zunehmender Trockenheit und Dürreperioden zu verstehen.

Futtergräser für trockene Zeiten

Einige Wiesenpflanzen weisen durch den Wärmeanstieg bereits zunehmende Tendenz auf. So profitieren die wertvollen Arten Glatthafer (im Bild) 
DSCN1254 glatthafer .JPG

und Wiesenrotklee davon bereits auffällig. Auch Rohrschwingel und Trespen breiten sich in Ostösterreich zunehmend stärker aus. Wegen guter Trockenverträglichkeit werden Knaulgras, Wiesenrispe und Rotschwingel in Einsaat- und Wiesenmischungen schon lang beigemengt. Sie sind aber keine guten Ersatzgräser bei Trockenheit. Zuviel Knaulgras mit groben, rohfaserreichen Stängel im Wiesenfutter wirkt fresshemmend. Wiesenrispe bildet dichte Narben, ist in Saatgutmischungen trotz hoher Anteile von 10-50% in Trockenlagen kaum durchsetzungsfähig und sohin nicht ertragsrelevant. Englisches Raygras ist sogar im trockenen Ostösterreich viel durchsetzungsfähiger und ertragreicher als Wiesenrispe. Dem trockenveträglichen Rotschwingel fehlen gänzlich die Eigenschaften als gutes Rinder-Futtergras. Längere Hitze- UND Trockenperioden begünstigen zusehends die Ausbreitung minderwertiger Wiesenfutterpflanzen wie Schafgarbe, Labkräuter, Flockenblume, Spitzwegerich und Wiesenpippau. Ihre problematische Ausbreitung und schwierige Eindämmung darf nicht unterschätzt werden.


In Dürre anfälligen Lagen wird die Auswahl klimatisch angepasster Futtergräser immer bedeutender. Für eine betrieblich, individuell optimierte standörtliche Gräserartenwahl für Futterwiesen und Zwischenfrüchte wenden Sie sich an den Autor und Futterbauexperten DI. Johann HUMER, unter johann.humer@gmail.com.







DSCN6392 GL Trockenheit Dürre Wiese mit Rotschwingel und Schafgarbe.JPG


DSCN6391 GL Trockenheit Dürre Wiese mit Rotschwingel und Löwenzahn .JPG

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Wiesenrotklee und Englisches Raygras und geringe Anteile von Knaulgras auf Extensivwiese
unter Trockenzeiten in Ostösterreich 12.6.2017
20170612_150436 Wiesenrotklee und Englisches Raygras bei Trockenheit vor 1.Schnitt.jpg


Niederschlag Wien 2017 Mai u Juni kein Regen.jpg

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Hornklee auf Schotter


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Reine Glatthaferwiese - immer bessere Wüchsigkeit bei Trockenheit

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Bilder unten:2003aug25 Dürrefotos aus der Buckligen Welt,schwer leidende Wiesen durch Trockenheit und Dürre
Der Klimawandel hat da 2003 bereits als enorme Dürre seine Vorboten gezeigt. Jetzt 2017 sollten man spätestens daraus seine Konsequenzen ziehen und Überlegungen zur Umstellung dürregefährdeter Wiesen auf trockentolerante Wiesengräser anstellen.


Fotos unter
https://plus.google.com/photos/107260902582116221495/albums/5911565937505542401


2017jun29 
Ausbreitung von giftigem Jakobskreuzkraut durch Trockenheit im Waldviertel in Beispielen


JKK Fotos unter
https://goo.gl/photos/5Ufhnxf3vyXbAk256


2017jun29 
Trockene Wiesen im Waldviertel durch 2 Monat Dürre


https://goo.gl/photos/D8VnUyvi2Gg2M52Q6

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Pdf von Bauernzeitung 2017

Freitag, 22. Juni 2018

Mehr Milch mit standörtlich geeigneten Gräsern /TXT


Mehr Milch mit standörtlich geeigneten Gräsern
Die meiste Milch mit standörtlich geeigneten Gräsern 

Mehr Milch - 
mit den eigenen bestwüchsigen Futtergräsern - vor Ort

Voller Beitrag mit Bildern unter:
http://futterwiesenexpertehumer.blogspot.com/2018/06/die-meiste-milch-mit-standortlich.html
Ist hier nur ein Test der Suchmaschine, da bebilderte Beiträge weniger gefunden und von SEO durchsucht werden!



Nur standörtlich geeignete Gräser bringen die meiste Milch aus Ihren Wiesen 




Foto HUMER: 29.4.2015 Scheibbbs. Mehr Fotos HIER 

LÖWENZAHN - Starker Besatz und damit Futterverlust im Grünland.

Hier ist mit mehr als 50% Ertrags-Masseverlust bzw ca 2 t TM/ha durch den Krautbesatz zu rechnen.

Bei einem Heupreis von 20 Cent/kg entspricht das einem Ernteentgang von ca 200 € je Hektar beim ersten Aufwuchs.

Der entgangene Ertrag verdoppelt sich für das ganze Jahr durch die bleibenden Lücken in der Grasnarbe auf ca 400€/ha.

Bei einem 20 ha Grünland Betrieb kann damit der Einkommensverlust ca 8000 € betragen.

Rechnet man mit jährlich für die Regeneration mit 10kg/ha Saatgut á 5 €/kg sind das bei 20 ha: 20x10x5= 1000 € jährliche Investitionskosten. Da bleibt ein Rohertrag von 7000 € im Jahr.

Wie bekommt man eine deratige Verzinsung seiner Investion mit 700% ?
---> Wenn man die konsequente Grünlandverbesserung in die eigene Hand nimmt !



MOTIV und MOTTO


In vielen Wiesen ist oft viel mehr drin, als was man erntet. 
Wiesen kann man nach jedem Schnitt oder nach der Weide etwas verbessern.
Schließlich ist in Österreich jeder m² Grund kostbar.


Und man muß für jeden m² seine Steuer und Sozialversicherung zahlen,
ob dort beste Futtergräser wachsen oder kein Futter steht.


"Viel Milch aus der Kuh nur rinnt, wenn der Bauer ihr gutes Futter bringt"


Einleitung
Der neue Milchmarkt schafft ganz neue Bedingungen für die Grünlandnutzung, nachdem es keine Lieferbeschränkung mehr gibt. Darauf wird und muss jeder Milchbauer aus Gründen der Wirtschaftlichkeit über kurz oder lang reagieren, egal wie man dazu steht. Der Milchpreis reagiert bekanntlich sehr sensibel auf Milchüberangebote ohne Absatz. Heute gibt es für unsere hohe Milchqualität gute Absatzchancen in aufstrebenden Länder wie China. Der Beitrag soll motivieren und zeigen, wie man das meiste Milchgeld mit guten Futtergräsern aus Futterwiesen holt.

Das Einfrieren der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Milchkontingentierung führte vielfach zum einem auffälligen Bewußtseins– und Wissensverlust für eine selbstverantwortliche erfolgreiche Wiesenbewirtschaftung. Sicher hat damals die Schaffung stabilerer Preise und Absatzmärkte auch seinen Wert gehabt. Der Preis dafür war anderseits ein Entwicklungs-Stillstand, sich mit der schleichenden absinkenden Futterqualität in Wiesen zu beschäftigen. Vielfach sah ich nach einem Jahrzehnt Düngungsverzicht die unbemerkte, stillschleichend laufende Ausbreitung von Giftpflanzen und futteruntauglichen Wiesenpflanzen in naturnahen Extensivwiesen. Ich sah und hörte in der Beratung wie solche Betriebe vielfach an Futtermangel leiden.
Der Beitrag zeigt die Möglichkeiten auf, wie man Futterwiesen wieder auf Schuß bringt. Dabei geht es auch darum, das Hochleistungseiweiß für gute Milchleistungen selbst zu erzeugen. Damit ist Sojakraftfutter weitest gehend verzichtbar. Das hat positive Auswirkungen auf das Klima. Klimaschädigende Sojaimporte werden damit zurückgedrängt. Dem steigenden Sojabedarf werden ja immer neue Urwaldbrandrodungen für neue Sojaflächen nachgesagt.

Wie Sie Ihre Wiesen auf Ertrag bringen
Nur wer die besten Futtergräser kennt, hat Ertrag und Qualität bei den Wiesen in Kontrolle seiner Hand. Zuerst sollten Sie wissen was die guten und besten Futtergräser und nun wirklich sind. Zum Trost: Es sind nur ein paar wenige. Natürlich gibt es noch andere gute Futtergräser. Aber da müssen Sie wahrscheinlich 3 bis 10 Jahre oder gar ewig warten bis Sie zum Futter von morgen etwas beitragen. Also nutzen Sie nur die Gräser, die erfolgreich sind.

Die besten Futtergräser für Einsaaten
Für die Wiesenverbesserung bei Vielschnittnutzung durch Einsaaten ohne Umbruch sind folgende FUTTERGRÄSER, im Wesentlichen diese VIER Gräserarten in der Regel:
a) die leistungsfähigsten und die
b) durchsetzungsfähigsten 
bei den (nieder-) österreichischen voralpinen Klimabedingungen mit 600 - 1000 mm Niederschlag.

1. Knaulgras,
2. Deutsches Weidelgras,
3. Glatthafer, auf nicht nassen Wiesen
4. Goldhafer
5. Rohrschwingel,
vor allem als vorläufige Testpflanze für einen Einsaatversuch, da sie eine enorme ökologische Breite hat von Überschwemmung bis Trockenheit und ist ziemlich trittfest. Sie hat auch eine gute Erkennbarkeit in neuen Saaten und man sieht daher der Erfolg viel deutlicher als bei vielen Arten.

Die Gumpensteiner, im besonderes Pötsch bzw. seine Mitarbeiter beharren seit Jahren daran fest, den Rohrschwingel abzuqualifizieren. Trotz meiner Kritik halten sie unbeirrlich fest, Rohrschwingel in ihren Unterlagen sogar als
"landwirtschaftlich wertloses Unkrautgras"
zu bezeichnen.
Dabei gibt es diesen vermischeten und botanisch widersprüchlichen Begriff gar nicht. Trotz der Hinweise wurde beim folgenden Seminar ohne Korrektur wieder die selben Unterlagen mit

"Unkrautgras" 
verteilt.
Folgende Beratungsunterlage zeigt, die PÖTSCH in seinen kostenpflichtigen Pflanzenbestimmungskursen verteilt, wie die Gumpensteiner Rohrschwingel zwiespältig beurteilen, weil nicht klar zwischen Wildpflanzen und Zuchtpflanzen unterschieden wird.


pötsch rohrschwingel f608fd0d-bbeb-42d6-8f97-9ee0b9b77893.png

pötsch kurs grünlandpflanzen erkennen.jpg



In der Kommission für die Zulassung von Saatgutmischungen plädierten dagegen die Gumpensteiner BUCHGRABER und PÖTSCH für die Verwendung von Rohrschwingel in den Mischungen auf Vermutung hin ohne solide Prüfung auf Eignung österreichischer Standorte:


Dauerwiesenmischung für mittelintensive Bewirtschaftung (bis zu drei Nutzungen je Jahr) für trockene Lagen A
Dauerweidemischung (auch für Vielschnittnutzung) mit hochqualitativen Knaulgrassorten für Pferdeweiden in allen Lagen PW
Dauerwiesenmischung für mittelintensive Bewirtschaftung (bis zu drei Nutzungen je Jahr) für Pferdewiesen in allen Lagen PH





DSCN0790,berühmtes englraygrasfoto,pernegg,eray.jpg
Bergkräuterreiche Wiese in Pernegg, Göstling mit Einsaaterfolg durch die spezielle Kampfmischung des Futterwiesenexperten HUMER mit Englischem Raygras, Knaulgras und Rotklee.

Je nach Lage und Durchsetzungsvermögen kommen auch andere Arten wie Wiesenrispe und Wiesenfuchsschwanz und verschiedene Kleearten in Frage. Diese Arten gedeihen teils aber nur unter besonderen Bedingungen wie Standort und Nutzungsart gut, weil sie recht artspezifische Ansprüche stellen.

Zur Vertiefung des Wissens von Gräsern empfehle ich meinen - in Google leicht findbaren und frei downloadbaren GRÄSERFÜHRERSCHEIN. In Praxisseminaren dazu lernen Sie unter persönlicher Anleitung die wichtigsten Futtergräser mit ihren Ansprüchen im Wirtschaftsgrünland erkennen. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der Futtergräser und Grünlandpflanzen werden dabei erklärt und besprochen. Sie erfahren so den Futterwert und Zeigerwert, das Ertragspotential, die Ausdauer und Nutzbarkeit, den Umweltnutzen sowie und die Bedeutung von Biodiversität von Gräsern und Kleearten. Viele Hinweise stehen auch in Fachbüchern von DEUTSCH, GALLER, BUCHGRABER und DIETL. Meine Web-Linksammlung mit informativ illustrierten Beschreibungen wichtiger Gräser-findet man hier: http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com/Pflanzen+Graeser+Kraeuter+erkennen

Wie Sie beste Futtergräser in Ihre Wiesen einbringen

Die eindeutig beste und wirksamste Verbesserung der Wiesenerträge erzielt man bei Neuanlagen mit Umbruch. Der Umbruch wird wegen Aufwand und Kosten ist nur mehr Gunstlagen durchgeführt, zudem verursacht einen mindestens halbjährigen Futterausfall.
Die Einsaat und Übersaat kam, da in steilen Grünland-Berggebieten heute kaum mehr Ackergeräte zum Umbruch und Anbau vorhanden sind. Auch schwere Einsaatgeräte sind in steilen und nassen Lagen untauglich, da sie die Grasnarbe beim Wenden mehr zerstören als schonen.

Rotoreggen – Wiesenanlage in einem Zug
Mit Rotoreggen wie ROTOTILLER und UMKEHR-ROTOR-EGGEN kann man Wiesen IN-EINEM-ZUG neu anlegen - und das vom Frühjahr an bis in den August. Das erspart die mühevolle und zeitaufwändige Arbeit von Umbruch, Saatbettbereitung und Saat. Ist die obere Bodenkrume nach der Saat zu locker walzt man zum besseren Aufgang. In Niederösterreich sind Wiesenanlagen mit dem ROTOTILLER sehr gut gelungen. GALLER berichtet bei Wiesenanlagen mit UMKEHRROTOREGGEN mit guten Erfahrungen in Salzburg. Es fehlen aber zahlreiche breitgestreute Erfahrungen.
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Großer Rottortiller mit Zusatzfrontanbau


Smarte, leichte Wieseneinsaat-Technik mit Zukunft
Unter leichten Wieseneinsaat-Geräten verstehe ich Einsaaten mit geringer Bodenbelastung und keinen Narbenschäden beim Wenden am Berg. Das sind:

Kleinsamenstreuer oder Sämaschine in Kombination mit Wiesenegge bei der Frühjahresübersaat
Kleinsamenstreuer oder Sämaschine nach jedem Schnitt, wenn die Narbe oder der Boden verletzt oder offen ist –also eine geschlossene Grasnarbe fehlt
Güllesaat: Einbringung und Verteilung von Saatgut zur Wiesenverbesserung gleichzeitig bei der Gülleausbringung
Grubbergänge bei Engerlingschäden und Neuansaat mit Sämaschinen
Hufkultivierung bei Weidebetrieben: Saatguteinarbeitung durch Huftritt vor Weideende.

Die überraschend gute Wirkung von Wieseneggen bestätigt auch ELSÄSSER, indem er schon 2007 schreibt:
Eggen bringt sowohl hinsichtlich des Schließens von Lücken große Vorteile.
Die Wirkung der Egge
ohne Nachsaatmaßnahmen war mit fast allen geprüften Nachsaatvarianten vergleichbar.

Das ist hier schwarz auf weiß als als Versuchsergebnis im vollen Text klar nachzulesen:
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ipz/dateien/aggf_2007_elsaesser_gruenewald.pdf

Ich halte Einsaaten mit leichten und smarten Techniken für aussichtsreicher als schwere Einsaatgeräte - die BUCHGRABER, 
aber ohne wissenschaftlich publizierter VERSUCHSDATEN EMPFIEHLT - 
weil die schweren Striegel die Reste guter Gräser der Grasnarbe zusätzlich wahllos zerstören und weil solche Einsaat-Striegel auch nicht garatieren, dass das gesäte Saatgut in einem verunkrauten, ungespritzen Wiesen kaum keinem und aufkommen kann !!!


Frühjahrseinsaaten mit schweren Einsaatgeräten schädigen Narbe und Ertrag - ACHTUNG!

Drei 3-bis 6-jährige Einsaat-Exaktversuche (SCHECHTNER; PÖTSCH; SAUTER) belegen, dass Frühjahrseinsaaten in den meisten Fällen den Ertrag mindern statt verbessern. Schwere Einsaatgeräte schädigen mutwillig die alte Narbe, um der Einsaat Platz zu machen. Da die Einsaat den Ertragsausfall überwiegend nicht wettmacht, kommt es leicht zu Ertragsminderungen. Frühjahrseinsaaten verursachen statt besserer Erträge und Qualitäten also Kollateralschäden durch die Schädigung der Altnarbe. Schädigend wirken vor allem Wiesenstriegel und Schlitzdrillsaat. Nur die Einsaat mit Wiesenegge war bei Frühjahreseinsaaten auffällig ertragsverbessend und reduzierte sogr die Gemeine Rispe besser als der Güttler-Starkstriegel (SAUTER; ELSÄSSER). 


Begünstigen Wieseneinsaatstriegel sogar die Gemeine Rispe?
Einsaatstriegel begünstigen die Gemeine Rispe aus folgenden handfesten Gründen.

Die Gemeine Rispe bildet ein ganz feines Netz an Wurzelausläufer an der Bodenoberfläche. Diese feinen Wurzelausläufer werden durch das Striegeln teils herausgerissen, teils bleiben sie im Boden. Diese ausgezogenen Wurzelausläufer werden durch das Striegeln in Fahrtrichtung auf der Fläche verschleppt, ausgebreitet und verteilt.
Die durch das Striegeln teils herausgerissen, teils über die Wiese verschleppten Wurzelausläufer haben an der Bodenoberfläche wieder Chancen zur weiteren Ausbreitung.
Die vielen inzwischen ausgefallenen Samen der Gemeinen Rispe werden zusätzlich durch Einsaatstriegel geradezu zum Keimen und Samenverbreitung anregt.
Die Gemeine Rispe liebt besonders gelockerte frischfeuchte Bodenoberflächen. Einsaatstriegel, Engerlinge, Mäuse und Maulwurfshügel lockern den Boden an der Oberfläche und fördern damit die Gemeine Rispe.
Die Gemeine Rispe liebt besonders mit schweren Geräten oder Hufen zertretene, zerdrückte und zerqueschte feuchte Böden (Gatschböden), da sie darauf besser wachsen kann als andere Arten.
Werden solche zu feuchte Böden mit schwerem Gerät befahren, wird der Unterboden verdichtet, sodass dort die guten Futtergräser mit ihren tieferen Wurzeln kaum Chancen zur Nährstoffaufnahme haben.
Für die Gemeine Rispe mit ihren bodenoberflächennahen Wurzeln ist das eine ideale Umwelt, weil dort ihre Konkurrenten nicht wachsen können.
Für die nur bodenoberflächennah wurzelnde Gemeine Rispe ist das ideales Umfeld, weil damit ihre Konkurrenten - die guten Futtergräser – unterdrückt werden.

Das begründet meinen Eindruck und Verdacht:
Je mehr mit schwerem Gerät wie Striegeln gefahren wird, umso mehr verbreitet man die Gemeine Rispe auf der ganzen Fläche.
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Gemeine Rispe Nest auf 4-Schnittwiese mit dem Rückgang und Verschwinden guter Futtergräser.

Bilder zur Ausbreitung der Gemeine Rispe durch ihr zahlreichen Wurzelausläufer an den Knoten von Halm und Wurzel der Pflanze.

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Detailierte Bilder von den Wurzelausläufern der Gemeiner Rispe - HIER.
Man beachte wie viele feine bodennahe Wurzelausläufer (Rhizome) im Herbst gebildet werden (Scheibbs, 2015okt26)
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Die feinen zarten Wurzelausläufer werden beim Herausstriegeln teils abgerissen oder von Einzelpflanzen von Grasstöcken auf der Fläche auseinandergezogen und sogar noch besser verbreitet und verteilt.

Es genügen dazu bereits ein geringer Besatz von dieser Wildpflanzen, dass sich die Gemeine Rispe wieder erneut ausbreitet. Wiesenstriegeln und intensives Befahren von Wiesen fördern demgemäß die Ausbreitung der Gemeinen Rispe außergewöhnlich - nach meiner Erfahrung.

Es ist daher ziemlich unverständlich, dass trotz Versuchserfahrungen und solcher Praxiserfahrungen in Östeterreich, das Starkstriegeln als derzeit modernstes Verfahren zur Bemämpfung der Gemeinen Rispe von den Gumpensteiner Grünlandexperten empfohlen wird.

Gumpenstein hat nach meinen Informationen auch keine nachhaltig mehrjährig erfolgreiches Bekämpfungs Ergebnisse für die Gemeine Rispe vorgelegt. Und wenn sie es haben sollen sie breit veröffentlichen wie den propagandistischen Unfug mit dem Starkstriegel. Der wird nämlich ohne fundierte und international publizierten Beweise extrem propagiert. Bei Firmen und Bauern werden nämlich auf diese Weise ziemliche falsche Hoffnungen geweckt, weil sie auf fehlenden nicht signifikant soliden Ergebnissen mit hoher Reproduktivität beruhen. Es wird vielmehr mit dem typischen BIAS Täuscheffekt unkontrollierter, bislang sogar undokumentierter Einzeleffekten viel proagandistischer Wind bei Bauern und Studenten gemacht, ohne dass solide Wissenschaft mit handfeste Ergebnissen dahinter stehen.

Gäbe es diese, so hätte ich diese schon längst hier anschaulich publiziert.



damit auch die Welt die Ergebnisse bzw. Behauptungen nachprüfen kann.






Fortsetzung folgt ...



Dieses Bild zeigt: 
Bessere Milchleistungen gibts nur bei hoher Futterwertzahl mit Wiesenfutter - trotz Kraftfuttereinsatz (FWZ-Skala: -1 bis 7)

Futterwertzahl bestimmt Milchleistung Vollmann.png
Bild Futterwertzahlen und Milchleistung

Mittlere Milchleistung in 3 Jahren in 22 Grünlandbetrieben
Nordwestdeutschlands 2005-2007.

Quelle:Bewertung von Pflanzenbeständen und Milchleistung Ökobetrieben Nordwestdeutschlands M. Vormann1 , U. von Börstel2, E. Leisen 1 Abb.: Milchleistung, Kraftfuttergabe und Futterwertzahlen in Öko-Grünlandbetrieben (Milchleistung und Kraftfuttermenge: dreijähriges Mittel, unberücksichtigt: Moor- und Trockenstandorte)



Gräserführerschein


HUMER Gräserführerschein für bessere Futterwiesen 2015 178F from Senior Futterwiesenexperte HUMER in Österreich/AUSTRIA



IMG-20150401-WA0025 Veitsdorfer Wiesen gruen u schneweiss.jpg
Die derzeitige Situation der Futterwiesen mit Wuchstumsstillstand beim Wintereinbruch am 1. April 2015 in meiner Heimat im Mühlviertel in Oberösterreich bei einem Spaziergang in der Osterwoche. Der Tag an dem die Milchkontigentierung in der EU und Österreich aufgehoben wurde.

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