Donnerstag, 21. März 2019
Wiese kaputt 12GVE Engerlinge pro Hektar
Labels:
Engerlinge
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Dienstag, 19. März 2019
Unfallrisiken in Engerlingswiesen im Berggebiet
Engerlingswiesen im Berggebiet
– Neue Unfallrisiken mit landtechnischer Herausforderung
Mehr Engerlinge als Vieh
In
Oberösterreich berichtet FRÜHWIRTH 2018 von Befallsdichten bis zu 700
Engerlingen auf einem Quadratmeter. Auf einen Hektar entspricht das bis sieben
Millionen (!) Engerlingslarven, die mit 7 Tonnen oder 12 GVE/ha an der Wiesennarbe
fressen. Dabei zerfällt die sonst so reissfeste und erosionsfeste Grasnarbe zu
Staub. Schwer engerlingsgeschädigten Wiesen fehlt jedes Grün und sie gleichen brachem
Ödland. Nahezu ganz Oberösterreich wurde zum Engerlingsbefallsgebiet erklärt. Schwere Schäden gibt es auch in NÖ, Salzburg
und Kärnten, in der Schweiz und in Deutschland.
Zuerst Befall reduzieren,
dann nachsäen
Für
die erfolgreiche Sanierung engerlingszerstörter Wiesen zeigen zahlreiche
Wiesenversuche von HOFFMEISTER. Vor einer Neuanlage einer Futterwiese müssen
die Engerlingszahlen demnach möglichst unter 50 Engerlinge/m2 liegen. Liegen höhere Befallswerte vor, können sich
die Neuansaaten wegen der geschwächten Wurzelneubildung nicht mehr regenerieren.
Folgedessen sind blind durch geführte Wiesenneuanlagen ohne Engerlingszählung bei
hohen Engerlingszahlen nicht zu empfehlen. Der Aufstieg der Engerlinge aus
tieferen Bodenschichten beginnt ab 7 °C und damit der schädliche Wurzelfraß. In
wärmeren Gebieten beginnt der Wurzelfraß schon im März, in kühleren Lagen dagegen
erst Anfang Mai. Der Temperaturanstieg
durch den Klimawandel führt zu einer weiteren Verfrühung der Fraßzeit. Bei
starkem Befall muss bereits im Frühjahr mit der wiederholten mechanischen Bekämpfung
begonnen werden, wenn der Wiesenbestand ohnedies zerstört ist und sich unerntbar
zeigt. Mit lebenden Wurzeln im Boden bleiben sie gefährliche Fresser im
Verborgenen. Auf Flächen ohne Vegetation, erfolgt keine Eiablage in den
Ablagemonaten Mai bis Juni. Werden die Flächen ohne Vegetation offengehalten,
verhungern die Engerlinge mangels Pflanzenwurzeln. Durch Kannibalisierung dezimieren
sie sich auch selbst; die großen fressen die kleineren, zeigen Versuche. Die
mechanische Bekämpfung ist mit Kreiselgeräten weiterzuführen bis die
Schadschwelle deutlich unter 50
Engerlingen/m2 liegt. Gleichzeitig erfolgt dabei auch die wichtige Bekämpfung unerwünschter
Unkräuter, die kein hochwertiges Futter liefern. Erst danach kann die Neuansaat
der Dauerwiese erfolgen.
Wiesenneuanlage mit klimaresilienten
Gräsern
Wegen
zunehmender Dürrezeiten durch den Klimawandel müssen immer mehr klimaresiliente
(trockenheitsverträgliche) Gräser wie zB weichblättriger Rohrschwingel und
Kleearten wie zB Hornklee, zum Einsatz kommen. Mehr dazu unter der PPT: goo.gl/6w63Rb. Zur Vermeidung eines
erneuten Engerlingbefalls ist es entscheidend, den raschen Aufbau dichter, neuer
Futterwiesen mit sachgerechten NPK- und Kalk-Düngemengen unter Einbezug der
Wirtschaftsdünger nach den Vorgaben der sachgerechten Düngung zu forcieren. Bei
der Gelegenheit sollte schon rechtzeitig vorher eine Bodenuntersuchung mit
Düngeplan nach SGD mit exakter Nährstoffbedarfsermittlung für NPK und Kalk erfolgen.
Damit
werden optimale, dichte, üppige Futterbestände geschaffen, wo das Risiko der
Eiablage von Engerlingskäfern und Engerlingsschäden am geringsten ist. Die geförderte Grünlandextensivierung wirkt
dabei doppelt kontraproduktiv, weil sie Engerlingen Vorschub leistet und durch
Auflagen Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit in Produktion und
Pflanzenschutz schwächt.
Unfallgefahr bei Bergwiesen
Sofern
nach Engerlingsschäden überhaupt noch Narbenreste verblieben sind, täuschen die
spärlichen, grünen Pflanzenreste eine intakte Grasnarbe vor. In Hanglagen verlieren
engerlingsgeschädigte Grasnarben ihre Griffigkeit für Maschinen und sind daher
ein unsichtbares, schwer abschätzbares Risiko für Abrutschungen und Traktorunfälle,
insbesonders häufig bei der Gülleausbringung. Den grün verbleibenden Vegetationsresten
fehlt die feste Verankerung mangels abgefressener Wurzeln und sie bilden einen vom
Boden leicht ablösbaren Wasen, der in Hanglagen leicht abrutscht. Landwirte
berichten bereits , dass auf dieser Gleitschicht die Zugmaschinen keinen Halt haben
und leicht zurück- oder abrutschen. Man fährt quasi auf einem leicht
abrutschenden Teppich, der auf Hängen leicht zu einer unberechenbaren und
unvorhersehbaren Gefahr wird. Die Grasnarbe von Engerlingswiesen wird dadurch zu
einer gefährlichen Rutschpartie, weil die Verwurzelung und Griffigkeit durch
wurzelfressende Engerlinge verloren ging. Im Jahr 2018 haben sich die tödlichen
Traktorunfälle bereits verdoppelt, berichtete die Bauernzeitung online am
18.1.2019. Hinzu kommen verunglückte Traktorfahrer,
die lebenslänglich Pflegefälle bleiben.
Engerlinge vermindern die
Bodenhaftung von Maschinen und forcieren die Futterverschmutzung
Selbst
auf ebenen Wiesen wird steigender Radschlupf beobachtet. Gezogene Arbeitsgeräte wie Striegel, Mäh- und
Einsaatgeräte funktionieren nicht mehr, weil es zu Verschoppungen kommt. Das
Saatgut fällt statt ins Saatbett auf einen aufgeschobenen Erdhaufen aus losen,
abgestorbenen Wurzelresten. Derartiges Saatgut geht damit verloren. Diese Wutzel
aus losen absterbenden Wurzelresten und Erde verschoppen und blockieren auch
Mähgeräte, wurde mir berichtet. Erdverschmutztes Futter ist nicht
futtertauglich, es erhöht gesundheitliche Risiken und Stress bei Vieh und treibt
die Zellzahlen von Milch in die Höhe. Aufgrund des vorliegenden
Engerlingbefalles wird es 2019 auf tausenden Hektar engerlingsbefallener Wiesen
wenig oder kein taugliches Futter geben. Einer effizienten Neuanlage von zerstörtem
Grünland kommt daher eminente Bedeutung zu. Viele Wiesen mit abrutschenden, aufgelösten
Grasnarben mit jungen Unkrautbewuchs können maschinell nur erschwert oder gar
nicht bewirtschaftet werden. Es ist daher zu befürchten, dass es im Jahr 2019 im
engerlingsbefallenen Grünland zu einer dramatischen Futternot kommt.
Starke Unkrautausbreitung
Seit
dem Herbst baut sich auf nicht sanierten, engerlingszerstörten Grasnarben – zusätzlich
erschwerend - ein schwer einzudämmender Unkrautteppich auf. Statt einem
Futteraufwuchs überzieht dieser biodiverse Flor aus Ackerunkräutern sowie
unbrauchbaren futteruntauglichen Wiesenpflanzen die offen gewordenen Stellen
auf Engerlingswiesen. Statt
Futtergräsern überwuchern, bereits jetzt erkennbar, unerwünschte und
ungeeignete Pflanzenarten die Engerlingswiesen mit Hühnerdarm, Taubnessel, Wiesenschaumkraut, Hirtentäschel, Schafgarbe,
Spitzwegerich, Flechtstraußgras. Das
Vieh verweigert diese Arten als Futter, da sie geruchlich wie gesundheitlich
problematische repellende Inhaltsstoffe enthalten. Zudem sind engerlingsgeschädigte Wiesen nicht
ordentlich mäh-, ernt- und konservierbar
und sind somit nicht futtertauglich.
Zeigerpflanzen von
Engerlingswiesen
Typisch
für das Erkennen von Engerlingswiesen sind folgende Zeigerpflanzen, die meist
auch Nährstoffmangel- und Magerkeitszeigerpflanzen sind. Höhere Anteile bei folgenden
Pflanzenarten sind Indikatoren für Lücken und Nährstoffmangel: Ruchgras,
Spitzwegerich, Schafgarbe, Wiesenskabiose, Magerwiesen-Margerite,
Wiesen-Labkraut, Löwenzahnarten, Ferkelkraut, Jakobskreuzkraut. Wiesen mit hohen Anteilen dieser Arten sollten
auf Engerlingsbefall kontrolliert
werden, um die Engerlingsausbreitung rechtzeitig zu erkennen. Auskünfte zum raschen Erkennen dieser Arten
auch mit Fotos – auch in Früh- oder Kleinstadien - erhalten sie beim Autor.
Extensivierung erhöht die Engerlingsausbreitung
und die Landflucht
Treiber
der Engerlingsausbreitung ist nach Auffassung des Autors die landesweit forcierte
Extensivierung. Hinzu kommt dass kontraproduktive Förderauflagen für Grünland die
bodengesundende, engerlingshemmende Wechselwiesenwirtschaft verhindern. Stark
befallene Wiesen weisen meist eine mangelnde Nährstoffversorgung gepaart mit einem
minderwertigem Gräsergerüst auf. In der Folge vermehrt sich vielfach jenes
nutzlose Futter, das für eine zeitgemäße Viehhaltung mit immer mehr
Anforderungen und Auflagen nicht taugt. Die klassischen, wertvollen Futtergräser
verschwinden sukzessiv durch mangelnde Düngung und Regeneration. Zurück bleibt eine
magere, lückige, ausgedünnte Sukzessionsvegetation, die Engerlingen eine ideale
Vermehrungsgrundlage bietet. Die Verminderung der Bewirtschaftung der Berg- und
Almregionen ist Folge der Extensivierung mit ständigem Verdienstrückgang durch Verlust
des eigenverantwortlichen Wissens in der Futterproduktion. Parallel stiegen mit
der Extensivierung die soziale Landflucht. Das ist der Verlust von besiedeltem Kulturraum,
trotz jährlich einer Milliarde Agrarmittel für die Ländliche Entwicklung. Diese
neuen Freiräume und Wildnisgebiete nutzen nun vielmehr sukzessiv problematische
Pflanzen- und Tierarten. Dazu gehören tödlich wirkende Giftpflanzen, die in kaum
mehr gedüngten Futterwiesen auftreten (Kreuzkräuter, Herbstzeitlose) und auch gefährliche
zuwandernde Wildtiere (Bär, Wolf) durch den Wirtschaftsstillstand in den
besiedlungschwachen Landregionen. Sie
sind alle Zeiger schleichender Landflucht, forciert durch den Verfall der landeskulturellen
Landnutzung auf einer Million Hektar Grünland in Österreich infolge Entwicklungsstillstand
durch „gut gemeinte Extensivierungsprogramme“. Hinzu kommt die zunehmend landtechnisch
erschwerte Bewirtschaftung samt dem neuem und steigenden Engerlings-Unfallrisiko
am Berg.
Mehr
aktuelle Engerlingsinformationen im Web gibt es vom Autor mit folgender
Suchabfrage: „humer liste engerling publikationen“.
Der
Autor bietet Interessierten in betroffenen Gebieten zum Thema Vorträge, sowie Fachberatungen
am Hof an. Anmeldungen: johann.humer@gmail.com, M: 0664-8244458.
Fotos
zu engerlingszerstörten Wiesen in NÖ und ÖO
mit Narbenabsterben und Ödlandbildung
zu hinzukommenen Problemen mit Unkrautteppich
und Wildschäden engerlingszerstörten Wiesen
unter
Weitere Fotos in PPT-Vortrag von HUMER
PPT: Produktive Futterwiesen in Gefahr
PPT: Regeneration / Sanierung
engerlingsgeschädigter Futterwiesen
Fotos
engerlingszerstörten Bergwiesen im Dorf Valzeina in der
Schweiz, wo 2018 mühsam im steilen Berggebiet Pilzgerste mit 8 Personen alle
60cm mit Grabgabel 20cm tiefe Spalten gemacht und einige bepilzte Gerstenkörner
eingefüllt wurde und händisch zwischen 16-19.10.2018
die Wiesn neu angesät wurde.
Quelle dieses Beitrags
aus:
Labels:
Engerlinge,
Unfallrisiken
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Montag, 11. März 2019
Massenhafte Wiesenzerstörung durch Engerlinge & Giftpflanzen-Ausbreitung in extensivierten Futterwiesen
Fachbeitrag in Vorbereitung
Grafik: 800.000 ha Extensiv-Grünlandverlust seit 1960
Eine Million Hektar gefährdetes Extensiv-Grünland in Österreich
Massenhafte Wiesenzerstörung durch Engerlinge & Giftpflanzen-Ausbreitung in extensivierten Futterwiesen
Grafik: 800.000 ha Extensiv-Grünlandverlust seit 1960
Eine Million Hektar gefährdetes Extensiv-Grünland in Österreich
Massenhafte Wiesenzerstörung durch Engerlinge & Giftpflanzen-Ausbreitung in extensivierten Futterwiesen
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
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Mittwoch, 27. Februar 2019
Weideumstellung auf klimaresiliente Gräser und Kleearten in Gehegen für Dürrezeiten
Weideumstellung auf klimaresiliente Gräser und Kleearten in Gehegen für Dürrezeiten
Vom Futterwiesenexperten DI. Johann HUMER
Vom Futterwiesenexperten DI. Johann HUMER
Weideumstellung auf
klimaresiliente Gräser und Kleearten in Gehegen für Dürrezeiten
Vom Futterwiesenexperten DI. Johann HUMER, 25.3.2019
Klima und Vegetation unterliegen gegenwärtig einer ungewissen aber
bereits deutlich spürbaren Zeitenwende. Damit ist auch die Futterbasis von
Wildgehegen betroffen. Der Beitrag informiert über die rechtzeitige Weideumstellung
auf besser trockenheitsverträgliche Weidefutterpflanzen.
Die immer häufigeren Trockenperioden können auch keinen Wildtierhalter
kalt lassen. Das Jahr 2018 hat das dramatisch in Teilen Ober- und Niederösterreichs
vorgeführt. Nach heutigen Klimaprognosen wird Nord- und Ostösterreich immer
mehr im Sommer von Dürren geplagt werden. Das sind Prognosen, die sich bereits als
Realität abzeichnen. Steigende Niederschläge werden hier nur für den Winter vorausgesagt.
Daher gilt es die Winterniederschläge und die immer häufigeren Starkregenereignisse
mit dichten, nicht lückigen Futterbeständen perfekt zu nutzen.
Dichte und ertragreiche Futterbestände erreicht man nur mit an den Standort
bestmöglich angepasste Auswahl an Gräsern und Kleearten. Dazu ist es wichtig
die Eigenschaften und Standortansprüche der Futterpflanzenarten kennen. Bei
Weidefutterpflanzen sind folgende Eigenschaften neben dem Ertrag bei der
Sortenwahl wichtig:
Weide-Tauglichkeit, Frühreife, rascher Nachtrieb, Narbendichte, Auswinterungsrisiko,
Unkrautunterdrückung, Resistenz gegen diverse Blattkrankheiten und Gleichmäßigkeit
der Erträge des Aufwuches übers Jahr. Nutzen und vergleichen Sie dazu die
vielen unentgeltlichen Sortenversuche der amtlichen Sortenprüfstellen in Österreich
von der AGES (bsl.baes.gv.at/kulturen/graeser). Im Bedarfsfall
sind auch die Sortenprüfergebnisse der Schweiz (Agroscope, www.agroscope.admin.ch) und des Deutschen
Bundessortensamtes (BSA, www.bundessortenamt.de) hilfreich.
Wem die Zusammenstellung einer betriebs- und ertragsoptimalen Arten-
und Sortenwahl zu mühsam ist, kann auf handelsfertige Weidemischungen zurückgreifen.
Sie sind aber mehr auf die Viehhaltung orientiert zusammengestellt. Im
Einzelfall kann man solche Weidemischungen durch Zumischung standörtlich gut wüchsiger
Arten aufbessern. Das gilt ebenso mit der
Zumischung besser klimaresilienten, also
trockenheitsverträglicheren Arten. Klimaresiliente Gräser zeichnen sich durch
einen tieferen Wurzelgang und eine bessere Wassernutzung aus.
Trockene Zeiten überstehen folgende Arten moderater: ● Knaulgras, ● Englisches Raygras, ● Rotschwingel,
● Weichblättriger Rohrschwingel, ● Wiesenschweidel, ● Glatthafer (für Mähwiesen), ● Hornklee, ● Rotklee und ● Luzerne.
● Weichblättriger Rohrschwingel, ● Wiesenschweidel, ● Glatthafer (für Mähwiesen), ● Hornklee, ● Rotklee und ● Luzerne.
Da die Grünland Forschung das Thema klimaresilienter Wiesenpflanzen
verschlafen hat, bleibt nur dem Einzelnen dazu Erfahrungen zu sammeln. Dazu ist
es nötig diese Arten mit einem Blick zu erkennen und dazu ihre Eigenschaften hinsichtlich
Futterqualität, Standort- und Pflegeansprüche zu kennen und wohl dosiert einzusetzen
und ihre Entwicklung zu beobachten. Jene Pflanzenarten mit überlegenen Wuchseigenschaften
wird man nach einigen Beobachtungsperioden verstärkt einsetzen. Wer die gesäten
Pflanzenarten in der Mischung nicht herausfinden kann, dem rate ich einen
kleinen Beobachtungsgarten einzurichten. Die zu testenden Arten sind dabei einzeln
auf blankem Boden anzubauen und ihre Entwicklung und Schmackhaftigkeit zu beobachten.
Dabei wird sich schnell die Unter- und Überlegenheit bestimmter Arten und
Sorten herausstellen. Damit hat jeder Gehegebetrieb Mittel und Wege in der Hand
den produktivsten Pflanzenbestand aufzubauen.
Kurze Liste wertvoller (ansaatwürdiger) Futtergräser, LK NÖ 2019, Löffler
M: https://drive.google.com/open?id=1QCvc794L9JfKBWq8eHSR2I8iPpZk7JZr
Anfragen für Beratungen beim Autor unter johann.humer@gmail.com und 0664-8244458 (+Whatsapp).
Anfragen für Beratungen beim Autor unter johann.humer@gmail.com und 0664-8244458 (+Whatsapp).
HUMER Weideumstellung auf klimaresiliente Graeser in Gehegen u wertvolle Graeser NLK 2019feb27 von Johann HUMER
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Gehege
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Donnerstag, 14. Februar 2019
Liste Engerling Publikationen
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Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Freitag, 8. Februar 2019
Futterwiesenexperte HUMER: Extensivierte Wiesen ein Fressen für Engerlinge
Futterwiesenexperte HUMER: Extensivierte Wiesen ein Fressen für Engerlinge: Extensivierte Wiesen: ein Fressen für Engerlinge Engerlinge haben im Herbst 2018 die Grasnarbe vieler Futterwiesen völlig vernichtet....
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Extensivierte Wiesen ein Fressen für Engerlinge
Extensivierte Wiesen: ein
Fressen für Engerlinge
Engerlinge
haben im Herbst 2018 die Grasnarbe vieler Futterwiesen völlig vernichtet.
Oft
steht kein grüner Grashalm mehr.
Statt
Futterpflanzen überzieht ein Unkrautteppich viele Wiesen.
Daher
wird dort 2019 vielerorts das Wiesenfutter fehlen.
Futterwiesenexperte
HUMER informiert über die Auswirkungen von Engerlingen, von zerstörten
Futterwiesen und der Gefahr von Futternot für 2019.
Mehr Engerlinge als Vieh
Der
Wurzelfrass der Engerlinge war 2018 der bisher massivste in Österreich.
Dabei
zerfällt die sonst so reissfeste und erosionsfeste Grasnarbe zu Staub.
Schwer
engerlingsgeschädigten Wiesen fehlt jedes Grün und sie gleichen brachem Ödland.
Nahezu
ganz Oberösterreich wurde zum Engerlingsbefallsgebiet erklärt.
Schwere
Schäden gibt es auch in NÖ, Salzburg und Kärnten.
2018
berichtet FRÜHWIRTH in Oberösterreich von Befallsdichten bis 700 Engerlinge auf
einem Quadratmeter!
Auf
einem Hektar fressen also 7 Millionen Engerlinge oder 7000 kg Insektenlarven oder
12 GVE - und dies bereits im ersten Flugjahr
mit den noch kleinen L1-Larven.
Bei
ÖPUL ist zum Vergleich nur ein Tierbesatz von 2 GVE/ha erlaubt.
Kein
Wunder, dass bei diesem enormen Engerlingsauftreten im Jahr 2018 die Grasnarbe vieler
Wiesen zerstört wurden.
Gefährliche Populationsdynamik
von Maikäfer und Junikäfer
Bei
der biologischen Bekämpfung ist die Unterscheidung von Maikäfer und Junikäfer hinsichtlich
ihrer Vermehrungszyklen entscheidend.
Gab
es 2018 die Maikäfer-Engerlinge, dann verdoppeln
sich infolge ihrer größeren L2-Larven im Haupfraßjahr 2019 die Fraßschäden
sogar noch.
Infolge
fehlt, 2019 auf mehreren zehntausend Hektar der entscheidende erste
Futteraufwuchs und auch die Folgeaufwüchse, wenn es 2018 zu keiner wirksamen
Engerlingsbekämpfung mit Wiesensanierung kam.
Waren
es 2018 aber die Junikäfer-Engerlinge, dann werden 2019 allein von einem Hektar
Wiese 7 Millionen Junikäfer entschlüpfen, die 2019 noch keine Schäden wegen
ihres 2jährigen Flugzykluses anrichten.
Aber
2020 werden aus der riesigen Menge von zirka 7 Millionen Junikäfern die
40-fache Menge an Engerlingen schlüpfen und dadurch werden noch mehr Wiesen
befallen und geschädigt werden.
Wegen
der riesigen Population an Engerlingskäfern, weichen sie für die Eiablage auf
jedem möglichen Grünland aus.
Gefährdet
sind dabei vor allem Wiesen mit kurzer Schnitthöhe/Weidehöhe (Kurzrasenweiden),
jede schüttere, lückige Grünlandnarbe und auch gemähte Vielschnittwiesen in der
Eiablagezeit.
Wie
Erfahrungen aus Tirol (Mieming) und der Schweiz (Valzeina) zeigen, zerstören Engerlinge
die Futterwiesen ganzer Dörfer.
Biologische
Engerlingsbekämpfung
Bei
massivem Gebietsbefall hilft nur die aufwändige, großflächige biologische
Bekämpfung mit engerlingsspezifischer „Pilzgerste“ neben der mechanischen
Bekämpfung.
Beim
Einsatz von Pilzgerste ist unbedingt zu beachten, dass zur Bekämpfung für jede
Engerlingsart nur spezielle Pilzgersten, je nach Maikäfer- oder
Junikäfer-Engerling effektiv sind.
Beim
Maikäfer-Engerling wirkt nur die
Pilzgerste MELOCONT® mit dem
engerlingsfressenden Pilz Beauveria
brongniartii.
Beim
Junikäfer-Engerling ist nur das
Pilzgranulat GanMet-P mit dem Pilz Metarhizium
anisopliae wirksam.
Nach
Frühwirth wirkt Pilzgerste nur bei mindestens 3 bis 5 cm tiefem Einschlitzen, mit 2 x 30 kg/ha – in zwei aufeinander
folgenden Jahren.
Die
Kosten sind mit zirka 1000 €/ha für Grünland beachtlich hoch.
Manche
Länder unterstützen diese Bodenimpfung mit Pilzgerste finanziell.
Da
die Pilzgersten immer noch Pflanzenschutzmittel mit Notzulassung sind, sind die
Anwendungsauflagen samt temporärer Zulassungszeiten exakt einzuhalten.
Das
gilt auch für den eigenen Gesundheitsschutz, wie bereits Krankenhaus-Aufenthalte
im Mühlviertel zeigten.
Bei
der biologischen Bekämpfung ist daher vorher die eindeutige Identifizierung der
Engerlingsart das Um und Auf für eine wirksame Bekämpfung.
Da
nur vorbestellte „Pilzgerste“ produziert wird, ist eine rechtzeitige Engerlingsidentifizierung
und die Auswahl der richtigen Pilzgersten-Art wichtig.
Bei
Unsicherheit nutzen Sie dazu rechtzeitig das Wissen von Engerlingsexperten mit
evidenzbasierten Belegen, um Fehleinsätze der extrem teuren Pilzgerste zu
vermeiden.
In
Oberösterreich wurden Maschinenringe speziell zur Engerlingsberatung und -bekämpfung
und Wiesensanierung ausgebildet.
Zu
bedenken ist, dass Pilzgerste keine sofortige Abtötung bewirkt.
Pilzgerste
ist eine Strategie zur Schwächung durch Verpilzung der Engerlinge.
Bei
Kontakt mit Engerlingen führt sie zu einer Infektion, Schwächung und Absterben der
Engerlinge und hat eine Dauerwirkung von 9 Jahren nach FRÜHWIRTH.
Grünlandschädigende
Engerlinge müssen daher notgedrungen zwischenzeitlich trotzdem durch
mechanische oder zulässige chemische Maßnahmen dezimiert werden.
Wiesenregeneration ist nur
unter 50 Engerlingen/m2 erfolgreich
Für
die erfolgreiche Sanierung engerlingszerstörter Wiesen zeigen zahlreiche
Wiesenversuche vom Phytomediziner HOFFMEISTER.
Vor
einer Neuanlage einer Futterwiese müssen die Engerlingszahlen demnach möglichst
unter 50
Engerlinge/m2 durch mechanische Bekämpfung liegen.
Liegen
höhere Befallswerte vor, können sich die Neuansaaten wegen der geschwächten Wurzelneubildung
nur langsam regenerieren und sie werden erneut geschädigt.
Folgedessen
sind Wiesenneuanlagen im Frühjahr bei hohen Engerlingszahlen nicht zu
empfehlen.
Der
Aufstieg der Engerlinge aus tieferen Bodenschichten beginnt nach REISET und SCHWERDTFEGER
bereits bei Bodentemperaturen ab 7 °C und damit der schädliche Wurzelfraß.
In
wärmeren Gebieten beginnt der Wurzelfraß schon im März, in kühleren Lagen dagegen
erst Anfang Mai.
Der
Temperaturanstieg durch den Klimawandel führt zu einer weiteren Verfrühung der
Fraßzeit.
Im
warmen Pielachtal in NÖ, zeigten mir im Jahr 2003 Landwirte schon Anfang März (vor
16Jahren !) ihre Engerlingsschäden, was auf das hohes Befallsrisiko bereits im
Frühjahr hinweist.
Engerlinge
und sogar Maikäfer lagen damals nur knapp unter der Bodenoberfläche einer
Talwiese, während auf den angrenzenden Bergwiesen noch Schnee lag (Foto).
Bei
starkem Befall muss bereits im Frühjahr mit der wiederholten mechanischen oder einer
chemischen Bekämpfung begonnen werden, wenn der Wiesenbestand ohnedies zerstört
ist und sich unerntbar zeigt.
Mit
lebenden Wurzeln im Boden bleiben sie gefährliche Fresser im Verborgenen
Auf
Flächen ohne Vegetation, erfolgt keine Eiablage in den Ablagemonaten Mai bis
Juni.
Werden
die Flächen ohne Vegetation offengehalten, verhungern die Engerlinge mangels Pflanzenwurzeln.
Durch
Kannibalisierung dezimieren sie sich auch selbst; die großen fressen die
kleineren, zeigen Versuche.
Die
mechanische Bekämpfung ist mit Kreiselgeräten weiterzuführen bis die
Schadschwelle deutlich unter 50
Engerlingen/m2 liegt.
Gleichzeitig
erfolgt dabei auch die wichtige Bekämpfung unerwünschter Unkräuter, die kein hochwertiges
Futter liefern.
Erst
danach kann die Neuansaat der Dauerwiese erfolgen.
Wiesenneuanlage mit klimaresilienten
Gräsern
Wegen
zunehmender Dürrezeiten durch den Klimawandel müssen immer mehr klimaresiliente
(trockenheitsverträgliche) Gräser wie zB weichblättriger Rohrschwingel und
Kleearten wie zB Hornklee, zum Einsatz kommen.
Künftige
Saatgutmischungen für Dauerwiesen brauchen eine Dotierung mit klimaresilienten
Arten um Dürrezeiten besser überstehen zu können.
Zur
Vermeidung eines erneuten Engerlingbefalls ist es entscheidend, den raschen Aufbau
dichter, neuer Futterwiesen mit sachgerechten NPK- und Kalk-Düngemengen unter
Einbezug der Wirtschaftsdünger nach den Vorgaben der sachgerechten Düngung zu
forcieren.
Bei
der Gelegenheit sollte schon rechtzeitig vorher eine Bodenuntersuchung mit
Düngeplan nach SGD mit exakter Nährstoffbedarfsermittlung für NPK und Kalk erfolgen.
Damit
werden optimale, dichte, üppige Futterbestände geschaffen, wo das Risiko der
Eiablage von Engerlingskäfern und Engerlingsschäden am geringsten ist.
Die
geförderte Grünlandextensivierung wirkt dabei doppelt kontraproduktiv, weil sie
Engerlingen Vorschub leistet und durch Auflagen Handlungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit
in Produktion und Pflanzenschutz schwächt.
Unfallgefahr bei Bergwiesen
Sofern
nach Engerlingsschäden überhaupt noch Narbenreste verblieben sind, täuschen die
spärlichen, grünen Pflanzenreste eine intakte Grasnarbe vor.
In
Hanglagen verlieren engerlingsgeschädigte Grasnarben ihre Griffigkeit für Maschinen
und sind daher ein unsichtbares, schwer abschätzbares Risiko für Abrutschungen und Traktorunfälle,
insbesonders häufig bei der Gülleausbringung.
Den
grün verbleibenden Vegetationsresten fehlt die feste Verankerung mangels
abgefressener Wurzeln und sie bilden einen vom Boden leicht ablösbaren Wasen,
der in Hanglagen leicht abrutscht.
Landwirte
berichten bereits , dass auf dieser Gleitschicht die Zugmaschinen keinen Halt haben
und leicht zurück- oder abrutschen.
Man
fährt quasi auf einem leicht abrutschenden Teppich, der auf Hängen leicht zu
einer unberechenbaren und unvorhersehbaren Gefahr wird.
Die
Grasnarbe von Engerlingswiesen wird dadurch zu einer gefährlichen Rutschpartie,
weil die Verwurzelung und Griffigkeit durch wurzelfressende Engerlinge verloren
ging.
Im
Jahr 2018 haben sich die tödlichen Traktorunfälle bereits verdoppelt,
berichtete die Bauernzeitung online am 18.1.2019.
Hinzu
kommen verunglückte Traktorfahrer, die lebenslänglich Pflegefälle bleiben.
Engerlinge vermindern die
Bodenhaftung von Maschinen und forcieren die Futterverschmutzung
Selbst
auf ebenen Wiesen wird steigender Radschlupf beobachtet.
Gezogene
Arbeitsgeräte wie Striegel, Mäh- und Einsaatgeräte funktionieren nicht mehr,
weil es zu Verschoppungen kommt.
Das
Saatgut fällt statt ins Saatbett auf einen aufgeschobenen Erdhaufen aus losen,
abgestorbenen Wurzelresten.
Derartiges
Saatgut geht damit verloren.
Diese
Wutzel aus losen absterbenden Wurzelresten und Erde verschoppen und blockieren auch
Mähgeräte, wurde mir berichtet.
Erdverschmutztes
Futter ist nicht futtertauglich, es erhöht gesundheitliche Risiken und Stress bei
Vieh und treibt die Zellzahlen von Milch in die Höhe.
Aufgrund
des vorliegenden Engerlingbefalles wird es 2019 auf tausenden Hektar
engerlingsbefallener Wiesen wenig oder kein taugliches Futter geben.
Einer
effizienten Neuanlage von zerstörtem Grünland kommt daher eminente Bedeutung
zu.
Viele
Wiesen mit abrutschenden, aufgelösten Grasnarben mit jungen Unkrautbewuchs können
maschinell nur erschwert oder gar nicht bewirtschaftet werden.
Es
ist daher zu befürchten, dass es im Jahr 2019 im engerlingsbefallenen Grünland zu
einer dramatischen Futternot kommt.
Starke Unkrautausbreitung
Seit
dem Herbst baut sich auf nicht sanierten, engerlingszerstörten Grasnarben – zusätzlich
erschwerd - ein schwer einzudämmender Unkrautteppich auf.
Statt
einem Futteraufwuchs überzieht dieser biodiverse Flor aus Ackerunkräutern sowie
unbrauchbaren futteruntauglichen Wiesenpflanzen die offen gewordenen Stellen
auf Engerlingswiesen.
Statt
Futtergräsern überwuchern, bereits jetzt erkennbar, unerwünschte und
ungeeignete Pflanzenarten die Engerlingswiesen mit Hühnerdarm, Taubnessel, Wiesenschaumkraut, Hirtentäschel, Schafgarbe,
Spitzwegerich, Flechtstraußgras.
Das
Vieh verweigert diese Arten als Futter, da sie geruchlich wie gesundheitlich
problematische repellende Inhaltsstoffe enthalten.
Zudem
sind engerlingsgeschädigte Wiesen nicht ordentlich mäh-, ernt- und konservierbar und sind somit nicht
futtertauglich.
Zeigerpflanzen von
Engerlingswiesen
Typisch
für das Erkennen von Engerlingswiesen sind folgende Zeigerpflanzen, die meist
auch Nährstoffmangel- und Magerkeitszeigerpflanzen sind. Höhere Anteile bei folgenden
Pflanzenarten sind Indikatoren für Lücken und Nährstoffmangel: Ruchgras,
Spitzwegerich, Schafgarbe, Wiesenskabiose, Magerwiesen-Margerite,
Wiesen-Labkraut, Löwenzahnarten, Ferkelkraut, Jakobskreuzkraut.
Wiesen
mit hohen Anteilen dieser Arten sollten auf Engerlingsbefall kontrolliert werden, um die Engerlingsausbreitung
rechtzeitig zu erkennen.
Auskünfte
zum raschen Erkennen dieser Arten auch mit Fotos – auch in Früh- oder Kleinstadien
- erhalten sie beim Autor.
Höchstgefährliche Kombination
für Futterwiesen
Tödlich
für das Grünland wirkt das Zusammentreffen von Engerlingsjahren, Dürrezeiten und jahrelange Nährstoffunterversorgung
durch die landesweit forcierte Grünland-Extensivierung.
Infolge
mangelnden oder vielfachen Verzichtes auf sachgerechte Pflanzenernährung fehlt ertragswichtigen
Futtergräsern die Resilienz gegen die Stressfaktoren: a) Engerlingsfraß und b) längere
Dürrezeiten.
Mangelernährte
Futterpflanzen fehlt bei Stress die vitale Regenerationskraft zur
Wurzelneubildung in der Wurzelfrasszone der Engerlinge.
Fehlt
Futtergräsern die Kraft zur Wurzelneubildung mangels Wasser und Nährstoffe, dann
sterben sie ab.
Extensivierung erhöht die Engerlingsausbreitung
und die Landflucht
Treiber
der Engerlingsausbreitung ist nach Auffassung des Autors die landesweit forcierte
Extensivierung.
Stark
befallene Wiesen weisen meist eine mangelnde Nährstoffversorgung mangels Düngung
auf.
In
der Folge vermehrt sich vielfach das nutzlose Futter, das für eine zeitgemäße
Viehhaltung mit immer mehr Anforderungen und Auflagen nicht taugt.
Die
klassischen, wertvollen Futtergräser verschwinden sukzessiv.
Zurück
bleibt eine magere, lückige, ausgedünnte Sukzessionsvegetation, die Engerlingen
eine ideale Vermehrungsgrundlage bietet.
Die
Verminderung der Bewirtschaftung der Berg- und Almregionen ist Folge der
Extensivierung mit ständigem Verdienstrückgang durch Verlust des
eigenverantwortlichen Wissens in der Futterproduktion.
Parallel
stiegen mit der Extensivierung die soziale Landflucht und der Verlust von besiedeltem
Kulturraum, trotz jährlich einer Milliarde Agrarmittel für die Ländliche
Entwicklung.
Diese
neuen Freiräume und Wildnisgebiete nutzen sukzessiv immer mehr problematische Pflanzen-
und Tierarten.
Dazu
gehören tödlich wirkende Giftpflanzen, die in zunehmend ungedüngten Futterwiesen
auftreten (Kreuzkräuter, Herbstzeitlose) und gefährliche zuwandernde Wildtiere
(Bär, Wolf) durch den Wirtschaftsstillstand in den besiedlungschwachen Landregionen.
Sie
sind alle Zeiger schleichender Landflucht, forciert durch den Verfall der landeskulturellen
Landnutzung infolge Entwicklungsstillstand durch „gut gemeinte Extensivierungsprogramme“.
Ziel
des Beitrages ist die Wiederherstellung einer erfolgreichen Futterbasis für
viehhaltende Betriebe zur Sicherung der Einkommen bäuerlicher Betriebe aus
eigenverantwortlicher Produktion.
Im
Folgebeitrag wird über die Sanierung und Umstellung der Wiesen auf
klimaresiliente Gräser und Kleearten für Dürrezeiten berichtet.
Der
Autor bietet Interessierten in betroffenen Gebieten zum Thema Vorträge, sowie Fachberatungen
am Hof an. Anmeldungen: johann.humer@gmail.com, M: 0664-8244458.
Fotos
zu engerlingszerstörten Wiesen in NÖ und ÖO
mit Narbenabsterben und Ödlandbildung
zu hinzukommenen Problemen mit Unkrautteppich
und Wildschäden engerlingszerstörten Wiesen
unter
Weitere Fotos in PPT-Vortrag von HUMER
Produktive Futterwiesen in Gefahr
Regeneration / Sanierung
engerlingsgeschädigter Futterwiesen
Fotos
engerlingszerstörten Bergwiesen im Dorf Valzeina in der
Schweiz, wo 2018 mühsam im steilen Berggebiet Pilzgerste mit 8 Personen alle
60cm mit Grabgabel 20cm tiefe Spalten gemacht und einige bepilzte Gerstenkörner
eingefüllt wurde und händisch zwischen 16-19.10.2018
die Wiesn neu angesät wurde.
Quelle dieses Beitrags
aus:
Labels:
Engerlinge
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Dienstag, 5. Februar 2019
Engerling Maschinenring Steyr Ausgabe_3-2018_
Engerlings INFO MR Steyr 2018
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
Mittwoch, 30. Januar 2019
Engerlinge: Fluch der Extensivierung
Fluch der Extensivierung:
Engerlinge zerstören die Wiesen und in der Folge wird es Futtermangel geben
Engerlinge zerstören die Wiesen und in der Folge wird es Futtermangel geben
Viele Engerlinge:
Futterwiesen bald ohne Futter?
Viele Engerlinge
und kein Futter auf Extensivwiesen
Engerlinge haben im Herbst 2018 die Grasnarbe
vieler Futterwiesen völlig vernichtet.
Oft steht kein grüner Grashalm mehr.
Statt Futterpflanzen überzieht ein Unkrautteppich
viele Wiesen.
Daher wird dort 2019 vielerorts das
Wiesenfutter fehlen.
Futterwiesenexperte HUMER informiert über die
Auswirkungen von Engerlingen, von zerstörten Futterwiesen und der Gefahr von
Futternot für 2019.
Mehr
Engerlinge als Vieh
Der Wurzelfrass der Engerlinge war 2018 der
bisher massivste in Österreich.
Dabei zerfällt die sonst so reissfeste und
erosionsfeste Grasnarbe zu Staub.
Engerlingsgeschädigten Wiesen fehlt jedes
Grün und sie gleichen brachem Ödland.
Nahezu ganz Oberösterreich wurde zum Engerlingsbefallsgebiet
erklärt.
Schwere Schäden gibt es auch in NÖ, Salzburg
und Kärnten.
2018 berichtet FRÜHWIRTH in Oberösterreich von
Befallsdichten bis 700 Engerlinge auf einem Quadratmeter!
Auf einem Hektar fressen also 7 Millionen
Engerlinge oder 7000 kg Insektenlarven oder 12 GVE - und dies bereits im ersten Flugjahr mit den noch kleinen L1-Larven.
Bei ÖPUL ist zum Vergleich nur ein Tierbesatz
von 2 GVE/ha erlaubt.
Kein Wunder, dass bei diesem enormen
Engerlingsauftreten im Jahr 2018 die Grasnarbe vieler Wiesen zerstört wurden.
Gefährliche Populationsdynamik
von Maikäfer und Junikäfer
Bei der biologischen Bekämpfung ist die
Unterscheidung von Maikäfer und Junikäfer hinsichtlich ihrer Vermehrungszyklen entscheidend.
Gab es 2018 die Maikäfer-Engerlinge, dann verdoppeln sich infolge ihrer größeren
L2-Larven im Haupfraßjahr 2019 die Fraßschäden sogar noch.
Infolge fehlt, 2019 auf mehreren zehntausend
Hektar der entscheidende erste Futteraufwuchs und auch die Folgeaufwüchse, wenn
es 2018 zu keiner wirksamen Engerlingsbekämpfung mit Wiesensanierung kam.
Waren es 2018 aber die Junikäfer-Engerlinge, dann
werden 2019 allein von einem Hektar Wiese 7 Millionen Junikäfer entschlüpfen,
die aber 2019 noch keine Schäden wegen ihres 2jährigen Flugzykluses anrichten.
Aber 2020 werden aus der riesigen Menge von zirka
7 Millionen Junikäfern die 40-fache Menge an Engerlingen schlüpfen und dadurch
werden noch mehr Wiesen befallen und geschädigt werden.
Durch die riesige Engerlingskäferpopulation, erfolgt
die Eiablage und der Engerlingsbefall inzwischen auch auf jedem möglichen Grünland.
Gefährdet sind vor allem Wiesen mit kurzer
Schnitthöhe/Weidehöhe, jede schüttere, lückige Grünlandnarbe und auch gemähte Vielschnittwiesen
in der Eiablagezeit.
Wie Erfahrungen aus Tirol (Mieming) und der
Schweiz (Valzeina) zeigen, werden die Futterwiesen ganzer Dörfer zerstört.
Biologische
Engerlingsbekämpfung
Bei massivem Gebietsbefall hilft nur die aufwändige
biologische Bekämpfung mit engerlingsspezifischer „Pilzgerste“ neben der
mechanischen Bekämpfung.
Beim Einsatz von Pilzgerste ist unbedingt zu
beachten, dass zur Bekämpfung für jede Engerlingsart nur spezielle Pilzgersten,
je nach Maikäfer- oder Junikäfer-Engerling wirken.
Beim Maikäfer-Engerling
wirkt nur die Pilzgerste MELOCONT® mit dem engerlingsfressenden Pilz Beauveria brongniartii.
Beim Junikäfer-Engerling
ist nur das Pilzgranulat GanMet-P mit dem Pilz Metarhizium anisopliae wirksam.
Nach Frühwirth wirkt Pilzgerste nur bei mindestens
3 bis 5 cm tiefem Einschlitzen, mit 2 x
30 kg/ha – in zwei aufeinander folgenden Jahren.
Die Kosten sind mit zirka 1000 €/ha für
Grünland beachtlich hoch.
Manche Länder unterstützen die Bodenimpfung
mit der extrem teuren Pilzgerste.
Da die Pilzgersten immer noch nur Pflanzenschutzmittel
mit Notzulassung sind, sind die Anwendungsauflagen samt temporärer
Zulassungszeiten exakt einzuhalten.
Das gilt auch für den eigenen
Gesundheitsschutz, wie es Krankenhaus-Aufenthalte im Mühlviertel bereits
zeigten.
Bei der biologischen Bekämpfung ist vorher die
eindeutige Identifizierung der Engerlingsart das Um und Auf für die Bekämpfung.
Da nur vorbestellte „Pilzgerste“ produziert
wird, ist eine rechtzeitige Engerlingsidentifizierung und Auswahl der Pilzgersten-Art
wichtig.
Bei Unsicherheit nutzen Sie dazu das Wissen
von Engerlingsexperten mit evidenzbasierten Belegen, um Fehleinsätze der extrem
teuren Pilzgerste zu vermeiden.
In Oberösterreich wurden Maschinenringe speziell
zur Engerlingsberatung und -bekämpfung und Wiesensanierung ausgebildet.
Zu bedenken ist, dass Pilzgerste keine
sofortige Abtötung bewirkt.
Pilzgerste ist eine Strategie zur Schwächung durch
Verpilzung der Engerlinge.
Bei Kontakt mit Engerlingen führt sie zur Reduzierung
der Engerlinge und hat eine Dauerwirkung von 9 Jahren nach FRÜHWIRTH.
Grünlandschädigende Engerlinge müssen daher notgedrungen
zwischenzeitlich trotzdem durch mechanische oder zulässige chemische Maßnahmen dezimiert
werden.
Wiesenregeneration
nur unter 50 Engerlingen/m2 erfolgreich
Für die erfolgreiche Sanierung von durch Engerlinge
zerstörter Wiesen zeigen zahlreiche Wiesenversuche vom Phytomediziner
HOFFMEISTER.
Vor einer Neuanlage einer Futterwiese müssen
die Engerlingszahlen demnach möglichst unter 50 Engerlinge/m2 durch mechanische
Bekämpfung liegen.
Liegen höhere Befallswerte vor, können sich
die Neuansaaten wegen der geschwächten Wurzelneubildung nur langsam regenerieren
und sie werden erneut geschädigt.
Folgedessen sind Wiesenneuanlagen im Frühjahr
bei hohen Engerlingszahlen nicht zu empfehlen.
Der Aufstieg der Engerlinge aus tieferen
Bodenschichten beginnt nach REISET und SCHWERDTFEGER bereits bei
Bodentemperaturen ab 7 °C und damit der schädliche Wurzelfraß.
In wärmeren Gebieten beginnt der Wurzelfraß schon
im März, in kühleren Lagen dagegen erst Anfang Mai.
Bei noch höherem Temperaturanstieg durch den
Klimawandel ist mit einer weiteren Verfrühung der Fraßzeit zu rechnen.
Im warmen Pielachtal in NÖ, zeigten mir im
Jahr 2003 Landwirte schon Anfang März (vor 16Jahren !) ihre Engerlingsschäden,
was auf das hohes Befallsrisiko bereits im Frühjahr hinweist.
Engerlinge und sogar Maikäfer lagen damals
nur knapp unter der Bodenoberfläche in einer Talwiese, während auf den
angrenzenden Bergwiesen noch Schnee lag (Foto).
Es muss bereits im Frühjahr mit der wiederholten
mechanischen oder einer chemischen Bekämpfung begonnen werden, falls der
Wiesenbestand ohnedies zerstört ist und sich unerntbar zeigt.
Die mechanische Bekämpfung ist mit
Kreiselgeräten weiterzuführen bis die Schadschwelle deutlich unter 50 Engerlingen/m2 liegt.
Gleichzeitig erfolgt dabei auch die wichtige Bekämpfung
unerwünschter Unkräuter, die kein hochwertiges Futter liefern.
Erst danach kann die Neuansaat der Dauerwiese
erfolgen.
Wegen der zunehmenden Dürrezeiten durch den Klimawandel
müssen immer mehr klimaresiliente (trockenheitsverträgliche) Gräser wie zB weichblättriger
Rohrschwingel und Kleearten wie zB Hornklee, zum Einsatz kommen.
Künftige Saatgutmischungen für Dauerwiesen brauchen
eine Dotierung mit klimaresilienten Arten um Dürrezeiten besser überstehen zu
können.
Zur Vermeidung eines erneuten Engerlingbefall
ist es entscheidend, den raschen Aufbau dichter, neuer Futterwiesen mit sachgerechten
NPK- und Kalk-Düngemengen unter Einbezug der Wirtschaftsdünger nach den Vorgaben
der sachgerechten Düngung zu forcieren.
Damit werden dichte, üppige Futterbestände
geschaffen, wo das Risiko der Eiablage von Engerlingskäfern und Engerlingsschäden
am geringsten ist.
Unfallgefahr
bei Bergwiesen
Sofern nach Engerlingsschäden überhaupt noch Narbenreste
verblieben sind, täuschen die spärlichen, grünen Pflanzenreste eine intakte
Grasnarbe vor.
In Hanglagen verlieren engerlingsgeschädigte Grasnarben
ihre Griffigkeit für Maschinen und sind daher ein unsichtbares, schwer
abschätzbares Risiko für Abrutschungen
und Traktorunfälle, insbesonders häufig bei der Gülleausbringung.
Der grün verbleibenden Vegetation fehlt die feste
Verankerung mangels abgefressener Wurzeln und sie bilden einen vom Boden leicht
ablösbaren Wasen, der in Hanglagen leicht abrutscht.
Landwirte berichten bereits , dass auf dieser
Gleitschicht die Zugmaschinen keinen Halt haben und leicht zurück- oder abrutschen.
Man fährt quasi auf einem Teppich, der auf
Hängen leicht zu einer unberechenbaren und unvorhersehbaren Gefahr wird.
Die Grasnarbe von Engerlingswiesen wird dadurch
zu einer gefährlichen Rutschpartie, weil die Verwurzelung und Griffigkeit durch
wurzelfressende Engerlinge verloren ging.
Im Jahr 2018 haben sich die tödlichen
Traktorunfälle bereits verdoppelt, berichtete die Bauernzeitung online am
18.1.2019.
Hinzu kommen verunglückte Traktorfahrer, die lebenslänglich
Pflegefälle bleiben, wie ich selber weiß.
Engerlinge vermindern
die Bodenhaftung von Maschinen und forcieren die Futterverschmutzung
Selbst auf ebenen Wiesen wird steigender Radschlupf
beobachtet.
Gezogene Arbeitsgeräte wie Striegel, Mäh- und
Einsaatgeräte funktionieren nicht mehr, weil es zu Verschoppungen kommt.
Das Saatgut fällt statt ins Saatbett auf einen
aufgeschobenen Erdhaufen aus losen, abgestorbenen Wurzelresten.
Derartiges Saatgut geht damit verloren.
Diese Wutzel aus losen absterbenden Wurzelresten
und Erde verschoppen und blockieren auch Mähgeräte, wurde mir berichtet.
Erdverschmutztes Futter ist nicht
futtertauglich, es erhöht gesundheitliche Risiken und Stress bei Vieh und treibt
die Zellzahlen von Milch in die Höhe.
Aufgrund des vorliegenden Engerlingbefalles
wird es 2019 auf tausenden Hektar engerlingsbefallener Wiesen wenig oder kein taugliches
Futter geben.
Viele Wiesen mit abrutschenden, aufgelösten
Grasnarben mit jungen Unkrautbewuchs können maschinell nur erschwert oder gar nicht
bewirtschaftet werden.
Es ist daher zu befürchten, dass es im Jahr 2019
in engerlingsbefallenen Gebieten zu einer dramatischen Futternot kommt.
Starke Unkrautausbreitung
Seit dem Herbst baut sich auf nicht
sanierten, engerlingszerstörten Grasnarben ein schwer einzudämmender
Unkrautteppich auf.
Statt einem Futteraufwuchs überzieht dieser biodiverse
Flor aus Ackerunkräutern sowie unbrauchbaren futteruntauglichen Wiesenpflanzen die
offen gewordenen Stellen auf Engerlingswiesen.
Statt Futtergräsern überwuchern unerwünschte
und ungeeignete Pflanzenarten die Engerlingswiesen mit Hühnerdarm, Taubnessel, Wiesenschaumkraut, Hirtentäschel, Schafgarbe,
Spitzwegerich, Flechtstraußgras.
Das Vieh verweigert diese Arten als Futter,
da sie geruchlich wie gesundheitlich problematische repellende Inhaltsstoffe
enthalten.
Zudem sind engerlingsgeschädigte Wiesen nicht
ordentlich mäh-, ernt- und konservierbar
und sind somit nicht futtertauglich.
Zeigerpflanzen
von Engerlingswiesen
Typisch für Engerlingswiesen sind folgende Zeigerpflanzen,
die meist auch Nährstoffmangel- und Magerkeitszeigerpflanzen sind. Höhere Anteile
folgender Pflanzenarten sind Indikatoren für Lücken und Nährstoffmangel: Ruchgras,
Spitzwegerich, Schafgarbe, Wiesenskabiose, Magerwiesen-Margerite,
Wiesen-Labkraut, Löwenzahnarten, Ferkelkraut, Jakobskreuzkraut.
Wiesen mit hohen Anteilen dieser Arten
sollten rechtzeitig auf Engerlingsbefall
kontrolliert werden, um die Engerlingsausbreitung zu erkennen.
Höchstgefährliche
Kombination für Futterwiesen
Tödlich für das Grünland wirkt das
Zusammentreffen von Engerlingsjahren, Dürrezeiten
und jahrelange Nährstoffunterversorgung durch die Grünland-Extensivierung.
Infolge mangelnden oder vielfachen Verzichtes
auf sachgerechte Pflanzenernährung fehlt ertragswichtigen Futtergräsern die Resilienz
gegen Stressfaktoren wie Engerlingsfraß und längere Dürrezeiten.
Mangelernährte Futterpflanzen fehlt bei
Stress die vitale Regenerationskraft zur Wurzelneubildung in der
Wurzelfrasszone der Engerlinge.
Fehlt den Futtergräsern die Kraft zur
Wurzelneubildung mangels Wasser und Nährstoffe, dann sterben sie ab.
Extensivierung
erhöht die Engerlingsausbreitung und die Landflucht
Treiber der Engerlingsausbreitung ist nach Auffassung
des Autors die landesweit forcierte Extensivierung.
Stark befallene Wiesen weisen meist eine mangelnde
Düngung auf.
In der Folge vermehrt sich vielfach das nutzlose
Futter, das für eine zeitgemäße Viehhaltung mit immer mehr Anforderungen und
Auflagen nicht taugt.
Die klassischen, wertvollen Futtergräser verschwinden.
Zurück bleibt eine magere, lückige,
ausgedünnte Sukzessionsvegetation, die Engerlingen eine ideale Vermehrungsgrundlage
bietet.
Die Verminderung der Bewirtschaftung der Berg-
und Almregionen ist Folge des ständigen Verdienstrückgangs aus der
eigenverantwortlichen Produktion.
Parallel stiegen die soziale Landflucht und
Verlust von besiedeltem Kulturraum, trotz einer Milliarde Agrarmittel für die Ländliche
Entwicklung.
Diese neuen Freiräume und Wildnisgebiete
nutzen sukzessiv immer mehr problematische Pflanzen- und Tierarten.
Dazu gehören tödlich wirkende Giftpflanzen,
die in zunehmend ungedüngten Futterwiesen auftreten (Kreuzkräuter,
Herbstzeitlose) und gefährliche zuwandernde Wildtiere (Bär, Wolf) durch den Wirtschaftsstillstand
in den besiedlungschwachen Landregionen.
Sie sind alle Zeiger schleichender Landflucht,
forciert durch den Verfall der landeskulturellen Landnutzung infolge Entwicklungsstillstand
durch „gut gemeinte Extensivierungsprogramme“.
Ziel des Beitrages ist die Wiederherstellung einer
erfolgreichen Futterbasis für viehhaltende Betriebe zur Sicherung der Einkommen
bäuerlicher Betriebe aus eigenverantwortlicher Produktion.
Im Folgebeitrag wird über die Sanierung und Umstellung
der Wiesen auf klimaresiliente Gräser und Kleearten für Dürrezeiten berichtet.
Der Autor bietet Interessierten in
betroffenen Gebieten zum Thema Vorträge, sowie Fachberatungen am Hof an.
Anmeldungen: johann.humer@gmail.com,
M: 0664-8244458.
"Produktive Futterwiesen in Gefahr" ist meine Vortrags-Präsentation, wo ich die näheren Zusammenhänge zwischen Extensivierung, Engerlingen, Giftpflanzen, Landflucht und Dürre aufzeige.
Downloadbar unter:
Einige Folien davon:
Diese volle PPT zum Durchblättern:
Labels:
Engerlinge
Engagierter österreichischer Grünlandexperte, (30j.Erfahrung LK NÖ) zu Futterwiesen, Weiden u Feldfutterbau. Exzellenten Pflanzenkentnisse incl ökologischer Ansprüche, Düngung, Abwehr von Schädlingen u Unkrauteindämmung. Integration u Berücksichtigung von Auflagen durch CC, GAP, ÖPUL, LE, Biololandbau. Biodiversitätswissen u Umsetzungsmöglichkeiten. Praktische Erfahrung durch langjährige eigene Versuchs- und Beratungstätigkeit. aEntwicklung eines eigenen Agrarkonzeptes. für die Grünlandwirtschaft. Entwicklungsvorschläge zur realen Nutzung der 1 Million ha Grünland, die in Österreich in den Berg- und Grenzregionen bereits von Aufgabe und Landflucht bedroht ist. Seit 2015 als Seniorexperte tätig in China, Aserbaidschan, Türkei u Tansania.
Bauern biete ich meine breite Erfahrung an: Vorträge, Fachbeiträgen, Beratungen am Hof, Entwicklungskonzepte für hoch ertragreiche Futterwiesen und Versuchsvorschlägen zur Optimierung der Futtererträge. Email-Anmeldungen bevorzugt: johann.humer@gmail.com. Anrufe nur wer keine EMAIL oder ein dringendes Problem hat! Mobil: 0664-8244458.
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